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Die Seele der Höllenpeln.
letzte Sonntag nach Pfingsten mahnt uns wieder an die letzten Dinge, deren schrecklichstes die Hölle ist. Welches ist aber die Seele, das 5^ eigentliche Wesen und der eigentliche Kern der Höllenstein ? Mein Christ, das ist ihre endlose, ihre unermeßliche Dauer, das ist ihre Ewigkeit.
Wie sagt der Heiland? Erwäge wohl seine Worte, die nicht vergehen, mögen selbst Himmel und Erde vergehens »Besser -ist *8, mit einem Auge in das Leben elnzugehen, als zwei Augen haben und in die Hölle geworfen werden, ins unauslöschliche Feuer, wo der Wurm nicht stirbt rmd das Feuer nicht er- lscht".
Welches sind die Worte, mit denen der erzürnte Richter die Verdammten von sich schleudern wird? Weichet von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer ..." —
Versuchen wir einmal, un3 einen Begriff von der Ewgke'.t zu machen. Setze den Fall, das deut- tche Reich hätte zwei Milliarden Mark Schulden. Alle hundert Jahre würde nun von dieser Riesen- summe ein Pfennig bezahlt. Bis zehn Pfennig bezahlt sind, bauert es 1000 Jahre, bis eine Mark ezahlt ist, dauert es 10000 Jahre, bis 100 Mark bezahlt sind, dauert es eine Million Jahre; bis tauienb Mark abgetragen sind, dauert es zehn Millionen Jahre. Wie lange erst, bis 100 Millionen abgetragen sind, wie lange bis lOOO Millionen abgetragen sind! Und das ist dann erst eine Milliarde. Bis dann zwei Milliarden abgetragen sind, dauert es noch einmal so lang; wie lange erst bis 200 Milliarden bezahlt sind! Da schwindelt uns der Kopf und mit der Vorstellungskraft ist es ant Ende. Wohl können wir das ausrechnen und auf das Papier schreiben; aber kein Rechenkünstler, kein Mathematiker hat davon eine klare Vorstellung.
Und dennoch, es ist eine unumstößliche Wahrheit, so schrecklich lang diese Zeit auch dauern würde, sicherlich und unfehlbar würde der Tag kommen, wo alle 200 Milliarden bis aus den letzten Psennig bezahlt wären, auch wenn alle hundert Jahre nur ein einziger Pfennig bezahlt worden wäre! Und nun merke auf und denke weiter. Wenn diese Zeit tatsächlich gekommen wäre, dann ist von der Ewigkeit noch nicht einmal ein Jahr vorüber, nicht einmal ein Monat, nicht einmal ein Tag, nicht einmal eine Stunde, nicht einmal eine Minute, nicht einmal eine Letunde, nicht einmal ein Augenblick. Dieses große, entsetzliche Zeitmaß ist dann noch unversehrt und unangebrochen, noch frisch und ganz wie am ersten j Saae. i
O Ewigkeit, o Ewigkeit, wie lang bist dick o Ewigkeit! —
Ern anderes Beispiel.
Wir wollen den Fall setzen, der Vr -dermörder Kain meins in der Hölle alle tausend ^are eine
wochenkalendrr.
Sonntag, 21. Nov. 26. (letzter Sonntag) nach Pfingsten. Mariä Opferung.
Montag, 22. Nov. Cäcilia, Jgfr. u. M.
Dienstag, 23. Nov. Clemens, P. u. M., Felizitas, M.
Mittwoch, 24. Nov. Joh. v. Kreuz, Bek. Chrysogonus, M.
Donnerstag, 25. Nov. Katharina v.Alexandrien, Jgfr.u.M.
Freitag, -6. Nov. Silvester, Abt, Petrus v. Alexandrien,
Bisch. u. M., Konrad, Bek.
Samsta 1, 27. Nov. Von der Mutter Gottes.
