Hr. 50
Kafiel, den 25. 3uli 1920
Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
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Wochenkalender.
Sonntag, 25. Juli. 9. Sonntag nach Pfingsten. Jakobus
Apostel Christophorus M.
Montag, 26. Juli. Anna, Mutter der sei. Jgfr.
Dienstag, 27. Juli. Pantaleon M.
Mittwoch, 28. Juli. Nazarius, Celsus Viktor M.
Donnerstag, 29. Jult. Sirnplicius, FaustinuS und
Beatrix M. Patrone Mr Stadt Fulda.
Freitag, 30. Juli. Abdon und Sennen M.
SamStag, 31. Juli. Ignatius, Bek.
Neunter Sonntag nach Pfingsten.
(Ev. Luk. 19, 41—47.)
In jener Zeit, da Jesus Jerusalem näher kam, und die Stadt sah, wemte er über sie und sprach: Wenn doch auch du es erkenntest, und zwar an diesem deinem Tage, was dir"zum Frieden dient! Nun aber ist es vor oelnen Au mn verborgen. Denn es werden Tage über dich kommen, wo deine Feinde dich mit einem Walle umgeben, dich ringsum einschliehen und von allen Seiten dich beängstigen werden. Sie werden dich und deine Kinder, die in dir sind, zu Boden ß mettern, imd in dir keinen Stein auf dem andern sen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast. Und als er in de« Tempel kam, fing er an, die Käufer und Verkäufer, die dorrn waren, hinauszutreiben, und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt cs zu einer Räuberhöhle gemacht. Und er lehrte täglich im Tempel.
Nicht zu spassen
ist mit den göttlichen Strafgerichten. Siebe, der Heiland verkündigt im heutigen Evangelium Unheil und Verderben der Stadt Jerusalem, weil sie ihn nicht erkennen will als Erlöser imd Gott, weil sie die Tage der Heimsuchung und Gnade verträumt und verscherzt.
Auch der Psalmist weissagt zeitliches und ewiges Unheil, das über seit« und Gottes Feinde herein- brechen wird. Ter zweite Teil unseres 58. Psalmes ist voll von solchen düsteren Prophezeiungen.
Psalm 58, zweiter Teil: Gotter Strafgericht über die vösen.
12. Bezwingen wirst du meine Feinde — Ein Denkmal deinem treuen Volke.
12a. Zerstreue sie mit mächtgem Arme Wirf, mein Beschützer, sie darnieder.
13. Es rächt sich ihreS MundeS Frevel, Ihr Hochmut führt sie in die Falle.
14. Kund wird ihr Schicksal, allen Völkern Und ihre Schande beim Gerichte.
14a. Ja, alle werden eS erfahren, Daß Gott Gebieter ist der Erde.
15. Zur EöHe fahren Gclte» Zeinde, Wie Hunde heulen sic vor Hunger.
16. Umsonst ist ihr Geschrei nach Speise, Sie fluchen ihrem herben Schicksal.
17. Doch ich besinge deine Stärke Und freudig preis ich deine Güte,
18. In Liebe soll mein Dan! erschallen, Drr, meinem Gott und Allerbarmer. —
Nein, nicht zu spassen ist mit den göttlichen Strafgerichten. Zur Warnung diene dir eine Geschichte, die der selige Pfarrer Vianneh von Ars zu erzählen pflegte: Es waren einmal zw?i Soldaten, die durch einen Ort kamen, wo eine Mission gehalten wurde. Einer der beiden schlug seinem Kame- iaden vor, in die Predigt zu gehen. Sie gingen hin. Der Missionär predigte über die Hölle. „Glaubst du alles, was dieser Geistliche sagt?", fragte der weniger schlechte von den beiden. „O nein", „erwiderte der andere, ich glaube, das sind lauter Dummheiten, um den Leuten Angst zu machen". Der andere aber sprach: „Und ich glaube es und um dir zu beweisen, daß ich es glaube, verlasse ich den Soldatenstand und trete in ein Kloster ein". „Geh, wohin du willst", entgegnete der andere, „ich werde meinen Weg fortsetzen". Als er seinen Weg fortfetzte, wurde er krank und starb. Der andere, welcher im Kloster war, erfuhr von seinem Tode und begann )u beten, daß Gott ihm offenbare, in welchem Zustand sein Kamerad gestorben wäre. Eines Tages, als er betete, erschien ihm sein Kamerad. Er erkannte ihn und fragte: „Wo bist du?" „In der Hölle, ich bin verdammt!" „Unglücklicher, glaubst du jetzt, was der Missionär gesagt hat?" „Ja, ich glaube es; die Missionare begehen nur einen Fehler, nämlich, daß sie nicht einmal den hundertsten Teil der Qualen nennen, die man hier leidet".
