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^t, well er kntrocknen Ton* von Pflicht Md OrÄ- mmg nicht aufchlägt. So was gefällt ihnen. Die ei- xentüche Ursache solcher so^ink!sicher f)itmeigu'g ist der Mangel an Erziehung. Diesen smigen Leuten heften sich dann die geborenen Kra­keeler und die zweifelhaften Elemente des Dorfes an, die früher aus ihrem Herzen eine Dlördergrube machen mußten, setzt aber bei dem lärmenden Trotz das große Wort führen. Daß eine Wohlrede und WahlversMM- lung mit der Spitze gegen die Sozialdemokratie auch hier gänzlich nutzlos ist, liegt auf der Hand. Im Gegsitteil, sie schafft derartigenSozialdemokraten" meist nur den erwünschten Anlaß, Radau zu machen. Da ist nur das Heilmittel anwendbar, das in der Natur der Sache liegt: Erziehung. Wenn man die Not­wendigkeit, gegen solche Störungen in der Gemeinde aufzutreten, erst im Augenblick des Wahlkampfes ein­sieht, hat man schon verspielt. Weder eine gute Rede, noch politische Aufklärung überhaupt können da helfen. Die langsame, tagtägliche Einwirkung der Familie, der Gemeinde, des kirchl. Ledens ist notwendig. Dolksverein und Standesvereine können zur Rückgewinnung dieser Abgesprengtvn viel mehr leisten, als die politische Partei.

ZWKNMWktschsft und freie wlrlschast.

Der Ruf nach Beseitigung der Zwangswirtschaft mrd Einführung der freien Wirtschaft wird immer lau­ter. Nicht mir die Landwirte, sondern beinahe die ge­samte öffentliche Meinung gehört zu den Rusern im Streite, sogar die Konsumvereine haben auf ihren Kon- 8 re stell die freie Wirtschaft gefordert. Für eine ganze Reihe von Produkten wurde dir Zwcmgrwirtfchaft schon aufgehoben.

Demgegenüber ist es von größtem Interesse, was der bayerische Bauernsührer Dr. Heim von den Folgen der Beseitigung der Zwangswirtschaft für die Landwirte und die Verbraucher sagt. Unter anderem schreibt er tmBayrischen Kurier" (Nr. 213):

Angesichts der Hoffnungen, die sich an die Ein­führung der freien Wirtschaft knüpfen, möchte ich not Lniiüusthungcn warnen. Der Mehrheirssozialist Wat her hat am 27. Juli tm bayerischen Landtag mit Recht gesagt:Nicht die Zwangswirtschaft trägt die Schuld an der Not, sondern bet Mangel an Ware, und Ware taun auch die freie Wirtschaft nicht schaffe!"." In der Voraussicht der Dinge, die kommen werden, ist es notwendig, darauf hinzuwcifen, daß alle derjenigen, die sich eine bessere Versorguirg mrd eine brüskere Ver- forgung von der freien Wirtschaft erwarten, schwer ent­täuscht worden müssen. . . Eine Folge der freien Wirtschaft ist es selbstverständlich, daß der kaufkräftigere Teil dem minder kaufkräftigen Teil die knapsn Vor­räte wegnimmt. Das gilt von Person zu Person. Der Bemittelte kann sich schrankenlos versorgen, der Minderbemiielie nicht. Das gilt aber auch im Ver­hältnis von Stadt zu Stadt. Die größeren Städte mit einem größeren Prozentsatz kaufkräftigen Publikums werden auf Kosten der kleineren und weniger tauf« kräftigen Städte sich versorgen. Und schließlich gilt es im Verhältnis von Land zu Land. Der wohlhabende Norden wird dem minder wohlhânLen Süden den Rang ablaufen. Viele trösten sich nun damit, daß die­ser Zustand nickst lange dauern würde. Schließlich würde sich das alles wieder regeln. Nichiig ist ja, daß kein Baum in den Himmel wächst, und daß auch jede Prcissteigerrmg ihre Grenze sinkt. Man verweist dies­bezüglich auf den Schuhmarkt. Je mehr dis Preise stei­gen, umsomehr verringert sich die Zahl der Käufer Je mehr die Preisjäule steigt, umsomehr verringert sich der Käuferkreis, gewissermaßen das Bild der Pyyra- mik, die immer spitzer zuläuft. Schließlich wird die Nachfrage so gering, daß selbst die knappen Vorräte nicht mehr an den Mann kommen. Nur ist zwischen Schuhwerk und Lebensmitteln und zwischen den übri­gen Grbrauchsgegenständen und dem täglich zum Leben notmenbiren Bedarf ein gewaltiger Unterschied. Man kann sich schließlich mit Kleidung und Schuhwerk eine Zeitlang behelfen, aber essen muß man täglich. Ich glaube nicht, daß von der Bevölkerung eine ähnliche Entwicklung auf dem Lebensmittelmarkt ebenso ruhig und geduldig hingenommen wird. Hunger und Ent- behrung sind gefährliche Stimmungsmacher. Wie der freie Markt sich auewirkt, halfen wir die letzten Wochen bei- den Kirschen gesehen. Die diesjährige Kirsc^n- ernte war in den meisten Produkt vnsgebieten Deutsch­lands sehr gut. Ich glaube aber, daß es den meisten Menschen wie mir geht, daß sie in keinem Jahr weniger Kirschen gesehen haben, wie dieses Jahr. Ich habe es bei diesem Preis unterlassen, Kirschen zu kaufen. Ich habe Gelegenheit gehabt, festzusteücn, daß die Preis­differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis in

