leuchtung und Stär le.
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Kommunion verlieh ihr dazu die erforderliche Cr- „Nach der hl. Kommunion," schrieb sie später, „ließ mich der Herr erkennen, daß er der schönste, der reichste, der mächtigste, der vortrefflichste und vollkommenste Liebhaber fei und ec hielt mir vor, wie ich daran denken könne, mit ihm zu brechen und einen anderen Bräutigam zu nehmen, nachdem ich doch seit so vielen Jahren mit ihm
wie das heilige Haupt oder die heiligen Wundmale Christi. Wir haben aber besondere Gründe dazu, gerade das göttliche Herz Jesu besonders zu verehren, anzubeten und zu trotten, anzurufen und nachzuahmen. Dies Herz ist nämlich das reinste und heiligste Herz, die Schatzkammer aller Weisheit und Wissenschaft, der Spiegel und die Quelle aller Tugenden, namentlich der Feuerherd und Glutofen der großmütigsten Liebe, bte aber, ach, so wenig Gegenliebe findet. Für diese Liebe gibt es aber kein passenderes Sinnbild als das Herz; Krippe, Kelch, Kreuz und dergleichen besagen drei weniger, als das speerdurchbohrte, dornenumschlungene, kreuzüberragte Herz Jesu Christi. Darum ist es aber auch nicht zu venvunbern, daß die Verehrung des göttlichen Herzens Jesu ins graue Altertum der Kirche zurückleicht; im Mittelalter erreich e sie sogar gerade in deutschen Landen eine herrliche Blüte; zwanzig deutsche Heilige unb Selige, oben an die heilige
verlobt sei."
Der Orden, in welchen der Finger Gottes Margareta führte, war der Orden der „Schwestern ober Einsiedlerinnen von der Heimsuchung Mariä*, welchen der heilige Franz von Sales einige Jahrzehnte vorher gestiftet hatte. Deshalb nennt man diese Klosterfrauen oft Salefianerinnen. Merkwürdig ist, daß der heilige Franz von Sales selbst ein großer Herz Jesu-Verehrer war, daß er seiner Ordens- gründung das göttliche Herz Jesu mit der Dornen- hü te und dem Kreuze zum Wappen gab und seine gei Hieben Töchter Anbeterinnen und Dienerienen, Nachahmerinnen und Töchter des Herzens Jesu nannte. Aber nicht diesen feekneifngen Kirchenfürsten und Kirchenlehrer hat Gott zur allgemeinen ('Einführung und dauernden Begründung der Herz Jksu-Verehrung gewählt, sondern die demütigste seiner Ordenstöchter, die jugendliche, weltfremde Margareta hinter Mauer und Gitter im Kloster der Heimsuchung Mariä zu Paray le Monial in Burgund. Das ist übrigens ein häufiges Kennzeichen der Werke Gottes; Gott erwählt ein schwaches Werk | zeuch um den Stolz der Welt zu beschämen. |
Zu wiederholten Malen begnadete der göttliche Heiland Margareta mit geheimnisvollen Erschei- mmgr.ch bei welchen er ihr sein heiligstes Herz zeigte und die Wunder seiner ßtebe offenbarte. Der Haupt- effeubärungeu sind drei. Am Feste des heiligen Johannes, des Lieblingèjüngers, im Jahre des Helles 1673, erhielt sie die erste große Offenbarung. Sie betete eben vor dem allerheilrgsten Sakramente, y^ ihr der Herr erschien und in der göttlichen Brust sein Herz zeigte, ganz umgeben von Feuer und Rammen, glänzend wie die Sonne, durchsichtig tote Kristall, von einer Dornenkrone umwunden und von einem Kreuze überragt. Zugleich erklärte er ihr: „Mein Herz ist so sehr von Liebe zu den Menschen erfüllt, daß ich die Flammen seiner brennenden Liebe nicht mehr zurückhalten kann. Durch dich will ich sie Verbleiten und den Menschen kundgeben, um sie mit den Schätzen zu bereichern, bie es enthält." Das Jahr darauf hörte sie aus Jesu Mund dar erstemal die wehmütige Klage über die Undankbarkeit der Menschen; er begehrte von ihr zur Genugtuung, daß sie am ersten