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Deutschland mag es ein Trost in seiner entsetzlichen Not sein, daß diese an einer besonders auffälligen Stelle vor aller Welt geschildert^ werden^konnte. Doch ist ihm da­mit allein in seiner Weise geholfen. Bei den verschic- tenen Vorschlägen, die gemach! wurden, fehlt entweder das „Wie möglich?" oder die Einmütigkeil zur Durch­führung ist noch abzuwarten. Allgemein war wohl die 2lnsichl, daß Hilfe für die einzelnen Nationen nur wirk­sam werden könne, wenn die Nachbarvölker eine auf- richtige Po »K der gegenfeiiigen Unterstützung frkâen, ferner innerhalb der Länder die einzelnen Schichten in Arbeit und Spcrfcmfeit sich unterstützten. Taten statt Worte, verlangte m l Recht der italienische Vertrerer. Wenn die Anregungen der Konferenz einen Erfolg ha­ben sollten, dürften sie nicht den einzelnen Staaten Ge­legenheit geben, ihren Reichtum mit neuen Mitteln zu beschützen und zu vermehren. Durch die bisherige i Politik der rohstoffreichen Länder, auf Kosten der roh­stoffarmen Länder immer noch reicher zu werden, würden l'tzterx an den Rand des Abarurrdes geschleu­dert; es werde ihnen jede Wiederaufbaulüttgkeit umnög- l ch gemacht. England urto Amerika machten sich ein Vermögen durch Ausfuhr und führten die andn zum Zusammenbruch. Der Gedanke der Solidarität, die Züsawmengehörigkeit, die natürliche Jnterejsengemein- schaft zwischen den Nationen Europas müßte dem­gegenüber die Lander Europas zu wirtschaftlicher Beläti. gung Zusammenschlüßen und zu entsprechenden Abkom­men üb r geldliche-und allgsmemwirtschaftliche Ange- legenhsiten führen.

Ueber die WiederMckMüchuug, eines der wichtigsten Kapitel des Verfaillcr Friedens, sollen jetzt SLndcrbefprschuuFe« zwischen Frankreich und Deutschland Jattfirrden. Man sieht also in Fraick- reich doch ein, daß es mit Diktcüen a la Spaa allein n'cht geht und man mit UetbaeölHn^en weiter kommt. Es wird an den Franzosen liegen, bei uns bas Ver­trauen entstehen zu lassen, daß wir eine freie Ver­pflichtung eingehen, die uns dann auch stärker bindet als eine mit militärischen Drohungen durchgesetzte Dlo» tigung. Die Franzosen müssen sich auch Har werden, daß eine durchführbare kleinere Forderung nrehc wert ist als üin höherer Wechsel auf eine Zukunft, die kein Mensch vorausjehen kmm. Der Sperling in der Hand ist ja immer besser als dis Taube auf dem Dach. Bis- her verfolgten sie eine Politik, die darauf hinauskam, die Henne zu töten, bie dis goldenen Eier legt. Ihr Interrffs aber ist, die Henns am Lebey zu erhÄten und frei leben zu lassen.

' war die Welt reiten kann.

