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für die katholischen Gemeinden Kassels

Kassel, de» 28. Nov. (920,

30. Zahrg

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-... ..- Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. , , -

Wochenkalender.

Sonntag, 28. Nov. 1. Adventssonntag.

Montag, 29. Nov. Vigil von Andreas, Saturnin, M.

Dienstag, 30. Nov. Andreas, Apostel.

Mittwoch, 1. Dez. Bischofsweihe des hl. Bonifatius.

Donnerstag, 2. Dez. Bibiana, Jgfr. u. M.

Freitag, 3. Dez. Herz-Jesu-Freitag. Franz Xaver, Bek.

Samstag, 4. Dez. Petrus Chrysologus, Bisch, u. Bek.

Barbara, Jgfr. u. M

Erster MveuLssomrtag.

(Ev. Luk. 21, 25-33)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es werden Zeiten an der Sonne, an dem Monde und Sternen sein, und auf Erden große Angst unter den Völkern wegen des un estümen Rauschens des Bteeres und der Fluten^und die Menschen werden verschmachten vor Furcht, und vor Erwartung der Dinge, die über den ganzen Erdkreis kommen werden; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann werden sie den Menschensohn in der Wolke kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit. Wenn nun dieses an­fängt zu geschehen, Dann schauet auf und erhebet eure Häupter: denn es nahet eure Erlösung. Und er sa te ihnen ein Gleichnis: Betrachtet den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie schon zum Fruchtbringen aus­schlagen, so wisset ihr, daß der Sommer nahe ist Ebenso erkennet auch, wenn ihr dies geschehen sehet, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, sa^' ich euch, dies Geschlecht wird nicht berieten, bis alles dies ge­schieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

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Fragezeichen.

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pocht die Adventszeit mit ihrem milden Ernst an unseres £Sg^U|$ <*K Herzens Tor.Wisset", so ruft der Heiland im heutigen Evange- hum uns zu,daß das Reich Gottes nahe m". W e nahe denn? Wann kommt der Herr zum Gericht? Wann geht die Welt unter? Wann schlägt die Stunde der Ent­scheidung? Wann ertönt die Trompete des jüngsten Tages? Wann wird die große Abrechnung gehalten? Wann wird das ewige, selige ' Reich aufge» richtet?

Ein großes Fragezeichen?

Keine Antwort.

Jenen Tag, spricht der Heiland, weiß niemand, weder die En el im Himmel, noch der Sohn, sondern allein der Vater. DerSohn" ist Jesus Christus, in dein alle Schätze des Wissens und der Weisheit verborgen sind. Wie ist es also möglich, und wie kann der Heiland bei sichern, jenen Tag nicht zu wissen, da er doch alles weiß!?

Er weiß es allerdings, und die Stunde ist ihm von Ewiakeit aenau bekannt. Aber er weiß es nur

für sich selber, nicht aber für uns. Er hat keinen Auftrag und es liegt nicht in seiner Absicht, jenen Tag den Menschen kundzutun. Er macht es wie ein verständiger Lehrer, der nicht alles lehrt, was er weiß, sondern nur das, was den Schülern frommt. Als guter Lehrer, sagt der hl. Augustin, wußte der Heiland zu lehren, was nützt, und zu verschweigen, was schadet.

Ist es aber nicht nütze, jenen Tag und jene Stunde des allgemeinen Gerichtes zu wissen? Keineswegs?; wirst würde entweder falsche Vertrauensseligkeit uns einschläfern oder irostlose Verzweiflung uns ersticken. Betrachie den Landmann zur Erntezeit. Ec weiß nicht, wann ein Gewitter losbricht, wann Hagel ode. Regenschauer niederp, cisseln und seine Hoffnung ber Nichten. Drum ist er früh und spät auf den Füßen, mäht wuchtig die dürren Halme, w ndet und trocknet sorgfältig die Frucht, bindet die Garbe und führ, sie in die Sckeuer. Keine Minute, keine Sekunde läßt er unbenutzt verstreichen. Wäre er der Sache gewiß, daß ein Re,en vor drei Wochen nicht nieder- g ht, so würde sein Fleiß wohl nachlassen und ei würde sich manche Ruhepause gönnen. So aber ist er keinen Tag versichert und Datum sputet er sich und zieht Vorteil aus seiner Unwissenheit... Aehn- lich sollen auch wir mit aller Emsigkeit unserm Herr­gott dienen, unsere Pflicht tun, unser Tagewerk ver­richten, unsern Stand ausfüllen.