Freitage jeden MonatS kommunalere und in jeder Nacht von Donnerstag auf den Freitag zu Ehren der Todesangst feine» HerzenS sich erhebe und eine Stunde dem Gebete weihe. Die folgenreichste Erscheinung erhielt die heilige Alargareta aber im Jahre 1675 am Sonntag in der Fron-eich- nsmèoktnv, als sie wieder inbrünstig vor dem höchsten Gitte betete. Damals sprach Jesus zu ihr die bv kannten rührenden Worre: „Siehr h^er dieses Herz, w lches die Menschen so lehr geliebt hat, daß es nichts zurLckhielt, nichts schertte, um ihnen seine Liebe zu brzeugen." Dann beklagte er sich über den Undank der Menschen, wie er sich namentlich im lasten und sündigen Benehmen gegen das Sakrament der Liebe, das allerheiligste Ältars-akramen;, äußere und verlangte von Margareta die Einführung b*ë Herz Jesu-Festes am Freitag nach der Fronleich namëofrab mit feierlicher Abbitte und Sühnungs-
lommnnion. Dafür versprach er, sein Herz zu er- weitern, „um in überreicher Fülle die Wirkungen • seiner Liebe über diejenigen auszugießen, weiche ihm diese Ehre erweisen und sich bemühen, daß sie ihm auch von anderen erwiesen werde."
Diesen Gnadentag dürfen nur wohl als den Geburtstag und das HeimsuchungcklMier zu Paray als die Wiege der heutigen allgemeinen und feierlichen kirchlichen Herz-Jefu-Berehrung betrachten. Freilich ioar zu Diesem Ziele ein zweihundertjähriger und veschloerlicher Weg zurückzulegen. Das ist aber ein ,wtF rS und häufiges Merkmal der Werke Go tes, d e Echtvicrigleitcu rind Hindernisse, tuoiaiif sie goßen uch dieses Siegel sollte der neu rufbinhenden Herz. Z su-Andacht und seiner gottbegnadeten Berkundegni, »-r heiligen Margareta, nicht sihlen. Uns Christen sec Gegerstvart ist es ein Herzensbedürfnis, Christl ! re uzens osc Liebe ^u uns Men scheit unter Dem Sinn- biide seines Herzens zu verehren, worin das Wesen «er Herz 3<u^nlxid)t besteht. Wir wißen, daß wir fr ii leibiiches Herz anbeten mrd an rufen dürfen, wert 's iv-scnhaft und unzertrennlich bereinigt ist mit der ? oitmenschlichen Person Je n Christi, mit dem Worte < oltcé: wir dürfen es daher eben owohl verehren,
Gertrud die Große, viele hervorragende Gottesgelehrie, alle großen Orden, viele Wettpriester und Laien sind dafür Zmgen. Leider tötete der eisige Frost der luther,scheu Giaubensspal'ung diese hoffnungsvollen Blüten, so daß zu den Zeiten der Heiligen Margareta die Herz-Jesu-Andachl als neue Andacht angesehen und angefeindet wurde.
In mancher Hinsicht war übrigens die Herz Jesu- Andacht wie sie Die heilige Margareta verkündigte, wirklich neu und die Freude an unseren deutschen Heiligen und am frommen deutschen Mittelalte darf uns nicht verführen, ihre Bedeutung für die Herz-Jeju-Berrhrung herabzusetzen. Fürs erste erhielt die hl. Margareta unmittelbar vom göttlichen Herland den Auftrag, diese Andacht einzuführen und zu verbreiten; was vorausg-ng, kann Prwatsache genannt werden. Fürs zweite sind auch mehrere ^riveggründe neu, welche ihr geoffenbart wurden, sie Andacht zu b fördern, nämlich der Undank und dre Mißhandlungen, womit die Liebe des Gottmenschen vielfach erwidert wird. Drittens war neu die Art und Weise, die Andacht zu üben, nämlich durch Abbitte und Genugtuung an gewissen Tagen, vor allem durch die Feier des Herz-Jeiu-Festes mit Sühnungskommunion wie auch durch die bl Kommunion an en ersten Monatsfreitagen und ähnlichen Uebungen. Viertens waren neu auch die großartigen Verhe tzungen, welche der liebreiche Heiland an die Uebung der Andacht knüpfte und welche Margareta der ganzen
Welt verkündigte.
