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Laa hat sich genahet; laßt uns also aVkMi die Werke j^r Finsternis und machen die Waffen des Lüchtes.
Liebe Leser! Selten eirrmal war diese gotterleuch- trie Paulusprcdigt so zeitgemäß wie W*^> denn die ganze MenfchhÄt, namentlich aber ein Größten unseres Volkes scheint von einem bleischweren Schlaf umfangen zu sein. Die Menschen leben dahin wie in einen Traume, sie unterscheiden die Wirklichkeit nicht mehr von den gaukelnden Trugbilder, sonst wäre das ge- Lenwärtige Treiben nicht möglich. Schauen wir den Trubel ein bischen an. — Nie ist unser Vaterland in einer so traurigen Lage gewesen, wie dermalen, und trotzdem herrscht landauf, landab eitel Jubel und Lust: es wurde nie so viel getanzt und konzertier und gedudelt wie in dieser Zeit. In der Stadt gibt es vielfach selbst Kn Advent keine Ruhe, und manche bringen nicht einmal soviel Selbstbeherrschung auf, in den paar stillen, weihevollen Wochen auf Tanz und bergt. zu verzichen. Tausende und Tausende von Menschen darben und hungern, daneben machen sich aber die reichen Prasser breit und tafeln und schwelgen, als ob alles in Hülle und Fülle da wäre und unser Land von Milch und Honig fließen würde. — Wein und Vier und Schnaps ist sündteuer, kaum hat der Apotheker eine so teure Mixtur in seinem Laden und trotzdem sind gar manche Kneipen und Wirtshäuser so voll Gäste, daß man die S ühle fast übereinanderstellen möchte. — Die Zeiten werden immer ernster und härter, schwere Gefahren drohen ringsum und können jeden Augenblick wie ein schlagendes Wetter über uns hereiâechen und daneben wächst der Leichtsinn und die S unlichkel und das Verderbnis besonders unter Lem jungen Volke. Es ist fast wie zu dm Zeiten der Sündflut und nicht mit Unrecht haben die Bischöfe ihre warnende Stimme erhoben und das Volk zurückgrrufkn von den Wegen des Verderbens auf denen es dem Untergang cnigegentanjt. Kaum je seitdem die Grschchèe von unserem Lande etwas erzählt, hatten wir ein so schlechtes Geld wie dermalen; aber je wertloser bas Geld ist, desto wahnsinniger und fieberhafter und gieriger wird die Jagd nach Geld. Das Gehande! und Gebandel, das Schachern und Preistreiben und Schieben und Wuchern hat kein Maß und Ziel mehr. Wenn auf den Straßen Silber und Gold und JuMlen und die kostbarsten Edelsteine ausgcstreut wären, könne das Wettt-s-fen und Hasten und ZusommerckraUen nicht ärger ein. Man möchte lachen, wenn es nicht so tottraurig wäre: die zwei ungleichen und unnatürlichen Brüder Verschwendung und Geiz reichen einander die Hand und tanzen rasend Polka nw sammen. — Se t 6 Jahren und länger haben der furchtbare Krieg und andere schwere Heimsuchungen auf uns hereingehämmert und hereingedengelt. Man möchte meinen, daß alle Herzen wachsweich geworden wären; aber leider ist das Gegenteil der Fall. Man trifft hier und da eine Hartherzigkeit und Gefühllosigkeit, wie sie früher reicht zu finden waren. Kalt wie Eis und stumpf und starr wie Eisen scheinen viele Herzen geworden zu sein. — Wahrhaftig, in einem schlimmen, gefährlichen, traum- artgen Dusel leben wir dahin, und es ist höchste Zeit, daß wir zu uns kommen, uns den betäubenden Schlaf aus den Augen reiben und schnell cmfstehsn, denn die Nacht geht zur Neige, und der Tag steht vor der Tür. Und daß ihrs rech, aufsaßt, die Nacht ist unser irdisches Leben mit seinen Eitelkeiten und Irrungen und Verwirrungen und Aengsten und Mühen. Hinter dieser Nacht kommt der ewige