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des Bolksvereins Herr Etadtrat Dr. Kramer aus Fulda. Er behandelte in packender, von warmherziger Glaubensilberzeugung getragener Reds das Thema: „Sie Mission des Katholizismus im öffentlichen Leben der Gegenwart." Als die wichtigsten Mittel, die ouf- bauenden Kräfte des Katholizismus im öffentlichen Leben zur Geltung zu bringen, empfahl er den Volkscer- ein und die katholische Presse.
Großauheim. Die hiesige Bischöfliche R e k t o- ratschule konnte, wie schon kurz berichtet, am 19. d. M. ihr 10jähriges Stiftungsfest verbunden mit Fahnenweihe begehen. Am Vorabend des Festes bewegte sich ein stattlicher Fackelzug durch die Hauptstraße nach der Wohnung des hochw. Herrn Rektors Franz Ranft, wo u. a. ein Vertreterder Eltern dem überraschten Schulleiter innigen Dank aussprach für feine aufopfernde Mühe und erfolgreiche Erziehertätigkeit. Der Dank des Herrn Rekiors gipfelte in den Worten: „Der Segen kommt von oben!" An dem sonntäglichen Festgottesdienste beteiligte sich fast die gesamte kath. Gemeinde Großauheims; auch die Herren Rektoren der Lateinschule Orb und des Seligenstädter Progymuasiuws mit einer stattlichen Schülerzahl wohnten der erhebenden Feier bei. Die Weihe der Fahne vollzog Herr Pfarrer Pfeifer. In seiner Predigt wies er eindringlich darauf hin, wie die Fahne das Symbol des Zusammenhaltes sei, der gerade heutzutage unter dem gläubigen Volke nötiger denn je sei. Gebildete Männer sollen einmal die Schüler werden, die ohne Menschen- furcht einstehen furchtlos und treu für ihren hl. Glauben. Nach der kirchlichen Feier bewegte sich der Festzug zum „Goldenen Stern", wo der Saal die Menge nicht zu fassen vermochte. Den Mittelpunkt des Abends bildete die Festrede des Herrn sind, phil. Brückner aus Somborn. Der Redner zeichnete ein Bild der Entstehung und des Aufschwungs der Schule (sie zählt z. Zt. 120 Schüler), beleuchtete ihre Bedeutung in religiöser und sittlicher Beziehung und legte an Beispielen aus der Schui- Praxis dar, wie man auch unter bescheidenen Verhältnissen den berechtigten und gesunden Anforderungen einer modernen Pädagogik entsprechen kann; denn keine „Presse" soll die Auheimer Rek- toratsschule sein, sie soll auch erziehen. Hier sei z. B. nur erwähnt, daß — abgesehen von eigenen Er- ziehungsstunden — auf Bitten des Herrn Rektors Ranft der bekannte Schriftsteller Herr P. Wiesebach- Frankfurt fast allwöchentlich Lehrer und Schüler mit einem pädagogischen Vortrag erfreut. Nach der Festrede solgtenBeglückwünschungender obengenannten Anstalten und der Vertreter der Eltern. Herr Bürgermeister Grün, der sich einst um die Schule sehr verdient gemacht hatte bei ihrer Gründung, würdigte deren Tätigkeit in warmen Worten und auch der Direktor des Hanauer Gymnasiums, Herr Prof. Dr. Müller, hatte unter dem Ausdruck des Bedauerns, am persönlichen Erscheinen verhindert zu sein, dem Herrn Rektor Ranft seine besten Wünsche übermittelt. Daß die Glückwünsche der alten Freunde der Schule, der hochw. Herren Pfarrer Bargon-Schmalnau und Haseneier-Oberndorf nicht fehlten, bedarf kaum einer Erwähnung. Bis in späte Stunde hielt der unterhaltende Teil des Programms die Gäste zusammen; namentlich hatte das Stück „Tarcisio", (Verfasser hochw. Herr P. Wiesebach), eine ergreifende Wirkung. Alles in allem: Die Fest- feier bekundete aufs neue die Zusammengehörigkeit zwischen Schule und Elternhaus und bot eine Vertrauens-Kundgebung der Eltern für die erzieherischen und unterrichtlichen Grundsätze, zu denen sich die Bischöfl. Rektorats schule Auheim unter Leitung des Herrn Rektors Rauft bekennt.
