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Paßes fit klar. Die Volksabstimmung soll hintertrieben werden, weil die Polen allen Grund haben, zu befürchten, daß sie wie in Ostpreußen zugunsten Deutschlands ausfallen würde, da die übergroße Mehrheit des Voltes zu Deutschland hinnergt, darunter selbst zahlreiche Polen, die durch den Anschluß an Polen eine Verschlechterung ihrer Lebensverhöltmsse befürchten. Mit Gewalt soll also Oberschlesien gegen den Willen der Volks- wehrhaft polnisch gemacht werden, unbekümmert um die im Ariedensverlrag von Dersâles gegebenen Bürg- schaften für die Entscheidung durch Volksabstimmung. Wird die Entente, deren Organe in Oberschlesien gegen lebe gewaltsame Regung auf deutsch Seite so schnell Zur Hand waren, ihre Unparteilichkeit setzt dadurch beweisen, daß sie auch dazu mitwirkt, die augenscheinlichen polnischen Hebelgriffe zurückzuweisen? Nach den bisherigen Erfahrungen, Äs wir mit der Entente, besonders den siegestrunkenen Franzosen gemacht haben, haben wir wenig Hoffnung, fürchten vielmehr, daß auch hier wieder Macht vor Recht geht und man uns wieder als die alleinigen Sündenböcke hinstellt, ja vielleicht aus diesen oberschlesischen Zwischenfällen Anlaß .Nimmt, uns neue „Strafen" aufzuerlegen.
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Hat es ml uerf(siebenen Orten, besimdcrs im rheinisch- westfÄischen Snimftmgebiet, wieLsr eannai gegeben, indem von radikalen Elementen Versuch geniacht wur- ^n, eine neue bolschewistische RevobrtiorvWelle hervor- izurufen. In Velbert (bei Düsseldorf) und Cöthen (Anhalt hatte sich sogar schon eine, wenn auch kurzlebige .Räterrgierung aufgetan, bei der wie bei den früheren ^Räterepubliken" die HaupttäÜgkeK der Führer und ihrer Helfershelfer im Stehlen, Rauben und Pliii^rn, tzreihestsberaubmrg und ähnlichen „Staats"akiionen sich ütVZuloben siè. Vorläufig hat die Wachsamkeit der Regierung sowie die Einsicht der ordnungsliebenden DevAkermig ein weiteres UmsichgrÄsen der Putschversuche verhindert. Damit ist die Gefahr aber noch nicht vorüber. Sius gestoben aber nicht aufge- Hoben, werden sich die linksradikÄen Elemente einschließlich der Unabhängigen sagen. Sie hatten wohl »auf ein weiteres siegreiches Vordringen k^r Sowjet- itruppen hi Polen gehofft, auf den Fall von Warschau fund die Vertreibung der jetzigen panischen Regierung in ihren Ersatz tmrch «ne Räöeregèrwrg, rsn ellenthalen -kn Deutschland loszuschlagen mrd die Vereinigung mit Asn russischen BolschLwisten durchzuführen. De Ilw tabhäagLgett haben das offen etngsstanden; ja der Ber- âer StaÄverordnÄenvorsteher Dr. Wel^ verlangte so- Par in einer Rede, ^daß wir mit Rußland Hcvrd in Hmrd gehen, um dem rewlutionaren EoKalisrnus eine Gaffe zu bahnen." Amh sonst ist schon lange in radikalen Greifen von der Absicht, durch eine neue Revolution der Rätewirts chast in ganz Deutschland zum viege zu verhelfen, die Rede. „Wartet nur, bald sammt es anders", so konnte man auf Schritt und Tritt aus bem Muâ râkaler Elemente hören. Wie es gemeint ist, Hot der k omnumistische Abg. Graf im bayerischen Landtag kurz und bmâg erSört. Er sagt.
„Heute füttern mir Me Bewaffnung der Aibeiierschasi und Entwaffnung der Bourgeoisie zur Durchführung der Sozisüsierung. Diese Bewaffnung der Arbei tevschast wer- ten die politischen Arkârräte durchführen, Ä. h. durch Ausübung der Diktatur tes Proletariats wird die fozra- Ksüfche Gesellschaft aufgerichtet werben."
