BatgeBer Me £a: M wirtschaft,
Gartenbau und HausWesen.
Nr. 23. x> 30. Jahrgang. or o o
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Landw'rte, tut eure Christenpflicht.
Die Zwangsbewirtschastung der Kartoffeln ist vom 15. September, die des Fleisches vom 1. Oktober 1920 an gefallen.
Nun kann und muß der direkte Verkehr zwischen Erzeuger und Verbraucher, der bis dahin aus seiner natürlichen und gewohnten Bahn herausgedrängt war. wieder flott einsctzen.
Die meisten von euch haben immer gefordert: Hebt die Zwangsbewirtschastung auf, laßt die vielen lästigen Revisionen fort, wir wollen frei verfügen über unsere Produkte, es kommt uns nicht so sehr auf hohe Preise an, wir wollen nur die Erzeugungskosten und einen kleinen Gewinn, sonst wollen wir als Glieder des Ganzen dem Ganzen dienen — nun ist diese Freiheit da — nun löst das Versprechen ein, liefert ba'd und zum möglichst niedrigen Preis, die Kartoffeln bald recht bald an die Verbraucher ab. Wenn die Versorgung jetzt nicht besser und einfacher geschieht, dann fällt die ganze Mißstimmung gegen die frühere Zwangswirtschaft setzt auf die Landwirte. Das muß ein jeder zu verbäten helfen aus Liebe zum notleidenden Nächsten, aus L ebe zum Vaterland und aus wohlverstandener Liebe zu sich selbst Klappt cs jefjt nicht, dann kommt die Freigabe von M lch und Brotgetreide auch nicht, dann kann sehr leicht die Zwangsbewirtschastung von neuem kommen und der Ruf nach roher Gewalt des Straßenpöbels wird von soz'aldemokraiischer Seite sich verdoppeln. Barum: Stell dich in Reih und Glied, das Ganze zu üerstarren. Mag auch, wer’s Ganze sieht. Dich nicht darin bemerken.
Der Schriftleiter des Ratgeber.
M o8e meine Stastdesaenoffen,die es «nicht.
Es ist leider wahr, daß jetzt von manchen Bauern Preiss für Lebensmittel ©ersannt werden, die Recht und Billigkeit übersteigen. So für 1 Ztr. Weizen bis zu 200 Mark, für ein Ei 2 Mk. Das ist zu viel. Bedenkt, daß es viele Leute gibt, die auch Kinder haben und diese Preise nicht bezahlen können. Es ist Tatsache, daß es Familien in der Stadt gcht, die des Geld n:ch aurbringen können zum Kartcffclkaufen . Ist denn die Welt toll geworden? Glaubt ja nicht, daß d'ese Worte von irg" d einer bestimmten Srite der Arbeiter o^er thher Rentner oder Beamten oder irgend einer Behörde bestellt sind. Dazu gebe ich mich nicht her. Es muß aver aufhorcn diese Unterstützung derjenigen. Ne D'es Geld ha-en und deshalb hohe Preise bieten. Wir müssen uns überwinden und solche gemeine Me scheu vom f of forijaien. Mehr als Geld ist ein n u- tes Gewissen wert und das Bewußtsein, leine Nslicht getan zu haben.
Wo bleibt Kutt'w und Christentum? Gehn wir doch mal mit ^ntcm Beispiel voran. Wir sind ©rh Ne an- bern müssen folgen. £a, gewiß auch bei Nichts auern hat die Mammons'ucht die Herzen verhärtet und den Verstand verdv feit, sodaß auch wir Bstriebsmistel sündteuer bezahlen müssen Ich sage n cht, daß Ihr Krie^sgewln lern und Wucherern zu billigen Lebe s- mitteln verhüllen sollt; aber die Bedürftigen müssen un- terstößt werden und das sind viele. Alle Ach'ung den Karloffclbaucrn Ich weiß, daß Ihr Hart arbeiten müßt, auch icl^mug es; aber das wirt'cha'tl'ch: D:entt- fabr muß kommen und damit a"ä» das Buständ» 's füi unsere Bauernarb et Sozial handeln heißt die B n-e vom Standpunkt der Allgemeinheit aus betrachten. Be- kämnfen wir den M^mmonismus, diesen unhellvo 'en W-Hn. Es ist wirklich bloß ein Wahn. Und alles m -ß arbeiten, weg mit dem Faulsuzrrtum. Nun schmäht mich, ich tat, was ich für recht und notwendig fand; denn auch die andern Stande wolle» essen.
