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Wochenkalender.

Sonntag, 3. Okt. 19. nach Pfinasten

Montag, 4. Okt. Franziskus, Bek., Ordensstifter.

DrenStag, 5. Ort. Placidus u. Genossen, M. Mittwoch, 6. Okt. Bruno, Bek., Ordensstifter. Donnerstag, 7. Okt. Rosenkranzfest, Markus, P., Sergius,

Bachus, Marcellus u. Apulejus, M.

Freitag, 8. Okt Birgitta, Witwe.

Samstag, 9. Okt. Dionystus u. Genossen, M.

Neunzehnter Sonntag nach Pfingsten.

(Ev. Matth. 22,115.)

In jener Zeit trug JesuS den Hohenpriestern und Pharisäern fot ende Gleichnisrede vor: Das Himmel-. reich ist einem Könige gleich, der seinem Sohne Hoch­zeit hielt. Er sandte^ seine Knechte aus, um die Ge- ladenen zur Hochzeit zu berufen und sie wollten nicht kommen. Aber nal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Geladenen: Siehe, mein Mahl habe ich bereitet, meine Ochsen und das Mastvieh sind ge- schlachtet und alles ist bereit: kommet zur Hochzeit. Sie aber achteten es nicht und gingen ihrer Wege; einer auf seinen Meierhof, der Andere zu seinem Ge- werbe. Die übrigen aber ergriffen seine Knechte, taten ihnen Schmach an und ermordeten sie. Als dies der König hörte, ward er zornig, sandte ferne Kriegsvölker aus und ließ jene Mörser umbrrngen und ihre Stadt in Brand stecken. Dann sprach er zu seinen Knechten: DaS Hochzeitsmahl ist zwar bereitet, allein die Ge­ladenen waren dessen nicht wert. Gehet also auf die offenen Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr immer findet. Und seine Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten alle zusammen, die sie fanden, Gute und Böse: und die Hochzeit ward mit Gästen ganz besetzt. Der König aber ging hinein, um die Gäste zu beschauen und er sah daselbst einen Menschen, der kein hochzeitliches Kleid an hatte Und er sprach zu ihm: Freund l wie bist du da hereingekommen, La du kein hochzeitliches Kleid an hast? Er aber verstummte. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn hinaus in die äußerste Finsternis: da wird Heulen und Zähneknirschen sein Denn Viele sind berufen, Wenige aber auserwählt.

herbst.

* diesen Tagen findet in den Wein- sf^rv^w geg-nden der Herbst oder die Trauben- lese statt. Das ist heuer und in guten Jahrgängen eine Freude für de" geplagten Winzer. Lange zu- vor werden die großen uiib die kleinen Fässer gerichtet und alle Vorbereitungen getroffen zur Aufnahme der Trauben und des süßen, köstlichen Rebensaftes. Am Herbsttage ziehen alle hinaus, Kmd und Greis, Mann unb Frau, um die durchscheinenden, saftgeschwellten Trauben abzuschnei­den, in Die Zuber zu verbringen und heimzuführen. Dann wcrden die Trauben zermahlen oder zerstampft, gepreßt und gelrottet und der edle Saft 511m Trunke in die Fässer gegossen. Jauchzen, Singen und Schie­ßen hallt weithin bitrcb die Weinberge.

Aber, wirst du sagen, was hat denn der Herbst mit unserer Sonntagslehre zu tun? Mehr als du meinst, mein lieber Leser.

Nach dem hl. Augustinus ist ja der Herbst ein Bild des Gerichtes. Was geschieht denn im Herbst?

Bei Lebzeiten

geben, ist so schon. Ich meine, es müsse Gott dem Herrn besonders gefallen. Ist es doch in diesem Falle em wirkliches Opfer. Von einem solchen kann aber, wenn ich die Gabe erst ins Testament setze, eigentlich nicht so die Rede sein, denn da gebe »ch nicht mehr von dem Meinigen, sondern von dem, was mir der Tod ohnehin schon geraubt hat.

Man entgeht dadurch auch dem so oft vorkommen­dem Tadel unzufriÄ>emr Erben, die, wenn chnen noch so viel aus der Hinterlaffenschast zufällt, in ihrer niedrigen Gesinnung es dem Verstorbenen noch übers Grob hinaus übel nehmen, wenn er in )einer letzt­willigen Bestimmung auch noch etwas für gute Zwecke ausgeworfen hat.

Wenn solche Erblasser, meinetwegen ein reicher, unverheirateter Onkel oder eine alte, led'ge Tante, für eine Stunde ins Leben zurückkehren und der Tcsta- wentseröfsnung beiwohnen könnten und sie horten dann manchmal das Geschimpfe der habgierigen Erben über die milden Stiftungen, die sie gemacht, sie wür­den sagen:Herr Notar, schaffen Sie mir gleich dieses Völkchen da hinaus, ich mache ein neues Testament, die in leiblicher und geistiger Not sind, die werden meine Erben."

