Wochenkalender.
Sonntag, 5. Dez. 2. Adventssonntag.
Montag, 6. Dez. Nikolaus, Bischof.
Dienstag, 7. Dez. Ambrosius, Bischof u. Kirchl, Vigil.
Mittwoch, 8. Dez. Fest der Unbefl. Empfängnis Mariä
mit Oktav.
Donnerstag, 9. De . Von der Oktav.
greua10. Dez. Von der Oktav.
Samstag, II. Dez. Damasus, Papst.
Zweiter KdventsssnnLag.
iEv Matth? 11, 2—10.3
In jener Zeit, als Johannes die Werke Christi im Gefän nisse Hörle, sandte er zwei aus seinen Jün ein und ließ ihm lagen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen Andern warten? And Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündigt dem Johannes, was ihr gehört und gesehen habet: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt, Taube hören, Tote steheilaut unD ben Wehl n wird das Evangelium gepredigt: und selig ist, wer sich an mir nicht är ert I Als aber diese hinweg; ingen, fing Jesus an, zu dem Volke von Johannes zu reden: Was leid ihr in die Wüste hinausge an cn zu sehen. Ein Nohr, das vom Winde bin und her getrieben wird? Oder, was leid ihr hinausgegaugen zu sehen? Einen Menschen mit weichlichen Kleidern an getan Siehe, die da weichliche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. Oder, was seid ihr hinaus, e- gangen zu sehen? Einen Propheten? Ja. ich sage euch, er ist noch mear, cus ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Engel vor deinem Anzesi hte her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.
Kleiner.
^ ft trifft ein bekanntes Sprichwort X» den Viaget auf den Kopf, baut aber auch ost gewaltig daneben:
Kleider machen Leute.
Siehst du einen Mann auf der ^^^^-^^, . Stiaße spazieren mit weichem Pelz- rock, schwarzen G acöhandschuhen, glänzendein Cylinder, einen Siock mit Elfenbeingriff an der Hand, dann denkst du gleich: ei, das mug ein feiner Herr sein!
Siehst du aber einen Menschen mit durchlöcherten
Schuhen, zerrissenen Ho.en, schmutzigem Kragen, dann heißt es gleich: dieser arme Teufel, oder gar: dieser Lump und Taugenichts. 'JWcmdjmal mag es mit dieser Einschätzung feine Richtigkeit haben, oft genug aber wird dein Urteil durch die Außeujeite bestochen. Denn jener „feine Herr" kann ein ganz gemeiner Hochstapler, ein laffinierier Betrüger, ein gerissener Schieber, ein entsprungener Zuchthäusler sein, während der „arme Teufet" ein ehrlicher, arbeitsamer, tugendhafter Älen ch ist.
,Wer ben Johannes nicht gekannt und ihn aus der Wüste hervortreten sah mit dem Ringen Kamel
fell, dem rohen Ledergurt, dem struppigen Haar, den bloßen Füßen — hätte ihn wohl für einen wilden, mobilisierten Menschen gehalten: und doch, welche Charakterstärke, welche Tugendfülle, welche Helden jede wohnten in diesem ungepflegten Aeußern!
Die Pharisäer hingegen mit ihren Schleppgewändern und extra langen Säumen vergleicht der Heiland mit übertünchten Gräbern, die von außen schön in die Augen fallen, inwendig aber angefüili sind mit Totengebeinen und allerhand Moder.
Du hältst etwas auf ein standesgemäßes, anständiges, reinliches Kleid und lässest in dieser Teu rang manchen Hunderter, manc^^uienber springen, um deine Le-besgestalt zu decken, zu zieren, zu wärmen So lange du damit nicht gerade Luxus treibst und über deinen Stand nicht hinausgehst, will ich nichts dagegen haben; eine anständige Gewandung kann ■,ur moralischen Haltung viel beitragen und liegt in der Absicht des Schöpfers. Aber noch größere Stücke halte auf ein reines Herz. Für die Kleider, ja selbst ,ür ihre Frisur tragen manche mehr Sorge als für Die unsterbliche Seele. Denke an das Seelcnkleid, aas du mitbekommen hast in deiner Taufe und halte dir vor Augen die Mahnung, die damals der Priester btt mltgegeven hat auf den Weg des Lebens: Nimm in das weiße Kleid und bringe es unbefleckt vo, Gottes Rich'.erstuhl, damit du das ewige Leben habest.