Bauer G. in H.
Kamp? ton Schiebern!
Man schreibt uns: Das Schiebertnm lebt fröhlich weiter! W-shalb? Well die Allgemeinheit zu wenig Mithilfe leistet. Mutlcsizkeit. Gieich- gülligkeit, Achselzucken, Nörgeln, Hahn oder Kritik an den Stammtischen und laute allgemeine Vortragsphra-
EraNZdelgabe zum Bonifatius^oten
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sen genügen nicht. Cs handelt sich darum, der Behörde die Spuren zur Ueberführung zu zeigen. Das ist nicht schwer, denn der Private erfährt mehr, als die Behörde und ihre Vertreter. Dem Privaten fehlt es aber an dem bißchen Mut, sich als Vertreter der Anständigen auch mit seinem Namen zu bekennen; oder seine Gleich- gültigkeit sucht sich hinter der Phrase zu verbergen: „Ich will nichts mit den Gerichten zu tun haben." Es hilft doch nichts.
Das ist aber nichts anderes als passive (stifte) Unterstützung des Schlebertums! Sie wird aber auch in den meisten Fällen leider aktiv (offen) gewährt Man verkauft den dunklen Ehrenmännern Waren, weil sie einige Pfennige mehr bezahlen als ein ehrlicher, nicht geld- gesegneter Later oder eine darbende Witwe oder ein braver, redlicher Geschäftsmann. Man vermietet aus denselben Gründen an das Drohnengesindel Zimmer, HBobnunren und GeschSstslokole, ja man schmeichelt, man blühet sogar, daß die Lumpen in den vermieteten Zimmern Festtage feiern, man schickt die nochforschenden Beamten mit einem verlogenen: „Ich weiß nichts davon!'' weg usw.
So lange sich diese und ähnliche Ersche'nunqen nichr ändern, so lange sich die noch immer weit überwiegende Zahl der Anständigen nicht fingerdeutend von dem unheimlichen Schmarotzertum abwendet, so lange man die Behörden in dem Kampfe gegen dieses nicht durch Sa« lachen- und Beobachllmgsmitteilmi^en unterstützt, blebt der Gesetzgebung und der Gesetzesoerwirklichung den aur Gelu 'dung des Wirtschaftslebens wb zur restlosen Wiederherstellung der Ordnung erforderliche Erfolg versagt.
