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Wochenkalender.

Sonntag, 1. August. 10. Sontag nach Pfingsten. Petri

Kettenfeier u. d. Gedächtnis der hl. Makkabäer. M,

Montag, 2. August. Alphons Maria v. Ligouri, Bisch.

». Kchl. Stephan P. u. M. Portiunkula-Fest.

Dienstag, 3. August. Auffindung der Reliquie des

hl. Erzmarthrers Stephanus.

Mittwoch, 4. August. Dominikus, Bek.

Donnerstag, 5. August. Feier der Einweihung der

Kirche zu Maria Schnee.

Freitag, 6. August. Verklärung des Herrn.

Samstag, T. August. Kajetan, Bek. Donatus, Bisch, u. M.

Zehnter Sonntag nach Pfingsten,

(Ev. Luk. 18, 914.)

In jener Zeit sprach Jesus zu Einigen, die sich selbst zutrauten, daß sie gerecht seien, und die Uebrigen verachteten, dieses Gleichnis: Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst also: Gott, ich danke dir, dah ich nicht, bin, wie die übrigen Menschen, wie die Räuber, Ungerechten, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich besitze. Der Zöllner aber stand von ferne und wollte nicht einmal die Augen gegen Himmel erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott sei mit Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause, jener nicht; denn ein Jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedriget, und wer sich selbst erniedriget, der wrrd erhöhet werden.

Aus der obersten Sprosse.

i der Jakobsleiter stand auf der obersten Sprosse der Herr, der König des Himmels und der Erde, der olles, Gutes und Böses, lenkt nach seinem Wohlgefallen und zu unserm Besten. Zu dieser obersten d immer aufgesiiegen und hat auch

die härtesten Schicksalsschläge Gott zugeschrieben und sie m aller Temut von ihm angenommen, Ein im­merwährendes Denkmal dieser glaubensvollen Ge­sinnung ist der Psalm 59.

Psalm 59: fit großem Unglück schaut ? ovid »u Gott empor und bittet um Bet ng.

1. O Gott, du hast uns ganz verstoßen- Du zürntest und erbarmst dich wieder,

2. Vor deinem Zorn das Land erbebte, Nun heile wieder feine Risse.

3. Du hast gesendet schwere Drangsal. Hast uns gereicht den Wein der Schmerzen

4. Doch gabst du uns ein Rettungszeichen und hast uns ein Panier errichtet.

5. Zu fliehen vor der Feinde Bogen, Dem Untergange zu entrinnen.

6. Hilf uns mit deiner starken Rechten, Erhöre mich nach deiner Güte.

7, Erfülle, was du mir geschworen: Zu herrschen über alle Feinde.

8. Daß Sichem ich zur Beute nehme, Etndringe indas Tal der Zelte."

9. Mein sei Galaad, mein Manasses, 2115 Helm soll Ephrain mir dienen.

10. Es beug' sich Juda meinem Szepter, Auf Joab setz ich meine Hoffnung.

10er. Mein Fuß zertrete Jduma, Und dienstbar sind mir fremde Völker.

11. Wer führt mich zu der Bergesfeste? Wer führt mich bis nach Jdumän?

12. Nicht du, o Herr, der uns verlassen? Der seine Prüfung jetzt gesendet?

12a. Vor deinem Volke wirst du herziehen, Zum Siege führen seine Kriegsmacht.

