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tr, »aber recht all und muß aufs Sterben gefaßt fein/ Abends des nämlichen Tages (mitten in der Woche) kam er nochmals zur Kirche und bat einen Priester, ihn Beicht zu hören. Des andern Tages kam er wie immer schon zur Frühmesse, und nach dem Konventamte em­pfing er die heilige Kommunion. Nachdem er seine Danksagung verrichtet, begab er sich nach Hause er bewohnte ein kleines Häuschen cm Markte. In die Stube eingetreten, stürzte er zu Boden und war eine Leiche.

Wer hatte es ihm in den Sinn gegeben, sich auf seinen Tod, dessen Nähe er nicht kannte, vorzubcreiten? Die Kinder Gottes, sagt der Apostel,werden vom hl. Geists geleitet.

Wie man im Zuchiham Romt

Väter und Mütter, gebt euren Buben nachstehendes zu lesen! Nicht ein Geistlicher, nicht ein Lehrer ist es, der dies schreibt, sondern der Vorstand eines Schutz- anffichtsvereins für entlassene Sträflinge, also gewiß eine Quelle, die aus dem Boden der Erfahrung stammt:

Wie manche Mutter hat uns schon geklagt: Früher war mein Lunge brav, aber seit er in die und die Ge­sellschaft oder den und den Klub geraten, ist es aus mit seiner Solidität! Kommt er »be-nds heim von der Arbeit, hat er kaum Zeit zum Abendbrot: dort ist Uebung, am Werktag Training, am Sonntag Wettspiel. Und die Ausgaben: an Stammtisch und Humpen, die Auslagen für Ausflüge, Feste, Katerbummel, Sport­anzüge usw. Das Einkommen des Lehrlings oder jun­gen Arbeiters oder Bureauangestellten, es reicht nicht aus, und doch möchte man nicht hintanstehen. Irgend­woher muß doch das so nötige Kleingeld kommen. Pum­pen ist eine Kunst, aber es bringt einem ums Renom­mee, es sollte niemand Zeuge sein, wie furdjtber Ebbe herrscht in des Geldbeutels tiefsten Winkeln. Ja, wie denn helfen?Man nimmt," heißt's im Kochbuch! Ach, wie mancher junge Mann ist diesem Kampfe schon erlegen. Nur für ein paar Stunden oder Tage will er dir paar Mark sich aneignen, um mit den andern froh und heiter irgend einem Fest beizuwohnen. Das erste Mal kann er das Entlehnte wieder hinlegen, ohne daß sememd von dem Vorgänge etwas bemerkt hat. Das ermutigt ihn, ein zweites Mal dasselbe zu tun, nur braucht er diesmal etwas mehr Geld. Auch will es dlesmt! mit dem Rückerstatten nicht so leicht gelingen usw. Auf einmal kommt die Cache an den Tag, dre Unterschlagung oder der Diebstahl ist konstatiert."

Pilgerze l. Am vorigen Sonntag hielt der hiesige kath. Arbeiterverein eine von etwa 300 Personen be­suchte Versammlung mit Familienfeier ob, in der Ge­werkschaftssekretär L e i ck aus Fulda einen überzeugen­den Vortrag hielt. Der Redner stellt fest, daß die christlichen Gewerkschaften ein Machtfaktor seien, der nicht umgangen werden könne, auch in Fulda nicht. Pfarrer Nüdling unterstrich die mit vielem Beifall aufgenommenen Ausführungen und sprach die Hoffnung aus, daß es in Zukunft in seiner Pfarrei nur Arbeiter gäbe, welche offen Farbe bekennen und die christlichen Verbände unterstützen. An die Frauen richtete der Vorsitzende Hillenbrand die Bitte, ihre Kinder recht fleißig zu den Mutterberatungsstunden, welche jeden ersten Freitag im Monat in der Wirtschaft Kraus um 4 Uhr stattfinden, zu bringen.

Dammersbach (Kr. Hünfeld). An Blutvergiftung verstarb der im rüstigen Mannssalter stehende Land­wirt Hermann Sand hier. Beim Beizen von Weizen mit Kupfervitriol hatte er eine Wunde außer acht ge- tassen . Es trat Blutvergiftung ein, die den rüstigen Mann am brüten Tage aus diesem Erdenleben scheiden ließ.

