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bis miss Hemb
ausgezogen. So fordert die Entente außer vielen^anderen von uns auch die Abgabe von 800 000 Stück Rindvieh und 150 000 Pferden. Daß das ein Ding der Unmöglichkeit ist und unsere Milch- und Fettver- forgung in Fraae stellt, braucht nicht erörtert zu wer- den. Ebenso würde die Abgabe dieser Anzahl Pferde unsre Gespanntiere so vermindern, daß die Felderbestellung leidet. Doch die Entente fordert und fragt nicht nach uns, ob wir das entbehren können oder nicht. So find wir machtlos dem Vernichtungswillen unserer Feinde ausgeliefert, wehrlos, ohne Waffen, vom Feind geknebelt und bedroht. Papierene Proteste werden nicht gehört, mögen wir noch so viele Protestnoten loslassen, den Erfolg weiß man immer schon vorher — sie werden alle abgeschlagen, mögen die Forderungen auch noch so wohl begründet sein. Wir sind bettelarm und haben keine Macht mehr, weil sie uns die Revolutionäre genommen haben.
Der westfälische Bauernverein
erläßt einen Aufruf an die Landwirte. in bem er auf die nun erfolgte Aufhebung der Zwangswirtschaft in Kartoffeln und Fleisch und damit auf d'e Erfüllung einer alten dringenden Forderung der Landwirtschaft hinweist. Damit erwachse den Landwirten aber auch, mehr noch als bisher die Pflicht, für die Ernährung der Bevölkerung zu sorgen. „So lange die Zwangswirtschaft bestand, wurde seitens der Landwirte immer wieder hervorgehoben, daß es ihnen bei der Forderung nach Aufhebung der Zwangswirtschaft weniger auf hohe Preise ankomme, als darauf, frei über ihre Erzeugnisse verfügen zu können und von lästigen Revisionen verschont zu sein. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir zeigen müssen, daß wir gewillt sind, dieses Versprechen einzulösen. Es muß unter allen Umständen vermieden werden, daß mit der Freigabe der Kartoffeln eine Preisbildung Platz greift, die weder im Interesse der Verbraucher noch der Erzeuger liegt." Der Aufruf gibt den Landwirten die Mahnung des Frhm. von Schorlemer-Lieser zu bedenken, doch in ihrem eigenen Interesse bei ihren Preisforderungen Tllafj zu halten und besonders den Kartoffelpreis nicht ins Maßlose zu steigern, sondern sich in der schweren Zeit des Ueberganges von der Zwangs- nur freien Wirtschaft, lieber mit den Produktionskosten zu begnügen. „Versteht es die Landwirtschaft jetzt, die Bevöl- keruirg zu annehmbaren Preisen mit Kartoffeln zu versorgen, dann wird auch die Freigabe von Milch und Brotgetreide nicht mehr lange auf sich warten lassen."
Erfreulich
ist der Aufschwung der christlichen Gewerkschaften; auch viele von denen, die aus Unkenntnis oder Aengstlichkeit anderen Gewerkschaften beigetreten waren, finden allmählich den Weg zu den christlichen Gewerkschaften. So sind im Jahre 1919 zum christlichen Metallarbeiter- verband rund 22000 Mitglieder übergetreten, darunter 15000 aus sozialdemokratischen Verbänden. Der christliche Metallarbeiterverband steigerte seine Mitglieder von 42000 im Jahre 1914 auf 210 000 im Jahre 1919. Im Hirsch-Dunkerschen Gewerkverein der Metallarbeiter stieg die Mitgliederzahl in der gleichen Zeit von 42 000 auf 107 000. Die prozentuale Mitgliederzunahme betrug beim christlichen Metallarbeiterverband 400 Prozent, beim Hirsch-Dunkerschen Gewerkverein 136 Prozent. Die prozentuale Zunahme des sozialdemokratischen Metallarbeiterverbandes betrug in dieser Zeit 240 Prozent. Möchten doch alle christlichen Arbeiter es immer mehr als eine Gewissenspflicht erkennen, sich christlich zu organisieren, und mit aller Entschiedenheit jeden Zwang, sich in ei..s andere Richtung hineinpressen zu lassen, abwehren. Dann wird der endgiltige Sieg gewiß den christlichen Gewerkschaften zufallen.
