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etwas zu sagen haben, anerkennen, daß die Erziehung der Kinder ein heiliges, unveräußerliches und unan­tastbares Recht der Eltern ist, und daß kein Staat und kein Lehrer über dieses Elternrecht sich hinwegseßen darf. Hier gilt es, was der Kbg. Domkapitular Leicht in einer Versammlung in Dresden kürzlich gesagt hat: Die katholischen Bischöfe und Priester Deutschlands haben blutenden Herzens zugestimmt, daß man Ne Pfeifen von den Orgeln unserer Gotteshäuser be­schlagnahmte und die Glocken von ben Türmen holte für das Vaterland, eins aber darf dieses Vaterland von uns nicht verlangen, daß wir die Kmderfeelen uns enteignen lassen. Nein, diese Kinderseelm sind unb bleiben das Eigentum Christi, das er sich erkaufte mit seinem Blut und Tod und wie ein heiliges Ge­löbnis, wie ein unverbrüchlicher Treuschwur soll es in diesen» Llugenblicke in unseren Herzen sich erheben: Die Seelen der katholischen Knder, wir wollen sie Christi und seiner Kirche mid seinem Himmel erhalten durch die Forderung katholischer Erziehung in katholischen Schulen durch katholische Lehrer!"

Ueber das NeUgiombekenKtnir

im neuen Reistag liegen folgende Angaben vor. Evavgellfch sind 175 Abgeordnete, davon rechnet sich einer zu den Baptisten und einer zu den Freikirchlichen. Als katholisch be­zeichnen sich 105 Abgeordnete; die Angabe der mo- saischen Religion finden wir bei 3 Mitgliedern des Reichstages. Als DifsLenten, Freireligiöse, Religions­lose, Konfessionslose bezeichnen sich im ganzen 135, sämt­lich in den drei soziallstischei» Parteien. Einer brzeich- aet sich als ungetanst und einer, der Sozialdemokrat Hartleib, als Atheist. Keine Eingaben chrer Roligk>ns- »nch Konfessionszugehörigkeit machen 33 Mitglieder. Die 175 EvanMlifchen Mrtsilen sich auf alle Parteier» mit Ausnahme von Zerrtzrurn und Unabhängige. Katho­lisch sind sämtliche Mitglieder des Zentrums und der da?erischen Volkspartei mit Ausnahme von einem u. die bayerischen Baurrnbündler. Von ben Sozialdemokraten bezeichnen sich 5 als katholisch. Das Verhältnis der Konfeffivnsbekekmer zu ben Konfessionslosen beträgt 2 ' 1.Sicherlich hat kein Parlament so viele Mit- gUeder aufzurveifen, die den a »erkannten Religionen ablehnend gegenüberstehsn", so bemerkt dazu die unab­hängigegreifest". Das ist richtig, hat ober seinen Grund dann, daß sein Parlament der Weit soviele loziabstische Mitglieder zähst; denn die 135Dissiden­ten",Atheisten" unbUngetauften" gehören, wie oben schon gesagt, austuchmslss den' sozialistischen Parieren an, für die bekemnillch ReligionPrivatsachs- ist. Alle Katholiken, die bei der testen Wahl rot gewählt habm, sollten sich doch einmal ernstlich fragen, ob sie in einer solchen Gesellschaft sich wohl fühlen können, unb einmal vor Gottes Richterstuhl erscheinen mögen. Wahrlich gar Manchem möchte mau zurufen:Es tut mir von Herzen weh, wenn ich Dich in der Gesell­schaft seh."

Chesrk und Praxis ist zweierlei. Gelehrte Votk^wirtschaftler haben in früherer Zeitevident nachgewiefen", daß in zivili- fierlen Landern niemals wieder eine Hungersnot ausbrechen könne. Dazu sei der Warenaustausch durch Eisenbahnen und Schiffe viel zu groß. Gelbst wenn ein Land einmal unter einer schweren Miß­ernte leide, seien zahlreiche andere Länder sofort imstande,auszuhelfen". Da^u komme, daß man zur Zeit brr Hungersnöte im Mittslalker keine Kartoffeln gekannt habe. Jetzt könne man von die­sen solche Niesenmenßen to erliefen, daß jeder Hun­gersnot sofort vorgebe^t werde.