Du siehst, daß mit der Hölle nicht zu spielen und nicht zu spassen ist. Zwar wünschen die Bösewichter nichts so sehr, als daß die Lehre von der Hölle eine Sage, ein Ammenmärchen, ein leeres Schreckgejpenst sei. Dann könnten sie ja nach Herzenslust essen und trinken und ludern und genießen und wuchern und stehlen und rauben und morden; ihr einziges Bestreben würde nur dahin gehen, den Maschen der Gesetze zu entschlüpfen. Aber trotz aller Bemühung, sie bringen den Gedanken an die Hölle nicht los und oftmals steht vor ihnen die schreckliche Frage: „Wenn es aber doch eine Hölle gibt — was dann ?"
Zu Voltaire, dem berüchtigten Gottesleugner und Gotteslästerer, kam einmal etn junger Lebemann und verzapfte seine Weisheit. „Nun " habe ich es heraus," sprach er freudig, „daß es leine Hölle gibt." Doch da bekam er ganz unerwartet einen kalten Wasserstrahl. „Soweit habe ich es noch nicht gebracht," erwiderte trocken der Philo oph.
Selbst die Heiden glaubten in ihrer Weise an eine Hölle, einen Ort ewiger Pein in der Unterwelt. Dahin verletzen sie einen gewissen Tantalus, der leinen eigenen Sohn geschlachtet und den Göttern
Ials Mahlzeit vorgesetzt haben soll. In der Unterwelt muß der Unglückliche bis ans Kinn im Wasser stehen und dabei entsetzlichen Durst leiden. Sobald er den Mund neigt, um an dem köstlichen Naß seinen Durst zu stillen, da flieht es zurück in weite Fernen. Ueber seinem Haupte lächeln köstliche Flüchte. Sobald er aber die Hand ausstreckt, sich daran zu laben, schnellt der Zweig zurück in unerreichbare Ferne. Und so beginnt das grausame Spiel von neuem und dauert fort in Ewigkeit.
Es lebt in der Brust des Menschen das Verlangen nach Gerechtigkeit. Wir können uns nich s anders denken, als daß der Sünder, der in dieser Zeitlichkeit ungestraft durchlommt, in der andern Wett Nachzahlung leisten muß in Gestalt schreckttc'nr Strafen. Wenn es nun keine Hölle gibt, keine ewige Hölle, so kommen die Sünder mit den Gerechten zu gnlcr Letzt in denselben ewigen Himmel. Da können die Bösen- gleichsam triumphieren über die Guten, die sich in ihrem Leden so manches versagt, die sich um den Himmel solche Anstrengungen auferlegt habe». Seht, werden sie sagen, was nützt euch jetzt euer frommes Leben? Was habt ihr jetzt vor uns voraus ? Ihr habt es auch nicht weiter gebracht als mir, die wir das Leben genossen haben bis auf die Hefe. —
Doch nein, diese Sprache werden die Sünder niemals führen können. Es gibt im Jenseits eine ewige, unüberbrückbare Kluft, eine ewige, unüberbrückbare Scheidung zwischen den Guten und d n Bösen. Zu den guten auf der rechten Seite wiid der Richter sprechen: „Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, besitzet das Reich, das von Grundlegung der Welt an euch ist bereitet worden." Den Bösen zur Linken aber wird er den schrecklichen Fluch entgegenschleudern : „Weichet von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feller".
Nein, es läßt sich nicht spassen mit der Hölle. Wie der Baum fällt, so bleibt er liegen, liegen in Ewigkeit. Würdest du in einer einzigen schweren Sünde sterben, die Hölle wäre dein Anteil für immer. Darum fürchte die Hölle und noch mehr die Sünde. Bete oft um ein gnädiges Gericht und um Bewahrung vor den Höllenqualen:
Stürzen hin die Maledeiten
Die der Flammenglut Geweihten, Ruf mich mit den Benedeiten.
Vor den Pforten der Hölle, bewahre mich, o Herr.
Der Burgpfarrer.
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Das katholische Pfarrhaus.
(Schluß).
Von dem bayerischen katholischen Pfarrhaus hat uns der Volksschriststeller Schrönghamer-Heimdal ein stimmungsvolles Bild entworfen. Er malt darin das Vorgärtlkin mit den sauber gepflegten Beeten und den