Nr. 13. xd 30. Zahrgang. o< o □
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o o Zulda, den 4. Zull 1920.
Die Maui- und Klauenseuche.
Leider verbreitet sich diese Krankheit, unter der die Nilchoersorgung der Bevölkerung außerordentlich _ leidet, tark und tritt vielfach recht bösartig auf. Sie befällt am n eisten das Rind, Schaf, Schwein und Ziege, seltener Pferde und Geflügel. Sobald der leider noch unbekannte Krankheitserreger, der für alle Tiere derselbe ist, sodaß sie >ch gegenseitig anstecken körrnen, 2—3 Tage in dem Tiere lohnt, erscheinen am Rande des Zahnfleisches hanfkornroße Bläschen, besonders am Rand der Zunge, der Ba- !enschlenrchaut und am zahnlosen Teile des Vorderkiefers, sind die Bläschen aufgeplatzt, so bleiben nässende, von der Oberhaut entblößte Stellen übrig, starker Speichelfluß und beifern. Abnmgerung, Verminderung und Veränderung ier Milch tritt ein.
Die Klauenseuche gibt ein ähnliches Bild von der klouenkrone. Die Abheilung der Büschen dauert 14 Cage.
Die Uebertragung der Seuche geschieht durch Belecken, urch den Genuß der Mllch durch die Saugkälber, durch stiefel und Kleider der Menschen (Viehhändler und Dieh- reiber), durch Fortschleppen von infiziertem Dünger. Die lebertragung der Maulseuche auf den menschlichen Körper st möglich.
Die Behandlung der Seuche besteht zunächst darin, die unden Tiere von den Kranken zu trennen. Milch darf rur in gekochtem Zustande verwandt werden. Die Tiere Derben mit Grünfutter oder zartem Heu gefüttert. Die dcschwüre im Maule werden mit Lösungen von KreoUn, !ysol oder Vazillol behandelt. Das Klauenleiden mit ^reolinwasser oder Pyoktonin. Das Fieber wird mit AnU- ebrin bekämpft. An den Klauen niacht man auch Teer- rerbände.
Ein Geheimmsttel oder Radikalmittel gegen diese Seuche libt es nicht.
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warum fmö die täglichen notwendigen Lebensmittel so teuer?
Die weniger begüterten Volkskreise klagen mit Recht Iber die sprungweise Steigerung der Lebensmittelpreise, .lebet die Ursachen dieser Teuerung ist man geteilter Anficht. Die einen sagen, der Bauer ist daran schuld, die anderen nennen die Schieber und herzlosen Wucherer, wieder andere den riesigen Beamtenapparat als die Hauptschuldigen an der großen-Spannung zwischen Produzenten- und Konsumentenpreis. Wie liegen denn die Dinge in Wirklichkeit?
Beim Brotgetreide erklärt sich die Spannung dadurch, daß der selbstwirtschaftende Kommunalverband für jedes Pfund Getreide, das er selbst verbraucht, 0,60 Mk. an die Reichsgetreideftklle zu zahlen hat. Warum geschieht dies? Warum kommt zum~ Inlandspreis von rund 40 Mk. noch per Zentner ein Aufschlag von 60 Mk, sodaß der Zentner Roggenmehl 100 Mk. den Kommunaloerband kostet? Weil durch diese Summe die Reichsgetreidestelle in den Stand gesetzt wird, das dringend nowendige Auslandsgetreide zu verbilligen.
Der Kommunalverband zahlt demnach für 1 Pfund Brotmehl rund 1 Mk., wozu noch Backlohn, Bäckcrver- dienst, Derteilungskosten hinzukommen. Würde das Reich nicht im Interesse der weniger bemittelten Volkskreise geradezu Milliarden ausgeben zur Verbilligung der Lebensmittel, in erster Linie für Brotgetreide, dann würde der Brotpreis sicherlich pro 4 Pfd.-Laib 12—13 Mk. betragen.' Von einem Zwischenverdienst des Reiches kann deshalb gar keine Rede fein.
Wie erklärt sich beim Fleisch der hohe Preis? Der Unterschied zwischen dem, was der Landwirt für Lebend- oder Schlachtgewicht bekommt und dem Kleinhandelspreis, den der Metzger erhält für ein Pfund Rindfleisch, ist zurückzufuhren auf die Unkosten (Transport, Schlachtgsbllhren, Schwund beim Austeilen, Metzgeroerdienst, Forifall des Hautezuschlages.)
