Einzelbild herunterladen
 

Wochenkalender.

Sonntag, 7. Olt 24. nach Pfingsten. (5. nach Epiph.) Kirchweihfest.

Montag, 8. Nov. Oktav von Allerheiligen. Vier gekrönte Märtyrer.

Dienstag, 9. Nov. Fest der Weihe der Erzbasilika San Salvatore in Rom; Theodor, M.

Mittwoch, 10. Nov. Andreas AveMnüS, Bek.

Donnerstag, 11. Nov. Martin, B MsnnaS^ M.

Freitag, 12. Nov. Martin, P.Ä.cM. -

Samstag, 13. Nov. Didakus, Bek.^tanislaus Kostka, Bek.

- -- ^^^ ... ----- -----»J

vierun-zwanzWer Sonntag nach Pfingsten.

(SV. Matth. 13, 24-30.)

In jener Zeit trug Jes cs dem Volke ein anderes Gleichnis vor und sprach: Dos Himmelreich ist gleich einem Menschen, oer guten Samen auf seinen Acker säete Als aber die ß-ute schliefen, kam der Feuro und säete Untraut mitten unter den Weizen und ging da­von. AlS nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, erschien auch das Unkraut. Da traten die Knechte des Hausvaters herzu und sprachest zu ihm: Herr, hast bu nicht guten Samen auf deinen Acker gesact? Woher hat er denn das Unkraut? Und er sprach zu ihnen. Das hat der Feind getan. Die Knechte aber sprachen zu ihm: Willst du, daß wir hingehen und es aufsammeln ? Und er sprach: NernI Damit ihr nicht etwa, wenn tbr das Unkraut aufsammelt, mit demselben zugleich auch den Weizen ausreißet. Lastet beides zusammen wachsen biS zur Ernte und zur Fest der Ernte will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Lündlein zum Verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune.

DazFrohlocken der gedEütigten Gebsine"

enn der Priester hinter dem Sarge herschreitet hinaus zum Friedhof und wenn er an Allerheiligen und Allerseelen zu den Gräbern der Verstorbenen hinausgeht, so betet er im Auftrag der Kirche den Psalm 50, der anhebt mit den Worten:Miserere mei DeuS": erbarme meiner dich, o ©ottr Einge­rahmt wird aber der Psalm durch die Antiphon, die am Anfang und am Schluß des Psalmes beigefügt wird;Exsultabunt Domino ossa humiliata: froh­locken werden dem Herrn die gedemütigten Gebeine".

Welches ist der Sinn dieser Worte? Was für Gebeine" sind gemeint? Wann und wie iDerder siegcdemütigt" und worin besteht ihrFrohlocken" ?

Tein eigenes Gebein, o Christ, der du dieses liesest, und nicht minder mein Gebein, der ich dieses schreibe, und die Gebeine aller, die da sterblich wallen durch dieses Tränental. Unsere Gebeine werden aber ge- demütigt, wenn die Knochen und die Muskeln und sämtliche Organe schwach werden und ganz ihren Dienst einstellen, wenn dereinst die Seele vom Leibe

sich trennt im Tode. Ist daS nicht eine große Ver- osmütigung für ein so stolzes Menschenkind? W e blühte so mancher Leib gleich einer Roe; tote schwelgte so mancher Leib in Wohlsein und Lust w e ein Fischlein nn Wasser; welches Leben, welche Be­weglichkeit, welche Kraft war in so manchem Leib wie in einem feurigen Pferd. Doch es kommt die Zeit, wo die Füße lahm werden wie eine gebrochene Feder, wo die Hände schlaff herunlersinken gleich einem geknickten Ast, wo die Augen trüb werden wie angelaufene Fen ler cheiben, wo die Sinne abnehmen wie die Tage im November, bis völliges Dunkel chereinbricht in der Nacht des Todes.

Doch noch größere Demütigung des Leibes und seiner Glieder steht uns bevor. Ohne uns zu fragen, werden kräftige Arme uns anfassen und hineinbetten zwischen die "sechs Bretter. Ohne uns zu fragen, w man unsern Lib hinausschaffen über des Haues ©iy. ls und hinabsenken in die tiefe Gruft. Ogne uns zu fragen, wird man einen Haufen Erde über uns decken und einen Hügel darüber errichten. Da unten in der grausigen Tiefe geht dieDemütigung" ihren weiteren, ehernen Gang und die Würmer und die Verwesung vollbringen ihr Werk, bis von all der Herrlichkeit nichts mehr übrig bleibt als eine Hand voll Asche.

Prangst du stolz mit deinen Wangen, Die wie Milch und Purpur prangen? --- Ach, die Rosen welken all.

