Ausgabe B.
wochenkalenLer.
onnlag, 17. Okt. 21. nach Pfingsten. Hedwig, Witme' Montag, 18. Oft. LucaS, Evan elfft.
)ienéta I, 19. ©4. Petrus von Alcantara, Bekenner. Mittwoch,20.Okl Iohanne§Kantius,Bek. Wcndetinus,Abt- Donnerstag, 21. Ott. Hilarian, Abt, Ursula u.Genojsinn.M. Freitag, 22. Okt Vom Tage, Severus, Bischof.
amstag, 23. Okt. Von der Mutter Gentes.
Euun^toan$igiter Sonntag nach psi.rgften.
(£b. Matth. 18, 23-35.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jün ern ieses Gleibnis: D>; eHiinmetreicc) iit einem nöni,e leid), bet mit einen Kile yten biehenschalt halten wo lle, ns er zi rechnen ansin-, brachte man ihni einen der hm zehntausend Talente schuldig Ivar. Da er aber lichts halte, wovon ec bezahlen konnte, befahl sein )err, i^n und sein Weib und seine Kinder und alles, aas er hatte, zu verkau en lind zu bezahlen. Da fiel er Knecht vor ihm nieder, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Una cs rbarmle sich der Herr über bieten Knecht, ließ ihn los mb schenkte lym Die Schuld. Als aller dieser Knecht iinausgegan en war, fano er einen seiner Mltknechie, >er ihln hundert Denare fd)ulün war: una er Packle hn, wurzle > ,n und sprach: Bezahle, was Du. schuld! nstl Da fiel ihm sein Mitknecht zu putzen, bat ihn inb sprach: Halle Ged il) mit mir, ich will Dir alles lezahlen Ec aber wollte nicht, sondern alna hin unb teß ihn ins Ge,än? is werfen, bis er die Schuld bezahlt hätte Da nun feine Mit kn echte sahen, w s gc- chehen war, w irden sie sehr betrübt: und sie gingen NN und erchh t.n igrem Herrn alle?, ivas such zu e ragen halte. Da vier ihn sein Her^ zu sich und sprach tu ihm: Du böser Kne t! Die ganze S hu a h ibe tch nr nachgelassen, weil du mich gebeten hast: sollte t denn licht auch du deines Mitknechtes dich erbarmen, wie luch ich mtd) deiner erbarmte? Und sein Herr ward wrnig und über ab ihn Den Pein, ern, bis er Die muge Schuld b zahlt haben würde. Sa wird auch mein siminlischcc Vater mit euch Verfahren, wenn i jr nicht, nn jeder seinem Bruder, von Herzen verzeihet.
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„Unser Hieber."
sn der Tac
oleid) verließ ihn das ^tebe*1, zäh t i'. ns das Evangelium desvorigen
Sonntags in »einer fd)h ; t n Einfall.
„Unser Fieber ist die Habsucht", fa l der hl. Papst Gregor der G oße.
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i i die Hab ucht ein Fieber. Was ist beim Fieberkranken eine auffallende Erscheinung? Ter ent.eßliche Willst, mit dem er geplagt ist. Je mehr er aber tr mit, und den Dnist zu löschen wä git, dello ärger breit en se ne Lappen, deslo hitziger werden seme Ein ewerde. Und w.nn das Fieber nicht nad)- läßt, wird es den kranken Mann verzehren wie das
Feuer ein Haus verzehrt. In wenigen Tagen senkt man den £6 anten als Leiche hinab auf dem Friedhof.
Ist das nid) ein getieues Konlerfrei des Hab- iüchngen? Er ist, wieder hl. Kirchenlehrer Baülnis lagt, der Hölle zu vergleichen: so wenig die Hölle jema's sagt: es ist genug, ebensowenig der Habsüchtige und der Geizhals. Tas Meer hat seine Gien- zen, die Nacht hat ihre Zeit, Hab.ucht aber und Geiz haben weder G enzen noch Zelt.
Etwas derber, abei nicht weniger zutreffend ist der Vergleich des hl. Bonaventura. Der Geizige und der Habgierige, sagt er, gleichen einem Schweine, das, mlange es lebt, zu nichts laugt, wohl abu, wenn es gestorben t]t. So ist auch der Geizige unnütz, W ange er leb ; erst bei feinem Tode erweist er sich als nützlich. Tenn dann nehmen die Teusel seine Seele, die Würmer seinen Leib und die Erben fei* neu Besitz.
