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Aist unserer Ièottcnherrlichkett

M es gründlich vorbei, 6 Schiffe derDeutschlands-Klasse Mb 6 kleine Kreuzer nebst Einigen Zerstörern und Tor­oedobooten sind der ganze Rest der Wcttmachttraume des Herrn v. Tirpitz. Alles, was wir sonst an Schiffen hatten, haben wir unseren Feinden ausliefern müssen. Davon sind zur radieren Verwendung nur bestimmt worden: 7 kleine Kreuzer, die Frankreich und 3, dir Stoßen erhält, weiter 12 kleine Torpedoboote, von denen 6 an Brasilien und Polen fallen. Der, ganze gewaltige Rest ist zum Abbruch bestimmt worden, näm­lich 9 Linienschiffe, 9 kleine Kreuzer, 49 große und 50 Torpedoboote. DieseHinrichtung" haben zu vollziehen. Englaich, Frankreich, Japan und die Vereinigten Staa­ten. Auch wer von der Flottenschwärmerei nicht an» gesteckt war und unserer angeblichauf dem Wasser lie­gende Zukunft" sehr bedenklich ge^ntiberstand, mrd dieses traurige Ende unserer Fistle in tiefster Seele bedauern, womit abgesehen von der furchtbaren Demüti­gung, die darin für uns liegt Wlliardenwerte ver- oerlorengehen. Das WortVae victis" Wehe den Be­siegten, müssen wir in seiner ganzen Bitterkeit auskosten. Dieser iramige Untergang unserer Seemacht erinnert lebhaft an den Untergang der spanischen für unüber­windlich gehaltenenArmada" Philipp II., die 1588 gegen En^and auszog aber von Unglück erfolgt im Sturme an der Felsenküste der Hebriden zu Grunde ging. Immerhin war der Un ergang wenigstens ehren­voll, well durch Noturgrwalten verursacht; vom Un­tergang der einst so hoch gepriesenen Flotte des neuen deutschen Reiches kann man das in keiner Weise sagen, auch die Matrosen der RevoluLionstoZe werden immer eine traurige Erinnerung bleiben.

Eczen Wucherer und Schieber

hat die bay. Rsgieruna vor kurzem schwere Strafandro­hungen erlassen. Wer sich schnöder Gewinnsucht schuldig macht und die Versorgung der Bevölkerung mit Gegenständen des täglichen Sebarfs gewerbsmäßig gefährdet, wird mit Zuchthaus von 15 Jahren, mit Geldstrafen von 100 000 bis 1 Million Mark, mit Ein­ziehung des Ueberpreises und evtl, sogar des gesamten Vermögens bestraft. Recht so! Eins fehlt noch die Prügelstrafe! Auch die Reichsregierung hoc einen Gesetzentwurf vorbereitet, der Schleichhandel einschl. Preistreiberei in besonders schweren Fällen mit Zuäst- Haus von 115 Jahren uiD Geldstrafen im Mittdest- betrag von 20 000 Ji bedroht. Uebrigens soll e es bei einem Menschen, der auf den Ramen eines Christen noch Anspruch macht, nicht nötig se n, mit derartigen Strafen zu drohen. Er soll e sich sagen, daß Gottes Segen auf dem durch Wucher und Schieb erkum erworbe­nen Geld nicht ruhen kann. Auf diesem unrecht erworbe- demu Vermögen lastet vielmehr der Fluch des armen Volkes und der Fluch des gerechten Gottes. Ihm gilt das Wort:Sie berauben die Waisen und plündern das arme Volk. Sie halten Mittag unter dem Schat­ten derer, die Durst leiden. Die "Männer aus den Städten machen sie ächzen und die Serre der Verwun­deten schreit; aber Gott läßt es nicht ungestraft Hin- gehen" (Job 24, 7.)Witwen und Waisen sollt ihr nicht beeinträchtigen. Wenn ihr sie aber bedrückt und sie zu mir schreien, so werde ich ihr Rufen hören, und mein Zorn wird entbrennen" (Exod. 22, 21 ff.).