den klA-ken Wer 100 Prozent betrug. Ich verweise aber hier, um auf niemand einen falschen Schein zu werfen, auf die auf allen Erbieten gesteigerten Un­kosten und besonders auf dis ungeheure Erhöhung der Frachtkosten. Immerhin waren die Präaufschläge t8wchMhends zu hoch.

Auch der Bauernstand darf von der Aufhebung der Zwangswirtschaft nicht allzuviel erwarten. Für alle Mißstände, die mit der freien Wirtschaft kommen, wird man ihn verantwor lich machen. Vorausgesetzt, daß bie, freie Bewirtschaftung der Kartoffeln kommt, Mr es den Anschein hat, werden wir in diesem Herbst den Vorwurf erleben, daß der Bauer mit seinen Kar- tosseln zurückhält. Für jede Preissteigerung, für jeden Preiswucher wird der Bauer verantwortlich gemacht. Daraus können sich sehr unerquickliche Beziehungen zwi­schen Konsumenten und Präsenten entwickeln." Damit ist zu rechnen und die Konsumenten werden sich enttäuscht sehen, wenn sie glauben, daß minmehr alles in Hülle und Fistle auf den Markt käme. Darauf muß vorher aufmerksam gemacht werden. Durch die Freigâ ver­mehren sich dir Vorräte zunächst nicht."

In Süden

ist eine Umbildung der Regierung erfolgt. Ter fo= ziLldewokratrsche Staatspräsident Geis ist zurückge- treten und das Zentrum als die stärkste Partei hat den Sdratspräsidenten erholten in der Person deL Iusti,'Ministers Trunk. Außerdem stellt das Zen­trum noch den Fivanzminister. Die Sozialdemo­kraten behalten das Mtnlsterium des Innern und das Acbeitsministerium. Die Demo! aten das Kul- tusministerèum. Dazu saßen noch 2 Slaarsräle dcui Zentrum, einen der Softaldemokraten und einen der Demokraten zu. Die Umgestaltung bedeutet eine Vereinfachung der Verwaltung. Während das Rkvoluttonsnrmisterium aus 11, das folgende aus 7 Köpfen besteht ist man je^t auf 5 zurückgeganaen.

Iialken.

