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vaven; Denn sie werden gcsitMgt werden.' va, Der junger und Durst nach der Gerechtigkeit, das brennende Verlangen der Seele, gut und bester jn werden, das ^t ein Hunger, der Gott gefüllt und der Seele sehr dicnl.ch ist. Selbst der Hunger nach irdifcher Speise kann etwas Gutes fein, z. B. für Feinschmecker, für verwöhnte, große und kleine Kinder. Denn das Sprichwort sagt: „Hunger ist der beste Koch." Doch für gewöhnlich ist der Hunger nach der Leibesnahrung ein gefürchtetes Gespenst, das Hausväter und -Mütter, Slädie und Staaten mit Aufbietung aller nur erdenkbaren Mittel seit Jahren zu vertreiben bemüht sind. Schlimmer aber ist noch fames auri, der Hunger nach Gold. Der alte Heide nennt ihn sacra. Das hat hier einen gar bösen Sinn, es bedeutet „verflucht", er m it damrt feinen ganzen Abscheu ausdrücten. Denn aus dem Hunger nach dem Golde ruht wirklich der Fluch Gottes. Auri sacra fames, verfluchter Hunger nach Gold, was hast du alles schon angerichtet! Wieviel Menschen und Völker hast du schon eiend gemacht!
Wir brauchen gar nicht bis in die Zeit des alten Horaz zurück zu gehen. Schon unsere Zeit gibt uns dafür genug traurige Beweise. La die Gegenwart lastet unter dem Drucke dieses Fln^. Der Weltkrieg! — Man sucht nach dem Schull ^ im Inland« und Auslande. Ihnen allen könnte man sagen: Sucht doch nicht erst. Der Schuldige ist längst gesunden. Wer einst die Gefechte dieses entsetzlichen Krieges schreiben will, setzt am besten über das Kapitel „Die Ursachen des Krieges" als Ueberschrist d«r Worte „auri sacraiames", der verfluchte Hunger nach Gold — Die spartalistischen Unruhen mit ihren haarsträubenden Greueln. Wodurch wurden sie verursacht? Durch den Mangel an Lebensmitteln? Das war für d:« Führer dieser Bewegungen nur ein willkommener Vorwand, um ungestört ihre Raubgier und Rafflust zu befriedigen. Einem dieser „Volksbeglücker" Sza- mueU aus Ungarn, konnte man nicht weniger als sieben Kisten voll Gold- und SUbecjacyen und vier Ballen Perfrrtepprche abnehmen. Ob der Mann je» mo s am eigenen Leibe empfunden hat, wie Hunger ex ) tut? Kaum. Aber ein Hunger raste in ihm: *u 11 i saere fames". — Die Schieder geschälte, die ewige I mengen mühelos fabelhafte Gewinne versoffen, id- ifenö anderen aber das zum Leben Nötige vorent- hclten, auf wessen Slonto sind sie zu setzen? Auch des große „Geschäft", welches das Ausland mit uns treibt, durch die künstliche Entwertung des Geldes? Wodurch nicht bloß Tausende, sondern ein ganzes Volk verelenden kann? So was ist Wucher in Reinkultur und gehört sicher auf das Konto' „Auri sacra fames". — Das finit Gefä-äfte en groe. Wie steht's mit dem „Geschäft" en detail, dem Wucher im Kleinhandel? Wird da immer „preiswert" gehandelt? Öder ist da bisweilen nicht auch der Gewinn um jeden Preis, auch um die Not des Nächsten, auojchlaggebend? Wer ohne Rücksicht aus den wirklichen Wen der Ware und auf seine eigene Mühe und ohne Rücksicht auf das Elend des Nächsten für feine Ware Phantosie- prnfc verlangt, den trebt das, was kem Christ segnen kann, sondern sogar der Heide mit Recht verfluchen muß: „anri sacra fernes", der verfluchte Hunger nach Eo-d.