Die tonischen Bauernvereine
bilden die älteste wirtschaftspolitisch: Orqan^a'ion der deutschen Landwirtschaft. Bereits im Jahre 1862 wurde in Westdeutschland der erste Bauernverein ins fielen gerufen. Nach dem Bluffer dieses Bauernvereins haben sich sodann übera l im deutschen Vaterland Bauern- vereine gebildet. Im Jahre 1900 schlossen sich die damals schon in DeuEchland bestehenden 16 deutschen Bauernverllne zur Vereinigung der deutschen Bauernvereine zusammen. In den letzten Jahren wurde nun von verschiedenen Seiten versucht, das Landvolk in anderen Organisationen zusammenzuschließen. Von manchen Seiten hat man anfangs qefurch'et. herdurch könnte den Bauernvereinen eine große Konkurrenz entstehen. Di^fe Befürchtung hat sich aber a^s unrichtig erwiesen. Der deutsche Bauernvereinsgrdanke ist eben in seinen Grundprinzipien in der Fernhaltung von a 'ei parteipoliti'chen und konfessionellen Frauen her gle'ch- mäßigen Vertretung der Interessrn a'rer K'affen des Landvolkes und der christlichen Grundlos so gesund, daß beratene Reugründungen für He Bauernvereine seine Gefahr bilden. Welche Entwicklung der Baue-n- vereinsgedon'e auch in den letzten 3 Jahren in De sich- land gesunden hat, zeigt sich am klarsten in der Entwicklung der Bauernvsreinsorqani'at'oncn. In den letzten Fahren sind 10 neue Baucrnvereinsorganisatio en entstanden, die sich alle der Bereinigung der deusichen Bauer’-vereide angeschlossen haben. Wegen einiger weiterer Neugründungen werden zur Zeit Derban^lungen gepflogen Auch in ihrer Tätigkeit haben die Bauern- vercine gerade in der letzten Zeit große Erfolge zu verzeichnen. chingewicsen fei nur auf b’e Erfolge der Bau» evnvercinsorgonisationen bei den Reichstagswahlen, sowie bei dem Abbau der Zwangswirtschaft.
Verschiedenes»
Aèlc dir UebergÄnaszett nach Aushebung der Zwangs- wirtschaft für die Aletzchversargung von, 1. Oktober 1920 ab find besondere Vorschriften über den Viehhandel und den Flelschverkehr erfassen worden, und zwar sind einge- führt für den Biehhandel die Gsnehmigmigspsilcht, der Sllilußscheinzrrang und das Gebot des Handels nach Ledendgewicht, für die Abhaltung von Viehmärkten die Genehmigunospflicht und die Anordnung einer Ueber» wachi'ng,' für dm Kleinhandel mit Fleisch die Genehmi- gunospslicht die Urbarmachung der Klemhan-elsfleischpreise und der Aushang der Kleinhandelssleischpreise in den Verkaufsräumen und Detricbsständen.
Der Aufkauf der Gersts erfolgt von jetzt an nur auf Grund von besondern von der Reichsgotreidcftelle hi Berlin au53 uft eilenden Bezugsscheinen. Aus der Ernte 1920 dürfen die Unternehmer landwirsichoftlicher Betriebe ihren selbst gebauten Hafer an das im Betriebe gehaltene Vieh ohne Einschränkung verfüttern. Von
□ Zulda, den 3$. Oktober 1920
selbstgeSauker Gerste dürfen sie für menschliche Nahrung monatlich 10 Pfund auf den Kopf verwenden und was sie davon ersparen, darf an das Vieh abgegeben werden. Erne einzige Ausnahme aber besteht, nämlich für gedeckte, dem Kommunalverband angemeldete Zuchtschweine, dürfe® für je einen Wurf 2 Zentner Gerste verwendet werden.__
Gänse zu räuchern. Die gereinigten Gänse werden in zwei Hälften geschnitten und. nachdem man fjats und Flügel dicht am Halse abgeschnittien hat. oorfirb ig ausgebeint und in- und auswendig tüchtig mit Salz, das mit etwas fein gestoßenem Salpeter und gehackter Zirronenfchale vermischt ist, eingerieben. Man legt die geteilten Gänse so aufeinander, daß das innere Fleisch zusammenkommt, legt sie in eine tiefe Schüssel, bedeckt sie mit einem beschwerten Brett, läßt sie acht Tage liegen und wendet sie täglich, wobei sie mit der entstandenen Salzlake übergossen werden. Dann trocknet man sie etwas ab, wickelt sie in Pa vier oder Mull und hängt sie acht Tage in gelinden Rauch.
