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wg Wer Nas Hs«. ^yvyre uns, wt^in du willst! Wir find nicht durstig, nicht ermattet, so lange wir einen strichen König haben!"
t Jesus, unser König, wählte aus heißer Liebe zu feinem himmlischen Vater uni) zu uns freiwillig, ohne daß er mußte, das Kreuz. Sein ganzes Leben lang, am lautesten aber auf dem Golgathahügel hat er das hohe Lied der Liebe angestimmt; er hat fein Leben für Uns dahingegeben, auf daß „auch wir für die Brüder das Leben lassen" (1 Jo. 3, 16). Den Adlerflug heldenmütiger Opferliebe sollen wir alle an Jesu Beispiel lernen.
Die bloß natürliche Liebe versagt so ost, menn Opfer gefordert werden. Warum? Weil die Selbstliebe stär- ker ist. Die echt christliche Liebe aber wächst mit den Opfern. Im Feuer der wahren christlichen Siebe werden alle Schlacken der armseligen Menschlichkeit verzehrt. Die natürliche Liebe geht nicht selten an einem Mißerfolg, an einem Mißverständms, das alle Tage vorkommen kann, für immer in Scherben. Aber diese christliche Liebe ist „langmütig, ist gütig, sucht nicht das Ihrs, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht an; alles erträgt sie, alles glaubt sie; die Liebe höret nimmer auf." (1 Kor. 13, 4 ff.)
Wo diese Liebe vorhanden, da wird jedes Haus ein Tempel Gottes und jede Familie ein kleines Paradies. Von solcher Liebe mag jene Frau in der ersten Christenheit erfüllt gewesen sein, der ihr Gatte in einer der Katakomben (unterirdischen Begräbnisstätten) Ronis auf den Grabstein schreiben ließ: „Niemals konnte ich mit ihr einen Streit haben, denn sie war eine Christin." Was liegt nicht alles in diesem Wort! Daß man es auch jedem von uns einst aufs Grab schreiben könnte!
Aber die Oxferbereitschaft dieser Liebe muß noch weder gehen! Sie muß sich auf alle Menschen er- strecken, auch auf die, mit denen uns nicht schon natürliche Zuneigung und die Bande des Blutes verknüpfen. Gar manchem ist der Anblick solch christlicher Opier- liebe der Wegweiser zu Gott, der Quelle aller Liebe, geworden. Pachomius z. B.., der spätere hl. Einsiedler, war in seiner Jugend Soldat im römischen Heere und Heide. Eines Tages kam er mit seiner Abteilung ganz erschöpft von Hunger und Durst und den versengenden Strahlen der Sonne nach Thebä in Aegypten. * Dort eilten Leute herbei und brachten, was sie nur hatten, um die ermatteten Soldaten zu erfrischen und zu stärken.^ Solche Gesinnung und solcher Opfersinn war dem Pachomius ganz neu und unerhört. Er erkundigte sich, was das für Menschen seien. Man sagte ihm, es seien Christen. Da rief er aus: „Eine Religion, die solche Liebe zu den Notleidenden und selbst zu ganz Fremden einflößt, kann nur vom höchsten Wesen selbst stammen!" Aus dieses Erlebnis hin gab er seine militärische Laufbahn auf, wurde Christ und später der berühmte Einsiedler.
Wie oft mag sich ähnliches im Laufe der Jahrhunderte zugetragen haben, seitdem Jesus das neue Gesetz der Liebe verkündet hat und seitdem es Menschen gibt, die es befolgen! Alochke es doch auch in der heutigen 3^1 der Not, wo die Mensche» mehr als je auf än- ander angewiesen sind, recht viele geben, die vom Geiste der Christen een Thebä erfüllt und aus Liebe zum Heiland ihren notleidenden Mitbrüdern nach Kräften opferwillig zu helfen bereit sind.
Zur SischosrKsnferenz.