Wir kann man sich vor dieser Geldgier und damit vor feem Fluch« Gottes bewahren? Die Kirche gibt uns vortrefstil^e M itel in die Hand in dein Meß- gebi k „zur Zeit des Hungers". Das eme lautet: „Wende gnädig ab, o Herr, den Hunger, damit die Herzen der Sterblichen erkennen, daß solche Geißeln von deinem Zorne herkommen und durch deine Barm- Helzigkeir w eder aufhören." Ein anderes: „Regiere du, o ^ien, mit den zeitlichen Gaben, welche du dich gewürdigt hast, den ewigen Geheimnissen einzualie- dcrn " Also Gebet empfiehlt die Kirche. M3 Gottes Barmherzigkeit die Geißel des leiblichen Hungers wegnehme. Dn.es große Mittel des Heiles wird erst reü;* nicht versagen bei der Bekämpfung des Geld- hungers. Wer täglich andächtig sein Herz zu Gott erheti, den wird der Geizteufel nicht beherrschen, sondern den wird der barmherzige Gott erfüllen mit Wohlwollen ge^cn den Nächsten und anleiten zu Werken > er Barmherzigkeit, zu Werken, die gerade ihm eigen sind. Wie gern läßt der Herr uns Sterbliche tetnehmen an seinen Werken! Wie hat er doch de unvernünftigen Gaben der Natur eingereiht in seine übernatürliche Heilsordnung! Einst verlangte der Bcn von Jesus: „Mache doch, daß diese Ste ne Brot werden!" Der Gottsohn hal's nicht getan. Nicht von der Bosheit laßt sich der Herr seine Handlungen oar- schreiden Die göttliche Liebe ist ausschlaggebend. Die aber reicht wefier, als die Bosheit auch nur ahnen tonn Beim letzten Abendmahl machte Jesus Brot und Wein zu seinem heiligen Fleisch und Blut Und täglich, so oft die heilige Wandlung staltsindet, wird
dieses große Wunder erneuert Co ha! sich her Herr gewürdigt, zeitliche Gaben „den ewigen Geheimnissen emzugliedern". Und wozu? Damit die Menschen, die unsterblichen Seelen immer mehr ihm „emgeglie- bert" werden, in ihrer Gesinnung und ihren Werken. Zu so Hohem sind wir berufen! Wie töricht darum, sein Herz an die vergänglichen oder, wie bas Mittel- alter sagt, „zugänglichen" Güter dieser Erde zu hängen! Dagegen „glücklich der TNensch, Ler dem Go de nicht nochiäuft und seine Hoffnung nicht schi ans Geld und Gul.....Er HÄ in seinem Leven Wunder vollbracht" (Sir. 31.)
Möchte doch diese Gesinnung, die echte christliche Gesinnung, alle Leser beherrschen. Daran soll die Wett erkennen, daß ihr meine Länger sah, daß ihr einander liebet.
-^ G Ewigkeit. -^
O Ewigkeit, du Dormerwort,
O Schwert, das durch die Seele bohr<
D Anfang ohne Ende!
O Ewigkeit, Zeit ohne Zelt, Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende.
Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, Daß mir die Zung' am Gaumen klebt.
0 Ewigkeit, du machst mir bang, D ewig, ewig ist zu lang.
Hier gilt fürwahr kein Scherzen;
Drum wenn ich diese lange Nacht Zusamt der großen Pein betracht',
Erschreck ich recht von Herzen.
Nichts ist zu finden weit und breit So schrecklich wie die Ewigkeit.
Lohan« Rift
Slöcklein, hrilÄNdrglöÄIein, läute Frieden, Laute Freude allen Menschen zu!
Dem Heiligen Medardus entwendete einst ein Dieb die einzige Kuh. Auch die Glocke am Halse des Tieres wurde mitgenommen, und das ist dem Diebe zum Heil geworden. Denn das Wöcklân läutete, während der diebfche Schelm feine Beute entführte. Er steckt ein Büschlein Gras in das Glöcklein; aber 0 weh, es läutet jetzt noch heller. Der Dieb nimmt es und schiebt es in sein Ränzlein; aber das eingesperrte Glöcklern jammert daraus nur noch lauter hervor. Er wühlt ein Loch hr die Erde und wirft das (Räcklein hinein und stampft die Erde mit den Füßen fest; aber zum Entsetzen des Mannes läutet « in den Lüften um seine Ohren herum wie ein Veisterspuk. Das wird ihm zuviel, uni) so führt er das Tier w eder zu Sankt Medardus zurück. Allhier ist das lateinische Sprich- lein wahr geworden: res einmal od Dominum, auf deutsch: „gestohlene Kuh schreit ihrem Heren zu."