Velisleinbach, Kreis FlUda. Am 23. September ver­ließ unser verehrter Herr Lehrer Kehl unsere Gemeinde, um vom 1. Oktober ab die erste SclMstelle in Mar- grethenhaun zu übernehmen. Mit großem Bedauern sahen wir ihn scheiden. In seiner zehnjährigen Wirksam- keij erwarb er sich als gewissenhafter Erzieher unserer Jugend sowie durch sein Wirken als Organist in der Kirche die Liebe und Verehrung der ganzen Gemeinde.

Vom lUaln. DieVolksstimme" bezw.Freie Preße" hat sich kürzlich wieder eine schamlose Verhöhnung des Christentums geleistet. Unter dem Strich brachte die Volksstimme" eine Artikelserie, die sich unter dem Titel Die Einsteingegner" mit dem Philosophen Einstein und seinen Theorien bezw. deren Gegner beschäftigt. In die­sem Artikel finden sich folgende Gott, das Christentum und nicht zuletzt das ganze deutsche Volk verhöhnende Sätze: Eine bedenkliche Angelegenheit ist freilich bei der Sache. Ebstein ist man denke ein Jude! Zahlt es sich überhaupt ans, sich mit einem Judcnmachwerk zu beschäf- tigm. _ Nun, lieber Leser, mitIudenmachwerken" bc- lch'sngst du dich viel öfter als du glaubst. Unsere ganze . chojtliche Kultur ist .bekanntlich" ein solches Judenmalli-

werk und sie ist auch danach, wirst vu vielleicht sagen. Nun gut, aber dann bleibt überhaupt nichts übrig, woran nicht auch irgend einmal ein Jude mitgewirkt hat, so wie es ja auch sicher keinenDeutsch-Arier" in Europa gibt, der nicht ein Tröpsbein Iudenblut in seinen Adern hat." Der Heiland wird hier also dem Juden Einstein gleichgestellt. Sein Werk als ein Iudenmachwerk bezeichnet. So wird alles,- was dem Christen heilig ist, von diesen Leuten in den Staub gezogen.

Kassel. Der Provinziallandtag für Hessen-Nassau hat in der vorigen Woche hier getagt; es war zum erstenmale wieder nach zweijähriger Pause. Der Land­tag zählt im ganzen 136 Abgeordnete. Die Mehrheits- suzialiften haben 40 Mandate time, das Zentrum zählt als stärkste der bürgerstdjen Parte' en 26 Mandate, die Demokraten 20, die Deutschnationalen 14, die Volks­partei 11, die Unabhängigen 8, ferner sind einige klei­nere Gruppen vorhanden. Zum Präsidenten des Laich- tags wurde der Mehrheitssozialist Hopf, Stadtverord- netcmvorstcher in Frankfurt a. M., gewählt, zum Vor­sitzenden des ProvinZialairsschusses Oberbürgermeister Dr. Anlsni-Fulda.

Kassel. Hier fand am Montag den 4. Oktober ein Voltsverslnslag statt. Mittags 4 Uhr sprach Dr. Verger von Der Zentrale la M -Gladbach in narr Konferenz der Vertrauensleute imRitter über die Aufgaben des Volksvereins, und am Abend im großen StaLtparkfaal vor einer zahlreichen Zu­hörerschaft über das Thema:Was haben wir deutsche Katholiken in der Not unseres Volkes zu sagen imd zu tuen?"

v Amöneburg. Am Sonntag wurde dir S ch w e- st e r Maria, Oberin der hiesigen Vinzenzs hwcstern, unter Begleitung vieler ihrer Ordensschwestern aus nah und fern, der hiesigen Geistlichen unb der Bürger­schaft zu Grabe getragen. Die hiesige Nieder­lassung der Barmherzigen Schwestern hat sie von An­fang an bis zu ihrem Tod volle 30 Oohre geleitet, deren Hauptaufgabe in ambulanter Kranken­pflege und Kindererziehung bestand. Unter ihr wurde das neue Schwesternhaus gebaut, und nahm die Nie- derlassung in jeber nicht zuletzt in wirtschaftlicher Beziehung einen glücklichen Aufschwung Es ist wohl kein Haus in Amöneburg, in dem sie nicht in persönlicher Krankenpflege opfervoll tätig gewesen ist. und sie ist sozusagen im Krankendienste gestorben, denn von dort brachte sie eine schwere Lungenentzündung zurück, der sie nach drei Tagen erlag. Sie war die langjährige Leiterin des Haudfertigkeitsunterrichts der Mädchenschule und hielt noch alljährlich einen Näh- unb Zuschneidekursus für schulentlassene Mädchen ab. Auch im Dienste der Kirche war sie tätig: manches Attartuch und Paramentenstück verdankt die würdige, geschmack- und stilvolle Ausführung der Stickereien ihrer kunstgeübten Hand. Ihr Leben war reich an Verdiensten, die Gott ihr lohnen wird.

