Demokrat:- alles n^t — sie haben Äne gute (^legen- fctit zum .Hetzen und die wird benutzt. Die Zersetzung der U. S. P. macht immer wäre Fortschritte und da glaubt die Mehrl,eitssozialdemokrat!e dis Zeit der Ernte für gekommen. Um sich möglichst radikal gebärden zu können, muß man in die Opposition gegen frie bürgerliche Negierung zurückgehen. Und da bietet das Gebiet der Ernährungsositik die schönste Gelegen. Heit, den Kampf um die Macht aufzunehmen. Warm wird das irregeleitete und betörte Volk endlich ein» sehen, wie es von diesen Leuten mißbraucht wird!
Elend zufammengrbroHen
ist der leichtfertig von einer Handvoll Arbeiter vom Zaune gebrochene Streik der Elektrizitätear- beiter in Berlin. Die Niederlage der Streikenden ist die verdiente Strafe für das frivole von einigen kommunistischen Drahtziehern ins Werk gesetzte Unternehmen. Erfreulicherweise hat die Regierung endlich einmal den blindwütigen Hetzern eine starke Hand gezeigt und eine Verordnung erlassen, die derartige wilde Streiks in gemeinnützigen Betrieben (Gas, Wasser, Elektrizität) mit schweren Strafen bedroht; sie verbietet nicht schlechthin Streiks und Aussperrungen in diesen Betrieben, sie will sie aber erst zulasten, wenn alle Mittel der Verständigung im besonderen des Schlichtungsverfahrens erschöpft sind. Auch dann soll nicht plötzlich der Streik ausbrechen können, sondern erst drei Tage nach Verkündigung des Schiedsspruchs. Der Zweck dieser Bestimmung ist offenbar der, die Streikbewegung auf ordnungsmäßige gewerkschaftliche Basis zurückzuführen und zu verhindern, daß politische Hetzer, die — wie der kommunistische Anstifter des Berliner Streiks — von sich sagen: »Ich brauche nur auf den Knopf zu drücken und Berlin spring!" mit einer Handvoll Terroristen die Arbeiterschaft zu unbesonnenen Streikbewegungen hinreißen können. Die Verordnung regelt auch tue geordnete Wetterführung der Betriebe, sei es durch die überaus wichtige lechnische Rokhilse, sei es durch die im Betrieb bleibenden Arbeiter, Angestellten und Beamten, die dadurch eine starke Rückendeckung gegen den Terror der Streikenden erhalten. Daß hier etwas geschehen mußte, sieht jeder ein, der sich einmal vorst rllt, welche Zustande für Krankenhäuser, Aerzte, die Krankenpflege im allgemeinen, für das Sicher- Heitsvesen, Eisenbahn und Verkehrswesen entstehen können, wenn Gas, Wasser und Elektrizität zum Er- lieger gebracht werden. Mit Hilfe dieser Verordnung ist es wenigstens einigermaßen möglich, die Hof, die durch die Stillegung solcher Betriebe für die Bevölkerung erwächst, abzuwehren. Uebrigens entspricht es doch auch wirklich nicht der Würde der Arbeiterschaft, wenn sie sich immer wieder von gewissenlosen Hetzern hin- und herschieben läßt. Die Verordnung ist geeignet, den guten Elementen der deutschen Arbeiterschaft das Rückgrat gegen die terrorisierende Minderheit zu stärken, besten sie dringend bedarf, um sich gegen diese Elemente durchzusetzen. Sie birgt deshalb in sich den Schutz für die richtig verstandenen Arbeiterrechte.