Ebenso nachdrücklich haben vor den» Kriege super­kluge Politiker ebenso schlagendbewiesen", daß alles Gerede von einem möglichenWeltkriege" eine unsinnige ^alhijinatioH sei. Kriege zwischen ein­zelnen Mächten und Koalitionen feien natürlich denk­bar, aber ein Weltkrieg, in dem aRe großen Mächte v-rwickelt seien, könne der Kundige nur als ein leeres Phantom belächeln. Immer wurden einige Groß­mächte schor» aus EgoBruus bestrebt sein, sich arri einem solchen Kriege herauSzuhalten, um von der Not der anderen zu profitieren. Besonders sei das von England zu erwarten, und Amerika werde erst recht nicht miirnachen Sie sähen ein, daß nach Zer- flekschung aller Kämpfenden der Neutrale der Welt- Herrscher sein und den Frieden diktieren werde, und darum würden sie erst dann aus ihrer Zurückhaltung hervortreten, wem» die streitenden Mächte icyadnnatt am Boden läaen. Ta das aber von i^ier Neaieruna

klar begriffen würde, hütete sich sicher jedes Sanb, es auf einen Weltkrieg ankommen zn lassen.

So sind die glänzendsten Theorien auch in diesem Falle wieder einmal durch die Praxis widerlegt worden. Eine Hungersnot und ein Weltkrieg sollten unmöglich sein, und nun sind beide doch gekommen.

Die Ernts

steht im allgemeinen gut. Gebe Golk, daß sie auch gut und vollständig hereinkommt. Die Arühdrusch- prönüe wird dafür sorgen, daß mir bald fdjon besseres Brot bekommen. Eigentlich will kein Mensch etwas von ihr missen. Die Arbeiter nicht, weil sie nach deren Meinung das Brot verteuert; die Dauern selbst nicht megen ihrer ungleicher» und ungerechten Wirkung. Und dennoch muß man sie haben. Das Versprechen der landwirtschaftlichen Organisationen im vorigen Lahre, auch ohne di?'m Anreiz möglichst bald Ge­treide abzuliefern, ist nicht in Erfüllung gegangen. Sie mußte nachträglich eingeführt werden. Smmerljm ist es noch ein Vorteil, eine halbe Milliarde Prämien zu zahlen, die im Snlanbe bleiben, als 1% Milliarden für fremdes Getreide an Valuvaverlust und Fracht­kosten den Ausländern in ben Rachei» zu werfen.

Darin liegt auch der Grund für die bedeutende Erhöhung der Getreidepreise im Inkaride. Wenn sie es den Bauern ermöglichen, den im Preis um das 30fache gestiegenen Kunstdünger ansumenben und son­stige kostspielige Verbesserungen durch Saatgut unb intensivere Bewirtschaftung zu machen, so trägt das mehr zur zukünftigen dauerrrdei» Brotversorgung bei, als billigere Preise für IrÄandssrucht und starke Ein­fuhr von teurem Auslandsgetreide. Denn selbst die jetzt festgesetzten abnorm hoch erscheinender» Inlands­preise betragen kaum ben vierten Teil der (Summe, die wir für argentinische und amerikanische Frucht zahlen müssen. Daher wird es auch verständlich, warum trotz der Erhöhung der Inlandspreise der Brotpreis nicht höher zu werden braucht, weil mir bei reichlicher Ab­lieferung und Erzeugung unseres einheimischen Ge­treides um so weniger Auslandsgetreide brauchen. Aus beiden zusammen aber, den ungeheuren Koster» des sremden Getreides und denen für das Inlandsgetreide, wird der Brotpreis festgesetzt. Wegen des großen Be­darfs ausländischen teuren Getreides im letzten Jahre hat das Reich 10 Milliarden aufwenden müssen. Sonst wären die Broipreise ins Unbezahlbare gestiegen.