Ein festes Rückgrat

haben die katholischen Eltern kn der sächsischen Stadt Kaun gezeigt. Im Juni wurde die bärtige kathol. Schule mit 800 Schülern durch ein paar Federstriche der Regierung in eine Simultanschule umgewandelt. Alle Proteste der Eltern usw. wurden nicht gehört. Daraufhin erklärten die katholischen Eltern einmütig den Schulstreik, den sie volle zwei Monate durchsühr- ten. Die katholischen Eltern haben gesiegt Die Re­gierung mußte nachgeben und die bisherige kathol. Schule in Plauen bleibt auch in Zukunft bestehen. Respekt vor diesen bekenntnistreuen Eltern! In kei­nem deutschen Lande ist die katholische Kirche seit Jahrzehnten so malträtiert worden, wie in Sachsen, obwohl der König und seine Söhrie musterhafte Ka­tholiken waren. Die rote republikanische Regierung verspricht zwar allen Freiheit, für die Katholiken hatte sie aber keine übrig. Nun haben sich die katholischen Eltern in Plauen ihr gutes Recht erkämpft.

SozisldemvkreNe und ReNZion.

In Köln wollte das Kartell der freien Gewerk­schaften diePfarrhauskomödiè", dieses gemeine Mach­werk, in dem die kathol. Drehe und die Geistlichkeit in gemeinster Weise herabgewürdigt wird, aufsühren; nur well der Polizeipräsideu wegen Gefährdung der öfsent- lichm Ruhe und Sicherheit die Aufführung verbieten wollte. Haben sie auf die Ausführung verzichtet. In

Villirrgen in Baden wurde von den Mehrheitssoziaki- sten eine Rcvolutionsfeâer abgeh alten; im Mii elpunkt dieser Feier stand die Aufführung eines Schauspiels mit folgendem, allgemein beachtlichem Inhalt: Ein katholischer Priester, der zu einem krassen Vertreter des ausbeutenden Kapitälismus (Dergwerksbesitzer) hält, ist 'm seinen priesterlichen Pflichten bei einem Bergrverksun glück solange säumig, bis er erfährt, daß der Bruder des Besitzers mitveranglückt ist. Also bei einer Crümerungsfeier an die Revolution weiß die Sozialdemokratie nichts Besseres zu tun, als ihrem blindwüigen Haffe gegen die katholischen Priester die Zügel schießen zu lassen. Natürlich haben die kÄh. Vereine Villmgens aus diese herausfordernde Beleidi­gung, die lediglich geeignet und geschaffen ist, besessenen Kirchenhassern in ihrem Fanatismus Befriedigung zu verschaffen, einen flammenden Protest erlassen; die sozialdemokrattsche Presse aber schweigt sich aus und hat nich einmal ein Wort der EnLfclMdigung; und da sage noch Jemand die Sozialdemokratie sei nicht re« gionsfeindiich!_____________