Aus Thüringen. Dem Weimarer Katholikentag ist noch einer am folgenden Sonntag für Südvstthüringen in Saalfeld gefolgt. Darüber lesen wir imFränk. Volksblatt^ in einemBrief aus der Diaspora" u. a.

Die Lage der katholischen Kirche in Thüringen ist keine rosige. Rielenausgaben Harren der Lösung. Die finanziellen Schwierigkeiten zur Erhaltung cer kathol. Schulen, Kirchen, Kommunikantenanstakten usw. sind ungeheuer. In weiten Kreisen hat man davon keine rechte Vorstellung und man macht sich gewöhnlich ein ganz schiefes Bild von der Diaspora. Wenn wir hier aus einem Umkreis von 80100 Klm. Durchmesser eintausend Katholiken für einen ganzen Tag an einen Ort zusammenbringen, so ist das für die hiesigen Ver­hältnisse etwas ganz Großes, noch nie Dagewesenes. Denn diese Leute wohnen in zahlreichen Orten zer­streut (zu jederGemeinde" gehören regelmäßig 23 Städte und 50100 Dörfer); der Geistliche braucht, um manche Familien zu besuchen, oft einen ganzen Tag. Es ist Steinbruchsarbeit, die hier geleistet werden muß bei sehr magerer Kost und bei löstündigem Arbeitstag.

Zur Tagung der Katholiken Cüdosl-Thüringens in Saalfeld am 19. September waren gegen Tausend Glaubensgenossen aus weitem Umkreis erschienen Das Hauptkontingent stellten neben Saalfeld die Gemeinden Rudolstadt und Pößneck, aber auch ileustadl a. d. Orla (Diözese Fulda), Ludwigstadt und Sonneberg waren zahlreich vertreten.

Die Festpredigt in der herrlich geschmückten Kirche hielt mit zündender Beredsamkeit hochw. Herr Dom­kapitular Madlener-Bamberg. Er sang das hohe Lied der Arbeit und hob gegenüber der materialistischen Weltausfassung und dem Mammonismus der Gegen­wart besonders hervor: 1. Die Arbeitspflicht für alle Menschen, nach den Worten der Bibel und dem Beispiel des Heilandes, 2. die Heiligung der Arbeit und ihre Durchdringung mit dem Geiste christlicher Liebe den Ewigkeitswert der Arbeit, ihre Bedeutung im Rahmen der göttlichen Vorsehung und Weltrcgierung, 3. die Notwendigkeit eines ewigen Lohnes für treue Berufs- und Pflichterfüllung.

Dis lirchliche Feier, verschönert durch eine gute Kir­chenmusik, war von tiefer Wirkung auf Herz und Ge- wüt der Teilnehmer.

Die Festversammlung am Nachmittag in Zapfe'« Saal wurde eröffnet von hochw. Herrn Pfarrer Schulte- Rudolstadt, der einen kurzen, aber sehr interessanten Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung der fatijot Gemeinden Rudolstadt, Pößneck und Saalfeld gab.

Bergingenieur Damm übernahm sodann den Vorsitz und teilte bas Wort Herrn Staatsanwalt Dr. Krapp. Bamberg. Die ideale Begeisterung und die jugendliche Schwungkraft dieses gottbegnadeten Mannes riß die Hörer zu lautem Beifallsturm hin und weckte in allen j Herzen neue Liebe zur Kirchs. Der Redner behandelte das Thema: Die Kirche und die Not der Zeit. Den 5 großen Wunden der Gegenwart: der Wunde des Elends der Unordnung der Genußsucht bet Feigheit der Eoltverlassenhsit stellte er die großen und allein wirksamen Heilmittel gegenüber, wie sie die Religion und Stirere bieten.

Hochw. Herr Stadtvfarrer Dr. Freusberg-Erfurt gab hierauf in längerer Ausführung ein lebenswarm gs- zeichnetes Vi'.b des großen Windthorst und forderte auf zum Eintritt in den Dolksverein.