Was uns bevorstchi, wenn die „Diktatur des Proletariats" Wirklichkeit werden sollte, zeigen verschiedene Aeußerungen kommunistischer Wortführer. So äußerte sich in Essen der Kommunistenführer Epstein also:
„Rücksichtslos, wie es die russischen Bolschewisten getan haben ,muß nicht nur mit der deutschen Bourgeoisie, sondern mit derjenigen der ganzen Welt aufgeräumt werden. Sowjet-Rußland wird sich wieder ausrichten, und cs wird der Tag kommen, an dem es wieder gegen Warschau marschiert. Ist es aber dahin gekommen, dann wird auch für das deutsche Proletariat das Zeichen zum Losschlagen gegeben, und diese Stunde wird kommen und sie ist nicht mehr fern. Aufruhr muß gepredigt werden gegen die bürgerliche Gesellschaft. Aufruhr gegen die bestellende Ordnung: Aufruhr gegen die deutschen Real- tionäre; Aufruhr gegen alles, was sich dem Bolschewismus hindernd in den Weg stellt. Dann muß aber die deutsche Arbeiterschaft zur Knarre greifen und erbat, mungslos zuerst die eigene Bourgeoisie aiedsrarorhen, um den Weg für die Welt-Revolution endlich zu bahnen."
In München sprach der Lolksschullehrer Anweck in eirter Kommunistenversammlung:
„Wir wissen ganz genau, daß wir mit der Anwendung der Eervatt die Waste meinen. Wir wissen auch ganz genau, daß wir auch Sozialisten schlachten müssen wie in Rußland. Wir werden doch nicht unsere Gegner verschonen und sie vielleicht hochziehen, damit sie dann uns den Garaus machen können. Glauben Sie denn, daß bei uns ein Scheidemann und Roske am L-eben bleiben können? Nein, jeder, der sich der Revolution entgegen- stellt und ihr hinderlich ist, mutz unschädlich gemacht werden."
In ähnlicher Weise äußern sich die kommumsti- fchen Zeitungen, sie weisen auf die »Unvermeidlichkeit
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des Bürgerkriegs" HÄ and proklamieren „den rücksichtslosen Kampf gegen die Bourgeoisie und die Aufrichtung der Räteregienmg imb die Diktatur des Proletariats". Das ist her selbe Geist, der aus den blut» rimffren Reden Trotzkis einem entgegerrweht, der kürzlich in einer Versammlung m Petersburg erklärte: „Bär ist bewußt, daß âre Hungersnot bevor steht. Ich bin ebenfalls vertraut mit den Gefahren, die die Winter- Mle mit sich bringt DK Bourgeoisie der gangen Wett bereistet sich auf den Sieg vor, mir wollen aber beweisen, daß sie sich irrt. Wir müssen siegen und unsere Feinde vernichten. Selbst wenn auch Dreiviertel der russischen Bevölkerung an Hunger und Kälte sterben sollte, werden die Ueberlebenden roeiterleben zur Verherrlichung des Sieges der Weltrevolution."
Unser Herrgott bewahre uns davor, daß diese Leute sich der Herrschaft bemächtigen. Traurig ist es, daß derartigen Hetzern nickst das Handwerk gelegt wird. Das ist doch nichts anderes als ein Aufruf zum Mord und zum Bürgerkrieg; diese Verhetzung der Masten ist wirklich das größte Verbrechen in einer Zeit, wo wir allen Grund hätten, einig zu sein, uns zu verstehen und zusammenzuhelfen. Unter diesen Umständen kann man es den Bürgern und Bauern nicht verdenken, wenn sie sich zum Selbst- sÄutz zusammenscbließen, um sich vor den verbrecherischen Lust nkten cunkler Existenzen zu schützen und ihren etwaigen organisierten Angriffen eine organisierte Abwehr entgegenzusetzem
Der deutsche Wald muß nun auch an die rauhe Wirklichkeit, die uns der Versailler Vertrag gebracht hat, glauben; zur Zeit schwe. den Verhandlungen wegen großen Holzlieferungen an die Entente. Verlangt werden vorerst eine Million Festmeter Rundholz.