st, les ich br fer Tage in einem Aufsatz — erschrecke lidjt li ber Leser, wenn das in die politische Nund- ckau kommt — d e Herz-Icsu-AndvcP. Was ist an )ie^in Wort wahres? Das Hrz Jesu ist das Symbol Des Opfers und der Entsagung und die Herz-Iesu-An- Zacht feil die Bereitwilligkeit der Mer.schen, Opfer und Tnt a: ung gleich dem göttlichen Welttehrcr zu bringen, in Volke mehr verbi nten und vertuen. Insofern hat der Mann recht, der sagt, die Herz -Jesu -Andacht werde die Welt retten: denn der Mangel an Opfergeist ist gerade Der wunde Punkt unseres Zeitalters und seiner Menschen. Genießen und sich über alle Lchran'en h-a- meg t^en, das ist die Signatur des heut: gen Zeitgeist"s. Diesu Zeitgeist muß aber verschwinden und an seine Stelle muß jener Ernst des Lebens treten, der uns aus dem Buch der Bücher entg genweht. Die Sozial­demokratie beruft sich gern auf Jesus Christus und sagt, er sei der erste große Revolutionär oder Soziaidmokrat gewesen. Aber wenn sie ihn nur auch nachahmen wollte, og könnte man sich den Vergleich schon gefallen lassen. Jedoch ihre „Seligpreisungen" sind noch f,.m= niet weit entfernt von denen des Walterlössrs. Er sagt: selig die Armen -im Ge ste, selig die Sanftmütigen, selig die Trauernden, selig die hungern und dürften nach der Gerechtigkeit, selig die Barmherzigen, selig die reinen Herzens sind, selig die FricDfeUigsn, selig die Verfol­gung leihen um der Gerechtigkeit willen. Das sind Seligpreisungen, von denen die sozialistischen noch weit, weit entfernt sind und die von den Vertretern des So­zialismus mit Wort unb Tat verspottet und verworfen werden. Man hört gegenwärtig so oft die spöttische Beinerkung: „Der liebe Gott ist in Urlaub gegangen". H-a. es scheint, als ob Gott nicht eingreifen möchte zur Rettung der Mensä-l-eit. Aber es fchlt auch die aller­erste Voraussetzung dazu und das ist d«s Wort „Buße", „Rückkehr zu Gott". Ueber diese Worte wird vorderhand noch gespöttelt, aber wir dürfen hoffey, daß auch noch der Zeitpunkt koinmt, wo die Menschen mürbe werden und zur Buße und zur Rückkehr ju Gott sich bereit fin­den. Freilich wird dahn noch ein langer beschwerlicher Weg gehen. Slber es wird der einzige Weg der Rettung für das schwer kranke Europa werden.

IM Reichskanzler

hat in seiner Eigenschaft als Präsident des Münster- bouvercins in Freiburg (Baden) an der Weihe der neuen Kreuzblume teilgenommen, die an die Stelle der alten vor ungefähr sechshundert Jahren auf die Turmspitze verbrachten Kreuzbliwm treten soll. Bei dieser Gelegenheit hielt er eine beinerkens- werte Ansprache. Er sagte u. «.: Unser Vater­land Hegt schwer darnieder. Kein Sonnenstrahl will burd) die düsteren Wolken dringen und in uns die Hoffnung einer Besserung auf sei men lassen. Aber ein starkes und tüchtiges Volk verzweifelt nie. Das heu­tige Fest ist der Schimmer eines Lichtes in der Fin­sternis. Die neue Kreuzblume erhebt sich bald zu steiler Höhe. Wenn das deutsche Volk sich wieder auf­rafft zum Geiste der Ord«mn>g, der Pfsicht und der Ar­beit, wenn er sich erfüllt mit (Botsvertrauen, mit-hei­liger Begeisterung für die höchsten Güter der Mensch­heit, dann wird mich diese Kreuzblume wieder auf ein glückliches Geschlecht herabschauen können. Der Reichs- kanzler ersteht« dazu Gottes Segen, der allem es ver­möge, die Betrübnis in Freude ,311 verwandeln, und sprach die Hoffnung aus, daß eine glückliche Zukunft wenigstens der Jugend lerntten möge. Weihbischof Dr. Knecht schloß sich dem Wrmsche des Reichskanzlers an, und verwies auf die unbedingte NotweMgkeit, gerade in unseren Tagen zur Gottesfurcht und zum Gotter­glauben zurück^ukehrvu unb die Jugend in diesem Srnne zu erziehen.

