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^ eine Entwirrung der europäischen Verhältnisse Regt noch in weiter Ferne. Auch der Völkerbund wird das HM nicht bringen. Alle Interessengegensätze las­sen sich nicht aus der Weit schaffen und solange nicht â Menschen Engel und Heilige sind, wird es auch Streit und Kampf und Krieg auf dieser Erde geben.

Die Unmöglichkeit.

die fortwährend steigenden Gehalts- und Lohnforde­rungen bei Post und Eisenbahn, so begründet sie nach Lage der Verhältnisse im Einzelnen auch vielleicht sein mögen, mit der verzweifelten Finanzlage des Reiches in Einklang zu bringen, hat den Finanzminister Dr. Wirth veranlaßt, sein Rücktriüs^such einzureichen. So wie seither kann es nicht weitergehen. Der Fi­nanzminister will den Grundsatz wieder zur Geltung bringen: Keine Ausgabe ohne Deckung und die maß­lose Fabrikation von Papiergeld einschränken. Viele Leute haben von diesem Geld einen ganz falschen Be­griff, je mehr wir davon haben, um so schlechter steht es mit uns. Wir treiben rettungslos dem Staats­bankerott zu, wenn wir andauernd einen so gewal­tigen Teil unserer Ausgabe durch die Tag und Nacht arbeitende Notenpressedecken", d. h. unsere Valuta weiter verwässern und die schwebenden Schulden von Reich, Staat und Gemeinden bis in die blanke Un­möglichkeit der Einlösung steigern. Neben der Höhe der Beamtengehälter ist es auch die Zahl der Be­amten selbst, die in Betracht kommt. Dürfte doch bei den Eisenbahnen allein die Zahl der überflüssigen Staatsangestellten zwischen 3 und 400 000 betragen, und das ungeheure Defizit der Bahnen von 15 Mil­liarden im Jahre erklärt sich großenteils daraus. Eine Entlassung dieser Beamten von ihren Posten und ihre Emreihung in die Erwerbslosenlifte ist freilich leichter gesagt als getan, und weder eine Regierung noch eine Partei werden sich durch Abstriche von dem katastrophal angeschnellten Beamlenetat Volkstümlichkeit erwerben; aber schließlich bleibt doch nur die Wahl zwischen einer noch rechtzeitig kommenden bewußen Einschrän­kung, oder einem jämmerlichen Zusammenbruch der alles mitreißt. Die Lage könnte viel besser sein, wenn nicht alle Well sich von den Steuern drücken wurde, nicht allein die Arbeiter sind es, die den Steuerabzug verweigern, schon mit dem Helfferichprozeß hat es an- gefangen.Die Reichsbefoldungsordnung wäre glück­lich gelöst, wenn der Helfferichprozeß die Steuern nicht sabotiert hätte und sich heute welle Kreist nicht der Steuer entziehen würden," erklärte der Postminister Giesberts kürzlich in einer Versammlung. Ohne Steuern geht alles zu Grunde, das muß sich doch jeder vernünftige Mensch sagen und den gewaltigen Lasten, die der verlorene Krieg uns gebracht hat. nüsien na­türlich die Steuern auch entsprechend hoch fein. Wird die Finanzreform nicht durchgeführt, bann kommt der Staatsbankerott. Nur wenn alle Steuern richtig be- rahlt werden, geht es wieder aufwärts, kommt auch ber Preisabbau, dann werden Kriegs- und Revolu­tion, gewinnler nicht mehr alles so kaufen können, dann werden die Reichsbetriebe auch wieder rentabel werd in. Eine Entscheidung über das Rücktrlltsgefuch des Ministers ist noch nicht getroffen; möglich ist, daß er bl ribt, wenn eine Eirügung über die Finanzwirt- schaft des Reiches erzielt wird, die Einnahmen und Ausgaben einigermaßen in Einklang bringt, wobei auch eine Zwangsanleihe in Betracht kommt.

