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Km dem Leben eines hetligen Kaisers.
Der hl. Heiunch, (15. Juli).
In der Nacht vom 2. zum 3. September des Jahres 996 kniete ein frommer Jüngling aus vornehmem Geschlechte betend am Grabe des hl. Emmèran in^ Rs- tzsnsburg. Es war Heinrich, der siebzehnjährige Sohn des Bayernherzogs. Seit einem Jahre war der Jüngling Nachfolger feines verstorbenen Vaters auf dem Herzogsthrone.
Dem frommen Beter war cs mit einem Male, als hörte er eine Stimme, die zu ihm sprach: „Lies dis Worte, die über dem Grabe an der Wand stehen!" Und Heinrich erhob die Singen und las die Worte: „81 ach sschs!"
Er fragte sich, was diese geheimnisvollen Worte wohl bedeuten möchten. Und er sagte sich, sie könnten wohl keine andere Bedeutung haben als diese, daß eine Seele, die ihn lieble, vielleicht sein verstorbener Lehrer, der von ihm hochverehrte heilige Bischof Wolfgang von Regensburg, ihm ankündigen wolle, nach sechs Tagen müsse er sterben. Er bereitete sich also mit allem Ernste auf den Tod vor, den er nahe glaubte; « ordnete 'seine zeitlichen Angelegenheiten, empfing dann andächtig die heiligen Sakramente, und den Rest der Zeit benutzte er zu andächtigen! Gebete.
Aber die sechs Tage vergingen und der siebente Tag brach an — und Heinrich lebte noch.
„Dann habe ich mich wohl getäuscht," sagte der junge Herzog zu sich; „ich werde wohl erst nach sechs Wochen sterben müssen". Und er machte die kommenden sechs Wochen zu einer ständigen Vorbereitung auf den Tod. Immerfort stand ihm der Gedanke vor der Seele, daß er nach kurzer Zeit vor dem allwissend.n und gerechten Richter erscheinen müsse. Er empfing die heiligen Sakramente, so oft es seine Geschkste gestatteten. Alle Regungen seines Herzens prüfte er an Gottes heiligem Gesetz und suchte die heiligmachende Gnade nicht nur zu bewahren, sondern auch immer noch zu vermehren, um getrost in die andere Welt hinübergehen zu können.
Als die sechs Wochen ihrem Ende zugingen, sehnte sich Heinrich säst nach dem Augenblick des Todes, weil er so gut vorbereitet war und ein großes Verlangen nach dem Himmel verspürte. Aber Gott erfüllte das Verlangen des frommen Jünglings nicht. Die sechs Wochen verstrichen, und die siebente Woche brach an — und Heinrich lebte noch.
„So werde ich wohl nach sechs Monaten sterben," dachte er sich. Und er verlebte die kommenden Monate so fromm und gottesfürchtig, wie er die vorhergehenden Wochen verlebt hatte. Täglich und stündlich sagte er sich: „In kurzem muß ich Rechenschaft geben über alles, was ich tue."
Aber auch die sechs Monate vergingen und Heinrich fühlte keine Krankheit und kein Unwohlsein. ..So werde ich desto sicherer nach sechs Jahren sterben," sagte er sich jetzt, und wenn er auch nicht mehr am Leben hing, so pries er doch Gottes Barmherzigkeit, der ihm noch eine so lange Frist geben wolle, gute Merke zu tun, und er nahm sich vor, die sechs Jahre gut zu benutzen. Jede Versuchung schlug er nieder mH dem Gedanken: „Bald muß ich Rechenschaft geben". Jeden Anflug von Lauheit besiegte er mit dein Gedanken: „Jetzt heißt es, eine kurze Zeit kämpfen, dann kann ich ewig ruhen". In jeden! Leid gab ihm Trost der Gedanke: „Bald wird mir ewige Freude zuteil für das kurze-Leid". Wo sich ihm eine Gelegenheit bot, ein gutes Werk zu tun, da ergriff er sie mit dem Gedanken: „Ich muß wirken, so lange es Tag für mich ist, bald kommt meine Nacht, wo ich nicht mehr wirken kan >". So lebte Heinrich sechs Jahre das Leben eines Heiligen.