Die Brüsseler Ananztzsnferenz

Jt 3U Ende. Der Gang der Dinge war im Wesentlichen folgender: Die geldliche und wrrtfchaftlick)« Lage der emzelnen Staaten wurde geschildert. Für di- Be- seittgung der wesentlichsten Schwierigkeiten brachten dann Sachverständige ihre Gutachten vor, die man in Erörterungen mehr oder weniger durchsprach Danach traten vier Ausschüße zusammen, die tagelang über Staatsfmanzen, Geld- und WLHrungsfraaen, Außen­handel usw. berieten. Bevollmächtigte Vertreter der einzelnen Länder waren nicht erschienen, sodaß auch das Lassen bindender Beschlüsse unmögs'ch blieb. Für

land haben mir Arbeitslosigkeit wegen Unerschwinglich» seit der litohstos^e, m Frankreich Ueberfluß an stuchet^ aber Mangel an Absatz, in Deutschland dagegen Bedarf an allen möglichen Dingen, unb DeutschlanLZst zugleich die Brücke für Frankreich yach dem Osten. Nur der französische lUilitarismus verhindert das unbedingt not- wenöge wirtschaftliche Einvernehmen. Da denkt map unwillkürlich an em

Wort Erzbergers über den deutschen Rttlitarismus, das vom ftanzösischen jetzt in verstärktem Maße g lt: „Voltspjychotogre (Ver­ständnis für das Volk) ist diesen Kreisen sremd. Sie sind gewohnt, die ganze Welt nur durch ein Kanonenrohr an- zusehen, woraus die Enge des polit. Gesichtskreües llch non selbst ngibt." Marc hat früher gesagt, der orcu^. DlMrismus beunruhige die Wett — jetzt ist ohrre Zwei- fH Frankreich mit seinem Militarismus der

DcunruhigAngsbazUlus

für den europäischen Kontinent. Was einem §udrv g XIV., einem Nap ren I. nicht gelungen ist, das hofft man jetzt zu erreichen, Frankrllch zum ersten und wich- Ngsteu Slaat Europas 3« machen.

Die Geleg.nhcit ist allerdings günstig. Rußland ist auseinanbcrg:fallen. Im Westen sind tue Randstaallen und Polen, im Süden die Ukraine abgeteilt, in Asien holen sich die Japaner chren T^l, im Innern 'yerrscyt allgemein Auflösung unb die Sougetherrschaft hat wohl am lär ff en gebauert. Ein nm>.'s, vielleicht oon, Sü­den her durch Gew'ral Wrangel ausgebautes Rußland wird politisch ganz in den Händen Frankre>ll)s fein, auf keinen Fall wird es dessen Machtgelüste beschränken moU^i ober können, das gleiche gilt von Polen. Die von Frankreich geförderte südflawifche Republik ^Jugo­slawien) hält Italien in Schach. Was den Slawen nicht gelingt, vollenden die Griechen, denen Frankreich einen Brocken in Kleinasien hinwirst und die Hoffnung auf Kanstcuâapel vor Augen hält. En^and steht freilich noch im Weg, aber es hat neuerdings mich allerbcui) Sorgen in Irland und besonders in Indien, wo das S'rriten anfängt, das, wenn es die ungezählten Millio­nen dort erst einmal ergriffen hat, für England sehr gefährlich werd«! kann. Jedenfalls ist die Gelegenheit sich zum beherrschenden Staat Europas aufzuschwingen, für Frmckreich setzt pimftiaer denn je. — Indes de? Mensth denkt und Golt lenkt.

Ein ernstes Wort

hat der Neichsrat (dèe Vertretung der Länder) an dir Rricbsregierung gerietet, in dem er auf den ungedeckten Fehlbetrag von 67 Milliarden im Etat Hingewisfeu hot« So könne es nicht weAer gehen, strengste und rücksichts- loseste Èinfdxänfung der Ausgaben sei Pflich', die gEze finaii^He und politische Zukunft des Reiches stehe auf dem Spiel. Bei allen Dewllügunaeu müsse man cmch mn die Deckung sich kümmern; der Reichsfinanz- mimfter müsse die Macht erhalten, alle gegen seinen Willen bewilligte Forderungen glattweg abzulehir«^ Drese Forde ruirgon wurden einstimmig erhoben. Spar­sam seit auf der Reg èerungs feite ist also das erste. Spar- famfeit auf Seite des Volkes ist das zweite. Milliar­den werden vom Volke für Luxusarttkel, Zigaretten, Serbe, Spitzen, Schokolade usw. ins Ausland gegeben, währerch man nicht das Geld hat, um dafür wichtige Leberismittel, (Betreibe, Milch usw. «nzukaufen, die im Ausland in Hülle und Fülle lagern. Wir gehen dem Abgrund entgegen und alles Volk hilft mit, daß das Ende nckt Schrecken noch eher kommt.