Tag. Der ewige Tag aber hat ein doppeltes Gesicht; auf der einen Scke ist es der Tag des himmlischen Lichtes und Glanzes, der süßesten Festesruhe, der unaussprechlichen Wonne, auf der anderen Seite aber der „Tag des Zornes, des Unglückes, des namenloses Elends — der vollends bittere Tag", der Tag der ewigen Finsternis und Dual. Für uns alle, mögen wir alt sein oder jung, mögen wir glat e, rote Wangen haben ober [ebergelbe, faltige, mögen wir frisch und gesund oder verkrüppelt und brest- Haft sein ober angekränkelt im Kern, für alle ist die Nacht des Lebens weit vorangeschritten — und heute vielleicht für mich, morgen für dich, in nächster Bälde aber für alle bricht der ewige Tag an. Gib acht, daß du nicht in Sündenschlaf und Sinnens! solange da- Hinträumst, bis der Tod dich aufweckt; denn das wäre ein schreckliches Erwachen und ein fürchterliches, un- rebbares Hineinstürzen ins ewige Unglück. Wache elber auf, erhebe dich, solange es noch Zeit ist, streife iob die die Werks der Finsternis, wie man ein häßliches Neid von sich wirft, und ziehe an die Waffen des Lich- es'. — Waffen des Lichtes aber sind: Glaube, Gerech- siZkeit und insbesondre die Lieb^
tzlrtenbrlel ter Bischöfe des Deutschen Reiches.
(Schluß.)
Wie aber jetzt die Dinge liegen, scheint es uns geboten, ganz besonders unsere Vereins wie geschlossene Heeresreihen in den Kampf zu führen um das so schwer bedrohte Lebensgut der Nation.
Unseren katholischen Männerver einen wird hierbei vor allem die Aufgabe zufallen, als zuverlässige und ehrenamtliche Sittenpolizei einzuschreiten gegen die schlimmsten Auswüchse der öffentlichen UnsiMichkeit, gegen die abscheulichen Skandale der Schmutzliteratur, der Theater, der Kinos, der städtischen Schaufenster. Es ist nicht wahr, daß man dagegen machtlos sei. Der Fehler ist nur, daß noch immer die Guten feig schweigen und dulden, statt laut und rücksichtslos den Stampf aufzunehmen gegen eine fluchwürdige Industrie, die mit ihren Schanderzeugnissen nichts bezweckt, als einem unglücklichen Volk das Geld aus dem Beutel und die letzten Tropfen gesunden Blutes aus den Adern zu pressen. Wenn alle unsere U .^vereine nach dem Vorbild des in Köln und rr^ vielen anderen Orten tätigen „Männerbundes zur Bekämpfung der. öffentlichen Unsittlichkeit" und im Anschluß an ihn ihre'Pflicht tun, und selbst die Stltenpottzci handhaben würden — wahrlich, es gäbe bald weniger Schmutz und es wäre wieder bessere Luft in deutschen Landen.
Unsern Frauen aber, die sich im Katholischen FrauenbmÄ Deutschlands eine so achtunggebietende, ar= bettsfrohe Organisation gegeben haben, weisen nicht nur wir, weist auch der Heilige Vater neben all den großen Sorgen der Erziehung und der Caritas noch die besondere Aufgabe ju, wenigstens in der taiholi- s check Welt aufzurämnen mit der unanständigen Klei- dermod«, dis so sehr mitschuldig ist an der Entsittlichung des Volkes. Mit vollem Vertrauen legen wir diese Abwehr wie die Sorge für eine ehrbare Kleidung in die Hände des Frauenbundes. Er wird sich dabei leiten lassen von jenem Feingefühl für Anstand, Sittsamkeit und wahre Schönheit, das edlen gottes- fürchttgen Frauen eigen ist. Er wird zum Vorbild nehmen den Mut und den Eifer, mit dem der Frau- envund Italiens, mit dem Tausende von Frauen in Amerika dem Papst zum Dank für alle seine Kriegs- h-ilfe das feierliche Versprechen gegeben haben, sich der größten Ehrbarkeit in der Kleidung zu befleißigen und sich nie einer schamlosen Mode zu beugen.