Eine stürmische Welle des Beifalls riefen sodann die herzlichen Worte des hochw. Herrn Domkapitulars Mad- lener hervor, als er den Katholiken der Diaspora die Grüße aus dem Bayernland entbot.

Wie darauf der Gruß nach Rom durch den weiten Saal brauste von allen Anwesenden stehend gesun­gen das Gelöbnis der Treue zum heiligen Vater, da wurden viele Herzen weich. Eine solche Veranstal­tung, ein solcher Tag, das war ein Ereignis in der Diaspora. i

Die schöne Versammlung, welche mit dem vierstim­migen Chor von Beethoven:Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" eingeleitet wurde vorgetragen vorn Kirchenchor Pößneck fand ihren Abschluß mit dem Chor:Danket dem Herrn", zur Ausführung gebracht vom Kirchenchor Saalfeld, unter Leitung des jungen Komponisten Rud. Wessel, eines Sohnes der Diaspora, gemeinde Saalfeld.

In der Abendversammlung hielt hochw. Herr Dr. Freusberg einen sehr lehrreichen Vortrag über die Kala« komden, ergänzt durch eine große Reihe von Lichtbil­dern- welche der gelehrte Redner treffend erllürte. Einige musikalische Darbietungen gaben dem Abend ein gemütliches Gepräge.

So verlief die erste Tagung der Katholiken Südost. Thüringens in durchaus würdevoller und erhebender Weise. Wenn in einer katholischen Stadt oder in einer rein katholischen Gegend solche Versammlungen abge- halten werden, dann besteht für das Gelingen kein be- sonderes Risiko. Aber wenn in einem abgelegenen Winkel der Diaspora die weit zerstreut wohnenden wenigen Glaubensgenossen sich zusammenscharen, allen Schwierigkeiten des Verkehrs und der Ernährung zum Trotz, dann ist das eine Großtat ersten Ranges und zeugt von seltenem Opfermut. Der Katholikentag in Saalfeld hat den Nachweis erbracht, daß selbst im ent­legensten Teile der Diaspora solche Veranstaltungen möglich sind und daß sie wie kaum etwas anderes dazu beitragen, das Glaubensbewuhtsein zu stärken, die Ge­fühle der Zusammengehörigkeit zu wecken und zu ver- tiefen und soziales Verständnis untereinander zu pfle­gen und zu ferbem.

Weimar. Der Volksverein begann am vorigen Sonntag fern Winterprogramm mit einem Vortrag des G.'neralfekreiärs des St. Raphaelsvereins für deutsche Auswanderer. Das Thema lautete:Meine Erleb­nisse unter den Bolschewisten in Südrußland, vor allem in Kiew" Obwohl der Saal dicht besetzt war, hielten doch die Zuhörer in atemloser Spannung aus, während der zweistüMgeu Rede. Es waren grauenhafte Sze. nen und Bilder, die der Vortragende entrollte. Ohne ernsthaftes Verhör, ohne stichhaltigen Grund, wurden in wenigen Wocheli an 10 000 friedliche Bürger an die Wand gestellt; fchl'.eßsich gar nicht mehr begraben, sondern schichtweise entkleidet auf einander geworfen, Männer und Frauen Die Verttertheit, das Diabolische, der satanische 5), nicht zuletzt gegen Chr stus und seine Kirche, hat Menschengestalt im Bolschewismus ange­nommen. Welches Gesicht hatte es wohl bei uns Dent- 'chen angenommen, die wir in allem noch grünxWr sind, als der vielfack gutmütige und energielose Russe. Wer da von den Zuhörern einmal geglaubt hat, vom Bolschewismus könne am Ende doch für uns noch Heft kommen, der ging gründlich kuriert nach Hause.

Weimar. Eine schauerliche Bluttat wurde um Sonntag nachmittag in der Villa des Admirals Scheer verübt, des Siegers in der Schlacht am Skagerrak Das Dienstmädchen und die Frau des Lldenirals wurden im Kohlenkeller der Villa vom Dekorationsmaler Büch­ner niedergefchoffen, die Tochter des Admirals schwer verletzt. Der Mörder, der anscheinend ein Raub vor- hatre. batte sich in den Keller eingeschlichen, wo er auf das Dienstmädchen traf, das er nieder schoß, als der Frau das lange Ausbleiben des Dienstmädchens uuffieL und sie in den Keller ging, wurde sie ebenfalls n eder- oeschofsen und ebenso erging es der Tochter, die nach der Mutter sehen wollte? Diese hofft man am Leben zu erhalten.