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Kaifel, den (2. September 1920
Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 2.— Mk., B2.50 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 30 Pfg. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
■ ■ ■ ■ ——" Druck und Verlag Der Fuldaer Actiendruckerei. 1
Wochenkalender.
Sonntag, 12. Sept. 16. nach Pfingsten. Fest des hl. Namens Mariä.
Montag, 13. Sept. Vom Tage (Notburga).
Dienstag, 14. Sept. Kreuz-Erhöhung.
Mittwoch, 15. Sept. Fest der 7 Schmerzen Mariä.
Donnerstag, 16. Sept. Kornelius und Cyprianus, M.
Euphemia, Luzia und Geminranus, M.
Freitag, 17. Sept. Einprägung der Wundmale des hl. Franziskus, Hildegardis, Äcbtissin.
Samstag, 18. Sept. Joseph v. Cupertino, Bek.
Sechzehnter Sonntag nach Pfingsten.
(Ev. Luk. 14, 1—12.)
In jener Zeit, als Jesus in das Haus eines Oderiten von den Pharisäern am Sabbathe ging, um da zu speisen, beobachteten sie ihn genau. Und siehe, ein wassersüchtiger Mensch war vor ihm. Und Jesus nahm das Wort und sprach zu den Gesetzgelehrten und Pharisäern: Ist es erlaubt, am Sabbathe zu heilen? Sie aber scanne en. Da faßte er ihn an, heilte ihn und ließ ihn gehen. Und er redete sie an und sprach zu ihnen: Wer von euch, dessen Esel oder Ochse in eine Grade gefallen, würde ihn nicht sogleich herausziehen am Tage des Sabbaths? Und sie konnten ihm nicht antworten. Er sagte aber zu den Geladenen ein Gleichnis, als er bemerkte, wie sie sich die ersten Plätze auswählten uns sprach zu ihnen: Wenn du zu einem Gastmahle geloben wirst, so setze dich nicht auf den ersten Platz, damit, wenn etwa ein Vornehmerer als da von ihm geladen wäre, derjenige, welcher dich und ihn geladen hat, nicht komme und zu dir sage: Mache diesem Platz I und du alsdann mit Schande untenan sitzen müssest. Sondern, wenn du geladen bist, so geh' hin und setze - ich auf den letzten Platz, damit, wenn der, welcher dich geladen hat, kommt, er zu dir spreche: Freund, rücke weiter hinauf! Dann wirst du Ehre booen vor denen, die mit. zu Tische sitzen. Denn ein jeder, der sich selbst erhöhet, wird erniedriget und wer sich selbst erniedriget, wird erhöhet werden.
Der Goldschmied.
" /E'^ i7^r Goldschmied weiß, was er tut. Das kostbare, glänzende Metall setz cr ^em Jeuer aus, um es biegsam 11110 ü^schmeidig zu machen und dann z^^y^^A Ringe und Blochen und allerhand
Zierrat daraus zu fettigen zum Schmuck und zur Freude für die Menschen. — Auch im Himmel wohnt ein Goldschmied, der unendlich heilige Golt, der seine Getreuen allerlei Leiden und Trübsalen ausietzt, um sie darin zu läutern, zu prüfen, zu vollenden und aus ihnen Gesäße seines Wohlgefallens $n machen, würdig, die Engel zu erfreuen uud den Palast des Hininrels zu zieren.
Im Psalm 65 erzählt der Psalmist von mancher, lei ichweren Prüfungen und Sckickialäübläaen. die
das auserwählte Volk getrosten haben, die aber dazu dienten, das Volk wieder enger an den Bundesgott anzuschließen, die Macht Gottes vor den Heiden zu verherrlichen und Israel zur Höhe des Glaubens, des Gottvertrauens und der sittlichen Größe emporzuführen.
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Der Glaubensvater ruft!
Was würdest du tuen, wenn der hl. Bonifatius selbst von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus pilgerte und bei jedem aus euch bittend anklopfte um ein Schferiein für den Verein, der seinen Namen trägt, der sein Werk in Deutschland erhalten will? Wenn er dir zurufen würde: „Sieh, als Gott in seinem unergründlichen Ratschluß jenen gewaltigen Riß in der Kirche Deutschlands zuließ, da habe ich, der Apostel der Deutschen, es von Gott erfleht, daß deine Vorfahren und ihre ganze Heimat der Kirche treu blieben, nie hat das hl. Opfer, die Spendung der hl. Sakramente und die Verkündigung des kath. Glaubens aufgehört bis auf den heutigen Tag; ohne ein Verdienst, ohne Mühe deinerseits bist du im katholischen Glauben ausgewachsen, umfloßen vom Strome der Gnade, während so vielen deiner Giaubensbrüder, gerade in jenen Gegenden, die ich einst predigend durchzog, die Gnaden der Kirche nur spärlich zufließen. Willst du nicht deine Dankbarkeit dadurch beweisen, daß du durch dein Gebet und deine Gaben den Bonifatiusverein unterstützest? Die meisten der Diasporakatholiken haben ihre katholische Heimat, wo sie in geordneten kirchlichen Verhältnissen lebten, ja nicht aus eigener Wahl verlassen, die Sorge um das tägliche Brot für sich uud ihre Familie trieb sie in die Fremde, oder sie mußten als abhängige Beamte sich dorthin versetzen lassen. Denk dich in ihre Lage und
lerne Mitleid haben mit unverschuldeter Rot."
