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Sonntag, den (5. Ltuguft
verbsndstag „Keu-Dentschland"-
Nach einer langen ^eit stürmischer Gewitter- und geu-Tage prangte wieder echter sonniger Sommer :r dem Fuldatal und den Straßen der Boni- iusstadt, als aus dem weiten Vaterland die Züge Laitfe des Sanistag voriger Woche die Vertreter : katholischen Schülervereine zu uns führten. Mit ttsicht und Eifer hatte der Wohnungsausschuß $ schwere Werk vollbracht, für mehr als 650 Gäste, Massen- und Einzelquartieren Unterkunft zu affen. Gastfreundschaft, die schöne Väiertugend, glücklicherweise noch nicht ausgestorben und bei tem Willen läßt sich auch das fast unmöglich heinende doch möglich machen.
Der . cgrüßunzsabend.
Frische Jugendlust schlug dem entgegen, der am Sams- ;abend den Stadtsaal betrat. Mitten Gästen füllten ihn Kameraden aus Fulda und der Umgegend und viele eunbe der Jugend bis auf den letzten Platz. Ein Helles immengewirr klang hinaus in den sommerlichen Park d erwartungsvolle Blicke suchten einander. Als der neidige Eröffnungsmarsch verklungen war, begrüßte der ubandsvorsitzende, Profestor Schumacher - Köln die ersammlung. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß ulda dem Verbandstag seine Mauern geöffnet lwbe, Rda, die Stadt des hl. Bonifatius und die Stadt, der jene 'chberühmte Klosterschule der Benediktiner zu unoergäng- hem Ruhm in der Geschichte deutscher Kultur und Wis- nschaft verhalfen hat. Tiefempfundene Dankesworte richte er an den Hochwürdigsten Herrn Bischof Joseph a m i a n, der Vertreter des deutschen Episkopates, dem eu-Deutschland so viel zu verdanken habe. Wenn heute eudeutschland von Königsberg bis Freiburg, von Konstanz s Hamburg seine Aeste breite, so danke es das. den ohlwollenden Beschlüssen der Bischofskonferenz (stünni- her Beifall). Weiterhin begrüßte der Redner den Ver- eter des Herrn Ministers für Wissenschaft, Kunst und .olksbildung, Herrn Staatssekretär Dr. Wilder- a n n-Berlin, den Ehrenvorsitzenden des Verbandes wnganhüllcn-es Händeklatschen), ferner den Vertreter des trvn'mzialschlÄollegârms Koblenz, Herrn Geheimr. P a e h- e r, einen bewährten Freund von Neu-Deutschland, Herrn jymnasialdirektor Geheimrat Dr. Franke- Köln, deren lnrvefenheit in Fulda beweise, daß Neu-Deutschtand Hand t Hand, Schlüter an Schulter mit der Schule seinen Ziern nachstrebe. Herzliche Worte fand Prof. Schumacher für ) ernt uberbürqetmeist er Dr. Anton t, als dem Vertreter er Fuldaer Bürgerschaft, deren Gastlichkeit über alles Lob rhaben sei. (Langanhaltender Beifall.) Diese allgemeine luteilnahme zeige, was man von Neu-Deutschland erwarte. Darum auf zur eifrigen Arbeit zur Ehre Gottes, zum Bohle der Kirche, zum Besten der Schule, zum Segen ür unser geliebtes Vaterländt (Stürmische Beifallskünd- zebung.)
Nach dem wirkungsvollen Vortrag eines Festgedichtes mrch Herrn Jos. M a z u r o w s k i - Fulda entbot der 3 ertreter der Fuldaer Ortsgruppen des Verbandes, Gymnasiast Mihm, der Versammlung seinen Willkomm.
Oberbürgermeister Dr. Antoni verband mit seiner Begrüßung gedankenvolle Hinweise auf die Grundlagen einer erfolgversprechenden Mitarbeit des Schülerverbandes am Wiederaufbau des Vaterlandes. Schule, Familie und Religion sind der sichere Boden, auf dem die tüchtigen Männer heranwachsen können, die Deutschland wieder in die Höhe bringen. Neu-Deutschland voran! (Stürmischer Beifall.)