Und die s Demütigung kommtvom Herrn", der sie verordnet hat zur Strafe für die stolze Auflehnung in der Sund-:Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis daß du zur Erde wieder­kehrst, von der du genommen bist; denn Staub bist du und zu Staub sollst du wieder werden".

Doch sei getrost und umfasse das Kreuz, das man auf deinen Grabhügel stecken wird. Denn die Ge- deine werden vom Herrn nicht bloßgedemütigt," sondern auch erhöht und erfreut:Es werden den Herrn frohlocken die --edemütigten Gebeine." Wann wird dies geschehen? 'et der Auferstehung durch die Macht des Erlösers, der am Kreuze durch seinen Tod unsern Tod besiegt und durch seine Auferstehung ewiges Leben uns erworben hat.Ich brn", so spricht die ewige Wahrheit, dieAuferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, der wird ewig leben, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Und die Stunde, in der das geschieht? Der Heiland hat sie verkündigt: Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Grabern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und es werden her vorgehen die Gutes getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber Boses getan haben zur Auferstehung des Gerichtes."

Das ist die große Stunde der Auferstehung, die große Stunde des Wiederaufbaus, die große Stunde des Frühlings, die große Stunde der Freude die große Stunde desFrohlockens". Da wird geschehen, was der Prophet Ezechiel andeutet in dem bekannten

Gesicht:Es fing zu rauschen an auf dem Toten« selb, und siege, es regte sich; und Gebein näherte sich zu Gebern, ein jegliches zu seinem Glied. Und ich schauie: und siehe, Nerven und Fleisch kam über sie und Haut zog sich darüber; aber Geist hasten sie noch nicht. Da tief eine Stimme: Komme, du Geist, von den vier Winden, und wehe diese ©erbieten an, daß sie wieder lebendig werden; da fuhr Geist in sie und sie lebten und stellten sich auf ihre Füße ein großes, sehr großes Heer."

Doch wiste und merke, nur dieGebeine", die Leiber dec Gerechten werden in dieser Wei e erhöht, die Leiber der Bösen aber werden noch weiter er­niedrigt und gebemutigt. Denn sie nehmen zwar Teil an der Auferstehung, aber ihre Leiber werden sein wie ekelhaste Leichname und werden hinaus« zeworfenin den Pfuhl, der von Feuer und Schwefel brennt". Bedenke alw, daß du deines Le bcs Schick« ial jetzt schon in der Tasche trägst. Wenn du in deinem Leibe den Versuchungen widerstehst, wenn du in deinem Leibe die Mäßigkeit und die Keusch­heit und die Tugend übst, dann wirst du nach kurzer Demütigung bemm Leib zur Ehre und Herrlichkeit führen; hast du aber in deinem Leibe der Unmäßig« keit, der Unkeu'ch.eit, dem Müßiggang und dem Wohlleben gefrömt, dann wirst du auch die Schande deines Leibes mit dir herumschleppen in alle Engigkeit.

Sieh, das sollen die Gedanken sein, mit denen wir in stillem Sinnieren hinausgehen zürn Grab- mgel unserer Lieben. Ihre Geschicke sind ein Spiegel der unsrigen. Gestern mir, rufen sie uns aus dem Grabe entgegen, und morgen dir. Auch dein Leib, mag er jetzt widerstandsfähig scheinen wie eine Panzerplatte, mag er strotzen von Schönheit und Gesundheit wie eine Aster auf dem Grab, mag er jung und lebenslustig fein wie die Morgenröte es kommt der Tag deiner Demütigung, es ist dir schon ein Plätzchen vorgemerkt, das deine Asche um* schließen imrb. Möge dieser Gedanke dem Stege des Gusles über das Begehren des Fleisches dre Wege bereiten, daß wir in froher Hoffnung einer seligen Unsterblichkeit die Entbehrungen und Schmer« zen und Leiden die er kurzen Zeitlichkeit geduldig in Kauf nehmen und alle Reize der Versuchung standhaft übeuvmdeu.

Der Burgpfarrer.

Das Uirchwe!hsest.

In jedem Jahre feiern wir an dem heutigen Sonn­tage das Kirchweihfest, d. h. die Erinnerung daran, daß das Haus, in welchem das hl. Meßopfer täglich dargebracht wird und in welchem die fromme Gemeinde ihre Gebete verrichtet, vom Bischof geweiht und durch das erstmalige Feiern der hl. Geheimnisse ein Golles- Haus geworden ist.

Für die fromm-gläubigen katholischen Christen ist dieser Tag ein Fest belliaer Freude und innigen Dankes.