13. Hilf uns, o Gott, ans Not und Trübsal, Vergeblich ist ja Menschenhilfe.

14. Mit Gott bestehn wir Heldentaten, Er wird zernichten unsre Feinde, i

Wovon weiß der Psalmist zu singen? Bon gro­ßem Unglück und großen Hermsuchungeu, die wie ein Unwetter hereinbrachen, von schweren Drang­salen und Züchtigungen, die wie ein Erdbeben die Seelen erschütterten, Von einem Schmerzenswein, der bitter war wie Galle. Er hat wohl die feind­lichen Einfälle der Jdumäer und Moabiter im Auge, die das Land überschwemmten, die Steifer und Häuser plünderten, die überall Trümmer und Leichen zurückließen. Warum also macht er diese Feinde nicht Verantwortlich für das Unglück? Warum nennt er sie nicht mit Rainen? Weil der Psalmist höher sieht. Diese Feinde sind nur die nutersten Sproßen an der Leiter. David schaut höher. Wen sieht er auf der obersten Sproße? Israels Herrn und Gebieter, ben Gott Abrahams, Isaaks und Iakobs, den König der Engel und Menschen. Gott zürnt und darum das Unglück. Das ist für den Psalmisten die Lösung. Warum zürnt er aber? Wohl nur deshalb, weil König und Volk ihn belei­digt haben, weil sie sein Gesetz übertreten, weil sie seine Sabbathe nicht gehalten, weil sie den Götzen geopfert, weil sie Ehebruch getrieben haben. David erkennt unb bereut seines Volkes und seine eigenen Sünden, nimmt das Unglück als wohlverdiente Strafe an, gelobt Besserung, erhofft Zurückziehung der göttlichen Strafrute, Frieden und Wohlfahrt für Volk und Land, ja sogar eine Erweiterung der Grenzen auf Kosten der feindlichen Nachbarn.

Mein Christ, sieh hier eine große Wahrheit, die uns allerwärts in der Schrift entgegenstrahlt: Unglück und Prüfungen sind Leiden, die Gott selber, unser gütiger Vater im Himmel. sendet ho* seinem

Wohlgefallen, zu unserm eigenen Vorteil, wenn wir sie im Geiste des Glaubens annehmen und ertragen.

Fällt dir da nicht die Geschichte Jobs ein? Satan beneidete ihn um sein Glück. Kein Wunder, so sprach er höhnisch zu Gott, daß dieser Job dir so treu dient; du hast ihn ja in des Glückes Sonnenschein gesetzt: aber strecke einmal die Hand nach ihm aus, laß ihn einmal aus dem Leidenskelch trinken und du wirst sehen, daß er dir den Rücken kehrt, daß er dir sogar ins Gesicht flucht. Gott sprach zu Satan: gut, Job sei in deiner Hand. Nun fielen auf Satans Anstiften die Sabäer und andere Stämme über Jobs Viehherden, trieben sie weg, schlugen die Hirten nieder. Ein Sturm riß das Haus zusammen, in welchem Jobs Kinder Versammelt waren und machten es zum Massengrab für Jobs Kinder. Hat nun Job für all dies Unglück die Räuber Verantwortlich ge# macht, oder den Sturm, oder den Teufel? Nein; denn er wußte, daß weder die Räuber noch l^r Sturm noch der Satan auch nur das Geringste ihm hätten entreißen können ohne Gottes Willen und Zulassung. Darum stieg er auf der Leiter des Glaubens bis zur obersten Sprosse, auf welcher er den Allmächtigen und Allgütigen thronen sah, und mit wunderbarer Glaiibenskraft sprach er die denk­würdigen Worte: der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, wie es dem Herrn gefallen hat, so ist es geschehen: der Name des Herrn sei gepriesen.

Aber das allerschönste Beispiel habe ich dir noch gar nicht genannt; es ist der liebe Heiland selbst. Als Petrus am Oelberg seinen geliebten Meister verteidigen wollte und schon dem Malchus das Ohr abgehaueu hatte, sprach der Herr zu ihm: Petrus, stecke dein Schwert in die Scheide; oder soll ich den Kelch nicht trinken, den der Vater mir gegeben hat? Welchen Kelch? Die Gefangennahme, die Ver­urteilung, die Geiselttug, die Dornenkrönung, die Verspottung, die Kreuztragung, die Kreuzigung, deu blutigen Tod. Aber tragen denn nicht Judas, Pi­latus, die Hohenpriester und die Henkersknechte die Schuld an allen seinen Leiden? Ohne Zweifel. Sie bildeten an der Leiter dieser. Leiden die untersten Stufen; darüber schaut aber der Heiland weg und sieht empor bis zur obersten Sprosse. Und da ge­wahrt er auf dem Throne seiner Herrlichkeit seinen himmlischen Vater. Von ihm und nicht von seinen Feinden nimmt er die Leiden entgegen, die er als Kelch" bezeichnet, um anzudeuten, daß die Leiden ihm angenehm sind wie köstlichen Wein, angenehm nicht durch die Natur der Leiden, sondern durch die Ueberzeugung, daß sie vom Vater kredenzt sind und ihm selbst znr Ehre, uns aber zum Heile gereichen müssen. Merke dir die Lehre und suche in all dei­nen Leiden Gott und Gott allein!

Der Burgpfarrer.