Wochenkalender.
Sonntag, 14. Nov. 25. nach Pfingsten. (6. nach Epiph.) Dankfest.
Montag, 15. Nov. Gertrud, Jgfr. Albertus MagnuS,
Leopold
DienslaIß. Nov. Vom Tage.
Miitwoch, 17. Nov Gebotener Feiertag,(Elisabeth, Witwe), Gregor der Wundertäter, Bisch, u. Bek.
Donnerstag, 18. Nov. Gedächtnis der Weihe der Kirchen St. Peter u. Paul in Rom.
Freitag, 19. Nov. Elisabeth, PontianuS, P. u. M.
SamStaa, 20. Nov. Felix v. ValoiS, Bek.
Zünsundzwanzigster Sonntag nach Pfingsten.
(Ev. Matth. 13, 31-35.)
In jener Zeit leate JesuS dem Volke ein änderet Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Sens.örmein, welches ein Mensch nahm und aus seinen Acker säete. Dieses ist zwar das kleinste unter allen Samentornern: wenn eS aber gewachsen ist, so ist cs. das größte unter allen Kräutern und eS wird zu einem Baume, so daß auch die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen, wohnen. Ein anderes Gleichnis sprach er zu ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, den ein W<ib nahm und unter drei Matz Mehl verbarg, biS alles durchsäuert war. Alles dieses redete JesuS durch Gleichnisse g t dem Volke und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen; damit erfüllet würde, was durch den Prophetin gesagt worden, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechcn, was vom Anbeginne der Welt verborgen war.
$ortf$ritt
ortschritt — dieses Wort läßt sich jeder gern gefallen. Fühlt sich doch g^ jeder beleidigt, wenn man ihn als Rückschrittler, als Mucker, als ^Reaktionär" betrachtet. Auf allen Ge» „... bieten will es jeder mit dem „Marschall Vorwärts" halten: Fortschritt heißt die Losung.
Ter Städter will schönere Theater, Bäder, Schulhäuser, billigere Lebensmittel, Kleider, Wohnungen; der Rei ende erstrebt raschere Verbindungen, der Fabrikant, der Kaufmann größeren Umsatz, der Beamte höheres Gehalt, der Arbeiter mehr Lohn, der Bauersmann reicheren Ertrag seiner Felder und größere Preise für seine Produkte.
Fortschritt will und erstrebt besonders auch die kath. Kirche, Fortschritt in der Ausdehnung ihres Reiches auf die Heidenländer, Fortschritt in den Herzen ber Gläubigen durch tieferes Eindringen in die Wahrheiten und Gebote im ers Herrn und Heilandes. Im öffentlichen Leben hat sich die kath. Kirche in unsern Tagen sichtliche 'Anerkennung und Geltling verschafft, so daß ein Professor vor einigen Jahren ausrufen konnte: „Es ist eine wahre Lust, heutzutage katholisch ju sein".
Das „Senskörnkcln wird zum Baum" — dieses Wort des Herrn sollte sich jeder zum Wahlspruch machen. Denn der Raum soll wachsen und jever einzelne Zveig muß an diesem Wachstum teilnehmen. Wer bewundert n cht einen Zeppelin, der trotz ungeheurer Mühe, trotz vieler Mißerfolge das Reich d. r Lüste bezwun en bat? GrößereEroverungen gibt es zu mach-n in der Region des eigenen Herzens: die Tugend ist es, die uns nicht etwa bloß in die Lüfte, sondern bis zu den Engeln und bis in den Himmel erheben soll. Wer kann lagen, daß er nicht hoher hinauf sann in der Geduld, in der Mäßigkeit, in der Zufriedenheit, in der Genügsamkeit und in allen anbei n Tugenden ?
Nun muß bei jedem Gebäude ein Fundament sein. Im geistlichen L.'ben ist das Fundament bereits gelegt: „Einen andern Grund kann niemand legen als den, der bereits gelegt ist: Jesus Chnstus", tagt der Apostel. Wenn jemand das Fundament verlägt, den G auben hinter sich abbricht, so mag er die ganze Welt erobern — fein Förtsch, iri ist eine «Seifenblase, die in der Luft zerplagt. „Wer nicht glaubt, wird verdammt werden". Was nützt nachher alles Blendwerk von Reichtum und Kultur und Scheintugend? Das mag der Grund fern, weshalb Augustinus die Tugenden der Heiden „glänzende Laster" nennt. Willst du also wahre Tugend und willst du Fortschritt in der Tugend, so siebe test auf oem Fundament, so halle treulut) im Glauben an J^us Christas.
Mit dem Fundament ist es freistes nicht getan. Man muß auch etwas darauf bauen. Nun kommt alles darauf an, wts einer darauf baut. Nicht „Holz oder Stroh oder Stoppeln", nicht Ungehorsam, Sinnenlust, Begehrlichkeit, Mammonsgier sollen wir darauf bauen, sondern „Gold, Silber und Edelsteine". Das Gold ist die Liebe zu Golt, das Silber die Liebe zum Nächsten, die Edelste:,re tee Standestugenden.