Winterobst aufznbcwahre,». Es gibt ganz vërschie. bene Arten, das Winterobst aufzubewahren und Mi eine ist so gut wie die andere ausprobiert wordm Ich fand, daß sich gepflückte, nicht abgeschüttelte Winteräpfel sehr lange erhielten, als sie sorgfältig nebeneinander auf dünne Strohsch'.chten gelegt worden waren, die sich auf einem zugigen, aber frostfreien Storrbor auf großen Schränken befanden. Anstatt der Strohschich^en können auch grobe Laken ausgebreitet werden. Ferner läßt sich Kernobst gut in Tonnen lagenweise zwischen durchaus trockenen Sand verpacken. Auch kann man es, vorsichtig hineingelegt, in verspundeten Fässern a^ne irgend welches Verpackungsmaterial au^bewabren. Die Hauptsache ist daß durchaus fehlerfreies Obst genommen wird, das feine faulen, weichen S'ellsn hat und, wenn es irgend mogsich war, an einem sonnigen, p'eh lischt noch etwas windigen Tage vom Baume kam. Der Lagerraum darf nicht warm, muß aber frostfrei sein.
Ueber das Ausbewahren der Speise; wleMn im Dm- (er. Der beste Aufbewahrungsort für Zwiebeln zur Winterszeit ist ein trockener, trenn möglich auch frrft- freier DN; dagegen sind dumpfige, etwas feuch e und warme Orte weniger zu einem dauernden Aufbewahren geeignet. Trocken eingebracht, trocken arstbewahrt und bei Kälte mit etwas Laub, Stroh oder Streu bedeckt, können die Zwiebeln sogar frieren, ohne zu leiden, nur muß man sie im gefrorenen Zustande nicht berühren, sondern sie ruhig liegen lassen und auch dar, Austauen nicht beschleunigen wollen. Klein? O mntitäten bre'ter man am besten auf dem Fußboden eines ungeheizten Zimmers aus; kommt dann die ftrenn»re Winterkä'te, so bewahrt man den vorderhand nötigsten Tell in der Küche und hier am besten In etn-m Schrank o^er sonst in cin^m etwas frostsicherem Behälter, die übrigen aber lege man in ein Gefäß. Kiste oder dergleichen zwischen trockene Streu oder ähnliches Material, ste"e das Gesäß an einem trockenen, wenn auch nicht ganz frosteten Orte auf und beUerfe solches mit einem Sacke. Stroh oder dergleichen. Bei nur einigermaßen oenlioend"m Schutze werden sie gar nicht frieren, wenn ja, so wird ihn n hr Frost aber nicht schaden.
In der Wauser auf füttern! M-siach sind einzelne Gefl'igelbster der Ansicht, daß Rübner in den Zeiten, wo sie Mcht legen, also in der Mauserz-it und wirrend der kältesten Wintermonate, auch nicht Futter zn bekommen brauchen, oder doch sich mit geringer Fütterung, wie Abfalloelr^e. begnügen können. So* ist aber eine aanz trüne Meiwmg. und jeder, der so handelt, schneidet sich in das eigene Fleisch. Die Mauser stellt an h>e Tiere eine große Anforderuna. weil sie ’n die'er Zeit doppelte Arbeit verrichten müssen; sie müssen ihr Federklrid erneuern und Kraft sammeln für die tün^fqe Legeperiode. Daher müssen die Rübner in di ehr Zeit dovnelt sorgsam gepflegt werden. Während bei sch'o<ßter Fütterung die Rennen wochenlang halb nackt umher» 'oufen, werden sie bei guter Pflege in kurzer Z it ihr Feder-kleid wechseln. Ebenso werden die Ihre nicht bis Februar oder März warten, bis sie wieder Eier legen, sondern werden solche schon zum Weihnachts- krich-n liefern.
Bei zunehmender Kälte sind die Bflanzen im freien Lande, die im Herbst noch aus'sfät ober gepflanzt waren, d"rch eine Decke von Ginster, F'.chtenreis oder sonst in irgendeiner Weise zu schützen.
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