Das Gc'iäute des ©letfleins hatte Gott der Herr seinem traten Diener Medardus Mied auf unmder- b ’re Weise geschehen lassen. Aber es ist zugleich ein Gleichnis und hat eine eindringliche Bdeutung. Ln jedes Menschenherz hat Gott ein Möcklein aufgehängt, welches läutet selbst gegen des Menschen Willen. 6 n Kind z. D. begeht die erste Lüge. Die Eltern glauben ihm, aber es ist jemand in nächster Nähe, der es nicht glaubt und dem Sünbe ins Ohr läutet: Du hast gelogen. Oder es hat einer gestohlen, niemand weiß darum, und doch fkngt es in seiner Seele: Du bist ein Dieb. Unlängst hat einer Schmähdnefe mit Verleumdungen geschrieben und die Schrift eines andern nach- pematht. Der unschuldig Verklagte nnirbe verurteilt. Da meldet sich der wirkliche Schreiber be m Gericht als Täter. Warum? Weil das Glöcklein in feinem Herzen ihm keinen Frieden gelassen Wie oft kommt über eine Seele unbefcbreibl che Unruhe wegen Sünden, die geschehen und nicht bereut sind. Letzt reden sie plötzlich so streng, daß die Seele bei Tag und bei Noch' keine Ruhe findet; sie redet es sich aus sie sagt sich nor: Andere haben es auch so gemacht; sie möchte sich gar einigen: Der Kei; fei gebotene Sparsamkeit gewesen, der unbändige Stolz fei notwendig gewesen zur Aufrechterhaltung des Ansehens, ebenso die Härte und Lieblosigkeit: die Befriedigung der niederen Trebe •ei eine Forderung der Namr gewesen, die Uebertretting und Verletzung der ewigen Sittengesetze hätte mit Rücksicht auf die Zeck und die Not nicht vermieden werden können, und ähnlich. Eine Weile mögen diese Beruhigungsmittel helfen; aber es ist doch nur wie Gras in die Medardischüllen gesteckt. Einmal, früher oder später desto äraer. am schrecklichsten auf dem Sterbe
bette, wird das Glöckleln, das Gewissen, wieder Stimmt bekommen und laut und gräßlich läuten, wird bit Seele wie Sturmglocken in der Nacht, wie der Notschrei „Feuer" aus der vermâlichen Ruhe aufjagen.
Das Gewißen ist der Staatsanwalt Gottes, der die Seele zur Nochenschaft unerbittlich zitiert. Sich sttllwiegen unb einlullen, das gilt nicht mehr. Und wäre es auch auf dem To besbette noch möglich, so ganz sicher nicht mehr nach dem Tode. Dann stürmt die Gewissensglocke nur noch furchtbarer in der Hölle fort und bewirkt Heulen und Zähneknirschen vor Schrecken und Weh und Peim Das ist nach Christi Wort der beißende Wurm, der nicht stirbt. (Matth. 22, 12.)
Die Unruhe des Kindes nach der ersten Lüge und das Aufschreien des Sünders auf dem Sterbebette und Ne Verzweiflungsfoltern des Verdammten in der Hölle — das ist alles ein und dasselbe, die nämliche Stimme, der Glockenton des Gewissens, Ne Armen- fünbergloie, die Schelle von St. Medardus K^h. Es gibt vor ihm nie und nirgends Ruhe, als nur an einem einzigen Ort der Welt: beim Herzen des guten Hirten, im Richterstuhle der Buße, durch reumütige Beichte und aufrichtige Bekehrung!
