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Wochenkalender.

Sonntag, 24. Ott. 22. nach Pfingsten. (Raphael, Erzengel.)

Ma tag, 25. Oft EhrysanthuS u Daria, M.

Dienstag, 29. Ort. EvaristuS, P.ju. M.

Mittwoch, 27. Ott Vigil von Timon und JudaS.

Donnerstag, 28. Oft Simon und JudaS, Ap.

Freitag, 2S. Ott. Vom Tage.

Samstag, 30. Olt Vigil von Allerheiligen.

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(Ev. Matth. 22, 15-22,)

In jener Zeit gingen die Pharisäer chin und hielten Rat. wie sie Jesus in einer Rede fangen könnten. Und sie schickten ihre Schüler mit den Herodianern zu ihm und sagtcn: Meister, wir wissen, daß du wahrhast bist und den Weg GotteS nach der Wahrheit lehrest und dich um niemand kümmerst; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen: sag uns nun, was meinest du wohl: Ist es erlaubt, dem Kaiser ZrnS zu geben, oder nicht? Da aber Jesus ihre Schalkheit kannte, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Zeiget nur die ZinSmunze. Uno sie reichten ihm einen Denar hin. Da sprach Jesus zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Ueverschrift? Sie anircorteten ihm: Des-Kaisers. Da sprach er zu ihnen: Gebet al o dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist

Gotteszeller.

ie Forderung des Heilandes:Gebe« Go t, was Gottes ist", iviid von manchen Kal' oliken in einen allzu engen Räumen eingespann. Wenn sie Sonntags der hl. Messe bei­wohnen, wenn 'sie 311 Hau>e ihre

Gebete verrichten, dann glauben sie ein An > echt zu haben auf den Titel vonfluten Katholiken". Lo­ba Id es aber an den Geldbeutel gel t, sobald von ihnen ein pekuniäres Opfer verlang' wird, finden sie diese Zumutung ungehörig, ziehen sich feige zurück oder keh.en gar ihrer Kirche den Shi efen.

Und doch haben wir die Pflicht, auch eine ^'ottes- steuer zu entrichten, tum U Tier alt der G Ktes Häuser, des Gottesdienstes, der Kilcheubcdüifnisse und der Geistlichkeit nach Bern ögen beizuttagen.

Scloii im Alten Bund wurde den ;tSraeIifeii eine Gotlessleuer auferlegt: »Die Hälfte eines Lek 1 soll dem Hernn geopfert werden." DieserSekel" war eine Silbermünze, im Weite von etwa 2/>0 Riark. Tie Hälite dieses Betrages musste jeder Jsia- eiit, auch der Al!e>ärmste, alljährlich beisteuern zuni Unterhalt des hl. Zel es, des Temp !s, der Geräie, der Leviten und Priester. Tie Reichen gaben aus eigenem Antrieb höhere Beträge.

Nach einigen Schrisiauslegern hat der Heiland selbst dieseStempelsteuer* entrichtet. Es war in Kapharnaum; da traten die Steuererheber zu Petrus

mit der Frage:Zahlt euer Meister die Doppel, arachme? Nach dem Branche der Welt, erklärte der Heiland, bin ich als Souverän frei von jeglicher Steuer. Um ober kein Aergernis zu geben, so geh anS Meer und nimm den ersten, beste» Fi ich heraus und mache ihm das Maul auf; darin wirst du die geforderte Doppeldrachme finden, diese zahle für dich und mich.

Nicht nur hat der Heiland Goltessteuer bezahlt, sondern auch angenommen. Sage, wer hat denn für seinen Lebensunterhalt gesorgt die drei Jahre, aa er von einer Stadt zur andern zog, um überall seine.Frohbotschaft" zu verkünden?

Hane ja der Heiland keine Aecker, keine Wielen, keine Weinberge, keine Kapitalien, kein Einkommen, keine feste Wo nung:Die Füchse haben Höhlen und die^.el des Himmel- haben Nester, der Men- jchensohn aber hat nichts, wohin er sein Haupr legen sann/ Wer bat al io für ihn gesorgt? Fromme F anen und Jünger, die ihm ein Imbiß und ein Nachtquartier Verichaffien. Für solche Liebesdienste hat der Herr jene guten Seelen belohnt und z. B. leinen Gastgeber LazaruS aus dem Grabe zurück- gerufen.

