$$iu^r als es unter der alten Regierung möglich gewesen wäre, wo^die Verhandlungen sich oft monate-, ja jahrelang hinzogen, hat die Erzdiözese
Attt^srg einen neuen ErZdischof bekommen. Wie voraus;» sehen war, ist der Kapitular- vikar Dr. Karl Fritz als Nachfolger des verstorbenen Erzbischofs Skontos Nöcber gewählt worden. Der Erwählte steht im 56. Lebensjahre und im 32. seines Priestertums. Er war Kaplan in der Großstadt Mannheim und Pfarrer in Bernau bei St. Blasien. Von hier berief ihn der verstorbene Erzbischof in den Oberstisrnnasrat nach Karlsruhe, bestes einziges geistliches Mitglied er war. In dieser GteÜun^ hatte èr Gelegenheit, die verschiedenen Zweige der Kirchen- Verwaltung praktisch kennenzulernen. Noch mehr war das der Fall in der Stellung des Kanzleidirktors bei der Bischoff. Behörde in Freiburg, die er 7 Jahre verwaltete. 1916 in das Domkapitel berufen, ernannte ihn der Erzbischof, als die Beschwerden des Alters sich bei ihm geltend machten, ju seinem Generalvikar. Nach seinem Tod wählte ihn das Domkapitel zum Bistum sverweser und jetzt zum Erzbischof. Gev^ß wird diese Wahl in der ganzen Erzdiözese mit Freuden begrüßt werden.
tet. Im polnisch-russischen Kriege beobachtet bekântlich das Nsich llealrnüfät Dr. Simons teilte mit, daß von zwei Seiten ihm nahegelegt worden sei, aus dieser Neutralität heraus zu treten: Die Einen befürworten ein Zu- smvmsngehen mit den Bolschewisten, um das schmachvolle Joch von Versailles zu zerbrechen, die Anderen ein Zn- sammengehen mit Polen-Irankcelch, um wieder Anschluß an die außer-deutsche Kulturwelt zu bekommen. Beide Ratschläge hat Dr. Simons abzerviesen; die Befolgung des ersteren wäre eine reine Wahnsiimslat gewesen, die Befolgung des zweiten hätte uns in Deutschland den Bürgerkrieg gebracht, weil die verhetzten Massen mit den Waffen in der Hand ihren tiefen Sympathien für Sowjet-Rußland ?lusdruck geaebsn hätten. Energisch verwahrte er sich gegen beii Vorwurf, daß wir uns mit den russischen Bolschewisten zu tief eingelassen hätten. Ein Grheimoertrag mit ihnen, wie verschlederÄlich behauptet werde, bestehe erst redX nicht, auch keine besondere Abmachungen mit Polen, mit dem rott wohl offene Verhandlungen pflegen, die aber bis jetzt zu seinem Ergebnis geführt haben. Den Oberschlesi-ern will Dr. Simons auf dem Gebiete der Verwaltung eine gewisse selbständige Vertretung zubilligen, indessen nicht außerhalb des Reiches und nicht außerhalb Preußens. Die ft«nzösischsn Zühnefordenmgen wurden vom Ausschuß zwar als sehr drückend bezeichnet, allgemein war man aber auch bei den Deotschnalionalen sich darüber einig, daß sie erfüllt werden müßten. In längeren Ausführungen kam der Roichsmmister auf die bevorstehende Genfer A»sser«nz zu sprechen, die eine Fortsetzung von Span fein soll. Deren Zustandekommen ist noch nicht sicher: sie wird zwar vcm England und von Statten betrieben, Frank-
harten Gegner nicht in Betracht gezogen; im Gegenteil, sie haben jetzt wieder einen willkommenen Anlaß gefunden, um Deutschland zu verdächtigen, zu bedrohen und zu demütigen; alle derartige Unbesonnenheiten sind Wasser aus die Mühle der französischen Haß- und RachepMik. Gewiß, wir leiden jetzt von unsern Feinden, besonders den Franzosen, b-tleres Lnrechè; das gibt uns aber kein Recht, nun auch unftrersâs Unrecht zu tun, wie es in Breslau — das muß zugegeben werden — geschehen ist. Damit setzen wir uns zudem der Gefahr aus, daß auch die Kerec^lleu Klagen und Proteste bei der Entente und auch im neutralen Ausland.abgrwiefen werden. Nur durch G^iuld können wir das Vertrauen der Welt gewinnen. Ruhs ist die erste Dm^rpfikchi. Was getan werden kann zur Milderung des außenpoliti- sc^n Elends, kann nur von der Regierung versucht werden, aber nid# von Massen, die auf der Straße sich zusammenballen.