Bei uns war es nötig, erst das Sündenkleid ab-- zustrelfen, das wir von Adam überkommen haben. Gesenke aber jener bevorzugten, auserwählten, ho h- gebeneoeiten Jungfrau, die schon bei ihrer Empfängnis mit diesem Strahlenkleid geschmückt war, deren un oefl.üie Empfängnis tun ja nach wenigen Tagen feiern, ich meine die liebe Gottesmutter Maria! Ihre Seele war gleichsam zum voraus in das Blut ihres Sohnes eingetaucht und übertraf in ihrer Schönheit allen Glanz der Engel und Erzengel. Freudig erkennt Maria diesen Vorzug und preist Gott dafür in alle Ewigkeit. »Große Freude habe ich im Herrn", so läßt die Kirche sie ausrufen im Introitus des genannten Festes, „und meine Seele fiohlocki in Goit. Denn er hat mir angelegt die Kleider des Heiles, mit dem Gewand der Gerechtig- kett mich umgeben gleich einer Braut, die ge,chmückt ist mit ihrem Geschmeide." —
Wenn d'e Kirche uns die Unbefleckte vorstellt, will sie uns offenbar emladen, uns nach diesem Vorbild umzuformen. Und wenn wir in menschlicher Arm- feimtcu jenes erste Gewand der Taufe verloren oder befleckt haben, siehe, es winkt uns ein neues, das dem ersten nicht nachsteht: das Kleid der ^u^- b:r Lstttlkeii des Herzens, in den Tranen der Reue, n der Beschämung der Selbstanklage, m den Worten der Lossprechung werden wir allen Schmutz, aste Be- fledung austägen. Siehe, sogar die Erve schämt sic, ihrer Nacktheit und Bloße, ihrer aschgrauen, emwm- aen Farbe. Die Natur leiht ihr darum einen schützenden me ßen Mantel, aus zierlichen Kristallen gewoben, die prächtige, weiche Schneedecke. 3ft bas mmt w.e
eine leise Mahnung des Hinimels, daß auch du dein Herz mit dem Weiß der Gnade schmücken sollst? Den Schnee scheint Gott hauptsächlich geschaffen zu haben, damit er ein treffendes Gleichnis werde für den Schmuck des Herzens Er selbst bedient sich dieser Gleichnsfe, um die Umfassung des Sünders anzu- deuten. „Wären eure Sünden rot wie Scharlach, so will ich sie weiß machen wie Schnee!" Auch kennt ihr alle den ergreifenden Vers aus dem „Miserere", den w r bei Austeilung des Weihwassers jeweils fingen: lavabis me et super mvem de albabor — wasche mich, und ich werde reiner . -.. er Schnee.
Welch herrlicher Anblick für Gott, wenn in dieser Adventszeit bk Gläubigen sich waschen im Wasser der Buße und der Beichte. Aus diesen gewaschenen Seelen — bemerkt tiefsinnig der hl. Augustinus — macht sich Christus ein Kle-d ohne Runzel und Makel Auf bem Berge Tabor glänzte sein Antlitz wie die Sonne und feine Kleider waren weiß w e der Schnee. Dieses Schncekieid ist ein Sinnbild der K rche, die von jedem Makel der Sünde gereinigt ist."
In diesem Prachtgewand der Kirche möchtest du doch nicht euren dunklen Flecken bilden? Möchtest doch nicht deinem Erlöser diesen Schimpf antun? Der Kirche d'eses Aergernis geben? Du möchtest doch nicht im Hauskleid, im AUtagsgswand deinen Heiland erwarten, der an Weihnachten in dein Herz kommen möchte? Darum geh hin und verrichte deine Adventsbeicht, und mit dem neuen Kleid wird zugleich Frxude unb Glück einkehren in dein Herz.
Der Burgpfarrer.
Ohne den Flecken der Erbsünde.
Von Alban stolz. Aus dem „Unendlichen Gruß" von 1858.
Ein reiueres, von Gott dürchstrahlteres Herz als das Rtarias hat es noch nie gegeben. Den und die und jene Heilige hat der Papst heilig ge prochen — Maria ist aber heilig gesprochen von Gott selber, und zwar nicht erst nach ihrem Tod — der Engel verküudeie es un Auftrag Gottes: „Du bist voll der Guade."
Sind andere Heilige auch voll der Gnade gewesen gegen ihr End zu, so war Maria schon im Anfang ihres Lebens vo l der Gnade. Und was wnberbar zu lagen ist: sie war noch mehr als voll der Gnade. — Kann denn ein Lineal, das ganz gerade ist, noch gerader werden? kann eine Kugel, die vollkommen rund ist, noch runder werden? kann ein Glas, das gans angejüllt ist, noch mehr fassen? — Wir wollen iehcn.
Es war einmal eine ganz besondere ©eicllimaft, in die nur Männer von giößier Einsicht und Wissen- |ct]O|t ausgenommen wurden und wo nur eine gewisse Zahl fein durfte, so daß niemand daiiu ausgenommen werden tonnte, solang die gejetoe Anzahl voll war. Nun meldete sich einmal ein sehr scharfsinniger, weuer Mann bei dem Vorstand der Ge-