In dasselbe Kapitel gehört der Widerstand, den im Reichstag die USP der Entwaffnung entgegengesetzt hat imd das unverfrorene Beringen, nur die „Bour- grosie" und die zur AufrechterhMung der öffentlichen Sicherheit bestimmten Organe, aber nicht „die Arbeiterschaft" zu entwaffnen. Die Herrschaften hatten ihre Karten zu früh aufgedeckt. Die bolschewistische Offensive im Osten hatte ihre Erwartung«? aufs höchste gesteigert. Der RückschlcH kam für sie gaiy unerwartet und hat ihre Aussichten mit HÄfe der russischen Freun
derln in Deu Form einer ■
itschlimd die Diktatur des Proletariats in Rätersgierung aufzurichten, vorläufig zu
Essig gemacht. Man darf sich aber keiner Täuschen^ hieben, darüber, daß wir jeden Tag neue lleberra- fdumgen erleben sönnen, llebrigens sehen viâicht jetzt mich gewisse phantasievolle Leute der „Bourgeofte", was es auf sich hat, auf die rrffsifchen Bolschewisten schwärmerische Hoffnungen zu setzen. Für uns sann es nur eine Richtlinie geben: außenpolitisch st rengste Neutralität, innerpolitisch aber nach wie vor entschie- denste Abwehr der bolschewistischen Wühlerei.
Der chrMiche MeLaLücheUerverband,
der von 150 Mitgliedern im Jahr 1889 auf 220 000 ße» stiegen ist, hielt diese Tage in Essen seine General- ^^-^«K^r um*. «Jk«*«-^- ^*»t $3^jr2i_l> ^sL filJixt LsArL^â
U. a erklärte er, daß die Mitglieder die da und dort ausgetretenen Bestrebungen auf Errichtung einer eigenen Partei der christlichen Arbeiterbewegung schon aus prinzipiellen Erwägungen entschieden ablehnten. Nach wie vor müsse daran sestgehalteu werden, den entsprechenden Einfluß in allen bürgerlichen Parteien zu erreichen.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse, bezeichnete er als niederdrückeiw. Versailles und Spaa erdrosselten das deutsche Wirtschaftsleben, dazu kämen die vielen wilden Streiks, die ebenfalls die deutsche Wirtschaft unterminierten. Die teueren Produkte erschwerten die Lebenshaltung der Massen so bedeutend und wirkten aus die Absatzmöglichkeit der industriellen Produkte ungünstig. Die Möglichkeit zu einer Befferung läge nur darin, daß zunächst ein energischer Abbau der Preise aller Produkte erfolge, dem dar^n später auch dec Abbau der Löhne und Gehälter folgen müsse. •
Bezüglich des Achtstundentages betonte Redner, daß bereits aus der 3. Generalversammlung des Christlichen Metallarbeiterverbandes im Jahre 1904 die Forderungen aus Verkürzung der Arbeitszeit,Einführung des Achtstundentages und Abschluß von Tarifverträgen erhoben worden seien. Diese Forderungen seien erfüllt worden. Die Arbeiter in der Metallindustrie, insbesondere die Schwereisenindustrie, sowie der anderen schwer arbeitenden Berufe hätten ein dringendes Anrecht auf den Achtstundentag. In der gegenwärtig geltenden schematischen Arbeitszeit, die keine Rücksicht nähme aus die Art, die Schwere unb die Hesundtzerts- sHäèlichdeit, müsse eine Ungerechtigkeit erblickt werden. Dies würde namentlich für die Feuer- und Schwerst- arb eiter eine weiter Verkürzung der Arbeitszeit gerechtfertigt erscheinen lassen. Die 6uftechtrrh«!t8NI des Achtstundentages habe zur Voraussetzung, daß innerhalb dieser Arbeitszeit ysLeö YflichtdèWèchtsem an den Tag gelegt und alle Kräfte angespannt werden müßten, um unserer darniederliegenden Volkswirtschaft wirklich zu helfen.
Um Deutschland wieder hochzubringen, gäbe es um eisen weg, den Weg der Pflicht, den WeZ ter arbeit« samkeit für alle, den Weg bes Drittens und der Srd«««g im Innern, echten vaterländischen SèRrinfiNÄes, der SrnsigssMkeit und Vsttsfalldsritai und echten christlichen Geistes in sesismung und Hasdel.
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Der „fchNmmfts TchWskWsZ!"