Studienrat Dr. Lübeck- Fulda sprach im Namen der Religionslehrer. Vom Feisengrund der katholischen Kirche soll die Arbeit für das Vaterland ausgehen, die Neu- Deutschland leistem will, begleitet von den herzlichsten Wünschen und der tatkräftigen Mithilfe der Religionslehrer.
Gymnasialdirektor Dr. Müller begrüßte die Tagung km Warnen des Fuldaer Gymnasiums, der Oberrealschule und des Lehrerseminars.
Gymnasiast Joseph Walk aus Linz (Oberösterreich) braaur als Vertreter des christlich-deutschen Studentenbundes in Deutschosterreich dem Verbandstag herzliche Grüße. Unter großem Jubel der Versammlung erklärte er, daß die ht dem österreichischen Verbände vereinigten 7000 Mittel- Wiler mit Sehnsucht auf den Anschluß an das moße deut- W Vaterland warten. Wenn die Alten den Anschluß nicht iu Wege bringen, wir Jungen werden es schastcn, damit es heiße: Von der Etsch bis an den Belt, Deutschland Neudeulschland über alles! (Minutenlanges Händrklarkchcn und Bravorufe.)
Glückwunschtelegramme und Glückwunschschreiben, die nun zur Verlesung tarnen, rührten her von den Hochwürdigsten Herren Kardinal Erzbischof Bertram von Breslau, Erzbischof Schulte von Köln, Erzbischof Foul- ysoer von München, den Bischöfen von Osnabrück, Speyer, Hamburg, Münster und Sachsen. Ferner batte der Ehren-
Vorsitzende des Verbandes, Oberpräsident der Provinz Westfalen Dr. W ü r m e l i n g-Münster, einen herzlichen Glückwunschbrief geschickt.
Staatssekretär Dr. Wildermann sein Geist- licher, der Parlament. Staatssekretär des Zentrums) von der Versammlung stürmisch begrüßt, teilte mit, daß ihn der Herr Minister Hänisch beauftragt habe, dem Der- bandsiag für die an ihn ergangene Einladung herzlichen Dank zu sagen und aufrichtige Grüße zu bestellen. (Leb- hafter Beifall.) Im Sinne des Herrn Ministers liege es, daß dem Verbände Reu-Deutschland keinerlei Hindernisse in den Weg gelegt würden. Wohl weiche der Herr Mi- nister in seiner Weltanschauung weit von der unseren ab, aber man müsse anerkennen, daß er bestrebt sei, der katholischen Kirche gerecht zu werden, er habe öffentlich seine Achtung ausgesprochen vor dem, was die katholische Kirche auf kulturellem Gebiete geleistet habe. Für uns freilich hat die katholische Kirche eine ganz andere Bedeutung; uns ist sie weit mehr: die Führerin zu Gott, zum Himmel, zur ewigen Glückseligkeit, u^b in Neudeutschland da gälte es mit Hilfe des katholischen Geistes, der uns ja hier in Fulda au» den Denkmälern der Vergangenheft so erhebend entgegenwehe, mitzuarbeiten an der Rettung des Vaterlandes. Jesus Christus ist uns Vorbild und Ziel. Und dieser Verbandstag und die Scharen der jungen Freunde, die sich in allen Gauen des Vaterlandes in Neudeutschland zusammengefturden haben, geben uns die zuversichtliche Hoffnung auf ein glückliche- neues Deutschland! (Langanhaltender Beifall!)