Zu Bayern

ist der neue Landtag zusammengetreten und wie all­gemein angenommen, der seitherige Ministerpräsident v. Lahr, der die auf ihn gesetzten Erwartungen voll unb ganz erfüll hat, mit 100 von 143 Stimmen wie­dergewählt worden. Das Kammerpräsidium wurde nach der Stärke der Parteien verteilt, sodaß die Bay. Solfspartet (Zentrum) den Präsidenten (Mg. König­bauer), Ne Mehrheitssozialisten unb Unabhängigen bat 1. und 2. VizeprösiderrtLN stellten. Im Mnisteriun» stellt bas Zeirtrmn ausser den» Mirnsterpräsidenten noch 3 Mdnster (Krrllur, Finanzer» imb Soziales), sowie einen Staatssekretär, die Stemofrafen einen (Handel) unb die MiLielpartân «rien (Stifts). Die Sozialdemo- fraten haben eine Beteiligung at^elehnt. Es geht auch so. Das hat auch die Aussprache gezeigt, die sich an bk Besprechung des ReAerungsprogramms mc- fchloß und m der der Regierung das Vertraue»» aller nichtsozialistischer Parteien ausgesprochen wurde. SkatspolUit nicht Pa^eipslitik, Politik der Versöh­nung, die freilich nid# in Schwäche ausarten soll, will b' 2 Regierung treiben und vor allem die Siasisau- fociScf wieder aufrichten, was in der Tat überall, nicht nur in Bayern, die notwendigste Aufgabe der 3legte» renben ist.

Polen in Hot

Das war der Eirrdruck, beut die Nachrichten von den, polnisch-russischen Kriegsschauplatz in der vergangenen Woche machten und fdton schrieben die Zeitungen Ar­tikel über einen zweilen Weltkrieg der aus dem rus­sische psliüschsn Krieg entstschen würde, »venu nicht noch in letzter Sturrde ein völliger Umschwung statt­findet. Das Letztere scheint nun der Fall zu sein; nach den neuesten Nachrichten wenn man ihnen glauben darf ist der mssiscl)? Angriff zum Stehei» geko^wu, während polnische Ge^nstöße Erfolg hatteir. Weiter ist die Nachricht eingetroffen, daß die Sowjetregierrmg das z^msche Angebot eines Waffenstillstandes ange­nommen hat. Ob daraufhin der Friede zustandekommt üebt noth bahin. Son unterem Starchounkt aus wäre

das im höchsten Maße zu begrüßen. Wohl haben die Stuften versichert, sie dächten nicht daran, deutschen Boden zu betreten, aber ob sie das Halten mürben ja ob sie es falls es ihnen wirklich ernst damit ist, hal­ten könnten wenn der Krieg sich der Grenze ge­nähert hat, ist fraglich, zumal ja auch bei uns schon ungezählte Tausende von Spartakusleuten u. KorAum- niften auf das Nahen ihrer roten Nuffenbrüder warten, um mit ihnen gemeinsame Sache zu mache»» und die Diktatur des Proletariats aud) in Deutschland aufzu­richten. Wenn die Ruffen jetzt auf das polnische Wafsensnllstandsanerbieten eingegangen sind, so haben sie es doch wohl auch im Hinblick auf die den Pole»» zugesagte Ententehilfe getan, hieß es doch, daß eng­lische Kriegsschiffe auf dem Weg nach Petersburg seien und 16 ftanzösische Divisionen des Transportes auf dem Landweg durch Deutschland harrten. Wir hätten den Durchzug gemäß unterer Neutralität na­türlich verrseiZern müssen, das würde ater die Entente wohl nicht gehindert haben, ihn unter Umständen durch Sdüdeutschla>»d und Böhmen zu erzwingen. Jeden­falls mären auch wir in große Unannehmlichkeiten ge- fommen und auf alle Fälle ist es besser, wenn es zwischen Rußland und Polei» Frieden gibt.