Wie steht es endlich bei der Kartoffslverforgung? Die Spannung von etwa 20 Pfg. pro Pfmch zwischen Erzeuger- unü Handelspreis erklärt sich daraus, daß
1) für den Ankauf ausländischer (italienischer) Kartof- feln, die wir wringend notwendig einführen müssen, pro Pfund ä Pfg. angcsetzt werden müssen;
2) die Frachtkosten aufs Pfund 3 Pfg. betragen;
3) für Transportschwund, Erdbeimischung, Fehlgewicht etwa 4 Pfg. abzuschreiben sind;
4) für Derwaltungskosten, Auslesen, Lagerung, Zinsen 5 Pfg. in Ansatz zu bringen sind;-
5) für Großoerteiler und Kleinhändler an Gebühren 3—4 Pfg. gerechnet werden müssen.
Der freie Handel wird kaum billiger liefern können, zu- mal ■ bei , dem bestehenden Mangel an Kartoffeln eine gleichmäßige Belieferung wohl nicht zugesichert werden kann
Wie fM man a ii.
Also wie soll man atmen? atmen? Die Frage ist leicht,
Und
wie Mt man tief
aber die Antwort wirklich
nur verständlich, wenn man auch einsieht, warum. Und da sind die folgenden Erwägungen nicht unangebracht. Beim gewöhnlichen Atmen füllt der Mensch seine Lungen nie völlig. Denn er kann immer noch tiefer atmen. Das ist gut und einleuchtend, wenn man sich klar niacht, wie die Natur alles weise eingerichtet hat. Sie hat die lebens* wick^igen Organe mit einem Kraftüberschuß ausgestattet, der nur im Falle der Not angetastet werden soll. Um zunächst bei den Lungen zu bleiben: wenn ein Lappen er* krankt und „futsch" ist, müssen die anderen genügen. Und wenn mehr Sauerstoff gebraucht wird als gewöhnlich, sollen die Lungen eben mehr atmen können. Mit den Nie-
ren ist es gerade so: wenn gar entfernt worden, muß übernehmen. Ja, ein Organ wissen Grade für das andere wickeln ein feineres Gefühl.
eine nicht mehr mittut oder die andere die ganze Arbeit kann sogar bis zu einem ge- eintreten. Denn Minde ent- Um aber auf das Atmen zu-
rückz »kommen: der Mensch füllt beim gewöhnlichen Atmen seine Lungen nie völlig. Wie man gerade steht, sitzt ober liegt, denen sich diese oder jene Teile überhaupt nicht aus. Aber auch davon abgesehen, wird ein Teil der Luft in den Lungen beim Atmen nie ganz gewechselt, es bleibt immer ein Rest zurück. Es findet also für gewöhnlich nur ein Wechsel von Sauerstoff und Kohlensäure statt zwischen der Alemluft und der Restluft und zwischen dieser unb dem Blute. Das heißt mit anderen Worten, der Gasaustausch ist gemeinhin nur ein flüchtiger und oberflächlicher, der nach Bedarf verstärkt werden kann, in dem durch tiefes Atmen auch die Restluft gewechselt wird. Und das muß sich leicht bewerkstelligen lassen, denn es gehört dazu ja nur der gute Wille und die Benutzung aller zur Verfügung stehenden Muskeln.