aur ewigen Glückseftgteit, u^J> ht
Der Hochwürdig ste Herr Bischof von Fulda, der nunmehr das Wort ergriff, gab feiner ganz einzigen Freude Ausdruck, die Tagung am Grabe des hl. Bonifatius begrüßen zu können. In Köln fei der Verband geboren, in Fulda habe et auf der Bischofskonferenz des' vorigen Jahres nach gewissenhafter Beratung das Patengeschenk der bischöflichen Empfehlung erhalten. Wenn die Bischöfe heute in großer Sorge seien, so fei es nicht die Sorge um das Schicksal der hl. Kirche. Von der gilt die Verheißung: Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Die Sorge gelte den deutschen Katholiken. Es ist ein Geist entfesselt worden, der sich auslehnt gegen Gott, gegen Christus, jener Geist der Ueberhebung unb Vermessenheit, der Ungebuudenheit, der Kirchenfeindschaft. Die Bischöfe haben Neu-Deutschland begrüßt, roeil es den andern Geist, den Geist der Gottesliebe, der Unterordnung, der Demut pflegen will. Möge dieser Geist hier in Fulda, am Herzen Deutschlands neue Stärke empfangen. Möge sich die katholische Jugend, die hier so zahlreich an den Exerzitien teilgenommen hat und noch teilnehnren wird, mit Apostelgeist erfüllen. Möge jeder der Teilnehmer, die aus Oesterreich, aus Württemberg, aus Bayern und der Pfalz, do in Rhein und aus dem Osten hier weilen, ein Apostel werden und viele ander« gewinnen für Neu- Deutschland und seine Ziele. Ich danke den Männern, die im Geiste des Hl. Ignatius Neu-Deutschland ins Leben gerufen haben. (Stürmischer Beifall.) Ignatius war der Retter, der in der Einsamkeit sich mit echtem Geiste der Gottergebenheit, der Hingabe an Christus, an die heilige Kirche erfüllt hat. Unsere Welte hat sich von Gott losgelöst. Sie wird ohne Ruhe imb Rast sein, bis sie wieder Gott gefunden hat. Ern Geist, der Christus ergeben ist, muß auch Mitwirken an dem Aufbau Deuisch- lands. Ein anderes Fundament gibt es nicht als Jesus Christus. Möge Neu-Deutschland in treuer Unterwerfung unter Gott, in williger Hingabe an Jesus Christus und an die hl. Kirche Mitwirken an diesem Wiederaufbau der Vaterlandes. Die Versanimlung empfing darauf knieend den bischöflichen Segen und dankte dem Hochwür- digsten Herrn durch eine stürmische Kundgebung.
Zum Geschäftsbericht, der gedruckt vorliegt, machte der Geschäftsführer des Verbandes, Pater E f ch, S. I., erklärende Bemerkungen. Der Verband zahlt heute, nach einjährigem Bestehen 18 3 Ortsgruppen mit rund 15000 Migliedern. Er ist in allen Teilen Deutschlands vertreten. Die große Zahl der Ortsgruppen machte eh? Gliederung notwendig. Deshalb wurden Gaue gebührt. Religion, Wissenschaft und Freundschaft sind die hohen Ideale des Verbandes, die Pater Esch anschließend in zünderrden Worten feierte. Es lebe eine reine frohe Jugend! Echte Deutsche wollen wir fern und bleiben! Unserer heftigen Kirche, unserer heftigen Religion hängen wir an von ganzem Herzen und in unverbrüchlicher Treue!
Zum Schlüsse erbrauste gewaltig und ergreifend das Lied: Deutschland, Deutschland über alles als Ausdruck inniger Vateriarrösliebe, die idabe! aber jeden Chauvinismus ablehnt, durch den Fsstsaal.
Im izohstt Tome.
Strahlender Sonntagmorgen wars, als sich die weiten Hallen des Domes mit den Festgäsien und ihren Fuldaer Frelniden zur bischöflichen Messe füllten. Der Hochwürdigste Herr Bischof teilte nach der Messe perföuiu^ an eine große Zahl der jun ^n )^ute die ht. Kommunion aus, die von der reli lösen ,;ciev an ehrwürdiger Stätte alle sichtlich ergriffen v >ren. D'.e Ansprache hielt Here P. Dr. Ewald Müller 0. ., U
Die Beratungen
nahmen dann um V,9 Uhr in der Aula deS Gynna- siumS, der alten Iesultenkirche, ihren Anfang. Bern- tungen so vieler junaer Leute, deren Temparament noch nicht ab senilst ist, fliehen nicht dahin wie müde Bächlein im Dünensand. DaS jubelt und lärmt, ist mit dem Beifall ebenso grenzenlos alS mit dec Ablehnung. Nicht jedes Wort darf auf die Goldwage gelegt werden. Auf der anderen Serie aber mußte man zugestehen, wie überaus gewandt die jungen Debatteredner ihre Ansichten vertreten. Gar mancher stellte staunend fest, wie doch schon in der Kunst des Debattierens sich die Wirkung der neuen demokratischen Zeit zeigt mit ihrem Zwang zur Nedeferttgteit. Die Verhandlungen bezogen sich in der Hauptsache auf innere Verbandsangetegen- heiten. In den Ehrenvorstand wurden gewählt die Hochwürdigsten Herren Erzbischöfe von Breslau, Köln und München. In der NachmittagSSeratung sprach besonders Herr P. v. Dunrn-Borkowski S. J. in begeisternder Weise über „JugendbÄvegung und jugendliche Lebensform". Außer der Hauptversammlung fan< den noch Gau- und AuSschu^siHungen statt. Am Montag gingen die Beratungen zu Ende.