Der asten Bonifatiusstadt ward im Laufe der vergangenen Woche wieder Ne hohe Ehre zu teil, die deutschen Bischöfe am Grabe des Apostels der Deutschen sich "versammeln zu sehen. Diese Konferenzen gehen zurück bis auf das Jahr 1855, wo gelegentlich des 1100jâhri- gen Gedenktages des Martyrertodes des hl. Bonifatius die in Fulda und Mainz versammelten Bischöfe den Plan faßten, sich von Zeit zu Zeit am Grabe des Heiligen 'zu vereinigen. Erstmals geschah es in den Jahren Ä856 und 1358. Nach längerer Pause wurde die deut- ßchen Bischöfe 1867 und 1869 durch die für das Vatikanische Konzil nötigen Vorberatungen wieder zusammen- fgeführt. Eine weitere Konferenz brachte das Jahr 1870. Äus Rom zurückgekehrt verkündete der deutsche Episkopat von Fulda aus die Beschlüsse des Vatikanums, «wodurch bas Todesurteil des Altkatholizismus besiegelt wurde. Bald folgte der sog. Kulturkampf und wieder war es in Fulda am Grabe des hl. Bonifatius, wo pie Bischöfe zu geschlossenem Vorgehen sich einigten. Von Fulda aus übersandten die preußischen Bischöfe am 11. April 1872 an das Ministerium einen gegen das neue Schulaufsichtsgesetz! vom 11. März 1872 gerichteten Protest, worin sie erklärten, daß sie fortfahren würden, ihrer Pflicht gegen die ihrer Hirtensorge cmver- traufen Kinder in Bezug auf Unterricht unh Erziehung gerecht zu werden. Von Fulda aus erging auch jene als
„Fuldaer Bisthofsprogramm" bezeichnete Denkschrift vom 20. September 1872, in welcher die der katholischen Kirche garantierten Rechte noch einmal klar dargelegt wurden mit der Versicherung, daß Ne Kirche auch fernerhin an k^nselben festhalten werde, möge kommen was da wolle. Im Mai des folgenden Jahres (1873) veröffentlichte der preußische Episkopat von Fulda aus einen gemeinsamen Hirtenbrief, auf die Gefahr hinweisend, daß die damals vorgelegten Gesetzentwürfe zur Unterdrückung der katholischen Kirche und zur Gründung einer Nationalkirche führen müßten. Die Bischöfe erklären desbalb, fieber alles dulden zu wollen, als ihrer Hirtenppflicht untreu zu werden u. ermahnten die Priester und (Gläubigen treu zu ihren rechtmäßigen Oberhirten zu stehen. Da die meisten Bischöfe im Laufe der Jahre ins Gefängnis geworfen, von ihren Dischofsstühlen vertrieben worden oder gestorben waren, mußte auch die Bi- fchofkonferenzen eine Jahre lange Unterbrechung erleiden. Erst vom Jahre 1884 an traten die Bischöfe Preußens, denen sich die der oberrheinischen Kirchenprooinz gewöhnlich anschlossen, wieder alljährlich zu ihren Konferenzen in Fulda zusammen. Hatten sie früher von hier aus die Priester und Gläubigen ermahnt und ermuntert, für die gefährdeten Rechte der Kirchs einzutreten, im Kampfe auszuharren und in den Tagen der Bedrängnis das Vertrauen auf Gottes Beistand nicht zu verlieren, so ließen sie nunmehr von Fulda aus dem katholischen Volke das verdiente Lob zu Teil werden.
„Ihr seid", so sagten die Bischöfe in dem betr. Sendschreiben, „eurem Heiland und seiner hl. kathol. Kirche treu geblieben. Das bezeugen wir, eure von Gott gesetzten Hirten, euch vor der ganzen katholischen Christenheit; und dieses Zeugnis soll als ehrendes Denkmal aufgerichtet bleiben, so lange die Welt steht. . . . Ihr habt alle Lockungen, die an euch herantraten, um euch vom Wege der Pflicht abzubringen, standhaft zurückgswiefen; ihr habt die schweren bitteren Leiden, denen ihr nach Gottes Ratschluß nicht entgehen solltet, starkmütig erduldet. Ein Schauspiel für die Engel, die Menschen und die Welt seid ihr, ist die Kirche in unserem Va terlande geworden. Fest geeint stehen wir da; geeint sind die Gläubigen mit ihren rechtmäßigen Hirten in Gehorsam und Liebe; geeint sind diese H i r t cn untereinander in Wort und Tat zu unerschütterlicher Eintracht; geeint sind wir alle mJ t dem obersten Hirten, welchen Jesu- Christus seine Herde anvertraut hat."