Also wie kann man das Mimen wirksamer gestalten? Sehr einfach: Man atme mit voller Aufmerksamkeit langsam ein, so lief man kann, ohne dabei die Muskeln btt Schultern oder der Bauchdecken besonders anzuspannen. Ganz von selbst wölbt sich da zuerst der Leib hervor, dann dehnt sich der Brustkorb und schließlich heben sich die Schultern, bis es nicht mehr wâr geht. Die Lungen sind gefüllt. Die eingeatmete Luft soll ihre Gase austauschen mit der Restiuft, daher gönne man ihr eine kurze Spanne, während deren man den Atem anhält. Dann gebe man die Luft wieder frei, nicht stoßweise, nicht auf einmal, sondern gewissermaßen mit Welle, absatzweise, aber gründlich, ja man soll zuguterletzt eine gewisse Kraft einsetzen, den Brustkasten sozusagen zusammendrücken, um nach Möglichkeit auch die Lungenbläschen in den toten Gassen zu' ent* leeren. Aber auch das hat seine Grenzen. Die Zufanimen- ziehung geht nicht mehr weiter. Der Brustkorb steht eine Weile still, bis die folgende Einatmung ansetzt. Dieses volle Atmen erheischt eine Mehrarbeit für die Muskeln, es strengt an, es wird einem zuviel, es darf mithin nie er* zwangen werden. Ein einmaliges Atemholen, mit Vorsicht und voller Aufmerksamkeit durchgesührt, genügt vorerst, und das umsomehr, je häufiger es im Laufe des Tages wiederholt wird. Man braucht nur daran zu denken und es zu wollen. Ein jeder findet selbst in unserer vielbeschäftigten Zeit noch einige Sekunden, um einmal tief zu atmen. Der über seine Bücher gebeugte Leser und Schreiber ebenso wohl wie die Näherin und Wäscherin. Und selbst die, so am schwersten zu schaffen glauben, halten im* mer einmal ein, um sich zu verschnaufen, sich den Schweiß von der Denkerstirne zu wischen oder den tabat in der Pfeife zusammsnzudrücken, wenn sie sich nicht gar eine frische Zigarette anstecken. Zeit zu einem einzigen tiefen Atemzuge ist also immer noch da. Und wenn einer Grütze genug im Hauptquartier seiner Nerven hat, kann und wird er es sogar ermöglichen, einen solchen wieder und wieder und regelmäßig auszuftihren, zumal er bald die Erfal;rung macht, daß das eigentlich eine sehr angenehme Anstrengung ist, ja ein Vergnügen, das ihm obendrein weder die Prohibitionisten noch irgendwelche Gesetze einstweilen verwehren. Und je öfter er sich das Vergnügen macht, um so weniger Anstrengung kostet es, denn seine Atemmuskeln gewöhnen sich bald an die Mehrarbeit. Und er vermag sich zwei dieser vollen Atemzüge hintereinander zu leisten und schließlich deren noch mehr. Der ganz Brustkorb ist mit der Z»it beweglicher und die Durchlüftung der Lungen auch ohne Absicht schließlich gründlicher.
ansrkennen. Für diejenigen Nahrungsmittel, welche die Grundlage der Ernährung bilden, kann eine Lockerung oder Aufgabe der Zwangswirtschaft erst in Frage kommen, wenn Sicherheit besteht, daß bei freier Wirtschaft für jeden die Deckung des Bedarfs zu erträglichen Preisen möglich ist. Entgegengesetzte Nachrichten, welche die Bevölkerung in unerwünschter Weise beunruhigen können, finden in den Ansichten und Plänen des Reichsministerwins für Ernährung und Landwirtschaft keinerlei Begründung. Das Reichsministerium für Ernährung mrd Landwirtschaft hat wiederholt «erklärt, daß es einen planmäßigen Abbau der Zwangswirtschaft erstrebt und den freien Handel wieder in seine Rechte einsetzen will, wo seine Einschaltung die Ernährung des Sofies nicht gefährden, sondern eine SlrrbiUigung der Nahrungsmittel zur Folgt haben würde. Besonders soll, soweit als möglich, wieder die freie Einfuhr zugelassen werden zunächst für Fische, Eier, frisches Gemüse und Obst, mit Ausnahm^von Luxusobst und Südfrüchten, später auch soweit als*möglich für andere Lebensmittel. Bei der heutigen Ernährüngslag« wäre es unverantwortlich ,wenn nicht alles geschähe, was unsere Ernährung durch reichliche Zufichr aus dem Auslande verbessern und verbilligen kann. Als weiter« Folge dieser Wiederherstellung des freien Handels ergibt sich dann auch die feit langem vom Volk mit Recht geforderte Verminderung der Kriegsgefillschaften, in deren Ab-
bau das Reichsministerium für schaft allerdings ein wesentlich schlägt.