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In Umarn

machen die chvisMchsn Parteien überall Fortschritte, so sind mich bei der Wahl zurr» Budapester Geareinderat 167 Mr^iedsr mit dein Programm der christlichen Par­titen und nur 73 mit drin des liberal-dsmodatischen ge­wählt märten; mit der jüdisch-liberalen Verwaltung der Stecht haben die Wähler endlich aufgeräumt. Ungarn ist auch daran, die Prügelstrafe für Wucher und Preis­treiberei einzuführen, zunächst probeweise auf ein Jahr, denn man verspricht sich halbste Besserung. So etwas tut einem wohl zu lesen. Bei maßloser Gewinnsucht, bei Verstocktheit, auch bei Diebstahl und Gefährdung der öffentlichen Sicherheit wird der Stock bis zu 25 Hieben angewendet. Es braucht beim WortePrügelstrafe" keine zartbesallete Seele in Ohmrurcht zu fallen. Sie wird nicht ans der Rüstkimmer eines mittelalterlichen Burgoarließes hervorgeholt, sie bssteht in einem so freihsiSichsn und mo­dernen Staate wie Ensland heute »roch und wurde in Dänemark und Nordamerika im Laufe des testen Jahr­hunderts sogar erst eiitgeführt. Wer die Houtigen durch ben Krieg und Revolution zerrütteten Derhältriisss klar überblickt, wird zugeben müssen, daß ein solches Radikal- mittel nicht schaden kann.

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Palästina

das bekanntlich unter englischer Oberherrschaft steht, hat in der Person des Str Herbert Samuel einen neuen Saun erneut erhalten und zwar einen IsraeUlLn. Die Araber und Türken sind davon wenig erbaut, wie über­haupt von der ganzen englischen Verwaltung des Landes; sie möchten gern mietet zur alten türkischen Herrschaft zu- rückkehren, in der sie lange nicht so viel Steuern zu be­zahlen brauchten wie jetzt. Daß es auch die dunsten eigen­tümlich berühren muß, daß man das hl. Land einem Süden unterstellt hat, ist ohire weiteres klar. Erne große Takt­losigkeit wäre es, wenn die Nachricht sich bestätigen sollte, daß Samuel als feine Residenz die Stiftung des früheren deutschen Kaisers, das Kaiserin Augusta Viktorio-Hospiz auf dem allen Christen heiligen Detberg, ausersehen habe.

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H^f dem Balkan brodelt und gährt es weiter; sehr gespannt ist das Ver­hältnis zwischen Griechenland und Bulgarien. Letzteres ist nicht damit zufrieden, daß die Griechen sich in Thra­zien, vor allem in Adrian opel festsetzen, das von jeher das Ziel ihrer Wünsche gewesen ist. Sehr gespannt ist auch das Verhältnis des neu geschaffenen jltaoslkkwischen (serbischen) Staatswesens zu Italien. Sie Anwesenheit der Italiener in Triest, Fiume usw. empfinden die Ju­goslawen als einen fremden Pfahl im eigenen Fleisch und in Agran, Laibach u .a. größeren Städten fanden große Kundgebungen gegen Italien statt. Dies alles beweist, daß die Friedensinstrunisnte der Entente eitel Flickwerk sind, die nicht Vernunft, sondern nur der brutale Siegeswille zusamrnengesihustert hat.

Ghrift!rch-naL!onaler Llrbeitsriag in Kommerz.

Ser christl.-nat. Arbeitertag, der am Sonntag hier statt­fand, war für die christtich-riottonale Arbeiterbewegung im FuDa- und Werragebiet ein voller Erfolg. Begünstigt vom schönen Wetter hat die Tagung einen Verlauf ge- normnen, der alle Erwartungen übertroffen Hai. Sie legt aber auch Zeugnis ab für die erfreuliche Tatsache, daß die christliche Arbellerwegung in diesem Bezirke ein ach- tungsgebiekenüsr Faktor zu werden beginnt, der zu ten besten Hoffnungen berechtigt. Trotz der ungünstigen Bahn- Verbindung dürfte man die T e i l n e h m e r z a h l mit 3000 noch zu niedrig schätzen. Arbeitervereine und Ge-