Zwei Zchmerzemkinder

für uns sind Oberschlesien und das Saargebiet. Ge­radezu unhaltbar sind die Zustande in Oberschlesien, weil die Polen sich unter dem Schutze der Franzosen und unter Führung Korfantys, der sich schon gerühmt hat, Herr des Landes zu fein, sich in den Besitz eines Gebietes setzen, über besten Schicksal erst durch Volks­abstimmung entschieden werden soll. Unsere deutschen Landsleute in Oberschlesien leiden Unerträgliches unter der ungerechten Behandlung. Don einer gerechten und unparteiischen Behandlung der verschiedenen Nationa- thäten in Oberschlesien kann keine Rede sein. Don einer Autorität der deutschen Regierung, die nach dem Friedensvertrag aufrechterhalten werden soll, kann nicht mehr gesprochen werden. Die Zustände m Oberschle­sien find so schlimm geworden, daß neuerdings die Botschafterkonferenz sich veranlaßt sah, den General Lerond zur dienstlichen Berichterstattung über die Lage in Oberschlesien einzuladen. Allzu große Hoffnungen wird man darauf allerdings nicht setzen können, auch c>e>cm>k:!«>«>oo

Wer die Kirche liebt und wem das Hell seiner deutschen Glaubensbrüder am Herzen liegt, der unterstützt den Bo- nlfaRusoeteln. (Benutze die Zahl karte.)

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EMiNger AarhoMeMg.

Der Katholikentag in Weimar ist zu einem großen wnb bedeutsamen Ereignis für die Thüringer Katholiken gewor­den; zu einer gewaltigen Manifestation ihres brüderlichen Zusammenstehens und blühenden religiösen Lebens. Schon am Abend vorher trafen Deputationen aus den entfern­testen Ecken des Thüringerlondes ein, aus Altenburg, Sonneberg, Meiningen, Wolfmannshousen, Schmalkalden, Geisa und Dermbach. Im katholischen Vereinssaal wurde manches liebe Wort der Begrüßung gesprochen und manche gemeinsame Erinnerung aus froher Jugendzeit vor allem mit den Geifaer Bästen ausgefrischt.

die Aussprache In der preußischen Landesversammlung, die mit einer einstimmig angenommenen Resolution schloß, wird an ber Sachlage nichts änbern. Man wird versuchen, den Abstimmungstermin möglichst wett hinauszuschieben ober ganz unmöglich zu machen, in­zwischen aber das deutsche Element immer mehr zu- rückzudrängen, um ihm den Aufenthalt in Oberschlesien zu verleiden. Durch die Unruhen in Oberschlesien wird natürlich auch die Kohlenförderung sehr beeinträchtigt. Ohne die oberschlesische Kohle ist es uns aber kaum möglich, den in Spaa vereinbarten hohen Lieferungs­bedingungen nachzukommen, so daß neue Schwierig­keiten sich ergeben werden. Nicht weniger groß sind die Leiden des Laargebleles. Auch hier liegt eine Reihe von Rechtsverletzungen und Verstößen regen den Friedensvertrag vor. Die Bevölkerung wird in unerträglicher Weise von den Franzosen dranassliert und gedemütigt, obwohl das Saargebiet gar nicht der Herrschaft der Franzosen untersteht, sondern dem Völ­kerbünde. Einstimmig wurde von der La:chesver-

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Wer nur In kokh. Gegenden gelebt hat, kann mästen« keine richtige Vsrftellun gdavon haben, welche Vevsrzvgvng er genießt und wie viel er deshalb der Kirche »ab en in der Diaspora darbenden Glaubensbrüdern schadet. Der zur Förderung des kirchlichen Lebens dort etwas Mendel, erfüllt eine Verpflichtung und löst eine Schuld." (Bediene dich der Zahlkarte.)

«S«S8»Kl!>«S»»«««»8i»«S-ZKS8S?lW?S!A«MSz»» sammlung eine Resolution angenommen, die gegen d«se Behandlung schärfsten Protest erhebt und die Reichs- und Stâatsregierung auffordert, kein Mittel unversucht zu lasten, damit das Unrecht tunlichst wieder gut gemacht und der Wiederholung solcher Re-sttsbrncKe vorgebeugt wird. Helfen wird es freilich auch nicht viel, wir find wehrlos und können all unfern Protesten keinen militärischen Rachdnuk verleihen. auf das Recht" pfeift die Entente, ihr geht Macht vor Recht.