Hanau. In einer gut besuchten Versammlung der Zenirumss^rtei sprach am Dienstag voriger Woche Herr Parteisekretär Müller über „Sozial- und Kulturpolitik im Stadtparlament". Der Redner verbreitete sich zunächst über die Bekämpfung der Wohnungsnot. Hier müsse alles getan werden, um durch Neu- und Umbauten Wandel zu schaffen. Es sei auch eine eminent christliche Forderung, sich zu Gunsten kinderreicher Familien in seinen Wohnräumen einzu- fchränken. Gesundheit, Sittlichkeit und häusliches Glück seien undenkbar, ohne eine ausreichende gesunde Wohnung. Bei der herrschenden Arbeitslosigkeit liege es im Interesse des arbeitswilligen, fteuerkrästigen Volks- teiles, darauf 311 achten, daß keine Arbeits scheu unterstützt werde. Andererseits müßten aber ausreichende Roistandsarbeiten bereitgestellt werden. Was die Volksernährung angehe, so verlange das Zentrum einen den Verhältnissen angepassten Abbau der öffentlichen Lebensmittelbewirtschaftung, um den dauernd wachsenden Bsamtenapparat einzuschränken. Unter großer Aufmerksamkeit der Versammlung berührte sodann her Redner fest alle Suiten und ^eia» der
städtischen Kulturpolitik. Die Gesundheitspflege verlange u. a. die wohlwollendste Unterstützung auch der konfessionellen Schwestern- und Krankenhäuser. Denn diese ersparten der Stadt große Kosten und sicherten eine gemeinnützige, liebevolle Behandlung und Pflege. Auf dem Gebiete des Theater- und Bibliothekwesens sei den Forderungen des christlichen Volkes zunr Recht zu verhelfen. Ganz besonders gelte dies aber in der Schulfrage. Die Vorgänge in Berlin, wo ein früherer Jude zum Leiter des gesamten Volksschulwesens gewählt worden sei, wären ein warnendes Signal. Der Redner schloß mit einer warmen Empfehlung der Parteipresse und mit der Aufforderung zu tatkräftiger Mitarbeit bei den wahrscheinlich bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen. Der Dank des Vorsitzenden, Herrn Dr. R 0 e p e r, an den Redner war wohlverdient. Unter allgemeiner Zustimmung wurde sodann beschlossen, den besoldeten Magistratsmitgliedern das Vertrauen der Zentrumspartei auszusprechen. Mit dem Verhalten der bürgerlichen unbesoldeten Magistratsmitglieder erklärte man sich einverstanden. Der Technischen Nothilse soll der Dank für chre Tätigkeit ausgesprochen werden. Zum Schluß entschied sich die Versammlung nach längerer Aussprache, bei einer etwaigen Neuwahl des Stadtparlaments vorläufig gegen eine gemeinsame bürgerliche Liste, hingegen seien alle Absplitterungen einzelner Berufsstände im Interesse der Betreffenden selbst und der ganzen Bürgerschaft lebhaft zu bedauern.
Fritzlar. Mit dem 1. Oktober schied Herr Hauptlehrer Hain nach nahezu öOjähriger Wirk» wmleit an der hiesigen kathol. Volksschule aus dem Amte. Aus diesen» Anlaß fand am 29. September in der Schule eine erhebende Abschiedsfeier statt. Nach stimmungsvollen Liedern und Gedichten sprach zunächst im Namen der Schule und des Lehrerkollegiums Herr Lehrer Winter, der den Herrn Hauptlehrer als ganzen Mann voll Gottesfurcht, Pflichttreue, Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit feierte und mit dem Wunsche schloß, daß sein Geist der Schule erhalten bleibe. Namens der Stadt dankte Herr Bürgermeister Bonati für die Unsumme von Arbeit, mit der der Scheidende fast zwei Menschenalter hindurch den Nachwuchs der Bürgerschaft unterrichtet und erzogen habe. Herr Dechant Jestädt gedachte der Tätigkeit des Herrn Hauptlehrers als Religionslehrer und Organisten und verlas ein in Worten wärmster Anerkennung gehaltenes Dankschreiben der Bischöflichen Behörde, die dem Herrn Hauptlehrer den Kantortitel bersteten hat. Möge dem allverehrten Herrn Kantor, der, wie er in seinen Dankesworten bewegten Herzens berichten sonnte, in seiner 50jährigen Tätigkeit wegen Krankheit keinen einzigen Tag Urlaub gehabt, noch ein langer, schöner Lebensabend beschieden sein.