Und als am sechsten Jahrestage jener Erscheinung die Sonne wieder aufging, da war Heinrich nicht tot, er war kräftiger als je. Und als die Sonne am Abende des 3. September 1092 unterging, auch da war Heinrich nicht gestorben. Aber etwas anderes hatte sich an diesem Tage zugetragen: die deutschen Fürsten hatten ihn zum Kaiser gewählt.
Nach dem Tode des Kaisers Otto HT. waren die deutschen Fürsten nämlich uneinig darüber, wen sie wählen sollten, weil jeher des anderen Macht fürchtete. Da man jedoch das Reich nicht länger ohne Kaiser lassen konnte, so kamen sie überein, einen Mann zu wählen, der eine geringe Hausmacht besäße, aber ein tüchtiger Regent sei. Sie wußten aber keinen Würdigeren als den Bayernherzog Heinrich, der nach dem Gru idsatz regierte: „Der Regent muß zuerst sich selbst regieren". Und ihn wählten sie darum.
Nun erkannte Heinrich, daß jene Worte nicht hatten deuten sollen: „Nach sechs Jahren wirst du ster
ben", sondern: „Nach sechs Jahren soll dein eigentliches Lebenswerk beginnen". Auf sein Lebenswerk hatte er sich aber nicht bester vorbereiten können, als er es getan hatte. Und kein Herrscher hat sich wohl besser auf sein schwieriges Amt vorbereitet als Heinrich. Kein Herrscher hat aber wohl <mch mit mehr Recht die träne getragen und meist zur Ehre Gottes getan, als Kaiser Heinrich II., her Heilige.
Als er nad) zweinndzwanzigerjähriger segensvoller Regierung starb, wurde er im Dom des von ihm ge- gründeten Bistums Bamberg beigesetzt. An seiner Seite ruht seine heilige Gemahlin Kunigunde.
Sieh, wie sich am Heiligen Heinrich das Wort der heiligen Schrist erfüllt hat: „In allem, was du tust, denke an deine letzten Dinge, und du wirst in Ewigkeit nicht sündigen" (Sir. 7, 40). „Die Erinnerung an diesen Ausspruch," sagt der heilige Augustinus, „beugt den Stolz, löscht den Neid, heilt die Bosheit, verscheucht die Wollust, vernichtet die Eitelkeit und Prahlerei; sie bahnet Zucht an, vervollkommnet die Heiligung und bereitet das ewige Hell." Darum denke oft an deine letzten Dinge!
Die unanständige, Unsittliche Uleideriracht.
(Ein Wort an die kathol Frauenwelt bes. in der Stadt.)
Es hilft nichts, Worte zu machen und Klage zu führen über bie wachsende Unsittlichkeit im Volke; nur die Tat, — die vorbildliche und bessernde, ~ kann uns retten. Ein weites Feld kräftigster Betätigung steht der katholischen Frauenwelt offen, wenn sie sich endlich einmal durch die Tat aufraffen möchten, entschieden Stellung zu nehmen gegen die schamlose Kleidertracht. Auch hier herrscht das ungläubige, zersetzende Judentum. Die gelesen sten Modezèitun- gen werden von Juden herausgegeben und geleitet und jüdische Modehäuser sind es, die den Demi ehesten und die Sinnlichkeit ausstachelnden Kleidermoden — oben und unten zu kurz — zunächst in den glänzenden Schaufenstern und Ausnellungen, bann