Erlaubte Abzüge bei der
Eknährung und Landwirt« beschleunigtes Tempo ein*
Deklaration zur Zuwschs-
steuer. Noch dem Formular zur Steuererklärung- für Kriegsabgabe vom Veemögenszuwachs dürfen vom Sapi* talvermögen (Gehaben bei Banken usw.) die zur Bestreitung der laufenden Ausgaben in den nächsten drei Monaten erforderlichen Mittel in Abzrrg gebracht werden. (Seite 3, oben.) Nach Artikel 9 der Vollzugsordnung vom 10. Sept. 1919 kann diese VersorgrmgsMt mit Barmitteln auf 6 Monate erhöht merbeu. Die Abzüge beziehen sich auf die Ausgaben im Haushalte und im Betriebe, haben ober zur Voraussetzung, daß in der Zeit, für welche die Abzüge gemocht werden, laufende Einnahmen zur Deckung der Betriebskosten nicht vorhanden mären.' Praktisch sind diese Bestimmungen wie folgt aufzufassen: Wer am ■30. Juni 1919 bare Geld- oder Bankguthaben hatt«, 'braucht nur denjenigen Teil zu betiarieren, der in den nächsten drei bezw. sechs Monaten nicht im Haushalte und Betriebe verwendet worden ist. Es ist ja jetzt leicht fest* zustellen, ob in der Zeit vom 1. Juli bis zum 1. Otkvoer bezw. 31. Dezember 1919 Betriebseinnahmen erzielt worden find oder nicht. Sollte jemand aus Unkenntnis die zulässigen Abzüge nicht gemacht haben, so ist sofort eine Berichtigung der Steuererklärung an das Finanzamt ein* zureichen.
Postbriefsendungen nach dem Ausland müssen frei gemacht werden. Da aber viele unzureichend freigemachte Briefe nach dem Ausland ausgeliefert werden, sei auf nachfolgende Gebührensätze aufmerksam gemacht. Dasselbe Porto wie in Deutschland kosten Briefpoftsendungan nach dem Freistaat Sattig, Luxemburg, dem Memelgebiet, Oesterreich, Ungarn, Westpolen (den an Polen abgetretenen deutschen ©«bieten) und nach der ersten Zone des M- stimmungsgebietes Schleswig. Nach dem übrigen Ausland sind die Gebühren für Briefs bis 20 Gr. auf 80 Pfg. und für jede weiteren 20 Gr. auf 60 Pfg. urub die Gebühr für Postkarten auf 40 Pfg. festgesetzt worden. Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere nach andern als den oorgenannten Ländern unterliegen einer Gebühr von 20 Pfg. für je 50 Gr.; die Mirchestgebühr beträgt für Waren-
proben 40 Pfg. und für Geschäftspapiere 80 Pfg. Einschreibgebühr beträgt bei Briessendungen nach den vorstehenden bezeichneten Ländern 50 Pfg., nach dem rigen Ausland 80 Pfg.
Die im üb*
der
SchweluckLuse beseitigt man durch Abwaschungen Schweine mit einer Mischung von 3 Teilen Essig, 1 Teil
vrrschiedenes.
Abbau der Zwangsrvichchasi. Die Zeitungsnachricht, daß bis zum 1. Oktober 1920 alle Fesseln der Zwangswirtschaft fallen mürben, ist unrichtig. Eine solche Maßnahme würde die größten Gefahren für unsere Ernäh- rungswirtschaft bringen, wie auch hervorragende Landwirte
Wasser und etwas- Schmierseife. Auch Ereolinseifen- oder Lysollösungen oder auch Tabakextraktlösungen sind zu empfehlen. Vor nSen Dingen muß der Stall sauber gehalten werden. Die Streu ist täglich zu erneuern und die Wände und der Boden sind mit Kalkmilch, der man etwas Lysol zusetzt, zu streichen.
Wenn Hkhsec schalenlose Eier legen, fehlt es ihnen an dem zur SchaleMldung nDtmer^igcn Kalk. Man nehme kleingestoßene Eiexschalen unter das Hühnerfutter und lasse etwas Mörtelschuit in den Hühnerhof schaffen, dann wird der Mangel bald beseitigt sein.
kaMße. Man desinfiziert den Hühnerstall gründlich mit einer 5—lOprozentigen Kreolinlösung. Dir erkrankten Beine selbst reibt man mit grüner Seife oder auch gewöhnlicher Seife ein, um die Krusten aufzuweichen. Zur T-tung der Milben, die die Ko [‘süße verursachen, reibt man dann die Beine 2—3ma| wöchentlich mit einer 20* DIMMiiiriMi KrpnlinJnünu» •"'