Die italienischen Katholiken haben den 13. Juli als Schultag begangen. Der Zweck war, Aufklärung über die Bedeutung und unbedingte Notwendigkeit der katholischen freien Schule zu schaffen. An allen größeren Orten wurden Versammlungen abgehalb n und Flugblätter und Volksdroschüren über Eltc-rnpflichten und Schule verteilt. Den Abschluß des Schultags biweten religiöse Feiern in der Kirche. Die italienischen Katholiken wehren sich gegen den von der Regierung geplanten Gesetzentwurf aus Einführung der Eheicheroung in Italien in io r» tungsdoller Weise. In den zahlreichen Protesttelr'- gram men der kachol. Vereine und sonstigen Organi- aftonen an den Ministerpräsidenten wird gefordert, daß dieser Gesetzentwurf nicht bloß der Stammet zur Ab ihmnung borgelegt werden dürfe, sondern das ganze Land Italirn habe darüber abzuftimmen, wenn der Vorschlag nicht zurückgezogen o)?r sonstw-r vor­her schon begraben werde. Die Bevölkerung ist empört, daß die Kirchenseinde das Land in neue Konflikte treiben, wo doch alle begonnenen Elemente sich nach Ruhe und friedlicher Entwicklung sehnen.

âL? WM Uschüsfesie in A2mmerze3 tim 16. A»M!

In kn meisten Streifen des Nersterungsbezirks Kassel hat dir Maul- unb Klauenfeuchr unter Groß- und Klein­vieh. großen Schaden angerich'.ct. Auch im Kreise Fulda herHcht diese verheerende Viehseuche noch.

Es ist den Lanvivirten sehr airzuraien, die polizeilich anaeordneien Schutzmaßregrln treu zu befolgen und auch Erfolg versprechend, von maßgebender Seile empfohlene Schutzmittel zu gebrauchen. Das frommgläudige katholische Volk nimmt aber auch in Zeiten herrschender Menschen- unÄ Viehseuchen seine Zuflucht zu Heiligen, die als beson­dere Beschützer gegen solche ansteckenden Krancheiten an« gerufen werden.

Dazu gehört auch der H l. N o ch u s, der von alters her im Fuldaer Lande große Verehrung genießt.

Am nächsten Montag wird das Fest dieses hl. Schutz­patrons auf dem Rochusberge bei Könrmerzell wieder in altherkömmlicher Weise gefeiert. Eine Musikkapelle ist für die Prozession zur Gnadenkapclle gewonnen, und die Bot- ler, welche während der Kriegssahre sich verborgen gehalten hatten, werden zur Erhöhung der Festesfeirr wieder laut ertönen. . , ..

Mögen die Verehrer und Verehrerinnen d-.eses Pest­patrons aus Fulda und Umgegend in Scharen hinpstgern zu der alten Gnadenstätte und vertrauensvoll des hcstigcn Rochus Schutz gegen die Menschen und Dich schâÄichen Seuchen anrufen!

Um so eher werden sie seinen Schutz erfahren, wenn sie seine selbstlose Nächstenliebe nachahm^n. La, sichen wollen mit zu Hm, wie es in einem asten Rochusliede heißt:

Schaff' uns auch die Aeb' der Armen, Denn sonst sind wir Gottes Feirch'; Schaff' dem harten Herz Erbarmen, O du großer Armenfreund!

Mach' die Güter unter Brüder Durch Barmherzigkeit genuin; Schaff' uns allen, daß wir wallen Glücklich in den Himmel ein!"

KtfSWWtMWmBMMRSMWKaet^^

? ^^ Diözese Fâa» ^*x

Die durch den Hochwürdigsten Herrn Bischof br Stadt Fulda aus der P^p-tsprude zupeteilte» 3000 Mark sind werden, nicht in bar auSzegebei worden. Um jede zweckividrige Verwendung bei Gelder zu vermeiden, wird für das Geld Hemden stoff beschafft. Etwa 90 pis 100 kinderreiche be dürftige Familien konnten bedacht werden, um sc der augenblicklich überaus schweren Not an Wäschr für Kinder und Säuglinge zu steuern. ,

Die Arbeiten zur "AusHeftattNUg der frelgekgttn Ostkttzpts im Dom zu Fullu werden bald in Am griff genommen, sodaß dieses bemerkenswerte Bau­denkmal zur Freude aller Freunde Krchltcher Kunst der Nachwelt erhalten bleibt.