Wenn auch der offene Ansturn gegen die Kirche abgewchrt war, so hatten die Bischof- doch noch jahrelang Anlaß zu berechtigten Klagen, auch nachdem der „Zugang zum Frieden" 1887 gefunden war. Daneben mußten sie darauf bedacht sein, die nach schwerem Kampf errungenen Erfolge zu sichern, die katholische Einheit und Einigkeit aufrecht zu erhalten und die alten Schäden des Kulturkampfes allmählich zu beseitigen. Dazu kamen im Laufe der Jahre neue Schwierigkeiten und Gefahren und damit auch neue Sorgen' und neue Aufgaben für die Bischöfe und für ihre gemeinsamen Beratungen in Fulda. Erst recht gilt das für unsere Zeit mit ihren grundstürzenden Veränderungen.
Doch wir brauchen nicht zu verzagen, das einträchtige Zusannnenwirken zwischen Episkopat, Klerus und Volk, das seit Jahrzehnten für die Kirche Deutschlands von so großem Segen und so großen Erfolgen begleitet war, wird uns auch in Zukunft über alle Not und Bedrängnis hinwegführen. Unsere Pflicht aber wird es sein, zu beten, daß auch die bei der diesmaligen Zusammenkunft gefaßten Beschlüße der Hochw. Oberhirten der Kirche, beim Volke und dem Vaterlande zum Heile gereichen. _________
Eines Rheinländers SeligsyrechMgMozch.
Am 3. Mai dieses Jahres tagte in Büren unter dem Ehrenvorsitze des Hochw. Herrn Erzbischofs Karl Joseph Schulte von Köln die erste Generalversammlung der Priester Missions-Vereinigung der Erzdiözese Köln (Unio cleri colonienfis pro missiombus). U a. wurde auf ihr die Resolution gefaßt, die Riterckongre- gation um Beschleunigung des Sefigfp^migsprojejics des ehrw. p. Joh. Kaspar Kratz aus der Gesellschaft Jesu zu bitten. Eine Kommission wurde mit der Förderung dieser Angelegenheit betraut.
Wohl wenige Teilnehmer kannten den hochherzigen Märtyrer, von dem der Pfarrer dessen Heimatsortes Golzheim bei Düren (Pfr. Hochscheid) in tangerem Vorträge berichtete. Besonders bei den Rheinländern dürfte Pater Kratz, der künftige Selige, ein besonderes Interesse beanspruchen. In der Tat, welche Freude wäre es für uns, wenn der liebe Gott nach langer Zeit wieder einmal einem Kinde unteres deutschen Vaterlandes die Ehre der Altäre zuteil werden liehe!
Joh. Kaspar wurde am 14. September 1698 geboren. Seine Eltern stammten beide aus angesehener Familie, waren aber verarmt. Nach dem frühen Tod« des Vaters ermöglichte die gute Mutter Kaspar beite noch das Studium; sie hoffte ihn nämlich später einmal am Altare zu sehen. So kam er mit 15 Jahren nae Düsseldorf aus das Jefuitengymnasium. Anfänglich wollte es aber mit dem Studium nicht gut gehen; er, mußte die unterste Klasse sogar wiederholen. Und später gehörte er auch nicht gerade zu den besten. Er scheint ein echter rheinischer Junge gewesen zu feind Seine Lieblingsfächer waren Poesie, Rhetorik und Griechisch. Im Griechischen eroberte er sogar den ersten Preis! Doch was machte ihn denn in diesem Fache so fleißig? Damals schon wollte er hinaus m die weite Welt; er wollte ja später die Länder selbst sehen, wovon ihm die alten Klassiker erzählten. Nach Vollendung des Gymnasiums hörte er bei den Franziskanern in Düsseldorf noch ein Jahr lang Philosophie. Da suchte ein reicher adeliger Herr für seine Nomreise einen Begleiter und Gesellschafter. Diese Gelegenheit benutzte der reiselustige Jüngling; es war der Beginn seiner langen Wanderjahre. Ein Jahr lang blieb er in Rom; dann folgte ein längerer Aufenthalt in Madrid, Lissabon und Paris. Erst nach fünf Jahren kehrte er reich an Erfahrungen und des Italienischen, Svanch.E- ' m u= giesischen und Französischen vollkommen mächtig, in seine Heimat zurück. Aber auch jetzt hatte er noch keine Ruhe. Ueber seine ZuklMsè gänzlich im 6 4 a. * sg er nach Köln. Ohne den Seimgen etwas zu verraten, , packte er eines Tages feine Habseligkeiten wieder zusammen fuhr nach Amsterdam und ließ sich von der holländischen Gesellschaft für Ostindien anwerben. Der sprachenkundige junge Mann wurde sofort als Offizier unteren Ranges ihn ostindischen Heere angenommen. Nach sieben Monaten landete er im Hafen von Ba- ' tavia.