Wie Kinderseelen vergiftet werden, zeigt eine von einer Reihe von religionsfeindlichen Verbänden als da sind: Kulturkartell Großberlins, Arbei- terelternbnnd, Freireligiöse Gemeinde, FeuerbestatM ngs- verein, sozialistische Elternbunde und Verein der sozialistischen Lehrer am Sonntagnachmittag im Lustgarten veranstaltete Kundgebung für die weltliche Schule. Während sich die Eltern am Dom versammelten, wo Adolf Hoffmann sich für die religionslose Schule ein- seute, zogen die Schüler, Stnaben und Mädchen im Alter von sechs bis zwölf Jahren, die oft noch jüngeren Geschwister an der Hand führend, in langen Zügen heran, Hunderte von Plakaten und Tafeln tragend, auf denen man Jnschrifteri sah, wie z B.: „Schafft mir das Leben gut und schön, im Jenseits gibt's kein Wiedersehen!" „Laßt uns nicht im Dunkeln! Wir fordern die weltliche Schule! Nieder mit dem Aberglauben! Freie Schule
bis zur Universität für die Begabten!" Die Redner hetzten gegen Religion und Pfaffen . Bon Lehrern ge- führt, zogen die kleinen Demonstranten danach — etwa 6 bis 7000 an der Zahl — zum Friedrichshain, wo die Kundgebung ihr Ende fand. Man kann nur mit Grauen sehen, wie auf diese Weise Kinderseelen vergiftet und Kinder zu Kundgebungen mißbraucht werden, deren Sinn sie mit ihrem kindlichen Fassungsvermögen gar nicht verstehen können. Aber unseren religions- feindlichen Fanatikern sind nicht einmal Kinderseelen heilig.
Eine role Jugendwoche
hat kürzlich in München stattgefunden; man konnte da sehen, wie schon das jugendliche Herz verhetzt und zum Klassenkampf und Haß erzogen wird. Hauptzweck war, die Jugend gegen jede Autorität uni) Gehorsam in Schule, Kirche und Elternhaus zu verhetzen Das war die Taktik der Sozialdemokraten seit Jahrzehnten. Ihre Folgen haben wir seit der Revolution vor uns, die Ordnung ist überall in die Brüche gegangen. Es war nur natürlich, daß die roten Agenten auch bei ihren eigenen Untertanen keinen Gehorsam mehr fanden. In der roten Jugend-Woche sollten die Jungen zu „klassenbewußten" Proletariern erzogen werden. Was weiß denn der junae unerfahrene Mensch eigentlich vom Sozialismus? Radau machen ist für ihn alles. Läuft nicht selbst die Mehrzahl der Erwachsenen bloß mit -weil sie gar nicht weiß, was sie will? Man wollte durch diese Erziehung zu „klassenbewußten Proletariern" die Jungen natürlich nur dazu bringen, daß sie keine Obrigkeit, auch die Eltern, nicht mehr anerkennen, dann sind sie zeitlebens für die revoluttonären Ideen gewonnen. „Unsere Eltern sind so dumm, daß sie nicht einmal wissen, wie dumm sie sind," sprach einer der jugendlichen Redner. Eltern, araut euch nicht vor solcher Jugend? Nach den Grundsätzen der roten Jugendwoche ist es euch erlaubt, für eure Kinder euch zu sorgen und zu plagen, aber zu sagen habt ihr ihnen nichts mehr, sobald sie allein auf den Beinen stehen können. Geschieht manchen Eltern Unrecht? — Cmb nicht viele selbst schuld daran, daß ihre Sprößlinge sich zu solchen Früchtchen entwickeln?