Die Wahlen in Sachsen haben einen bedeutenden Ruck nach rechts gebracht, die rote Flut geht selbst im »roten Königreich — wie man Sachsen früher nannte — zurück. Die Mehrheitssozialdemokraten sind von 42 auf 27, die der Unabhängigen von 15 auf 13 zurückgegangen, wozu allerdings noch 3 Linksunabhängige und 6 Kommunisten kommen, die sich an der letzten Wahl nicht beteiligt haben; gegen die letzte Wahl haben die sozialistischen Parteien zu- ammen einen Verlust von 8 Sctzen. Die Demokraten haben auch sehr schlecht ab geschnitten, sie sind von 22 auf 8 gesunken, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß wie bei den letzten Reichstagswahlen die deutsche Voikspartei, die bei den Natro- nalwahlen meistens mit den Demokraten zusommen- gegangen war, diesmal selbständig vorgegangen ist und 18 statt 4 Mandate erobert hat, beide Parteien zusammen haben ihren Besitzstand im großen und ganzen gewahrt; die Den tschnat tonalen sind von 13 auf 21 gestiegen und auch das Zentrum, das seither nicht vertreten war, hat 1 Kandidaten durchgebracht. Am ganzen stehen jetzt 47 bürgerliche — 49 sozialistischen Abgeordneten gegenüber, während seither die Kammer 39 bürgerliche und 5 7 sozialistische Abgeordnete zählte. Eine Regierungsbildung wird unter diesen Umstän- dens ehr schwer sein.
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Groß-Thüringen
hat endlich eine Regierung bekommen. Die Schwierigkeiten bestanden darin, daß in Groß-Thüringen, eben- o wie in anderen Ländern, kerne festen Mehrheiten nach rechts oder links vorhanden find. Weder der- fügen die Rechtsparteien über eine solche Mehrheit, da sie nur 23 von 49 Stimmen in der Landesver- iammlung besitzen, noch sind die sozialistischen Par- seien allein im Besitz der Mehrheit, da ihnen nur 21 Stimmen zur Verfügung stehen, wozu noch kommt, daß die Unabhängigen und Kommunisten nicht geneitt waren, zusammen mit den Mehrheilssozialisten die Regierung zu übernehmen. Unter diesen Um« ständen lag die Entscheidung bei der demokrau hen Partei, deren 4 Stimmen für jede Regierungsmög- iichkeit den Ausschlag gaben. Es ist schließlich zu einer demokratisch-joftairstrschen gekommen, die aber eine wohlwollende Neutralität der Unabhängigen zur Voraussetzung hat. Die neue Regierung setzt sich aus den drei Demokraten Paulsien (dem bisherigen Minister), Professor Krüger und Dr. Diel- seid, den Sozialisten Fröhlich und Hartmann und den parteiioien Beamtenministern Fchrn. v. Bran- oeusteln und Dr. Benz zusammen. In der Regierung sitzt nicht ein einziger Vertreter des Platten Landes; sie stellt also eine Diktatur der Stadtbevölkerung über das Land dar, die dieses wohl kaum lange ertragen wird. Die Katholiken Thüringens werden vor einer solchen, ganz nach links gerichteten Regier
ung kaum etwas Gutes zu erwarten haben. Einen Lichtblick bildet die Person deS Ministers Paulssen, der sich stehts als gerecht denkender Mann gezeigt hat. Für die Katholiken kann die Parole nur heißen: Augen auf. An ihren Früchten sollt ihr sie er* kennen!
THi! Wrangel,
der bekanntlich in Südrußtand gegen die Bolschewisten kämpft, scheint es in der Tat aus zu fein; für Frankreich, das ihn als Kriegführenden anerkannte und unterstützte, ist das eine schwere Schlappe.