Zu einer großen Deulfchen^tze

ist es in der Tschechoslowakei gekorumen. An Aus- schrettungen hac es dort nie gefehlt sie haben sich von Zeit zu Zeit immer wieder wiederholt nad) dem alten Satz:So ging es immer an diesem Ort und wird es gehen immerfort." Früher putsch en die Tschechen gegen angebliche östrrreichisci-e Unterdrückung. Dazu haben sie nun keinen Grund mehr, nachdem de Entente chnen als Belohnung für ihren zeitigen Ab­fall von Habsburg den eigenen Statt gab. Wer aber geglaubt hatte, Prag und Böhmen werde jetzt nur seine liebenswürdigen Seiten zeigen, der hat sich sehr getäuscht; sie nutzen ihre Macht jetzt rücksichtslos zur UMerdrückung der bru fdjen Minderheit aus. Als im März 1919 in deutschen Städten Böhmens fried- l-chr Volkskundgebungen für das Sclbstl^stinnrrkngs- recht der Deutschen ftettfertben, schossen die schechischen Legionäre in tüe wofseniosen Scharen ihrer dcrrtfchen Landesgenossen hinein und zahlreiche Tote waren das schlimme Ergebnis d^ser G:waittat, bie nie eine Sühne gefunden hat. Die Verfassung des neuen Tschechen- ftoaies wurde von einer Laâsverttttung beschlossen, in der kein einziger deutscher §lbgeorbneter saß, ob­wohl sie fast ein Dri tel der Bevölkerung ausmachen und weit mehr als ein Drittel der Lasten curfbringen. Weiter folgte die gewÄtfame Enteignung der beut« fd;en Hochschule, die Schließung von mehr als 400 den schen Schulen im deutschen Sprachgebiet und jetzt wurde der 28. Oktbr. derVefreiuri§stKg" des Aus­gangspunkt einer Deutschenhetzc, die sich zunächst an den Kaiser Joseph-Standbildern in den norddöhm'schen S ädten austobte und schließlich den deutschen Kultur­besitz in Prag gefährdete. Wieder waren es die tschechischen Legionäre, die während des Weltkrieges an mehr als einer Stelle mrs politischen ©rünben ihre deutschen Kameraden im Stiche ließen und dadurch in den Tod trieben, die dieseHerden aten" verübten und die tschechisch« Regierung sich als unfähig erwiesen, diesen Fanal sten in den Arm zu fallen, benen der Ungehorsam gegen die Stawsgewalt schon seit österreichischer Zett zur Gewohrchert geworden ist. Uebrigens sind de deutschen Abgeordneten im Par­lament ganz entschieden aufgetreen imb da die Re­gierung keine klare Haltung zeigte, unter Absingung derWacht am Rhe^n" aus dem Parlament gezogen. Mit einer ähnlichen Szew war vor zwölf Jcchrekt der böhm'sche Landtag aueeinandergegangen, um nie wie­der zusantmenzutreten Auch dem jetzigen Parlament wird man keine günstigen Auspizien stellen dürfen. doch schon am Tage nach dem Abzug der Deut­schen der tschechische Finonzminister fr ne Stell? nieder- geb^, da er bei einer oppositionellen Haltung der deutschen Industriellen an einer gedeihlichen volks­wirtschaftlichen Entwicklung der Tfcktechoslorvakei zwei­felte. Die Befreiung der sudetenländ'schen Brüd'r dürfen die Deutschen für eine nicht allzu ferne Zukunft wohl erhoffen.

Polen,

das nach bem Frieden von Verfalles in einem Um­fang von 95 500 englischen Quadraten eilen mit 24 Millionen Einwohnern wiederhergestellt worden ist, w'rd durch den Frieden mit Rußlcmd wenn er wirklich endgül ig zustande kommt 50 000 engl'sche Quadrat­meilen, aber nur 4 Mill. Einwohner dazu gewinnen, weil in dem neuen Gebiet nur 77 Einwohner auf die Quadratmeile komn.cn, gegen 24 im alten Gebiet.

3r'anb

soll jetzt eine gewisse Selbständigkeit bekommen. Mit

183 gegen 52 Stimmen hat bas englische Unterhaus

dasHomerule"-Gesctz für Irland angenommen. Das Gesetzt sucht die Infolge des scharfen Gegensatzes zwi­schen Protesten en und Katholiken besonders großen Schwierigkeiten dadurch zu lösen, daß Irland in 2 selb­ständige Gebiete, ein katholisches und ein protestanti­sches Irland (Ulster) getrennt wird mit eigenen Volks- Vertretungen, Versammlungen usw. Diese Regelung wird aber die zahlreichen Katholiken im prorestantt- fdjen Ulster nicht zufrieden stellen. Ruhe lâd auch dieses Gesetz nicht schaffen, dazu sind die Gegenfätz« zwischen England und Irland zu groß. Irland ver­langt nicht nur Selbständigksit, sondern auch Unab, hängigkeit und die gib ihm England nie freiwillig. Die Kämpfe werden also weiter gehen.