Katholiken, gedenket des Vonrfat'msverems und durch ihn der Diaspora!

Wenn du die Gelegenheit, ein Scherflein zu spenden, am vorigen Sonntag noch nicht benutzt hast, dann hole es heute nach. Hast du die Zahlkarte vom vorigen Sonntag verlegt, laß dir auf der Post eine geben und schreibe darauf: Nr. 6215. Diözesankomittee des Boni- fatiusvereins in Fulda beim Postscheckamt in Frankfurt (Main). Kannst den Betrag auch mit Postanweisung oder eingeschriebenem Briefe schicken oder bei der Re­daktion des Bonifatiusbot. (Pf. Atzert) in Fulda abgeben

Der Saft wird gesondert von der Haut. Siehe, am Stock hängen die Trauben und die Beeren. Die Beere ist mit einer dünnen Haut umgeben und da­rin ist der Saft in Zellen kunstvoll aufbewa rt wie in einem niedlichen Fäßchen. Um zum Weine zu .gelangen, muß die Haut durchbrochen, Meissen, ge­

öffnet und die Zellen erschloffen werden, damit der Saft sich lösen kann. Das geschieht eben durch Mah­len mit der Niaschine oder Stampfen mit einem Stössel oder mit den Füßen. Auf der fresse wird sodann der Saft abgesondert, fließt in Kufen und Fässer, und es bleibt die Haut zurück, die man als Trester bezeichnet und wegwirft oder als Viehsutter oder auch zum Brennen verwertet.

Aehnliches geschieht bei den Menschen. Schein, jetzt sind noch Saft und Haut, Gute unb Böse bei­sammen. Es gibt Heiden und Christen, Gläubige und Ungläubige, Brave und Schlimme. Unter den 'Staaten ist oft einer besser als der andere, übertrifft ihn an Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Religiosität, Gemein-! sinn. Im selben Land gibt es Ehrenmänner und Verbrecher. Im selben Dorf hat es verschiedene Menschensorten, Ehrliche und Spitzbuben, Barmher- zige und Wucherer, Mäßige und Lumpen, Schaffer und Tagdiebe. Ja, Halle Umschau in deiner eigenen Familie. Sind alle gleich gut? Wie es an einer, gesunden Traube ab und zu eine faule Beere hat, so gibt es auch in einer guten Familie Entartete, gleichsam Mißgeburten. Und wie eine mißratene Traube vielleicht doch eine gesunde Beere aufweist, so begegnen wir auch in minderwertigen Familien! manchmal ganz prachtvollen Charakteren. Und was! brauchst du an deine Kinder und Verwandten zu denken ? Leuchte in dein eigen Herz und sieh, ob nicht neben guten Regungen sich auch schlechte breit machen. Ueberall finden wir eben die Trauben samt der Hülle.

Allein es kommt der Herbst und die Beeren werden aufgelöst, der Wein in den Keller gelegt, die Trester abgesondert. Das nämliche geschieht beim Gericht: die guten werden in den Himmel ausge­nommen, die Bösen in die Hölle hinausgestoßen. Sieh zu, das es bei dir geht wie bei einer guten Beere, bei welcher an der Sonnenglut die Haut immer dünner wird. Streife ab die unedlen An­hängsel deines Charakters, laß zurück die Schale bet; Untugend und sammle immer mehr wahren, ächten Wein der Menschenwürde und Heiligkeit.

So lange die Guten mit den Bösen am selben Ort beisammen sind, sollen sie, wie der hl. Augu­stin sagt, wenigstens in der Art von ihnen getrennt sein. Und da meine ich, es sollten alle guten Chri­sten, alle Freunde und Anhänger Jesu, alle guten Kinder der Kirche in unsern Tagen immer mehr! sich zusammenschließen wie die Beeren einer Traube.! Viele Beeren machen eine Traube, viele Trauben' einen guten Herbst. Auch die Freimaurer, die Frei­religiösen, die Religionsfeinde und Religionsfpöiter unter den Gebildeten wie unter dem Volk schließen sich zusammen in Verbände und Organisationen.! Unter sich mögen sie uneins sein wie Hunde, dèe! sich um einen Knochen zanken. Geht es aber gegen die Katholiken, gegen Rom, gegen die Kirche, dann gleichen sie einer Armee von Soldaten, die in ge- ichlossener Formation gegen den Feind marschierens ^'fr sollen es mit dem tapferen Mathathias halten^