Das Handwerk gelegt
hat man endlich dem Kommunisten Eisenberger, der in Bayern herumreist und sein Evangelium des Hasses und des Blutes verkündete. Wieder hatte er die Religion in schamloser Weise in den Schmutz gezogen und den Kampf gegen das Bürgertum gepredigt — „Rücksichtsloser Kampf der Bourgeoisie, den Daumen aufs Auge, das Knie auf die Brust, das Bürgertum ist an aNem schuld" — da wurde er bei seiner Rückkehr nach München verhaftet. So müßte es all den Volksverhetzern und Demagogen gehen, dann käme auch wieder Ruhe ins Land. Der wegen der Verhaftung von den Sozialdemokraten proklamierte zweistündige Streik fiel in das Wasser, denn die vernünftigen Arbeiter machen auf die Dauer solchen Unsinn nicht mehr mit.
Die Ariedensverhandlungen
zwischen Rußland und Polen haben in Riga begonnen; inzwischen geht aber der Krieg weiter; die Polen wol- die bekannte Festung Grodno genommen haben.
Die Präsidentenwahl in Frankreich
hat das erwartete Ergebnis gehabt, Millerand, der seitherige Ministerpräsident, wurde mit großer Mehrheit — rund 800 Stimmen gegen 69 sozialistische und 100 Stimmenthaltung (weiße Zettel) — für 7 Jahre zum Präsidenten gewählt. Millerand steht schon seit 30 Jahren im öffentlichen Leben — als 25iahriger Advokat wurde er von den Linksrepublikanern ins Parlament gewählt, wo er die Sozialistenportei gründete und 1897 als erster Sozialist eines europäischen Großstaates in eine bürgerliche Regierung eintrat. Im Laufe der Jahre hat er sich aber stark gemausert und ^war bis zum Bestgehaßten seiner ehemaligen Genossen. Er, der als junger Advokat sich zuerst einen Namen machte durch eine blendende und kraftvolle Verteidigung des Streikrechtes (im großen Stteikpro- zeß von Moncau-les Mines im Jahre 1882). hat als Ministerpräsident dieses Recht mit allen Mitteln der Gewalt und Gesetzgebung bekämpft. In dieser Beziehung folgte er dem ehemaligen Ministerpräsidenten Briand, der mit der Propaganda für den Generalstreik begonnen hatte und als Ministerpräsident sich zu dem Ausspruch Hinreißen ließ, bis zur „Ungesetzlichkeit gehen zu wollen, um einen Streik der Poitbedienstelen niederzudrücken. Derartige Wandlungen können uns i freilich nichts nützen, und eine Wandlung aus einem Deutschenfeind zu einem Freund Deutfchlairds, die dafür allein in Betracht komme, ist in Frankreich zur Zest ganz unmöglich. Millerand hat
den Sozialismus nur als Sprungbrett benutzt, um Minister zu werden; schon damals hinderte ihn fern Sozialismus nicht, von den gelegentlich der Weltausstellung Paris besuchenden Monarchen Orden anzumh- men und zu tragen. Einen deutschen Orden hat er allerdings nicht bekommen, trotzdem der deutsche W;- schoster in Paris ihn nach dem Erfolg der deutscher Abteilung auf der Pariser Weltausstellung dafür vH geschlagen hatte. Wilhelm II. schrieb damals an bei Rand des Aktenstückes: „Ich dekoriere keinen Sazioti- ; item" Später hat sich Wilhelm II., bei einem anderer : Anlaß, noch einmal in einer Randbemerkung mit Millerand beschäftigt, indem er das viel yferte Wort schrieb: „Ja, wenn wir den hätten?" Millerand >st ein energischer Charakter, er wird sich als Präsident mit der wenig bedeutungsvollen, rein repräsentativen Rolle, die ein französischer Präsident sonst eigentlich hat, nicht begnügen, sondern seinen Einfluß auf die Politik stets geltend machen.
Das geht auch schon aus der von ihm vorgenommenen Wahl des neuen Ministerpräsidenten Leygucs hervor, der zwar auch schon wiederholt Minister war, aber nie sehr stark hervorgetreten ist. Damit, daß er dielen fügsamen und ungefährlichen Mann berufen, hat der neue französische Präsident offen dargetan, doh sein eigener Wille bis auf weiteres für Frankreich richtunggebend sein und kein anderer Wille daneben geduldet werden solle.