Frankreich

bekommt einen neuen Präsidenten. Deschanel ist unheil­bar krank, er leidet an Gedächtnisschwund und Arterien­verkalkung. Er ist anscheinend vorübergehend seiner Verstandes nicht mehr mächtig, darauf sind dieUn­fälle" andere reden von Selbstmordversuchen in geistiger Umnachtung der letzten Monate, fein Fall aus dem Eisenbahnwagen und sein Sturz in den Kanal zurückzuführen. Es ist ein tragisches Geschick, das den Präsidenten betroffen hat. Zwei Jahrzehnte lang, zu einer Zeit schon, als ihn sein Alter kaum dazu berech­tigte, hat sich Paul Deschanel um die höchste Würde im französischen Staat beworben. Man nannte ihn den Dauphin", den Kronprinzen der Republik. Mt drei­undsechzig Jahren ist ihm fern Wunsch erfüllt worden. Aber er genoß das begehrte Glück kaum sechs Monate. Seine öffentliche Tätigkeit erlischt wie ein Licht, dem der Leuchtstoff ausgeht. Im Laufe dieser Wache treten die beiden Häuser des Parlaments in Versailles als Nationalversammlung zusammen, um den Ra-bkolger zu bestimmen. Wahrscheinlich wird der Ministerprä­sident Millerand den Präsidentenstuhl besteigen.

In Italien

sind Arbeiterunruhen ausgebrochen. Als die Lohn­forderungen der Metallarbeiter von den Fabrikanten mit Aussperrungen bekämpft wurden, befristen die Arbeiter in Mailand, Rom und anderen Orten zahl­reiche Fabriken und erklärten, sie aus eigene Rechnung gegen eine Miete an die Besitzer wetterführen zu wol­len. Hoffentlich wird eine Verständigung erzielt, in­dem den Arbeitern ähnl'ch wie in Deutschland durch ein Betriebsröteocsetz eine gewiße Kontrolle der In­dustrie auf gesetzlichem Wege gewährt wird. Im Par­lament dürfte wohl eine Mehrheit für eine derartige Lösung vorhanden sein, da auch dir katholsiche Partei sich von dem Gedanken leiten läßt, die bisher unum­schränkte Macht des Kapitalismus langsam abzubauen.

Ein stimmungsvoller Bild bot der weite katholisch« Klrchplatz am Sonntag morgen. Unaufhörlich kamen immer neue Scharen, Freude und Begeisterung erfüllte sie all, ein wogendes Menschenmeer. Die hiesigen Zeitungen konnten von Tausenden von Gästen berichten, goldenes Herbstlickst goß sich In reicher Fülle über dieses bewegt« Bild aus, und verklärte das Gotteshaus, in weichem schon zu früher Stunde der Hochwürdigste Herr Bischof den jungen Christen das Sakrament der Stärkung, die hl. Firmung erteilte.

Um %10 Uhr verkündete das herrlich« aus der Kriegs­not gerettete Geläute, daß die kirchliche Feier ihrem Höhe­punkt, dem ponfififglamt, sich nahe. Unter Dorantritt von 28 auswärtigen Fahnendeputationen, umgeben von zahl­reichem Ministerium. Diakonen und Ehrendiakonen zog der Bischof ins festlich geschmückte GottesfMus ein. Ein unttetgeßfidjes farbenPrschüges MDI Doran zogen mit Fahne und in vollem Wichs die katholischen Studsnten- korpsvationen von Jena, Halle und Leipzig, dann folgt« Fahne auf Fahne, die Fahnenspitzen blitzten in der Herbst- faune, die Bänder leuchteten und glühten in bunten Far­ben und unter ihren Standorten schritten so viele wacker« Männer stolz und bekennwisfroh dahin. Leider konnte das geräumige Gotteshaus bei weitem nicht alle Giäu- digen fassen, sie hielten in dichten Scharen vor dem Por­tale aus. Der Kirchenchor unter der erprobten Leitung des Herrn Lehrer Freier trug künstlerisch vollendet die Messe: Satve Regina" non Stehle vor. Herr Domkapitular Leicht, Bamberg, lenkte in seiner ergreifenden Festpredigt die Herzen aus ben hin, der im Mittelpunkte der Tagung stand:Jesus Christus".Ich bin der Weg, die Wahr­heit und das Leben", so lautete sein Dsrspruch. Die Wandlung kam, lautlose Stille stieg herab, der Bischof, die ihn umgebende Ge Michleit, die ungezählten Scharen der Gläubigen sanken auf die Kniee vor dem gegenwärtigen Gotte und beteten an, da empfing erst der Tag für die armen, mit solchen Bildern mcht vertrauten Diaspora- katholiken eine Wnhe, di-. ihnen unvergeßlich bleiben werb. Als nach dem Pontifikalamt der Menschenstrom sich in Die Straften Weimars ergoß, erhielt auch die ganze Stadt das Gepräge des Katholikentages.