In Holland
starb dieser Tage im 84. Lebensjahr der ehemalige holländische Ministerpräsident Kuyper. Ohne Zweifel war er nicht nur eine der volkstümlichsten Persönlichkeiten, sondern auch einer der größten Staatsmänner Hollands. Im Jahre 1880 schloß ec auf politischem Gebiete das bekannte Bündnis mit den Katholiken unter Führung Schaepmans. Kuyper, der ehemalige protestantische Pfarrer, und Schoepman, der katholische-Theologieprofessor, haben zusammen den christlichen Volksteil Hollands emanzipiert (freigemacht) und die Macht des Liberalismus, d. h. der Entchrifttichung des Staatsrechts, gebrochen. Die Mehrzahl der Ka- thaliken und Protestanten konnten sich anfangs mit dem Bündnis nicht befreunden. Kuyper machte es volkstümlich bei seinen Glaubensgenossen, wie Schaep- man bei den Katholiken. Jm Jahre 1901 trug diese christliche Koalition bei den Wahlen den Sieg davon. Kuyper wurde Ministerpräsident bis 1905. Er führte eine großzügige Sozialpolitik nach deutschem Muster ein und legte die Grundlage für die 1917 erfolgte Gleichstellung der christlichen Schule mit her Staatsschule. Was in Holland möglich war, müßte auch in Deutschland möglich sein; bei den Nationalwahlen haben sich ja auch hier und da Ansätze dazu gezeigt, zu einem Zusammengehen auf der ganzen Linie ist es aber nicht gekommen, die Protestanten sind dazu bei uns nicht zu bewegen, das Mißtrauen gegen alles Katholische ist noch zu groß und es fehlt 'hnen auch der überragende Führer, der die Vorurteile wegräu- men und die Massen mit sich fortreißen könnte. Und doch hängt unseres Erachtens von diesem Zusammenschluß unsere Zukunft ab. Der christliche Gemein- fchaftsgeisl ist allein der Geist, durch den eine Erneuerung der Volksseele herbeigeführt werden kann. Nur dann ist eine Besserung unserer derzeitigen miß- liehen Verhältnisse möglich, wenn es gelänge, die Volksseele wieder auf ideale Ziele hinzulenken; wenn das Volk wieder dazu gebracht werden sann, höhere Gesichtspunkte als Richtschnur seines Handelns anzunehmen, wie sie das Christentum bietet. — Kunper war übrigens auch ein großer Deutschenfreund. Während des Krieges und vor allem in jenen Jahren, als die große Mehrheit in Holland, anläßlich des Einmarsches in Belgien, einen unver^rhlenen Deutschenhaß an den Tag legte, ist Kuyper mit großer Offen- Heit für Deutschland eingetreten. Seine klare und machttwlle Sprache als Redner und die schlagkräftigen Artikel, die er in seinem Matte „Standard" schrieb, wurden in Holland von niemanden erreicht.
Die Franzosen
hoben zur Feier des Tages, an dem vor zwei Jahren der Waffenstillstand geschlossen wurde, unter feier* sichern Gepränge das Herz Gambettas ins Pantheon, die Ruhestätte und Ehreichalle der großen Söhne Frankreichs, überführt, gkctichFeMg wurden auch die Gebeine eines urrbefamtfen Soldaten dort bergesetzt. Millerand hielt dabei eine Rede, in der er Gambetta feierte Äs ben Skrtörperer der Politik der „nationalen Verteidigung und der Revanche" und den unbekannten Soldaten als unbekannten Vertreter der heroischen Menge der Poilus und oller derer, die aus der ganzen Welt gekommen sind, um ihr Leben für das Ideal hinzugeben, das abermals Frankreich verkörpert. — Gambetta, der getaufte jüdische Gewürzkrämcrsohn aus Cohors war bekanntlich auch ein großer Kirchenfeind; er mar es, der mit dem Atheisten Poul Bert den „Kulturkampf" nach Frankre'ch verpflanzt hat, der dir Dlönche vertrieben, die Klöster und ihre Kasten geleert, Gott und das Kreuz aus den Schulen geworfen hat Seiner großen Begabung bediente er sich nur, um den Geist der christlichen Religion aus Kirche, Staat, aus 5)aus und Schule zu verdrängen. Seine gewandte Feder, die er in wütendsten Kircheichaß tauchte, mußte ihm vor allem dazu dienen, die christlichen und kirchlichen Einrichtungen über den Haufen zu werfen. Sein gewaltiges und zinkendes Wort schleuderte er in die Volks- und Arbeitermasie!^ um