in ihren Werkstätten Eingang ins Volk verschaffen. — (Als dieser Tage in einem Badeort einige Trägerinnen derartige Kostüme an der gemeinsamen Tafel erschienen, machte ein Gast die treffende Vormerkung: „Die e Damen sehen aus, als wären sie im Begriff sich ins Bett zu legen.") — Dieser jüdischen Zersetzung aller christlichen Begriffe von ©cbambafngfeit und Keuschheit durch die unsaubere Mode müßte die katholische Frauenwelt sich einhellig enlgegcnstellen ! Oder gibt es keine katholischen Frauen und Jung- frauen mehr, — die diese öffentliche Schmach und Selbstentweihung der Frauenwürde empfinden? Dann mögen sie sich auf rütteln lassen bmd) uneren heiligen Vater Bendikt XV., der an den katholischen'' Frauenbund Italiens sehr ernste Worte über die cn Mißstand richtete. Der Papst wies darauf hin, daß man sich beeilen müsse, jenen Auswüchsen der Mode, der Frucht der Verderbnis ihrer E sinder, energisch das Embürgerungc recht zu verwehren, da sie einen unheilvollen Beitrag zur allgemei- nen Sittenverwilderung liefere. Dann fuhr der Heilige Vater fort: „Auf diesen Punkt glauben wir ganz besonders aitrüdfommen zu müssen, denn einer» wils wisstn wir, daß eine gewiße Kleidertracht, wie sie heute bei den Frauen im Gebrauch ist, für das Wohl der Gefelltchaft schädlich ist, da sie gleich am das Böse heratlsfordert, und anderseits erfüllt es uns mit Staunen und Verwunderung zu sehen, wie der, der das Gift verbreitet, die schlechte Handlung zu verkennen scheint, gleich dem, der das Haus an« zündet, ohne eine Ahnung von der zerstörenden Krafi ces Feuers zu habet . Nur allein durch die Annahme einet solchen Unwissenheit läßt sich die ückio- aeuswerte Ausdehnung erklären, die in unseren Tagen eine Mode genommen hat, die so sehr das Gegenteil jener Bescheidenheit ist, die die schönste Zierde der christlichen Frau sein sollte; ohne eine derartige Unwissenheit, scheint es uns, wäre cs gar nicht denkbar gewesen, daß eine Frau zu jenen Auswüchsen unauftänbiger Tracht gelangen konnte und sich noch darin im Gotteshause zeigt aber vor den ernsten christlichen Moralprediger hintritt."
Mit lebhafter Freude hat der Heilige ValeV das GAöbn s der Miiglieder des Katholischen Frauen buutc» entgegengenommen, die in ihr Programm aii: nahmen, sich anständig in der Kleidertramt zu geben. Indem sie dies geloben, erfüllen sie strenge hre Pflicht, — sagte der Papg-— c bereit kein I ergermS zu geben, oder sie vom Wege der Tu gend f abzühalten. Sie beweisen bnOurcb, daß sie ihre Mis- j sion in der Welt zu erfüllen verständen, nicht allein I innerhalb der häuslichen vier Psähle, sondern auch 1 n Der O sfemüchkett. . .
Unzweifelhaft werde ein solcher Bund gegen die Schändlichkeit der Mode von bett Vätern, Bräutigamen, Brüdern, kurz, von allen Verwandten der tühnen Streiterinnen mit Freudcn begrüßt werden.