In der hl. Schrift ermahnt uns der hl. Geist des öfteren zur Tugend und zum Fortschritt in der Tugend und gibt uns auch manches Mittel an die Hand, um diesen Fortschritt auch in der Tat zu erreichen. Durch den Mund des „Predigers" ruft er uns zu: „Wenn der Mensch vollendet hat, dann soll er ausangen, und wenn er aufgehört hat, dann soll er weiterschaffen." (Pred. 18, 6). Hast du den Spruch der Weisheit verstanden? Führe ihn dir nochmals, zu Gemüte. Wenn ein Mensch, so meint der Prediget, es weit gebracht hat in ----------------- _
einer Tugend. wenn er sogar sich eittbilden könnte, bis »ihnen zu Hilfe kommen nnt den Gnadenschatzen des zur „Vollendung" aufgestiegen zu fein, dann soll er hl. Meßopfers, der Ablässe, des fürbittenden Gebetes diese Meinung für eine große Täuschung ansehen und.und der Sühnekraft guter Werke. Dabc; soll es unq also bandeln als ob er erst am Anfang der Tugend aber ein starker Trost sein, daß die armen Seelen be stehen würde als ob er erst das ABC lernen müßte, > aller Hestigkeit ihrer Leiden, doch voll Süßigkeit utfJ als ob er noch bettelarm wäre und müßte arbeiten und Ergebung, nett Frieden und Ruhe fmb. .
sich planen und ringen nach dem Schatze der Tugend. Unter den Heiligen ist es besonders St Katharina Diese Weisheit ist besonders von den Wüstenvätern ge- von Genua, die uns darüber erhabene Gedanken in ihren; übt und befolg» worden. Antonius, der Einsiedler, halte Büchlein über das Fegfeuer hinterlassen hat. Cent davon wel profitiert und wollte auch seinen Mönchen i schönen, nicht genug zu enipfehlcnden Werke „Las diele Lcbeuskunk beibrimen. »Denket daran, vlleate er 1 andere Leben" vâ Wicbol Schneider (es ist gedruckt
zu sagen, „daß ihr lag ich den Anfang machet im Dienst) Gottes." Schon am 2Uxnb seines Lebens angelangt, war der hl. Franziskus der nämlichen Ueberzeugung, Brüder, so sprach er zu seinen Mitbrüdern, lasset uns den Anfang machen, dem Herrn zu dienen, denn bin daher haben wir wenig Fortschr'tte gemacht. Damit stehen die heiligen ganz auf dem Boden des Heilandes, ter uns das denkwürdige Wort zuruft: Wenn ihr alles getan habt dann sprechet: unnütze Knechte sind wir und haben nur unsere Pflicht getan (Luk. 17). Den Eifrigen, den Strebsamen schenkt Gott die Gnade der Demut. damit sie nicht mit ihrer Tugend prangen gleich d m Pfau und so alles durch Hosfahrt verlieren. Immer schwebt ihnen vor Augen die ernste Mahnung des Völkerapostels: „Wer da meint zu stehen, der sehe zu, daß er nicht falle".
Eignen auch wir uns diese Weisheit an. Mit dem Psalmisten laßt uns täglich ausrufen: jetzt fange ich an. Und damit du nicht vor lauter Bäumen den Wald nicht siehst, so packe eine einzelne Tugend beim Schopfe, meinethalben de Freundlichkeit, die Umgänglicbleit, bis Liebenswürdigkeit. Fange damit heute an, als wenn du noch nie in deinem Leben freundlich oder liebenswür- d'g gewesen wärest. Und hättest du and) hierin bereits eine ziemliche Fertigkeit erlangt, so gib dich nicht damit! zufr'eden, sondern werde darin vollkommener, als ob du erst auf der untersten Sprosse angelangt wärest Hüte dich heute vor Zorn, vor Aerger, vor Erbitterung, vor Vorwürfen oder Anklagen gegen deinen Mann, gegen deine Frau, gegen deine Kinder, gegen deins Dienstboten, gegen deine Hausgenossen, gegen de'ne' Mitarbeiter, gegen deine Freunde, gegen deine Gegner. Seid gegen alle lieb und nett und zuvorkommend und liebre 'ch. Und wenn du nichts anderes zu geben hast, so gib wenigstens ein gutes Wort. Denn, so sagt der hl. Chrysostomus, ein gutes Wort sei manchmal wertvoller als das beste Geschenk. Eines will ich dabei geratet Herausfagen: ohne Anstrengung und Selbstüberwindung wird es nicht abgehen und wirst du keinen Fortschritt machen. Denn so sagt „d'e Nachfolge Christi":
Kannst du nicht dich selbst bezwingen Wirst du es niemals vorwärts bringen.
Der Burgpfarrer
Dar Geheimnis des §eafe? er§.
Herzlich gedenken wir besonders in tiefem Mon<â der Leiden der armen Serien. Und willig wollen wir
Unter den Heiligen ist es besonders St. Katharina
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