Voll froher Hoffnung blicken wir hin auf unsere blühenden Jünglings- und JunZfrauenveretne und -KonMZslisnen. Mit wehenden Fahnen, mit blüten- wsißen Bannern rücken sie von allen Seiten ein in die neue Zeit und schreiten in heiliger Begeisterung siegreich durch die Aergernisie, Gefahren und Versuchun- gen der bösen Welt. Fliehet die Unzuchi! Ziehet weg von Lsbelt (Jf. 48, 20.) Das muß heute Eure Losung sein. Lasset Euch nicht verführen von falschen Propheten, die im Namen der Freiheit die Leidenschaften Msstacheln, die Begierden entfesseln und Euch um die wahre Freiheit der Kinder Gottes betrügen wollen. Laufet nicht der s)erbe nach! Habet den Mut und den Slo'j, nicht so gemein und ausgeschämt zu sein wie viele andre! taffes die Sünde nicht herrschen in Eurem sterblichen Leib, indem Ihr seinen Gelüsten gehorchet; gebet Eure Glieder nicht der Sünde hin als Werkzeug der Ungerechtigkeit, sondern weihe? Eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gereck^lZksli (Röm. 6, 12 f.). Besieget Euch selbst, und die Welt ist besiegt, sagt St. Shrguftin (Serm. 44). Meidet vor allem sündhafte Bekanntschaften; der hl. Hieronymus nennt sie den Todeskampf der sterbenden Keuschheit. Gebet Euch gegenseitig in die Hand hinein das Versprühen, fittenrein leben zu wollen; eines sei des andern Hüter und Wächter, Schutzengel und Nathelfer. Haltet rein und hoch Euer Banner, das Banner der Immaculata: es leuchtet Euch zum Sieg und Frieden, zum zeitlichen und ewigen Glück.
Von selbst wendet sich unser Auge von den Jünglings- und Jungfrauenvereinen zu den Müè-erverLl- nen. Wer kann tiefergreifend einwirken auf Pflege der Keuschheit im Jugendherzen als die Mutter? An das Mrttterherz geht daher unsere dringendste Mah- nung. Sorget in aller Liebe und Strenge, katholische Mütter, für gute Zucht und Ordnung im Hause! Wecket und hütet im Herzen der Kinder das ■ heilige Ehrgefühl makellosen Wandels! Macht aber auch den Kindern das traute Heim lieb und teuer, damit es Euch um so leichter gelinge, sie von gefährlichen Lokalen ftrnzuhslten. Gehet regelmäßig, liebe Eltern, gerneinsam mit den Kindern zu den heiligen Sakramenten, damit nicht giftige Freude ins freudeverlangsn.de Ju- gen^rrz eirrziche, sondern der beglückend darin herrsche, der am Tischedeshi. AbelÄmohls verheißen hat:
'„Euer Herz soll sich freuen, und Eure Freude wnd niemand von Euch nehmen" (Joh. 16, 22).
Geliebte Diözesanen! Vor zwölshundert Jahren schrieb der hl. Bonifatius an König Eth'bald die ernsten Ware: „Wenn das Volk der Angelsachsen ein so ausschweifendes Leben führt, so wird aus fohijer Zuchtlosigkeit ein entarte es, ehrloses, in milder Lust hintaumelndes Geschlecht hervorgehen, und zuletzt wird das ganze Volk in Ehrlosigkeit und Sittenlosigkeit versinken, für den Erdenkrieg ebenso unbrauchbar wie für den christlichen Glaubenskamps, rmd es wird vor Gott und den Menschen zu schänden werden."
Hören diese wuchtigen Worte sich nicht an wie eine Botschaft des hl. Bonifatius an unser Volk von heute? Bestätigt und bekräftigt da nicht unser großer Patron selber die Mahnung und Warnung, die Eure Bischöfe von seinem Grabe aus an Euch richten? Möchte sein Wort und unser Wort offenes Ohr und Herz finden!
Selbst Kriegsniederlage, Verarmung und ftindlichs Vergewaltigung ist nicht imstande, einer Nativ!» den Todesstoß zu versetzen, die den sittl'chen und religiösen Hall nicht verloren hat. Wehe aber der Nation, bie durch Unglaube und Unzucht an Leib und Seele dem Siechtum verfallen ist. wenn über sie die Sturmfluten des Unglücks hereinbrechen!