In GverWtsien
Der Zedanstag
ist diesmal still verlaufen, Schulfeiern waren sogar verboten. Was wäre das für ein Jubel gewesen an diesem 50 lsJubellag, wenn wir den Krieg gewonnen hatten! Man sieht bei dieser Gelegenheit so recht, wie wanoelbar irdisches Glück und irdische Herrlichkeit ist. Wce sicher fühlten wir uns in dem deutschen Reiche in dem Bündnis mit Oesterreich, unter dem kaiserlichen Adler im Schutze des trefflichsten Heeres der Welt. Wer vor dem Krieg prophezeit hätte, daß das alles bald in Schutt und Trümmern liegen würde, wär: erst ins'Zuchthaus und dann ins Irrenhaus gekommen. Und nun ist's doch so gekommen, ton begehen oen „goldenen" Sedantag sozusagen auf dem Friedhof, am Grabe der alten Herrlichkeit, in schwarzem Gewände und mit vergrämtem Gesicht. Man sagt heute vielfach, die harten Bedingungen, die wir be Lehan den Franzosen auferlegt hätten, seien an der in Frankreich herrschenden Revanchestimmung schuld gewesen und hatten den Weltkrieg verursacht. Daran mag etwas Wahres sein. Wimpfen, der Vertreter des verwundeten Mac Mahon hatte sich bis zuletzt aufs äußerst« gesträubt die Kapitulation und besonders die Wez- führung der französischen Armee in die Gefangenschaft zu unterzeichnen, er erklärte damals in Dou- cherh Bismarck gegenüber, Frankreich werde die schmähliche Kapitulation und eine Grbceisabtretung nie vergessen und einen viel größeren furchtbareren Krieg vorbereiten. Er hat recht behalten, ob aber Frankreich bei günstigen Friedens- und Kapitula- tionsbedtngungen die Siege der Deutschen vergessen und verziehen hätte, ist jedenfalls auch noch fraglich. Uebrigens hätte jetzt Frankreich aus den geschilderten Verhandlungen den Schluß ziehen können, daß der uns zu Versailles und Spa diktierte Friede wahrscheinlich auch kein Garantiefriede für ewige Zeiten fein wird.
Für uns aber, die wir jetzt geknechtet darnieder- liegen, ist an diesem denkwürdigen Tage Rachebrüten und Säbelrasseln nicht am Platze. Das wirkt für einen, der eben erst entwaffnet worden ist, lächerlich. Auch ist die Hoffnung auf das vermeintliche neue ,,Licht vom Osten" — den Bolschewismus — trügerisch. Bester ist für den Wiederaufbau das alte Licht von Osten, das werktätige Christentum, ernste Berufsarbeit und selbstlose Hingabe an das Gesamtwohl. So werden wir am besten unser Väter wert und aller derjenigen, die in dem großen Völkerringen und vor 50 Jahren ihr Bestes für die Heimaterde hingaben. Nur so können wir wieder langsam emporsteigen zu wahrer Freiheit und Sittlichkeit und in 25 Jahren vielleicht ein Jubiläum der Wiedergeburt feiern.
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Bon einigem Interests war
Sie Mäteiit^g des Reichsmii»isters, daß er sich mit den Mächten, die für Genf vornehmlich in Frage kommen, da- z^chuDung gesetzt habe, daß bereits vor der Kon- die SachverstÄE-igen dieser Länder unter einander Süßung nehmen, damit in Genf nicht wieder ein Dikirt
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zusta-ndr komme, wie in Spaa. Ob es gelingen wkb, ist mehr als zwoiselhaft.
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scheint man sich, soweit aus den vielerlei Zeünngsnach- richten zu ersehen ist, allmählich nxtder einigermaßen zu beruhigen. Was sich da in den letzten Wochen abgespielt hat, war nichts anderes als ein Bruch des Versailler Friedensvertrage». Das Selbstbestimmungsrecht der B«>ölkerung wird zunichte gemacht, wenn es in dieser Weise bedrängt mrd ihr freier Wille durch solchen bewaffneten Terror besinftuht wird, wie es in Ober- schiesieu geschieht. Die alliierten Mächte üben die Staatshoheit im »berschlesischen Abstimmungsgebiet aus. Ihre Pflicht wäre es, für die Entwaffnung und Ent- fernung der eingebroch«im polnischen Banden zu fermen. Leider ist vielfach gar nichts geschehen und
s rächt überall unparteiisch vorgogangen worden. An ein- i zelmn Stellen habrn sich französische Truppe,!, wie
eingebrockt haben uns wieder einige Ueber Patrioten in gemeldet wird, sogar mit den Polen verbrüdert. Man kann das âfühl nicht los werden, als ob diese Ober» schlesiru mit Gewalt losrÄhen wollt«!, um die 8ib- stünmung unmöglich zu machen, weil sie nach den Erfahrungen Dom West- und Ostpreußen auch für OberMesien einen für die Polen ungünstigen
AusArmq1 fürchten. Sie wollen die Macht vor
das Recht setzen und ihre eigenen' selbstsückstigen Wünsche vor das Wohl des Landes stellen.