In der Tat, das Schwein nützt niemand, solange es lebt. Es gibt keine Milch wie die Kuh, es zieht n cht den Wagen wie der Ochse, es fängt keine Mäuse wie die Katze. Sobald es aber geschlachtet ist, dann wird das Fleisch als Leckerbsssen verzehrt, die Gedärme werden zu Würsten verwendet, die Haut zu Leder verarbeitet und selbst die Borsten sind ein begehrter Artikel. Achnlich ist es mit dem Habsüchtigen Er bekommt nicht genug mit Erwerb. Je mehr Millionen er auf- speichert, desto größer wird sein Geldhunger. Keine Arbeit ist ihm zu vi l, kein Geschäft zu mühsam, keine Reise zu beschwerlich, ke n Betrug zu schlecht, kein Wucher zu gewagt, keine Strafandrohung zu groß — alles wird daran gesetzt, um nur reich zu werden. Was kümmert es einen solchen Geldhamsterer, wenn so man= d)ir Arbeiter und Tagelöhner, so manche W'.twe und manches Slinblein hungern und darben müssen, wenn so manche mittlere und kleine Existenz zugrunde geht —. wenn er nur sein Schäfchen ins Trockene bringt. Tabei hat der Geizige selber keinen nennenswerten Vorteil von seinem Ncichlum. Er hat immerfort zu sorgen, daß sein Mammen wächst, daß er ihn der Swuerbehörde verheiml cht, daß cr ihn sicher anlegt auf der Bank oder in Werllpafv' - n ober Spekulationen. Sich selbst und andere stürzt er ins Verderben. .Hai er aber die Aucen zugemacht, so freu n sich die Hinterbliebenen und der Verwandten und die Erben und dii Staatskasse, de alle ein gutes Güchüst machen.
Ist also nicht der Geiz und die Habsucht e ne greße Torhe t, eine arge Verblmdung, ein entsetzliches Lasier? Laß noch bem hl. Paulus das Wort, welcher der Habsucht folgende Warnung ins Stammbuch schreibt:
„Diejenigen, welche reich werden wollen, fallen in Versuchungen und in den Fallstrick des Teufels und in viele unnütze und gefährliche Begierden: denn die
Vurze aller Hebel ist die Habsucht; einige, die sich ihr ergeben haben, sind vom Glauben abgefallen und haben sich in viele Schmerzen verwickelt." (1 Tim 6, 9).
Vox dem Fieber nimmt sich ein vernünftiger Mensch sorgfältig in Acht. Ebenso sehr unb noch sorgsamer
hüle dich vor der Habsucht. Die Bazillen dieses Lasters fliegen nach tausenden in der Luft herum. Ich werde nicht viel daneben schießen in der Annahme, daß nicht gerade viele Wucherer, Schieber und Großhändler diese Predigt lesen. Aber von so manchem Bauersmann und von mancher Bauersfrau habe ich das Vertrauen, daß sie sich in diese Zeilen vertiefen. Und bei euch hoffe ich auch, einen verständigen Widerhall zu finden in euren Herzen. Ist doch der Bauernstand in der großen Mehrheit gottesfürchtig, edelgesinnt und freigebig. Darum madje du die Treibereien nicht mit, von denen man jetzt sehen und hören muß, die den guten Ruf des Bauerntums untergraben und auch den Unschuldigen eine Makel anhängen im öffentlichen Ansehen. So mancher Bauersmann weiß ja jetzt nicht mibr, wie hoch er hinaus will mit den Preisen für Obst, Frucht, Kartoffeln und andere notwendige Lebensmittel. Du magst hin und her reden wie du willst, so bleibt wahr, daß bei diesem ©eibrennen ganz allein die Habsucht, der verfluchte Mammonsgeist die abscheuliche Triebfeder bildet. Und den Ueberfluh aufspei- chern auf dem Boden oder in Löchern und Gruben oder in unnütze Getränke zu verwandeln mit der Ausrede: ich brauche jetzt kein Geld, ich kann warten bis zum Frühjahr, dann löse ich das Doppelte — ist das nicht Wucher und Habsucht im höchsten Grad in einem Augenblick, wo Taufende und Hunderttausende nicht einmal für drei Tage versorgt sind mit dem nötigen Lebensunterhalt? Gewiß, du sollst auch out deine Rechnung kommen, mußt du ja auch Riefenfummen hinlegen für Schuhe und Stoffe und Maschinen, die du in der Stadt kaufen mußt. Niemand w Ü deß du deine Lebensmittel ’n den Preisen von näher um= setzest. Aber eine Grenze muß doch sein, e ne gerechte Mitte muß eingehalten werden, Ich meine, jene Preise, die von verständ'gen Männern, die der Land- w''rtfchaft wohlwollend gegenüberstehen, festgesetzt werden, diese magst tu verlangen und annehmen Jene Preise aber, die im Gehirn der Geizhälse ausgeheckt werden und die von Schiebern und Spekulanten an» geboten werden, die sollst du als ehrlicher Mann und als gew'ssenhafter Katholik mit Entrüstung von dir weisen. Sonst wird dir das Wort des hl. Petrus an Simon entgigengeschmettert werden: dein Geld sei dir zum Verderben.
Die beste Vorbeugungskur gegen das Fieber der Habsucht ist aber ein Aderlaß, den du von Zeit zu Zeit vornimmst, ich meine ein Almosen an den Armen und Dürftigen, eine Guttat am Nebenmenschen, wovon geschrieben steht: wer den Armen etwas gibt, der leiht dem Herrn auf Wucherzinsen.
Der Burgpfarrer.
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Zum Dsenkranz'nonat.
Gedaicken eines Pro'? anten über Marienverrhnmq.
Man fühlt immer mehr in nachdenklicher prote- stantischen Kreisen, daß die von fiarnad gefeierte Lu-