Nur st reit kaun uns retten.

Das ist der Ruf, der immer wieder von allen Sei­ten erschollt. Dazu passen aber nicht die Streifs, die in der letzten Zeit wieder bald hier bald dort sich zeigen, nachdem man geglaubt hatte, der Streikwahn sei endlich überwunden, dazu paßt amh nicht das Schwätzen und Schwadronieren aus dem

Betriebsräre-Kongreß,

SHMr HeMen

hat Frankreich ohne Zweifel durch den Krüg, aber es hat seine kritische Zeit überstanden. Seit 1919 ist die französische Ausfuhr um 72 Prozent gestiegen. Von 4000 Betrieben der Kriegszone, die ganz oder zum Teil zerstört waren, wird in 3000 schon wieder gearbeitet; von 1782 000 Hektar zerstörten Landes sind über 900 000 Hektar wieder unter Kutur; auch im Berg- merksbetried geht es stetig voran, so daß Frankreich mit den von uns gelieferten Kohlen bereits wieder 81 Proz. seines Friedensbedarfs decken kann gegenüber einer Lrr- sorgunpszifßm von 50 Prozent bet uns. Sn Frankreich kann man wirklich von einem Kohlenüberfluß, nicht von Mangel sprechen. Trotzdem vMlangt es unerbittlich von Deutschland jederr Monat einige Hunderttausend To. Kohlen, obwohl bei uns die Industrie wegen Kohlen- manget am ZusammMbrechen ist und viele Waren (z B. Glas, Bausteine) nur deshalb so überschläglich sind. Dafür verkauft ober Frmckreich auf dem Umweg über die Schweiz deutsche Kohlen zu Wucherpreisen wie­der nach Deutschland. Nur so sind die entsetzlich hohen Kohlen^eift zu verstehen. Frankreich ist und bleibt halt unser verbissenster und unversöhnlichster Gegner. Solange hier keine Wandlung eintritt, kann auch von einem wirklichen Frieden keine Rede sein. Unser Dot- 'chafter in Paris, der Zerrlrumsabg. Mayer, gibt sich ja alle Mühe, um vor allem

die wirtschaftlicher, und kanfmiknnische« Vezlrhunzen mit Frankreich

der Reser Tage in Berlin stattfand mch an dem nur die roten Betriebsräte teilnahmen. Schon die äußere Auf­machung — rote Fahnen um die Büsten der sozialdemo­kratischen Parteigrößen Lasalle, Marx, Engels, Bebel — sowie das Austreten eures Abgesandten der russischeu Sowjetrepublik, der für das bolschewistische Paradies zu werben stützte, bewies das. Eine wirkliche Vertre­tung der deutschen Betriebsräte war das nicht, sondern

wieder anzuknüpfen. Man bringt ihm auch, wie aus der französischen Presse ersichtlich ist, wegen seiner Of­fenheit und Ehrsichkeit, frei von diplomatischen Kniffen und Sprüchen, alles Vertrauen entgegen. Man sieht ja besonders in der französischen Geschäftswelt auch alt .„ ------, z ,

mählich ein, daß beide Länder auf einander angewiesen eine häusliche sozialistische Angelegenheit. Die Aufgabe sind, besonders in wirtschaftlicher Beziehung. In Deutsch-! dieses Kongresses sollte auf wirtschostsichem Gebiet tis-.