Die Kundgebung vor dem bisrhSflu) » Palais.
Ju strammer Ordnung, unter Vorantritt einer
aus tadt
Musikkapelle, zog am Abend vom Kaiserplatz Neu-Deutschland durch die Hauptstraßen der S
zum bischöflichen Palais. Die Mnsikpausen wurden mit bem Gesang vaterländischer Marschlieder auSge* füllt. Eine geivaliige Menschenmenge belebte die Umgebung des Michselsberges unb bezeugre bett jungen Gästen, unter denen die Oberbayern durch ihre Gebirgstracht besonderes Aufiehen erregten, ihre Syulpathie. Im Hose des bischöflichen Palais, der sich dicht füllte, richtete alsdanu August Elsen aus München das Wort an den Hochwürdigsteu Herrn, der am Fenster erschienen tvar. Ec -ies in frischen Ausführungen heraus hin, daß Angrhö^ge aller deutschen Stämme in dem Zuge vertreten seien, geeint durch die hohen Ziele, denen der Setbanb „Neudeutschland" nachstrebe. Dir Kundgebung solle dem Danke Ausdruck verleihen, zu dem sich der Verbaud für das hohe Wohlwollen der deutschen Bischöfe verpflichtet füve. Nach einem Musit'voctrag erwiederte ver Hochwürdtgste Herr Btschof nut weithinschallender Stimme, wie sehr et sich über die Tagung selbst, über den frommen Sinn der Teilnehmer, über das mutige und offene Bekenntnis freue, das diese Kundgobttng darstelle. Er erinnerte an die Bedeutung des Michaelsberges, der Michaelskirche, die In ihrer baulichen Anlage symbolisch den Gedanken ausdrücke: Christus ist das sichere Fundament von allem. Rach bem gleichen Gedanken sei „Neu-Deutschland" aufgebaut. Möge die Heranwachsende Jugend unseres armen, Vaterlandes erfüllen mit dem Gedanken, daß allein in Christus und durch .Christus die Rettung gefunden werden kann.
Als darauf der Hochwürdigste Herr die Versammlung gesegnet hatte, erscholl das Lied „Großer Gott, wir loben Dich". Unter Hochrufen auf den Hochw. Herrn Bischof unb auf „Neu-Derftschlottd" flutete die Menscheti- menge hinüber zum Schloßgarten, wo der linde Sonr- merabend bei den Klängen der Bioneckschen Kapelle ein übermütig-frohes Treiben sah. Lieder, Scherze, Ovationen wollten gar kein Ende nehmen, bis der unermüdliche p. Esch gegen ValO Uhr das Signal zum Ausbruch gab.
Der Montag war ganz mit Beratungen ausgefüllt. Am Menö vereinigte ein gemütllcher Teeabend mit allerlei lustigen Darbietungen im großen Stadtsaal die Teilnehmer und viele Freunde des jungen Verbandes.
Die zu Ende gegangene Tagung wird gewiß der katholischen Jugend Deutschlands Segen unb Förderung ihres Strebens bringen. Für uns Alte tvar sie èin erquickender Trost in der TcübniS und Sorge unserer Tage. Gegen die haßersüAle Welt des Klafsenkanipses treten die edelmütigen Träger sozialer ^ruOeuSbotfcbaft in die Arena. Den immer? mehr all her eigenen Sache verzweifelnden Goües- (eugneru und Knchenfeindeu rufen sie ^u : Nur im Kreuz ist Hei!! Hin zu Christus! Hin zur Religion der Liebe und her Demut! U 7 ,» m>d unsere Jungen mu die Eifrigsten, da? u.rijtluSe Deutschland wieder anfzurichlen. Gült segn », Gott schütze un tre ^; v