Brestcm. Aus Zorn über den Aufstand der Polen in
Obersthlesien und die pMterifche pvlenfreundliche Haltung der dortigen französischen 'Befa&tuigs truppen ha- den sie sich hinreißèn lassen, das polnische und französische Konsulat zu überfallen, das Persoiral zu w.iß- hcmdeln, die Konstrlatsakten zu zerstören und ähnliche, gügen das VökkrL'recht sich richtende Handlungen zu begehen. Wir vorauszusehen, verlangte Frankreich nicht nur Ermittlung und Bestrafung aller cur dem Ueberfall Beteilchtsr, eine hohe Entschädigung für do» Personal und WiLLerMmachung des SchabrrB, sondern auch eine Ehrerrämugtmmg, — ähnlich wie wir sie s. Z. von ^ China siir die Ewwrdung mfferes Gesandt«! verlangt haben. Bei Wiederersfsnutig des Konsulates soll irr Gegenwart des Oberpräsidentsn eine Kompe-me Reichswehr mit Musik zuHsgen fein und die französische Flagge grüßen, außerdem sollte der Reichs?«iFler fdkr beim französische!'. Botschafter in Berlin übet diese und alle früheren Zwi- schsrffAle sein Bedauern arrssprechen. Auf die letztsre Forderung hcü Frankreich schließlich doch verzichtet und sich mit ikr EntfthuLègung durch den Munster des Aeußern begnügt; alles andere mußten wir erfüllen. Es hat sich hier wieder einmal gezeigt, was dabei hermrskommt, wenn auf der Straße hohe Politck getrieben wird. Bismarck hat einmal gesagt, der Regierung gknW es wie den Eltern, sie müßten die Fensterscheiben bezahlen, die ihre Buben einwürfen. So ist es; die Neuerung muß auseffen, was derartige Demonstranten cmrichten — man denke nur an die Verbrennung der französischen Feldzeichen, an das in die Lustsprengen der internierten Schiffe und an die Herabholung der französischen Fahne an dem Botschaftergebäude in Berlin am französischen Nationalfeiertag, überall haben wir den Kürzeren gezogen. Wir sind nun einmal ein gebundenes, macht- und
Der Termin der Abstimmung ist leider immer noch nicht festgesetzt. Ihr Arrsfall ist für uns eine Schick- alsftaM. Wenn wir das Land verlieren, variieren w'r den Krieg zum zweiten Mal«. Wir verlieren die einige große KrastquLÜs des Osten». Ohne Kohle kann die deutsch« Irckustris nicht 'arbeiten, der Dampf pflüg in der Landwirtschaft nicht gehen, die Eiserchahn nicht fahren. Wir brauchen Kohle als Hausbrand, zur Er- zrlMmg von Gos uté elektrischem Licht. Kälte, Hunger und DimkAhsit waren unser Los im Winter ohne sie. Im Dunkeln fommen dunkle Gedanken. Unruhen bei Frost und Ernährungsschwierigkeiten, furchtbares El«ü>, wahrschevillch Bolschewismus, wären die Folge des Verlustes von Oberschlesien für Deutschland. Umgekehrt wäre auch Oberschlesien, wenn es von Deutschland Losgerissen würde, der Verelendung preisgegeben. Käme es zu Polen, so würde es von der hohen Kulturstufe herabsinken, die es jetzt inne hat. Mit ein mi Worte: Oberschlesien braucht Deutschland, und D-üsch- land braucht Oberschlesien. Dieser Ruf nmß durch canz Deutschland gehen, damit das Ausland sieht, d*r' wir das Unrecht an Oberschlesien nicht sckpveigend ertrag'», damit unsere Brüder und Schwestern dort im Osten nicht eturo glauben, sie ständen jetzt allein und feen von ihren Volksgenossen im Reiche vergessen und verlassen. ______________
3m Srichrtairärschuß fSt auswärtige HHgeiegen!}dtea,
&in der wögen Woche »«sammelt war, hat sich Reichs- Rar Sk. AnwNS Aber unsere Deck«« BMtk verfcrel«
wehrloses Volk, jede Uebertretung^der allgemein gültigen Völkerrrckstsregeln bringt die Reichsregierung in die größte Verlegenheit und verursacht unnötige Ausgaben und was noch fchKmmer ist, schwere Demüti- ja verstehen, wenn die Em- 1 oberschtssischen Flüchtlingen
gungen. Man kann es
pörung über' die von den oberschtssischen Flüchtlingen in einer Breslauer Versammlung berichteten polni- schen Uebergriffe und Äusschreitmrgen die deutsche Volksseele zum Kochen brachten, aber auch in der schärfsten Nervenanspannung darf der Mensch nicht» ÜM, was unvernünftig, ungerecht und mein schädlich P. Was man vor einem als mildern-^
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DMsrè Siffert!
waren es, die bei Besprechring der Finanzlage Preu- ßens im Hauptausschuß der preußischen Landesversammlung von Zsntrunisseit« angeführt wurden. Die Schuldenlast Preußens vor dem Kriege habe 10,6 Milliarden betragen, fei aber reichlich schon durch den Wert der Eisenbahn 12,5 Milliarden) gedeckt gewesen, ganz abgesehen vom Wert der Bergwerke, Domänm und .Forsten und der damals noch ungebrochenes Sts«erkmft des Landes. Heute fei der
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