Dann brauchten wir den jüngsten Tag nicht zu fürchten, wir können ihn sogar lieben. Halte nichts auf Prophezeiungen vom jüngsten Tag. Und wenns auch in der Zeitung steht, und wenn es selbst ein grundgelehrter Professor behauptet, oder ein Pfarr- herr oder ein Weltermacher, w kümmere dich nicht darum, laß dir die Ruge nicht stören und liefere nicht dem Teufel Wasser auf die Mühle. Ich denke, der Heiland lunD es besser wissen, und der hat ge­logt :Es steht euch nicht zu, Tag und Stunde zu wissen, die der Vaier in seiner Macht festgesetzt hai". Kümmere dich überhaupt nicht um das Ende der Welt, sondern um einen christlichen Lebens­wandel.

Wie mit dem Gericht, so ist es auch mit dem Tod. Vor unserer Zukunft steht ein großes Fragezeichen. Wann werde ich sterben? An welcher Krankheit? An welchem Ort? In welchem Jahr und in welchem Le- bcnsal er? In welchem Monat, zu welcher Stunde? Beim Habnenschrei? oder bei Sonnenuntergang? oder über den Mittag beim Läuten der Betglocke? Nach sorgfältiger Leicht und nach empfangener Wegzehrung ? oder plötzlich und unversehen? Unter dem Beistand eines Arz es, eines Geistlichen, eines lieben Freundes oder vielleicht mutterseelenallein?

Heilsame Unwissenheit, damit du nicht sagest: Hat noch Zeit mit dem Frommwerden, pressiert noch gar nicht, wollen erst mal warten, bis der Tod amlopsti Falsch gerechnet, mein Freund; denn der Tod ist ein Grobian erster Klasse, der tritt ins Gemach ohne An- klovien und ohne Anmelduna; er fällt mit der Tur

ins Haus, macht keine langen Umstände und nimmt jeden mit, wie er geht und steht.

Ob bereit oder nicht zu gehn, Du mußt vor deinem Richter stehn.

Dies ist die Absicht des Heilandes, wenn er uns über unser letztes Stündlein im Ungewissen läßt, daß wir jeden Augenblick vorbereitet sind:Wachet und be et, denn ihr wisset weder den Tag noch die Stunde"

Mit dem jenseitigen Schicksal verhält es sich ebenso. Komme ich in den H i m m e l oder in das F e g f e u e r oder in die Hölle? Lauter Fragezeichen ohne Antwort. Auch diese Ungewißheit soll eine Quelle des Segens sein. Wir dürfen nie die Hände in den Schoß legen mit dem Gedanken: es ist genug für den H m- mel, sondern nach der Mahnung des Apostels nicht müde werden, Gutes zu tun und unser Hell zu wirken in Furcht und Zittern.

Und wie steht es mit deinem verstorbenen Vater? Mit deiner verstorbenen Mutter? Mit deinem verstor­benen Kriegskameraden? Mit deinen verstorbenen An­gehörigen? Sind sie an einem guten Ort emgegan- gen? Oder vielleicht noch im Fegfeuer? Oder gar in der Hölle? Lauter Fragezeichen ohne Antwort. So dürfen wir also niemals aufhören, für unsere Verstor­benen zu sorgen.

Gesegnet sei alle Ummssenheit, die der Herr uns auferlegt hat über die Geschicke der Zukunft. Wie viel von der Zukunft dir gehört, ist dir unbekannt. V cll.icht nich! einmal mehr das nächste Weihnachtsfest. So ergreife denn die Gegenwart. Hast du gehört, wie die Adventsglocke heute wieder durch die Lande tönt? Mi Trompetenschall verkündet sie uns die Mahnung des Apostcls:Wffset, daß die Stunde gekommen ist, vom Schlafe auszustehen. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag hat sich genaht; laßt uns daher ablegen die Werke der Finsternis und anziehen die Waffen des Lichtes", Ja, eine Stunde der Barmherzigkeit hat geschlagen. Bringen wir also unser Heil in Ordnung so lange wir noch Zeit haben. Ach, wenn ich wüßte, sprach einer, ob ich in der Zukunft beharrlich sein werde. Was würdest du dann tun? Gut, so tue das jetzt, was du dann getan zu haben wünschest, und du kannst ge­tröstet sein. Der Burgpfarrer.

>» Hövens «

ist eine seelenwarme Zeit. Mit ihrem geheimnisvollen Dunkel, mit der sehnsüchtigen Vorweihnachtsstimmung, mit dem nächtlich frühen Kirchgang zu den licherfro- hen giorateämtern und mit ihrem Lübfrauenpreis gre.ft sie uns tief ins Herz. Aber auch eine hochernste Zeit st der Advent. Die Kirche kleidet sich in das dunkle, schwere Bußlleid, und eindringlicher denn je mahnt sie uns zur Einkehr und Umkehr. Gleich am ersten Adventstag ruft sie uns die denkwürdigen Worte St. Pauli an die Römer zu:Die Stunde ist da, vom Schlafe au erwachen . . . Die Nacht ist vorgerückt, der