So etwa würde der hl. Bonifatius zu euch reden. Hört auf seine Stimme und unterstützt den Bonifasiusver- ein, dem vor allen kirchlichen Vereinen ohne Zweifel die allererste Sorge gebührt, denn von ihm hängt zu einem großen Teil
die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland ab.
Legt schon heute das Notopfer bereit, das ihr, wenn am nächstfolgenden Sonntag die Zahlkarte dem Bonifatius- boten beiliegt, für den Verein spenden wollt.
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Psalm 65, erste hälfte: Gottes Prüfungen.
1. Dir jauchze, Gott, die ganze Erde, Und herrlich laßt sein Lob erschallen.
2. Wie wunderbar sind deine Werke Dir huldmen so.tar die Feinde.
3. Dich bete an die ganze Erde
Und weihe dir den Schall der Lieder.
4. So kommet, schauet Gottes Werke Und staunet über seine Taten.
5. Er trocknete die Meeresfluten, Zu Fuß durchschritten wir den Jordan.
6. Da haben wir Gott zugejubelt Und Dankespsalmen ihm gesungen.
7. Er herrscht durch seine Macht auf ewig, Behält im Auge alle Völker.
7a, Die seinem Dienst sich widersetzen Wird von der Höh er niederschmettern.
8. Lobpreiset unsern Gott, ihr Heiden Und lasset laut sein Lob ertönen.
9. Mein Leben hat er mir erhalten
Und meinen Fuß nicht straucheln lassen.
10, Du prüftest uns, o Gott, mit Feuer. Wie Silber hast du uns geläutert.
11. Hast uns versucht mit Seelenqualen, Trübsal gelegt auf unsre Schultern.
11a. Durch Feuer schritten wir und Wasser, Doch du bereitetest Erquickung.
Weißt du auch, an wem der himmlische „Goldschmied" sein größtes Meisterwerk geliefert hat? An unserm Herrn Jesus Christus, seinem eingeborenen Sohn. Gerade er, der Abglanz des Vaters, der Abdruck seines Wesens, sollte nach dem Ratschluß der ewigen Weisheit durch Leiden zur Vollendung gelangen. Der hl. Paulus hat diesen erhabenen Gedanken Ausdruck verliehen mit den Worten: „Es ziemt sich, daß der himmlische Vater den Urheber des Heiles, feinen Sohn Jesus, durch Leiden zur Vollendung brachte. „(Hebr. 2, 10. Worin meinst du daß diese Vollendung stand? In der Möglichkeit, den höchsten Beweis der Liebe zu erbringen, hat ja niemand eine größere Liebe, sagt der Heiland selber, als daß er sein Leben gibt für seine Freunde. Nicht die Kranken« Heilungen, nicht die Totenerwecknngen, nicht die Fülle der Wunder, nicht der Glanz der Predigten, sondern die freiivillige Uebernahme der Leiden, das Vergießen des Blutes, die Hingabe des Lebens, die Jm Leiden geübte Gednld, Slarkmut, Tapferkeit, Liebe, das ist das größte und bewundernswürdigste in der Person des Heilandes. Damit stimmt überein der folgende Ausspruch der hl. Magdalena v. Pazzis: „Wisset, daß die Uebung des Leidens etwas so Edles und Kostbares ist, daß jenes himmliche Wort, obgleich eS int Schoße des ewigen Vaters die reichsten Schätze und Freuden des Paradieses genoß, dennoch, weil es nicht mit dem Gewände des Leidens geschmückt mar, auf die Erde herabkam, um diesen Schmuck zu holen".
Der „Goldschmied" hat es verstanden, den Heiland auch den Menschen angenehm zu machen gerade durch Leiden. Oder womit hat denn der Heiland die Herzen der Menschen sich etobert? Durch seine Leiden. Das Kreuz ist der große Magnet geworden, mit dem et die Herzen der Erlösten unwiderstehlich anzieht. Dies hat der Leiland mm voraus aewußt und dem Niko«.