Denselben Mißstand der unanständige Kleidertrachk bekämpfen zwei Schriften^Dein Kleid?" und „Mein Kleid ist recht," von Eottlreb Erbarmer, die bei Ludwig Auer in Donauwörth erschienen sind. Beide Schriften sind etwas Neues undErgenartiges; denn es gibt unseres Wissens bis jetzt noch keine Schrift, die über diesen Gegenstand sich so eingehend verbreitet. Sie sind durchaus volkstümlich geschrieben und zur Verbreitung in den weitest n Kreisen geeignet und sollten in der Hand keiner Frau und keines Mädchens fehlen. Namentlich gilt dies von der ersten, kleineren Schrift „Dein Kleid?" Diese legt die Grundsätze dar, kröche für die Frauenkleidung bezüglich der Ehrbarkeit zu gelten haben. Sie zeigt, inwiefern die jetzige Frauen- kläidung ein Aergernis, ein Anreiz zu sündhaften Begierden für das andere Geschlecht, und darum diesem gegenüber eine Verletzung der Nächstenliebe ist, daß sie die Würde des Mannes mißachtet, die eigene Frauenwürde erniedrigt, das Gebot der Schamhaftigkeit ner etzt. Sie gibt genau an, was zu einer ehrbaren Kleidung gehört, entschuldigt aber solche, die dies nicht gewußt haben. Sie weist auch darauf hin, was Näherinnen gegenüber ihren Kunden, Eltern gegenüber ihren Kindern und was man beim Besuch der Kirchs und Empfang der heiligen Sakramente zu beobachten hat. — Die zweite Schrift „Mein Kleid ist recht" be- handelt und widerlegt die Einwände, welche gegen diese Grundsätze gewöhnlich vorgebracht weiden. Nennen! wir einige: „Ich bin nun einmal schön. Der Leib ist nicht sündhaft." „Wenn man vornehmen Standes ift.„WasdieHohentuen,das dürfen auch wir tuen." „Die Männer wollen, daß die Frauen sich frei kleiden." „Viele Gastliche haben nichts dagegen." „Die Gesundheit erfordert es."
Frauen, die noch guten Willens sind, werden sich dem Eindruck dieser Schriften nicht verschließen. Hoffentlich werden sie auch gekauft und verbreitet. Mütter und Jungfrauen sollen sich das angelegen sein lassen.
(Aus der Zeitsrist: „Der Morgen").
MchfteuUehe.
Zur Zeit, wo es noch keine Christen auf der Welt gab, waren in Griechenland zwei Völker, die miteinander in guter Freundschaft stauben. Es war aber Teuerung über dem Lande, und eines von diesen Völkern litt Hungersnot. Darum schickte es zu dem anderen Volke um Hilfe. Die hatten aber kaum selbst das Not- dürftige. Was machen jetzt? — Da wurde beschlossen, das ganze Volk, vornehm und gering, solle einen Fasttag halten^ und den ganzen Tag gar nichts essen. Selbst das Vieh bekam diesen Tag nichts zu essen. Was nun auf diese Art in einem Haus gespart worden ist, das legten sie zusammen und schickten es dem anderen Volk, das Hunger litt. Was sagst du dazu? — Sich, das waren nur blinde Heiden und wußten nicht, daß das größte Gebot heiße: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst", und haben dies Gebot diesmal doch so schön von Aber getroffen und ausgeübt. Ich will dir, dem Christen, nicht einmal so viel Menschenliebe anmuten, daß du des Nächsten willen hungerst. Aber du hast Bohnen, Kartoffeln, Mehl im Kasten, oder Speck im Kamin, und du würdest doch ausreichen, besonders mit dem Speck, du brauchst nur ein paar Mal selber keinen zu essen, wenn du den Arinen davon gibst. Oder es liegt manches in deinem Haus herum, Strümpfe, ein al es Halstuch und der- deichen Zeua, das einem anderen wohl und euch nicht wehe läL ' Such aber nicht allemal gerade das Schlecht * Ufte für den Armen heraus; denn du mußtest dich doch aewaltig schämen, wenn der Herr Jesus beim letzten Gericht vor allem Menschmvolk lauter zerrissene Hemden, löcherige Strümpfe und beroL zeigen wurde und sagen, du habest ihm das geschenkt. — Mach jetzt, was du willst. _ ~ ,
So schrieb Alban Stolz vor ca. 80 Jahren — es paßt auch für unsere Zeit. Tausenderlei Gelegenheiten gibt es danach zu handeln, auch der in der vorigen Nr. des „Bonifaliusboten" veröffentlichte Aufruf an bie Landwirle und Selbstversorger um Abgabe von Mehl unb Getreide gehört dazu.
Ws hat sie das gelernt?
Aennchen saß in der Zimm cracke und spielte mit ihrer Puppe. Das Kaffeegeschirr stand auf dem Tisch, und die Mutter war soeben hinaus gegangen. Sie hatte der Kleinen ein Stückchen Zucker abgeschlagen. Aenn-