Wehe, wemr "unser Volk forttaumeln und forttanzen würde auf den Wegen des Verderbens, unfähig, daraus Lehre und neue Lebenskraft zu ziehen, so verblendet, daß es das Wort der Wahrheit nicht mehr erträgt und die als Feinde betrachtet, die es zurecht- weifrn wollen. Dann wäre unheilbar sein Unheil.
Geliebte im Herrn! Lasset es nicht so weit kommen! Höret auf die Stimme Eurer Bischöfe; nehmet mutig den Kampf au5 gegon die offentüche UnsitUch- (eit; 'schaffet hinaus den a ten Lauerleig (1. Kor. 5, 7) aus dem eignen Leben, aus der Familie, aus der Gemeinde. Wenn wir alle unsere Pflicht tun, wird es bald besser werden in unseren Landen. Eine neue Zeit wird an brechen für unser Volk; wie Morgenröte wird aufleuchlen fein Licht, und seine Heilung wird rasch voranschreiten; Gerechtigkeit wird vsr ihm her- ged» und die Herrlichkeit des Herrn wird es geleiten (Jf. 58, 8). Amen.
Am Feste AllerhettiZen im
Adolf Kardinal Bertram, Fürstbischof non Breslau« ff kurt Iofeph, Erzbischof von Köln, ff Michael, Erzbchyof von Münchsn-Fre sing, -ft Jakobus, Erzbischof von Bambcra st Karl, Erzbischof von Freiburg. f Michael Felix, Bischof von Trier, f 3o- hamres, Bifchof von Müchter. t Ferdinand, Bischof von Würzburg, f Paul WLHelm, Bischof von Bottenburg, f Augustinus, Wschof Dort Kulm, f Antonius, Bischof von Regensburg, f Maxi- mNml, Bischof von Augsburg, t Georg Heinrich, Bischof von Mainz, t Leo, Bischof von Eichstätt O. S. B. f Sigismund Fe ix, Mschof von Passau t Joseph Damian, Bischof von Fulda, f Augustinus, Bischof von Erinland. t Augustinus, Bischof von Limburg. f Wilhelm, Bischof von Osnabrück, t Franziskus, Titular-Bifchof von Priene, Apoftollfcher Vikar in Sachfen. | Ioseph, B schof von Hildesheim, t Ludwig, Bischof von Speyer, f Kaspar, Bischof von Paderborn.
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Wie Sterb 'Ute reden.
(Schluß)
2. Freude, Hoffnung, feste Zuversicht spricht aus den Worten der Menschen, von denen wir das letzte Btal erzählten. Beben diesen traten wir ab^ auch von vielen, die gezittert haben bei ihrem Tod, die mij Schrecken zurückschauten auf den Glanz und die Pracht, auf das Ansehen und die Ehren chres Lebens. Wie muß es einem König Heinrich VIII. von England zu Muts gewesen sein, dem Mann, der Völker regierte, der Millionen zum Abfall brachte, wenn dieser Mann der Welt als letzten Seufzer hinterließ: „Wir haben alles verloren." Wie klein wird im Tode ein König Philipp II., wenn wir sitzen, wie er, dem Tode nahe, seinen Sohn zu sich rief, ihm feine vom Brand zernagte Brust aufdeck^e und sprach: „Schau, mein Sohn, wie man stirbt, und auf welche Weife die Herrlichkeiten dieser Welt ein Ende nehmen." Herauf, so erzählt srin Lebensbcschreiber, band er sich t n hölzernes Kreuz um die Brust mit e^e^ k nicke und sprach: „Ich habe gewollt, mein Sohn, daß du bei all diesem gegenwärtig seiest, damit du siehst, auf welche Weise am Ende die Welt die Monarchen behandelt. Denn siehe, ihr Tod gleicht dem Tode des ärmsten Menschen." Papst Leo IX. sagte bei seinem Tode: „Besser wäre es für mich gewesen, ich wäre Pförtner