§echsundzwKnz;gster§onntag nach Pfingsten
(Ev. Matth. 24, 15—35.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr den^ Greuel der Verwüstung, welcher von dem Propheten Daniel vorhergesagt worden, am Heiligen Orte stehen sehet; — wer das liest, der verstehe es wohl! — dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge: und wer auf dem Dache ist, der'steige nicht herab, um etwas aus seinem Hause zu holen: und wer air dem Felde ist, kehre nicht zurück, um seinen Rock zu holen Und wehe den Schwängern mnd Säugeno-n in jenen Tagen! Bittet aber, daß eure Flucht nicht im Winter oder am Labbatve geschehe. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, dergleichen von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist, noch fernerhin sein wird. Und wenn dieselben Tage nicht abgekürzt würden, so würde kein Mensch gerettet werden: aber um der Auserwählten willen werden jene Tage abgekürzt werden Wenn alsdann jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist Christus, oder dort! so glaubet es nicht. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten ausstehen und sie werden große Zeichen und Wunder tun; so daß auch Lie Auserwählten (wenn es möglich wäre in Irrtum geführt würden. Siege, ich habe es euch vorhergesagt! Wenn sie euch also sagen: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus: siehe, er ist in den Kammern, so glaubet cs nicht. Denn gleichwie der Blitz vom Aufgange ausgeht und bis zum Untergänge keuchtet: ebenso wird es auch mit der Ankunft des Menschensohnes sein. Wo immer ein Aas ist, da versammeln sich die Adler. Sogleich aber nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht mehr geben und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen und dann werden alle Geschlechter der Erde weheklagen und sie werden den Menschensohn kommen sehen in den Wolken des Himmels, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird seine Engel mit der Posaune senden, mit großem Schalle: und sie werden seine Ausertvähltcn von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis uin andern zusammen bringen. Vom F.iaenbaume aber lernet oas Gleichnis: Wenn sein Zweig schon zart wird und die Blättcr hervorgewachsen sind, so wisset ihr, daß der Sommer nahe ist. So auch, wenn ihr dies alles sehet, so wisset, daß es nahe vor der Ture ist. Wahrlich, sag' ich euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
einzige Träne. Jetzt sammle deine Gedanken zur folgenden Ueberlegung: fünf Tausend Jahre mag er nun dort brennen und hat. noch nicht mehr als fünf Tränen geweint. Welche Anzahl von Jahren muß noch verstreichen, bis seine Tränen einen großen Flnß bilden! Welche Anzahl von Jahren, 6:5 diese Tränen alle Täler der Erde mit Wasser füllen, eSs Dörfer und Städte überfluten, alle Gebirge über« steigen nnd hundert Ellen hoch über die Gipfel der Berge alles mit Master bedecken? Bis sie sogar den ganzen, unermesslichen Raum zwischen Himmel und Erde bis hinauf zum Firmament ganz und gar mit Wasser füllen würden?
Und dennoch eine unbegreifliche, aber unumstößliche Wahrheil, es würde die Zelt kommen, in der die Tränen Kains, von denen er in tausend Jahren eine einzige weinen würde, ärger und schlimmer als einst die Wasser der Sündflut die ganze Welt überschwemmten, ja sogar die Sonnen auslöschen würden.
Aber auch dann wäre von der Ewigkeit noch nicht einmal ein Jahr verronnen, nicht einmal ein Monat, nicht einmal ein Tag, nicht einmal eine Zinnde, nicht einmal eine Minnie, nicht einmal eine Sekunde, nicht einmal ein Augenblick. Die Ewigkeit wäre noch frisch und unangebracht^ wie am ex icn Tag. Das Feuer Kains, das Feuer Luzifers, das ^Feuec des Judas, das Feuer der Verdammten wäre noch das gleiche, gleich groß noch ihre Qualen, gleich laut ihr Stöhnen und Schreien, gleich entsetzlich ihr Heulen und Zähneknirschen, gleich schmerzlich der Wurm der Gewissensbisse.
O Ewigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! — Auch gibt es in jener schrecklichen Ewigkeit keine Linderung, keine Unterbrechung, keine Pause. Selbst die schwersten Verbrecher werden bisweilen aus ihrer Zelle geführt, um einige Augenblicke Luft zu schöpfen; aus der Hölle aber gibt es keine Befreiung, nicht einmal für ein Stündchen. Stelle dir einen Verdammten vor, dem ein Teufel unaufhörlich geschmolzenes Blei in den Mund gießen würde. Das ist nur ein unvollkommenes, unzureichendes Bild der Höllenqual. Nimm aber an, alle tausend Jahre hätte Gott ein Erbarmen und würde dem Unglücklichen eine einzige Siunde der Ruhe gewähren. Welch geringer Trost wäre das. Aber * nicht einmal dieser geringe Trost wird irgend einem Verdammten zuteil. Denke an den Prasser in der Hölle, dèr nur den einen Wunsch ha te, es möchte Lazarus mit einem einzigen Wassertropfen feine reiße Zunge ablühlen. Doch w.rs antwortete der Sater Abraham auf diese bescheidene Bitte? Bedenke, sprach er, daß du in deinem Leben Gates empfangen hast, Lazarus aber Uebles; nun wird vieler getröstet, du aber wirst gepeinigt; überdies besteht zwischen dir und uns eine große Kluft, so daß niemand von euch zu uns herüber oder von uns zu euch hinüberkommeu kann! —--
Nein, es gibt in der Hölle keine Gnade, keine Ver^eihuna. keine Linderuna. keine Unterbrechung