Was mag das wohl sein? Der Waffenstillstand, den die Entente uns s. Z. auferlegt, oder der Schmachfriede von Versailles ober der Raub deutschen Landes in Ost und West, oder die mehrjährige Besetzung der Nheinlande durch die Feinde, oder die Versklavung des derrtscheu Volkes, oder seine finanzielle Verarmung? Nein alles das ist eS nicht. DaS evangelische Gemeindk-blatt für das Ruhrtal ,Friede und Freude" hat es entdeckt. Es schreibt in seiner Nummer- dom 8. August: „Inmitten aller über uns hereingebrochenen Schicksals schlage ist es wohl den wenigsten klar geworden, daß am 15. Mai etwas uns getroffen hat, das wir zu dem schlimm st e n rechnen müssen, nämlich die Errichtung einer päpstlichen Nuntiatur in Berkin." Und auf die Frage: WaS bedeutet die Nuntiatur?", gibt es die Antwort: „Um es mit dürren Worten zu sagen: Sie bedeutet eine absolute Beaufsichtigung Deutschlands durch Rom. Es wird fortan weder ein bedeutsamer Parlameutsbeschluß in Deutschland oder Preußen gefaßt werden dürfen, noch irgendwelche Negierungsmaßnahnie, die auch nur entfernt ksthokisch? Intereffen streift, getroffen werden, ohne das Plazet (Zustimmung) des Papstes". Es ist wohl nicht nölig, diesem Blödsinn noch etwas hinzufügen; bedauerlich ist es aber, daß in einer Zeit, in der der innere Friede, besonders auch der konfessionelle so nötig ist wie das tägliche Brot, in nner derartigrulverantwortlichen Weise gehetzt wird.
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ber Dinge, die kommen mürben, wenn die Unabhängigen, bk Freunde der russischen Bolschervisien, einmal ans Stuber kommen sollten, war das Verhalten dieser Partei bei der ürvkeri Lesung des Notetats, und zwar beim Kapitel Reichswehr. Was diese Leute da über das Dechöltnis zwischen Reichswehr und Religion vorzubringen für gut befanden, hat deutlich gezeigt, wes Geistes fimb diese Leuw. sind. Genosse Fries zog in der unerhörtesten Weise unb in Formen, die man selbst bisher noch nicht erlebt hat, die Militär-Seelsorge in den Bereich ferner galligen Kritik. Es gibt kaum eine Schandtat, die nach diesem Redner nicht gerade von der Militär-Geisttichkeit gebilligt toorden war. Sogar für die Wegnahme der Sadbatleuchter bei den Ostjuden für Kriegszwecke macht er die Militär- Geistlichkeit unb mit ihr das Christentum verantwortlich. Er verhöhnt die militärischen Gottesdienste. Man tzâtce oft Katholiken abkommandiert und gesagt, ihr seid heute Protestanten usw. Die Reden wurden so mcbrig und gehässig, daß die Parteien zum großen Teil den Saal verliehen. AuS der Stimme des Generals V. Gallwitz, der zunächst dem Unabhängigen erwiderte, spricht eine starke innere Bewegung und Ergriffenheit. Sr nimmt die WiliLär-Seelkorge unter dem wütenden
Widerspruch Ler U. S. P., aber unter stärkstem Beifall der übrigen Mitglieder dieses Hauses, die in Lichün Gruppen das Rednerpult umstellen, in Schutz. Fort. Während brüllt Adolf Rossmann dazwischen: Du sollst» nicht töten! Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst!, und Luise Zietz schreit den Redner, als er b^ Christentum verteidigt, an: Sie sollten sich schämenR Gegenüber dem Vorwurf des Vorredners wegen be^ Beschlagnahme der Metall-Leuchter bei den Juden macht Gallwitz darauf aufmerksam, daß man in Deutschland doch den Kirchen auch die Glocken genommen hat.
Der grnirLMKadHeordnrte Dr Streiter legt in wür. Ligen, ernsten Worten Protest gegen die schamlosen Angriffe deS Unabhängigen gegen die Milltär-Gcistlich. keit ein. Es ereignen sich während dieser Ausführungen immer sich wiederholende Unterbrechungen von feiten, der Radikalen, die in der gemeinsten Weise das Christentum beschimpfen. Der U. S. P.-Abgeordnete Bock schreit, als Schreiber von dem tieferen Sinn deS Christentums spricht: „Yen Lchtvindei HlaubkN wir uicht mehr!" Dieser Ausruf, der lärmende Unterstützung bei den Radikalen findet, ruft im Hause große Erregung hervor.