Hier gingen Kaspar aber die Augen auf. Gottes Liebe hatte den unstäten Wanderer allüberall hinge- leitet, ihn inmitten so vieler Gefahren für Leib und Seele bis auf den Tag rein und brav gehalten. Hier erkannte er endlich sein wahres Wohin; hier reifte er unter der reinen weisen Führung der Gnade m t Heiligen heran. „Ich weile hier selbst in einem Abgrund der Bosheit, es reut mich, diese Ufer betreten zu haben; ich kann ja den Pflichten meiner Religion nicht mehr genügen, . . ." so schrieb er an einen seiner ehemaligen Lehrer p. Brechen und an seine Mutter. 3n der Stadt und auf der ganzen Insel herrschte die tiefste Verkorn- menheit und Schlechticckeit. Alle Religionen waren geduldet, nur eine wurde verfolgt: die (einige. Und ochs Joh re sollte er in diesem Sodoma leben? Für olange halte er sich ja verpflichtet. Inzwischen cr= teilte er mit großer Gewissenhaftigkeit seine Beamten- )flichten, studierte für sich eifrig indische Sprache; und einer Umgebung wurde er ein wahrer Apostel, der ie stärkte im Glauben und Siite! Seeleneifcr war beim Anblick des Elendes von Batavia in seiner Seele er« wacht und unermüdlich betätigte er ihn in seinem erfolgreichen Laienaxostolat. Herrliche Züge werden uns aus diesem Lebensabschnitt berichtet. Das Land, das jetzt unseren Kaspar lockte, war das Reich der unsterblichen SsAen: er will Missionar werden! Sein Ver- Vertrag mit der ostindischen Gesellschaft wird schon nach drei harten Dienstjahren gelöst. Er greift wieder sunt Wünderstab und tritt zu Macao ins "aviziat der Jesuiten ein (1730). Am 24. Dezember 1.34 steht er als Priester am Altar, bereit, zu leben und zu sterben für die blutigverfolgten Christen des benachbarten Ton-, fing. Wenn die Reise in dieses Missionsland aber seine Todesfahrt wäre? Dann gälte der Tod den unsterblichen Seelen und er gewänne nur die Martyrertrone. Er und drei portugiesische Mitbrüder sollten diese schon bald durch Schwertstreich empfangen, — am 12. Januar 1737 —, nachdem sie zuvor sieben lange Monate in der sogenannten „Hölle des Orients" die furchtbarsten Kerrerleiden erduldet hatten.
Auf einem eigenartigen Wege ist Kaspar ein Heiliger geworden. Zu einem Jugendgespielen hatte er einmal gesagt, er fühle sich zu etwas Großem berufen; damals ahnte er freilich noch nicht, daß er ein Blutzeuge des Gottessohnes werde. Im Offizium der Märtyrer fordert die Kirchs die Gläubigen wiederholt"auf: „Kommt und schaust die Märtyrer in ihren Kronen, die der Herr ihnen aufs 5)aupt gesetzt. In dieser heil. Schar sehen wir nun auch den ruhmgekrönten Sohn des Rheinlandes, mächtig, am Throne Gottes ein gutes Wort für uns einlegen. Wenden wir uns deshalb mit unseren Anliegen auch vertrauensvoll an_ ihn; er wird uns helfen! Flehen wir zu Gott, daß die Selig« fprechung f eteres Dieners recht halb erfolge, daß kn? nächste Seligsprechung einem Derrtschen gekte.