In Errechenland

haben die Wahlen mit einer völligen Niederlage best seitherigen Machthabers Veniselos, des Lieblings der (Entente, der feiner Zeit den König Konstantin zum Rücktritt zwang, geendet. Nur 118 Stimmen wurden für seine Partei abgegeben, während die Gegner 253 auf sich vereinigten. Diese wollen den König Kon­stantin zurückhaben. Der Ausfall der Wahlen in Grie­chenland zeigt uns, daß die Diktatur eines Mannes in einem Lande nicht für längere Zeit bestehen kann, mag der Mann, auch wie Veniselos, noch so große Verdienste um das Land haben. Kaum ein Grieche bestreitet diese Verdienste, die der bedeutende Staats­mann sich bei der Verfolgung nationaler großgrie- chischer Ziele erworben hat, auch König Konstantin nicht. Und dennoch sagt eine beträchtliche Mehrheit des Volkes, keineswegs etwa nur in den neuerroorbe* nen Gebieten, sondern bezeichnender Weise gerade in den Wahlkreisen Altgriechenlands dem Manne auf, dem es die Erfüllung der höchsten nationalen Träume verdankt. Für diese merkwürdige Erscheinung bietet sich nur die eine Erklärung dar, die man schon km alten Hellas (Griechenland) dafür gegeben, daß die At^ner Männer wie Themistokies und Alkibiades, als sie auf der Höhe ihrer Macht standen, zwangen, außer Landes zu gehen: die Erklärung nâmlrch, daF der TPiberHyüe gegen eine Tyrarmeuherrschsf! so groß war, daß man auch einen noch so verdienten Mann verhindern zu müssen glaubte, seinen Einfluß auf das Volk allzulang« auszuüben. Insofern also unterschei­den sich die modernen Griechen in nichts von den alten Athenern, die den grenzet tiefen Ehrgeiz etwa eines Alkibiades nur durch den Oftrakismos das sogen. Scherbengericht, bei dem der Name des zn Verbannenden auf eine Scherbe geschrieben wurde davon abhielten, den letzten Schritt, den man ihm zu­traute, zu tun und sich zum König von Hellas zu machen. Nicht als ob man Veniselos solche Aspi­rationen zugetraut hätte! Wohl aber hat das, ganze diktatorische Regiment, das er seit Jahren in Griechen­land ausübte und durch das allein er sich, wie seins Gegner behaupten, in der Macht erhalten kannte, den allgenreinen Unwillen so mächtig werden lassen, daß der Wrnsch rege wurde, sich des Tyrannen zu ent­ledigen. Ob die Entente die Rückkehr Konstantins dul­det? Italien unb England werden wohl keine Schwie- rlgkeiten machen, wie Frankreich sich stellt, ist noH nicht geklärt. Uebrigens wird das griecksische Volk am 28. November noch ausdrücklich in einer Volksabstim­mung barüber entscheiden, ob es die Rückkehr des Königs wünscht. Einstweilen führt die Mutter des Königs, Olga, die Regentschaft. Veniselos hat mit seinem näheren Anhang das Laich verlassen.

Kitther m Not.

Dieser Angstruf geht burdj das Land; der Krieg unerhörte Verluste an Menschenleben und schwere Einbuße an Gelundheit bei Männern unb Frauen verursacht: noch schlimmer, ja fast unhellbar, sind die Folgen jahrelanger Nal;runosnot für unser« Kinder. Hier droht der Zukunft ernste Gefahr.

Kindertuberkulofe und Sterblichkeit sind in erschrek- kendem Maße gewachsen. Es ist nachgewksen, daß in Preußen an Krankheiten der Atmungr- urtb Der- dauungsorgane, Influenza, Tuberkulose, Lungenent­zündung im Alter von 115 Jahren gestorben sind:

1913 = 5 550 1918 = 68 225 Hinter allein an Influenza 198 23 805 allein an Tuberkulose 7 425 11738

Eine noch weil größere Zahl von Kindern ist durch jahrelange Unterernährung, mang.inte Kleidung, durch Kälte und durch gestörte Noch ruhe gar manches Kutd überhaupt kein Bett mehr rachitisch, sied) und elend geworden . Diese sichtbare und unsich bare Not unserer Kinder, die alle Kreise unseres Volkes um­faßt, verlangt dringende Abhilfe. Reich, S cat und Gemeinde sind zurzeit allein außerstande, wirksam zu