Bsm Slofter Sraueukrg Am 29. Juli 1895 enlpfingcn im Dome zu Fulda die FraKZisksner G-rocrsius Theis, Ignatius Schroeder, Michael Blum, Joachim Krüger und Nikolaus Breu­ning die hl. Priestertveibe. Am 29. Juli 1920 konnten diese fünf Ordenspriester das silberne P rieste rju b il âu m begehen. P. Ignatius und r. Joachim gehören zur Klosterfamilie Frauenberg, P. Gervasius ist Prä es in Nußbach (Baden), P. Michael wirkt im Kloster Gorherm und P. Nikolaus Breuning, ein gebotener Fuldaer, wirkt als Präses der neuen OrdenSniederlassung in Fre burg i. B. Eämclickfs hochw. Herren feierten ihren Jubcl-ag in aller Stille im Kreise ihrer Mitbrüder. Allen Jubi­laren nachträglich unsere berzlichnen Glückwünsche.

Dèe A?âAö°ch-< DsniMÄZ-Lln^tMg, welche jetzt 51 Akademische Bonifatiusrercine an den Hochschulen und Akademien Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz mit 15000 MitAliebern umfaßt, veranstaltet« ihre erste Geireralverfammlung nach dem Kriei-e im Priestersewmiar zu Fulda vom 6. bis 8. August. Di« durch Krieg und Umsturz verschärfte religiöse und ma­terielle Not der Zeit gab auch ihren Verhandlungen ein besonderes Gepräge und ihren Beschlüssen meß» reichende Bedeutung. Als S>auptaufgaben der Aka« bem4|d^n Vonifatius-Eimgung für die nächste^ Zeit wurden festgestellt: 1. Weiteste Propaganda zur Förde­rung des Baues der Akademiker-Gedächtnis-Kirche in der Diaspora-Unwersitätsstadt Göttingen, welche die kathol. deutsche Studentenschaft zum Andenken an ihre gefallenen Kommilitonen u. zur Linderung der Diaspora- not erbauen will. 2. Unterstützung der Stirderrteuseel- forger an Diaspora-Universitäten. 3. Weikerführung unb innerer Ausbau der Akad. Vonifattus-Korrespon- denz, als der religiösen Zeitschrift des katholischen Studenten. Zur Erreichung dieser Zwecke ließ sich eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge auf 3 Mark pro Se­mester nicht umgehen. An die einmütige Beschlußfass­ung über diese Punkte schloß sich eine anregende Aus- prache über Arbeitsweise und Ziele de Akad. Boni- ätrus-Vereine, welche ihre besondere Bedeutung unb Beleuchtung empfing aus der Beziehung auf neu auf- getauchte Bsdürsmsse und Bestrebungen der katholischen Studentenschaft. Möge der Eifer und die geistige Ver­tiefung in allen Fragen, welche die Generalversamm­lung kennzeichneten, nun ausstrahlen in die deutsche katbolische Studerckettschaft und Früchte tragen für und für!

Eattenhos. Die diesjährige Wallfahrt nach K t o st'e r K r e u z b e r a geht Samstag, den 21. August von Hattenhof morgens 6 Uhr ab, von Nothcmann gi/, Uhr, Döllbach 7 Uhr, Tbalau 8/i Uhr, 12 Uhr Neusenvorf. Die Rückkehr erfolgt mit der Bahn.

Wirttztsim, Kreis Gelnhausen. Am 30. Juli promovierte an der Universität Münster i. W. Herr Otto Appel, ein Schüler des Fuldaer Gymnasiums. Das Thema der Dissertation lautete:Ulrich HL von Hanau als Landvo^ft der Wert-svau". Voraussicht­lich wird die Arbeit in den Nachrichten des Hanauer Gesckichtsvereins erscheinen.

Dlcksiadt. Sonntag nach Mariä Himmelfahrt (22. August) findet Wallfahrt nach Maria-Stern- bach statt Am Vorabend 6 Uhr Beichigslegenheit, 8.30 Uhr Bußandacht. Morgens früh von 5 Uhr an Deicht- gelegenheit und hl. Messen; Austeilung der l>l. Kom­munion von 5 Uhr an alle halbe Stunde. 9 Uhr Pro­zession nach bet Wallfahrtskapelle, dort Festpredigt und Mutter-Gottesamt. Hierauf Rückzug nach der Pfarr­kirche und sakramentalische Schlußfeier. Andach^SLegen-