Briand und poincare wollte er sich offenbar von Leibe halten, in Leygues glaubt er den Mann gefunden zu haben, der in seinem Sinne — als sein Exekutoi — die Geschäfte weiter führt. Wir Deutsche Haber durch den Präsidentenwechsel natürlich nichts zu er warten. „Derselbe Faden, nur eine andere Nummer" nur noch gröber und knotiger als bei Deschanel. Dawar von vornherein klar und die „Botschast" des neuer Präsidenten bei Antritt seines Amtes hat es ausdrücklich bestätigt. Er verlangt „die vollständige Ausführung der angenommenen und unterzeichnet« Verpflichtungen. Der Vertrag von Versailles stellt mi den diplomatischen Instrumenten, die ihn begleitet ha ben und ihm gefolgt sind, die Karte eines neuer Europa und einer neuen Welt dar. Unsere Diplowa tie wird dafür sorgen, daß er strikte ausgeführt wird Unabänderlich, getreu den Alliancen, die durch das ver goffene Blut für immer zusammengehalten werden w.rd sie mit eifersüchtiger Sorgfalt darüber machen daß keine Verletzungen zugefügt werden den Jntereän und Rechten der durch unseren Sieg geborenen ob? wieder erweckten Nationen." Und der Ministerpräsi dent sagt dasselbe, wenn er erklärt: „In der aus wärtigen Politik fordern wir die strikte Durchführun der Verträge. Wir werden keines unserer Rechte ver jähren lassen." Nach menschlichem Ermessen besteht Hi absehbare Zeit für uns kenierlei Hoffnung, die Fessel los zu werden oder sie auch nur lockern zu können, ht denen der Versailler Schmachfriede uns gebunden ha
I 2n Spanien
ist der Erzbischof von Toledo, Kardinal Guisasola, re Primas von Spanien gestorben. Er war eine aan hervorragende Persönlichkeit; in den Nekrologen wir er der unerschrockene Reformator seiner Erzdiözese, de fürsorgliche Vater des Klerus, der kühne Herold der kc tholischen Presse Spaniens, der soziale Apostel der fponi schen Kirche genannt; trotz seiner hohen Würden ma er einfach in seinem Wesen und von leutseliger Beschei denheit, ein wahrer Mann des Volkes. Auch die beut schen Katholiken haben allen Anlaß zur Trauer, den der Verstorbene war während des Weltkrieges eine de Hauptstützen der spanischen Neutralitätspolitik und le leuchtendes Vorbild war für den ganzen Klerus un das ganze katholische Volk Spaniens von ausfd/i'c bender Bedeutung. Mannhafte und ehrliche Wer' fand er auch in feinem letzten Fastenhirtenschreiben, i dem er den Schmachfrieden von Versailles ceramm”- lich machte für die traurige Verfassung der gegenmäi tigen Gesellschaft und Gerechtigkeit und Erbarmen am für die Unterlegenen forderte. Ehre seinem Anbeute:
Amerika
macht jetzt wieder all die Unannehml chkeiten und Aufr^ gangen durch, die die Präsidentenwahl in diesem Lank jedesmal mit sich bringt. Hie Eox, der Kandidat b< Demokraten, und hie Harding, der Auserkorene der 30 publikauer, diese Losung beherrscht zur Zeit das gan; geschäftliche, gesellschaftliche und politische Leben i Nordamerika. Die jeweilige Präsidentenwahl lähmt dc ganze öffentliche Leben und beeinflußt schon das Ve halten des Präsidenten und des Senats in den letzt-- 2 Jahren vor der Wahl. Das war auch Jje Ursach warum wir heute noch nicht den Frieden mit Amerit abgeschlossen haben, obwohl schon zahlre-che amerik nische Schiffe in Deutschland eingelaufen sind und amer konische Schiffsgesellschaften mit der Homburg-Amerik Linie und dem Norddeutschen Lloyd Verkehrsgemeischaften gebildet haben. Es ist ein unnatürlicher Z