Doch die große Welt scheuste zuerst der Seud- borin des göttlichen Herzens Jem sein Gehör; ja, Gott ließ es zu, daß sie anfänglich im eigenen Kloster vieles ausstehen mußte, als sie die Wünsche ses Herzens Jesu off nbarte. Man hielt sie für ein« gkbUder, für betrogen, ja besessen; man besprengte he im Borübergehen mit Weihwasser und fürchtete -hr zu begegnen Ganz unglaublich dünkt es uns heute, wie die W U gegen die Herz-Jeju-Berehruns wütete. Zur EcktScung dient nur, daß damals ne B ütezrit des Junfenwmus war, dieser fintiern und harten Sekte, welche von der Güte und Er- barmunq Gottes nichts wissen wollte. Witz und Lpott, Verdiehung und Verleumdung waren bie Waffen der Feinde', ja Geld- und Kerkerstraseu unb zur Zeit der französifchen Revolutton selbst Todes- uiteile ergingen gegen die Berbreitung von Herz- Jcsu-Bildèrn'und -Büchern.
sie die Wünsche
Salva mv, fons pietatis
D rette mich, da Brannouell aller Düte. Srbarmi,naSreicher, allbarmkerr'ger Gott! Ich kleb' in dir mit seufzendem Semüte, Ich kleb in dir in bâchster Serlennot.
Zu lang bin in der Fremde ich gegeugeu.
Zu lange abaeirrt von deiner Nada.
Zu lange hielt mich törichtes verlangen. Umstrickte mich ein eitler, irdlcker Wahn
O reite mich aus Lauheit und aus Sünde, Hilf gntzumachen, was ich hab' gekehlt.
Gib, daß ich deine Liebe wiederkirche. Die ich verschmäht um schnöde Luft der Welt!
Umso glorreicher ist der glänzende Sieg der Hi Jesu-Andacht in der ganzen Welt und dies ist i dritte Zeichen ihres gottgewollten Ursprungs i der göttlichen Sendung der hl. Margareta. ; Jahr 1675 fällt die entscheidende Offenbarung 1 Herrn; schon nach zehn Jahren weihte sich Margai mit ihren Novizinnen dem göttlichen Herzen, ! war die erste öffentliche Huldigung an das H Jesu, sozusagen bte ershe Familienweihe. In ihr Kloster, in ihrem Orden war das Eis zuerst gebroch Als sie am 17. Oktober 1690 im Alter von 43 Iaht ihre Augen schloß, gab es schon die ersten Herz-Je Bruderschaften, deren man jetzt längst über IOC zählt.
Mit der Zett wurde das Fest des göttlich Herzens Jesu vom päpstlichen Stuhle erlaubt, spä allgemein vorgeschrieben. Pius IX. weihte 1875 I ganze Christenheit dem Herzen Jeju, sein Nachfolge der große Leo, dehnte 1900 diese Weihe auf 1 ganze Welt aus. Einen ganz neuen Glanz ui außerordentlichen Aufschwung verlieh der Herz-Jesi Andacht die Seligsprechung Margaretas durch Pos Pius IX. Seitdem ist Paray'e-Monial, das be ch Sene Landstädtchen mit dem Kloster der Heim'nchut Maciâ, welches die gottbegnadete Margareta fc 20 Jahre bewohnt", mit der kleinen, aber kostb auSgeftatteten Klosterkirche, wo die segenkreic Offenbarung des Herzens Jesu stattfand, ein wahr Völkerwallfahrtsort geworden. Auch viele Teum hielten dort bei den Pilgerfahrten nach Lourd fromme Rast. Gewiß härten die deutschen Kath hten auch heuer weder in Rom bei der Heil» iprechilugsftier noch in Paray am Grabe der nem Heiligen gefehlt, wenn der unselige Weltkrieg nü gewesen wäre. Möge trotzdem Margareta uns Bocblid m der Herz-Jesu-Berehrung und unfe Fürbitterin beim Herzen Jesu fein; es soll au linier Hoffuungèstern jein für eine bessere Zu kurst
G.