Jena. Im Anschluß an die großen Kinderfchutzèagun- gen in Jena fand unter dem Vorsitze des Herrn "Präla. ten Dr. Werthmann, Direktor des Caritasverban- des in Freiburg, eine sehr anregende Konferenz über praktische Gesichtspunkte der neuen Cacitasarbeit statt. Wertvolle Beiträge gaben Prälat Dr. Müller-München, Jesuitenpater Dr. Noppel-München, Generalsekretär der Vincenzvereine Koenen-Köln, Frau Amtsgerichtsrat Neuhaus-Dortmund, M. d. R., Direktor Schneller- Augsburg.
Weimar. Am 10. Oktober findet im Saale der „Armbrust" im Anschluß an den Katholikentag eine Versammlung der Zweigvereine des katholischen Frauenbundes Deutschlands, Bezirk Thüringen, statt. Auf her Tagesordnung stehen die Referats. 1. Die wichtigsten Aufgaben des K. F. D. in der Gegenwart. 2. Besprechung besonderer örtlicher Schwierigkeiten. 3. Unsere Jugendabteilungen. 4. Was können wir tun, um in der Diaspora gemischte Ehen möglichst zu verhindern.
Weimar. Die auf dem Katholikentag gefaßte Ertt- schlsißung hat folgenden Wortlaut: Wir in Weimar versammelten Katholiken Großthüringons erklären. Es ist ein unantastbares Recht und eine heilige Pflicht katholischer Eltern, dafür zu sorgen, daß ihre Kinder im Geiste und nach den Vorschriften ihres kath. Bekenntnisses unterrichtet und erzogen werden. Darum verlangen wir kath. Schulen für die kath. Kinder, damit es den kath. Eltern ermöglicht wird, ihren Kindern einem ihrem Gewissen entsprechende Schulerziehung zu geben. Wir sind fest entschlossen, alle in der Reichsverfassung gewährleisteten diesbezüglichen Rechte in Anspruch zu nehmen und fordern: 1. daß Anträge auf Einrichtung Htkaol. Bekenntnisschulen in weitgehenden Maße berücksichtigt, 2. daß dem Weiterbestehen der kath. Privatschulen und der Gründung solcher Schulen keine Schwierigkeiten bereitet werden, 3. daß in allen diesen Schulen, und wo solche nicht bestehen für die katholischen Minderheiten, kathol. Religionsunterricht nach den Grundsätzen der kathol. Kirche erteilt wird und 4. die Erhaltung einer kirchlich gläubi- nen p^.hr^rsrhnfi (wrmthrt mixb Allen katbol. Er
ziehungsberechtigten empfehlen wir die Errichtung von Elternausschüssen zur gemeinsamen Beratung über Schulfragen und zur wirksamen Geltendmachung ihrer Erziehungsrechte. Selbstverständliche Pflicht aller kath Elten» ist es, ihre Kinder in die kathol. Schule zu schicken, ie insbesondere zur Teilnahme am Religionsunterrichte und an den entsprechenden religiösen Uebum gen anzuhalten. Unsere Volksvertreter ' fordern wir» auf, wie bisher so auch in Zukunft mit aller Entschie-1 denheit einzutreten für die Wahrung der Elternrechte ' und die Verteidigung und Sortierung der christlichen Schule.
Dis Ilnanznot in Deutschland müssen zurzeit auch die Geistlichen der Mainzer Diözese empfindlich verspüren. Nach Erklärung der kirchlichen Behörde ist es zurzeit unmöglich, der Geistlichkeit das vierteljährliche Gehalt auszuzahlen, das anfangs September angewie- fen wird. Der Diözefankirchenoorstand ist ohne die erforderlichen Mittel. Auch die staatliche Finanzbehörde hat sich außerstande erklärt, die Mittel vorzuschießen und auch die Kirchengemeinden sind in Geldnot. Ob und wie diese Finanznöten behoben werden können, wird die Zukunft lehren müssen. Verhandlungen zwischen Kirchen- behörde und Negierung sollen zurzeit schweben.
Sie deutschen Lenedittiner dürfen wieder in ihr Besitztum auf den Berg Sion in Ieusalem (Kirche und Kloster Mariä Heimgang) zurückkehren; die belgischen Venedtttiner, denen es von den Engländern zugesprochen war, haben sich zurückgezogen.
Weitznachts vücherjchau.
i.
Schon sitzt wollen wir unsern Lesirn eine Reihe von guten Büchern empfehlen, die als Weihrtachsgeschente sich eignen und auch bei andern Gelegenheiten (Namenstagen, Hochzeiten usw.) freudige Abnehmer finden werden. Ein gMes Buch ist ohne Zweifel eines der schönsten und nützlichsten Geschenke.