Glöcklein, Heil and sglücklein läute Frieden, Läute Freude allen Menschen zu!
Die Furcht vor den anderen.
Dor einiger Zeit starb in München ein bekannter Mann. Er mußte recht viel leiden. Und wenn es gar zu arg und hart wurde, dann rief er ost: „O mein liebes Herrgottle, hilf mir doch!" Er war ein recht guter und rechtlicher Mann, aber lange, lange hatte er seine religiösen Pflichten nickst mehr erfüllt — aus Menschenfurcht. Ein Priester besuchte ihn am Krankenlager unb lud ihn ein, die hl. Sakramente zu empfangen. Er nahm chn freundlich auf, aber den Empfang der hl. Sakramente schob er immer hinaus — wiederum aus Menjchenfurcht. Er dochre nicht an das Wort: „Lhr sollt Sott mehr fürchten als die Men- idjen." So starb der arme Mann unversehen — anst Menschenfurcht. Sein Grab ist einsam und verlassen. Die Mensct)en, auf die er jo viel Mcksicht nahm, hâu ihn bereits vergessen, wohl keiner sucht sein Grab auf. Der Mann ist für sie doppelt tot Unb hat ihnen doch Seelenruhe und Seelenheil geopfert — der arme, arme Mann! 0, wie töricht und unheilvoll ist die Men- schensurchtl > ' fi^
Vor einiger Zeit kam ich mit einem Bekannten zu Mittag in ein Gasthaus auf dem Lande. Es mal Freitag. Wir bestellten eine Fastenspeise und verrich- leten vor dem Essen ein kurzes Tischgebet. Zwei junge Burschen machten sich darüber sehr luftig. Eine romanlesende Dame, die offenbar der besseren Ernährung halber das ßanb mit ihrer Anwesenheit beehrte, strafte uns gleichfalls mit ihrer schrecklichen Verachtung. An einem Tische aber saß ein armer, abgearbeiteter Mann bei einem Elas Bier, einem Stück Brot und e-rtern Teller Suppe. Unb als er dieses karge Mittagsmahl ein genommen hatte, da machte er das Kreuz unbetete still und andächfig sein Tischgebet — und fürchtete weder die leichtfertigen Burschen noch die überspannte Dame. Würde ich dem Manne je wieder begegnen. ich würde aus Ehrfurcht unb Hochachtung den HM vor ihm abnehmen, denn das ist ein wahrer un- ganzer Mann, kein Schwächling und Feigling.
Es gibt viele, leider allzu viele Mämrer, die ganz von ihrer Umgebung abhängig sind. Ihre ganze Gesinnung unb ihr ganzes Handeln lassen sie sich dqh andern vorgeben. Aus Menschemücksicht und Men- ichensurckst gehen sie nicht in Ne Kira-e, machen . oN« lose und unsittliche Reden mit, höhnen auf die „Bet* bruberei" und sind bei all dem so feig und unselbständig, daß sie sich wohl oft vor sich selber schämen, wenn sie nicht schon ganz abgestumpft sind. Was werden sie einmal für einen Lohn haben für die Sklaverei, die sie freiwillig auf sich genommen haben? Wohl dell gleichen wie der arme Mann im Grabe.
Der Slllcrf«lenmonat steht vor der Tür, bald kommt die Adoentszctt. vielleicht ist in deiner Psarrei eine Mission, gerne würden da Manche, die die Last des unruhigen Gewisien.s fast erdrückt, umkchrcn, sie wür« den die Stunbe füg pr.isen, wo sie Nu Frieden uts Herzens und eines reinen Gewissens wieder geronnen — aber was werden die Kameraden sagen? Werden sie von ihnen nicht „Schwarze" und Betbrüder geschimpft werden? Lieber Mann! Willst du Sklave anderer sein? Willst du der Menschenfurcht den Frieden und das ewige Heil deiner Seele opfern? Was wirst du einst für einen Dank und Lohn dafür haben?
Denk an.bas Wort: „Wer mich vor den Menschen verleugnet, den werde mich ich csileuaueu vor mattem Dltter. der im Himmel ist*