vergiß sie denn, die so dadingeschwunden. Und hilf ru neuem, besseren Beginn l
Laß meines kurzen Lebens teure Stunden Nutzlos nicht mehr zur Ewigkeit entstiegn;
CKtwickLmng der katholischen Kirche in den tHLrtngischen UlemPastM NZtzrend -< vorigen IahrhnU-ettz.
(Fortsetzung.)
In Gotha erwachten die ersten Regungen miede erstehenden katholischen Lebens in der zweiten Half des achtzehnten Jahrunderts. Treu katholische Eich selber bllüetcn, wie fast überall in der mitteldeutsche Diaspora, so auch hier den Grundstock der jungen G meinde. Wiederholtes Bitten, zuletzt verstärkt durch d Fürsprache eines dem gothaischen Hofe nahestehende
ürstcn, bewog schließlich de
bayrischen katholischen Fürsten, bewog schließlich de Herzog, jenes „außerordentliche Jndutt erfliegen z lassen", das die Feier des katholischen Gottesdienst«
erlaubte und die Einrichtung eines Betsaales gestattet. Es war im Jahre 1780. Hie und da im Jahre wort in der Folgezeit von den Franziskanern der sächsijch.- Ordensproviuz Gottesdienst abgehalten. Später ul 1810 übernahm der Pater Hamilton, aus dem Schotte- Hoster in Erfurt, die Seelsorge; ihn, den wir um jen Zeit auf allen Wegen und Siegen der thüringische Diaspora immer wieder treffen, möchte ich den Schut engel der jungen thüringischen Diaspora nennen. Pfar rcr Liebherr an St. Martin in Erfurt wurde 1837 de Nachfolger Hamilton's und kam jeden dritten Sonnta nach Gotha herüber. Es sollte niu* immer noch bal an dis fünfzehn Jahre dauern, bis Z erste ständig Geistliche am 25. November 1851 in der Person de Kaplan Friedrich Cruse, zuvor Pfarrverweser in Alt Astenberg, Sauerland, erschien. Nun ging es rast vorwärts. Das Kirchenvermögen war durch die Mimi fizierung des Königs von Bayern und der Herzogii Maria von Württemberg, geb Prinzessin voll Orleans so gewachsen, daß 1855 die Kirche erbaut, 1856 eil Haus nebst Garten gekauft und 1857 die Schule ein gerichtet werden konnte.
Unsere Diözese Fulda wurde einmal angegangen eine Gastrolle im Gothaerlande zu spielen Die go thaische Regierung ersuchte nämlich auf dem Wege übet Kassel das Ordinariat in Fulda um Aufnal-m« der Katholiken des Herzogtums in das Bistum. Letztere unter' standen bis jetzt keinem Bischof, da sie in der Circum- skriptionsbnlle 1821 übersehen waren. Es kam zu 2lsr' Handlungen, aber der Entwurf vom 22. Januar 1825 blieb in den Archiven stecken. Zwanzig Jahre später bot sich Paderborn an und der apost^ische Stuhl verfügte durch Dekret der Eongregaiio donjiftorialis vorn 13 sep= tember 1851 die Einverleibung der Gothaer Katholiken in die Diözese Paderborn. Die goth-aische Regierung^ verweigerte unter Hinweis auf ihre Verhandlungen mit Fulda ihre Zustimmung. Das suldaische Ordinariat lehnte feiner« feite jede weitere Verhandlung mit Gotha ab. irot? fortgefetjter Versuche, die Disstrenzen zu heben, hat die päpstliche Verküpung bis heute keine staatliche Anerkennung gefunden. Das Ordinariat in Baderlnmn stellte 1899 seine diesbezüglichen Bemühungen ein nach ausführlichem Berichte an die Nuntiatur in München. Die Regierung m > Gotha hatte also <ar keine Dermitakluno über den Titel