Eine Gabe für die Jugend und das Volk ist das bei Herder in Areiburg erschienene Buch „heinerle mit dem Korb und andere Erzählungen", das den SchwarzwÄd- dichter August Ganther zum Verfasser hat. Preis 10,80 JI; geb. 15,40 Ji und Zuschläge. Wer wollte nicht herzhast in diesen Korb hinewgreifen und sich schmackhaftes, unverfälschtes Bauernbrot herausholen l In seinen teils heiteren, teils ernsten Erzählungen bringt bkfe« gediegene Volksbuch eine Fülle scharsgezeichneter Gestatten. Seine schlichte Wahrheit und seitens Innigkeit erquicken, echten auf und erheben die Seele über die Sorgen des Alltags.
Für Priester und gebildete Laien sei empfohlen die soeben bei Herder erschienenen Bändchen 4 und 5 der Sammttmg „Ecclesia oremus", dieser glücklichen Verwirklichung eines zeitgemäßen Gedankens. Sie behandeln „Die Psalmen". Uebersetzt und kurz erklärt von Athanasius Miller O. S. B. Preis 11,50 bezw. 9,50 Ji, geb. in einem Band 26 JL Die Bücher enthalten den lateinischen Text und daneben die deutsche Uebersetzung, die ausgezeichnet ist. Wer sich, anaereat durch unsere seitherigen Sonntags- 'rsunoen über einige Psalmen, mit dem reichen, herrlichen Inhalt der Psalmen bekannt machen will, wer sich ohne zeitraubende Mühe in sie vertiefen oder bei schwierigen Stellen sich rasch zurechtsinden will, ber greise zu dieser lleberfehmifl.
BonifMusverein (Notopfer 1920).
Auf unsere Bitte im Bonifatiusdoten gingen beim Diözesankomitee ein u. werden mit herzlichem
Dank quittiert:
J. Jäger-Melsungen 15 Mark, H. Weitzel-Bauer- , buch 15 Mk., Lehrer Kreuzer-Eckardroth 10, E. Hage- mann-Lallmlnster 10, D. Vogel-EllerS ö, H. Kind-Berm- bach SO, Pastor Serfert-Langenselboid 25, N. N. aus Birstein 20, Ww. H. Stumsche-Hünseld 20, Brons-Noh- buch (Hünfeld) 20, A. Bösing-Hünfeld 2, M. Cl. Trapp. Hünfeld 20, Andr. Trapp-Hünfeld 50, W. Trapp-Macken- r a 50, Fr. Hohmann-Molzbach 79, F. Sieln-Franksuri- Eckcnheim 10, J. Huhn-Allendorf 2, Lehrer Storch-Herolz 25 Ad. Rexroth-Geismar 100, I. Rotzum-Grotzauheim 5 F. Lange-Hofgeismar 30, Jeanemann-Anzefahr 10, K. Freidhof-Anzefahr 5, I. Reuter-Oberwerfenborn ö, Ottilia Belles-Frankfurt 10, Ww. Höfler-Altenmitttau 20, L. Lauer-Rückers 6, A. Möller-Schweben 10, B. Schlitzer-Großenlüder 10, J. Hillenbrand-Hosenfeld 5, I. Nau°Frankfurt 20, H. Schlitt-Neustadt 6, F. Heurich- Kassel 5, E. Schneider-Frankfurt 10, Lenz-Frankfurt 10, Wilh. Schleich-Uerzell 10, J. Perner-Ginnheim 10, Fr. Donius 5, Kriminel-Bad-Salzschlir f 5, Frau Zieren» berg-Fulda 10, B. Jahn-Fulda 40, Jh. Link-Fulda 20, Aug. Fröhlich-Schackau 15, Jos. Goldbach-Weyhers 5, WeüherS 15, Lotte Both-Weimar 20, J. Allner-Kassel 2, Sckwesier Koustanze-Kafiel 3, S. Haase-Kassel 20, Walther-Kassel 20, Gase-Kassel 10, Magd. Bohn-Kassel 50, Lehrer Freckmann-Kassel 10, K. Bierwifch-Kassel 100, D. Groll-Kafsel 5, Mädchen-Oderklasse-Volkmai sen 50, E. Bones-Kassel 5, A. Ochner-Hofgersmar 10 ö. Achalf-Hildebrandshausen 5, I. Stahi-Sigmarmgeu 100, Frau Gerhards-Schloß Brandenstein 5, Jäckel-Lauterbach 5