Energisch betont der hl. Paulus das Recht, von den Gläubigen den Lebensunterhalt zu beziehe«. Er darf sich habet auf ein Gebot des Herrn berufen. Als der Heiland die Apostel aussandte, sprach er zu ihnen: »Geiet hin und ve> kündiget das Evangelium und heilet die Kraulen : nehmet aber nichts mit auf den Weg, k in Geld und sein Brot; sondern da, wo ihr hinkommet, kehret ein in ein Haus und esset und trinlet, was euch vorgesetzt wird: denn der Arbeiter ist seines Lohnes tvert. Mit Recht schreibt darum Paulus in seinem ersten Korintherbi ef, der Herr icIber habe biete Anordnung getrosten, daß die Ver­kündiger des Evangeliums auch von» Evangelium leben. Des weiteren findet sich in seinem ersten Brief an Timotheus folgende Anweisung:Die guten Kirchenvorsteher 10Ü man doppelter Ehre für wert bähen, bewnde-s wenn sie sich abmühen mit Un­terricht und Leiste." Was ist wohl zu verstehen unter doppelter Ehre? Einfache Eure ist Hochach- lung bot dem Geistlichen, freundlicher Gruß, Ab­nahme des Hutes. Diese Ehre genügt nach St. Paulus noch nicht Doppelte Ehre verlangt er. Siete kann nur darin benetzen, daß die Gläubigen ihren KirchenvorsletzelN auch den Lebensunterhalt i eichen.

Davon waren die Gläubigen jederzeit überzeugt und haben darnach gehandelt. Deshalb hat sich im Lauf der Jahrhunderie die Uebung heraus eluidet, die Versorgung der Geistlichkeit nicht b?m Zufall zu überlassen, sondern auf sichere, dauerhafte Grundlage zu stellen: daher die Ausstattung des Apostolischen Mützles, der Bis unter, Klöster, Pfarreien mit Liegen­schaften, mit Häulern, mit Zehnten, mit Kompetenzen, mit Einkommen. Viele dieser Besitzungen und Be­rechtigungen wurden aber der Kirche durch Waffen­gewalt oder durch einen Federstrich Wieders weg«

genommen und dem Staat oder weltlichen Fürsten eingeräumt, wurden wie man sagtsäkularisiert* d. h. verweltlicht.

Daher wurde die Kirche und wurden ihre Diener einer gewissen Armut und Notlage preisgegeben, die in unserer Zeit mit ihrer schrecklichen Teuerung doppelt sich fühlbar macht. Denke z. B. daran, was jetzt der Bau einer Kirche, was die geringste Reparatur eines Daches kostet, welche Summen aufzubrmgen sind für Paramente, für Kerzen, für Weihrauch für Meßwein. Und doch kann der 0 tesdien t 00ne diese Dinge entweder gar nicht obti nur unwürdig und 0 ne den nötigen äußeren G anz gefeiert werden. Das E-nkommen vieler Geistlichen ist nach dem Ausspruch eines Biichofs geringer als das der meisten Arbeiter. Und muß nicbt auch der Geistliche leben? Bratlcht er nicht Lebensmittel, braucht er nicht Bücher, Kleider und Schuhe? Muß er nicht die nämlichen Preise bezahlen wie jeder andere? Die festen Ein» kommen der Kirchen aus Fonds, der Geistlichen aus Kapitalien sind aber zumelit die gleichen geblieben wie vor der Teuerung und müssen deshalb in irgend einer Form eine Aufbesserung erfahren: das kann geschehen durch freiwillige Beitläge für die Kiiche in Wachs, Wein, Oel und dergl., für die Geistlichkeit durch Naturalien oder erhöhte chteßzebührcn, kann auch geschehen in Form der Kirchensteuer, die man ebenso gutGottesgeuer- nennen könnte.

Trachte darnach, mein Gur ist, nach Vermögen dein Teil zu stiften an der Goliessteuer und fiei« willig, ohne Murren und Klagen, wnderu mit Fi cude und F oh sinn deine Op er zu b'iugen für die Stirpe und ihre Diener. So kannst du am all rbesten und kräftigsten einen Beweis lie ein von deiner 8. ebe zu Gott und zum Heiland und darfst für beire Frei­gebigkeit denZehner" des Himmels erwarteil.

Der Burgpfarrer.

Auri sacra fauies.

Mcrkwürdge Morte: auri sacra sames! Manche Leser teufen vielleicht, die Worte seien der hl. Messe oder wenigstens den Vesperpchlmen der Kirche enb norrmen, weil sie lateinisch sind. Nein, diese Worte stammen gar nicht von e nem Christen her, sondern von einem Heiden. Ein alter Heide hat aber auch manchmal recht. Diesmal hat er sogar den Nagel auf den Kopf getroffen. Darum können feine Worte ruhig auch im Sonntagsblastr Platz finden.

Avri. Ein schönes Wort. Es kl'ngt so schön. Es bedeutet noch etwas Schöneres. Es hr>sttGold". Fames. Das ist anscheinend mindestens ebenso schön. Es erinnert äußerlich sehr an famos. Famos ist famcs" aber wirklich nicht. Fames kann vielmehr sehr weh tun und hat schon argen Schaden angerichtct. Das Wort heißt nämlichjunger". Der Hunger kann freilich auch gut sein. Eine bestimmte Art Hunger wird ja nom Herrn geradezu selig gepr esen, Jesus sagt:Selig sind, die nach der Gerechtigkeit Hunger