Um 2 Uhr öffneten sich die Tore des Vaüosaltheaters, trotz seiner großen Dimensionen konnte es die Frftteiinch- mer nicht alle fassen. Hunderte mußten mit Sitzplätzen sich begnügen. Ein weihe- und stelenvolles Orgelspiel, fein« gclchiisfeue Darbieumgen des Kirchrnchores, ein Festpro.og, versaßt vom Schriftsteller Franz Herwig, hinweisend auf die armseligen Anfänge katholischsn Lebens in Thüringen und seine Entwicklung bis zur heutigen kraftvollen Mani­festation, eröffneten die Festserfsmmluug. Die Bühne war ähnlich wie zur Tagung der Nationalversammlung ftim« mungsvoll geschmückt und die im Hintergründe «gebrach­ten farbenprächtigen Banner der verschiedenen katholischen Korporationen verliehen dem ganzen ein festliches Gepräge.

Pfarrer Breitung stellte die Tagung in diesen geschicht­lich so denkwürdigen Räumen unter den Schutz bes Kreu­zes und Äs er den katholischen Willkommgruß:G-sIobt sei Jesus Christus" der Versammlung entbot, da tönte aus Parterre, Logen und Gaierre das tausendfache Echo macht­voll wieder:In Ewigkeit. Amen." Das war das ^rfte Gelobt fei Jesus Christus im Naticmaltheater zu Weimar, in welchem während der heißen Kämpfe der Nationalver­sammlung so manches blasphemische Wort gefallen war. Hierauf begrüßte er den Hochwürdigsten Herrn Bischof, Se. Exzellenz den Reichskanzler Fehrenbach, die zahlreich erschienene Geistlichkeit Thüringens und das gute treue ka­tholische Volk. Als er zum Schluffe des greifen armem» sinnen Vaters in Rom gedrichte und eine Ergebenheits­adresse an ihn verlas, brach ein mächtiger Sturm des Bei­falls aus. Das Präfidium wurde alsdann in die Hände des Berme ffimgsbtrtstets Siebert gelegt, dessen geschickter Leitung der große Erfolg des Tages mit zu verdanken ist

Professor Cshsnß, S. I., spro-' visbann über das Thema:Christus inmitten der internen Welt". Wir steten vor einem Grabe, so führte er aus. vor dem Grabe des deutschen Volkes. Nur Christus kann es wieder er- wecken, ohne ihn ist frine Auferstehung nicht möglich, nicht im sozialen Sinn. Christus war der große Sozialreformer- ferner Zeit, die ähnliche Verhältnisie auf mies, wie die heu­tige: Fremdherrschaft, wirtschaftliche Not. Die Unordnung der Welt geht aus der Unordnung des Herzens hervor. Deshalb reformierte Christus die Herzen. So kann auch für uns die Heilung nicht r-on außen, sondern nur von innen kommen. Die Rctttmg aus dem Pauperismus unb Mot«riakrsnru« kann nur durch die Reform ter Herzen ge­schehen. Ohne Christus ist auch keine Rettung möglich im moroKcheri Sinne. Christus allein ist das festeste Fur^a- ment des Lebens, wie er allein auch feste Richtlinien gibt für unser Handeln; er gibt auch allein mirffame Mittel, die Hemmungen des Lebens zu überwinden, Leidenschaft, Schuld und Schmerz. Die Rede löste einen überwältigen- den unvergeßlichen Eindruck aus.

Rektor Irhrinlänber sprach als Fachmann über die christ­liched)ufe; die Kirche hat ein geschichtliches, ethisches unÄ gottsichcs Recht auf die Schule. Die Gefahren sind groß von feiten des Liberalismus imd Sozialismus. Wir müssen tue Konfessionsschule um so nachdrücklicher vertei­digen. Denn nur die Konfessionsschule befestigt unsere Jugend in der katholischen Weltanschauung, härtet ihre Charakterbildimg. Die Verfassung gibt uns das unbestreit­bare Recht auf die konfessionellen Schulen; darum bleibt LKEKVA'LA 3®?:8«®S5MSSW®»®äS?93B3*8

Die Zukunft der ksth. Kirche in saferem vâlsnd« hängt wesentlich von dem Gedeihen des V-nifütiusverei», ab. (Spende mu der Zählkarte eine Gabe.)

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