Welch ein unglaublich niedriger Ton sich breit machte, dafür geben folgende Sätze Ldsis hoffmamls einen Beleg: „Der preußische Staat hat jetzt Pfarrergehälter erhöht, und das ist gegen die Verfassung!" — „Hier soll man anfangen zu sparenI" — „Wer die Geistlichkeit braucht, soll für seinen Blauben auch bezahlen!" — „Sie mühten sich schämen, ihre Religion von den Steuergroschen der Ungläubigen bezahlen zu lassens* — „Die Geistlichkeit hat nicht nur Fahnen und Waffen aefegmt, sondern auch die Eoldaten angereizt, die Menschen nieder« zuschiehen!" — Die Blasphemien und Unflätigkeicerk, die er gegen das Christentum, gegen Geistlichkeit und christliche Einrichtuugen schleuderte, lassen sich nicht wiedcr-eben. Die ReligionS-Diener bezeichnet er als „SchMEitzsiremn", stellte die Geistlichen als Helfershelfer des SSthterkstits und LapitMsmus hin, beimpfte die. Abgeordneten, die anderer Meinung waren als er und führte sich auf, wie sich eben nur ein Adolf Hoffmann aufführen kann! Man muß diese Gesellfchaft und ihre widerlichen Zwiesprachen beobachtet haben, um einen Begriff davon zu erhalten, was bei dieser Partei für nuifq'fuiigen und Tendenzen über christliche Meinungen herrschen. Man erhält aber auch einen Begriff davon, was dem deutschen gläubigen Volk« bevorsteht, wenn diese Richtung ans Ruder käme. „Ein schauderhafteres, scharrdbareres Erlebnis ist mir," so schreibt ein Zentrums- derichterstatter, „in meiner langjährigen parlamentarischen preffedrenstlichen Arbeit md^ nicht vorgekommen! Man sann es manchem der Abgeordneten nachsüblcn, wenn sie erklärten, dah ihnen ob dieser widerlichen Debatte die Tränen aufquollen und Latz der Ekel ihnen die Kehle zuschnürte."
Die traurigen Vorgänge sind ein geigen der Seit, sie sollten aber auch ein Signal für alle diejenigen sein, die nicht wollen, dah dieser religionsfeindliche Geist, der schlimmer ist als ba3 alte Heidentum, maßgebenden Einfluß gewinnt unb ein Adolf Hoffmann wieder an eine leckende Stelle kommt. Es ist tief bedauerlich, daß diese Leute auch im Salba^t Land Tausende von Stimmen bei der letzten Wahl erhielten. Ob viele der Jrrgeleitelcn und Verhetzten sich nicht vor sich selber schämen, tuen» sie von derartigen Ausbrüchen der Religivnsscindschaft Kenntnis erhalten? Wer jetzt noch da U'.itmacht, der verleugnet fersen Glauben und bricht den Lreuschiuur, den er einst am Weißensonntag geleistet hat. Wer will so treulos fein!
Die 100000 amerikanischen Mhe, die deutschfreundliche Amerikaner uns zur Aufbesserung unseres Viehbestandes und besonders -> x stärkeren Milchlieferung für Säuglinge und Kleintir.- r zugesagt hatten, werden wohl nicht fommen. Die deutsche Ne» gierung hatte sich an die englische gewandt mit dem Ersuchen, den nötigen Schiffsraum für dieses Liebeswerk zur Verfügung zu stellen. Wie nunmehr her englische Sozialist Macdonald in einer Erklärung mit« teilt, hat die britische Regierung den Mangel an Schiffsraum vorgeschützt, der den Transport unmöglich macht. — Für Munitionstransporte zugunsten der Polen ist natürlich Schiffsraum vorhanden.
In ZiLiien
ist es in dem Städtchen Abadia San Salvadore zu Ausdrücken wüsten Religioushafses gekommen seitens der Sozialdemokraten. In einer aus der ganzen Gegend besuchten Massenversammlung von 3000 Personen sielt ein radikaler Sozialist eine aufreyenbe Rede, durch Die die Massen aufgestachelt wurden, die gleichzeitig tattsindende Marla-Himmelfahrtsprozession zu sprengen. Nit unglaublicher Roheit unter Schreien und Gotteslästerungen fielen sie über die Prozessionsteilnehmer her und schlugen mit Stöcken um sich, dann drangen sie in die Kirche ein, zogen ihre Revolver unb schossen wild in die wehrlose Menge. Sieben Tote und zahlreiche Verwundete konnte die blutrünstige sozialistische Meute als Ergebnis ihrer Jagd auf harmlose Gläubigen buchen. Das ist Lie sozialistische „Freiheit" und das Paradies auf Erden, das diese Leute der Welt bringen wollen. Der Herrgott möge uns davor bewahren.