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>sfer befinde, wenn er offen und ehrlich einen jenen Fehler eingestehe; aber sie baute keinen Strafprozeß auf die Lüge, sondern behandelte ache ganz abgesehen davon, ob er gelogen oder jelogen habe, so, daß er das Zwecklose und Klein­es Herauslügens bald fühlte unb hierfür zu stolz enn er dagegen nur die leiseste Neigung verriet, :gend Eigenschaften beizulegen, die er nicht be- der etwas zu übertreiben, was chm gut zu stehen , oder sich mit etwas zu zieren, wozu er das nicht hatte, so tadelte sie ihn mit schneidenden, 1 Worten und versetzte ihm selbst einige Kniffe, ihr die Sache zu arg und widerlich war. Eben- ;enn sie bemerkte, daß er andere Kmder beim en betrog, um sich kleine Vorteile zu erwerben, > sie ihn härter, als wenn er ein erkleckliches Ver- ; abgeleugnet hätte.

(Aus „Frau Regel Amrain und ihr Jüngster".)

Das Haus in der Sonne.

Skizze von Herman Weber.

(Nachdruck verboten.)

)er Kaufmann Vodenstedt hatte sich vom einfachen chlngsgehilfen zum Eigentümer eines gutgehen- Geschäftes emporgearbeitet.

Seine Ehe war kinderlos geblieben. Um nun im eine Stütze zu haben, beschloß er nach Rück- He mit seiner Frau, ein fremdes Kind als eigen lehmen.

:r wandte sich an einen Fürsorgeversin und be« Bescheid, daß in einem nahegelegenen Dorfe eine )e lebe, die sich und ihre fünf Kinder mühsam I ihrer Hände Arbeit ernähre. Vielleicht würd« überlastete Frau bereit sein, eines ihrer Kinder geben.

Zadenstedt zweifelte nicht, ein Kind zu erhalten, eß ein Zimmer instand setzen und fuhr am folgen- Sonntag mit feiner Frau nach dem Dorfe hinaus, er gutmütig und kinderlieb war, hatte er eine e Düte mit Backwerk mitgenommen.

)as Häuschen der Witwe lag in einem sauber ltenen Gemüsegarten, überstrahlt von goldener tingssonne.

Inter dem blühenden Apfelbaum spielten die Kin- von denen das älteste oieUeidjt sieben, das jüngste fahr ein Jahr alt war.

Die Mutter bereitete in der Küche das Mittags- l und scherzte dabei durch die offenstehende Tür ihrem Jüngstgeborenen, der in ihrer Nähe im !e saß.

Ms die Witwe den feingekleideten Herrn und die ie erblickte, brachte sie eilfertig zwei Stühle hinaus das Ehepaar verteilte nun das mitgebrachte Back- ! an die Kinder, die zutraulich näher kamen.

Als jedes non chnen ein Stückchen Kuchen erhalten ;, zog Badenstedt die Mutter ins Gespräch und ihr nach und nach ^u verstehen, warum er eigent­hergekommen sei. Er redete ihr gut und freund- zu und sagte zum Schluß, daß es für sie doch eine ;e Erleichterung sei, eines ihrer Kinder gut auf- >ben zu wissen. Auch würde er, der Adoptiv- r, sich stets dankbar erweisen, da er lebenserfah- und recht wohlhabend sei.

Die Witwe hatte ihm schweigend zugehört. Zwar n sie bei dem Vorschlag bés fremden Mannes, eines ihrer Kindre abzutreten, zu erschrecken; doch sie ihn und seine Frau forschend betrachtet hatte, e sie wie zustimmend. Dann sagte sie:

„Ich habe auch schon davon gehört, daß arme te mitunter ihre Kinder abgeben. Das fällt einer iter gewiß recht schwer; aber wenn man bedenkt, ein solches Kind es nachher sehr gut hat —", sie le und sah vor sich nieber.

»Es handelt sich zuerst darum, welches Ihrer Kin- Sie uns überlassen wollen," sagte der Kaufmann, ir hätten gern einen Knaben; aber da Ihre teste ein Mädchen ist, möchten wir diese wohl als rr Kind annehmen."

„Die Anna, Herr?" erwiderte zögernd die Frau, e Anna kann ich eigentlich gar nicht entbehren, ist immer so brav und fleißig; sie stopft sogar in die Strümpfe für ihre Geschwister und kocht das en, wenn ich auswärts arbeite. Die Aeltefte müf- Sie mir schon lassen, Herr!"

„Nun, dann nehmen wir den ältesten Jungen," te Frau Badenstedt. „Komm einmal her, mein -d. Wie heißt Du denn? Heinrich! .... Sag l, Heinrich, willst Du mit uns in die Stadt fahren, immer die Straßenbahn klingelt und die bunten ldaten marschieren?

Der Junge lächelte verschämt und versteckte sich eil* fertig hinter der Schürze der Mutter, die ihm mit zit­ternder Hand über den Kopf strich.

„Nein, nein, liebe Frau, — meinen Heinrich muß ich behalten!" sagte hastig die Witwe. „Der Heinrich sieht nämlich seinem verstorbenen Vater so sehr ähn­lich und hat viel mehr Kraft, als man ihm zutraut; er holt mir oft ein dickes Bündel Reisig aus dem Wald«. Der Herr Förster kennt ihn schon und hat's ihm erlaubt."

„So, so," lächelte Vodenstedt und schaute dabei kopfschüttelnd zu seiner Frau hinüber. „Wie wäre es denn mit dem dritten Kinde? Das ist ja auch ein Junge. Heißt er nicht Friedrich?"

„Ja, ja; Friedrich hießt er," antwortete die Witwe, immer unruhiger werdend. „Aber sehen Sie, Herr: der Friedrich war immer ein bißchen schwächlich, und mein Mann hat ihn mir damals besonders ans Herz gelegt. Da ist er doch bei feiner Mutter wohl am besten ausgehoben!"

Der Kaufmann lächelte nicht mehr.

Ernst und gerührt schaute er auf diese einfache Frau, deren Mutterliebe augenscheinlich stärker war als alles Bangen vor der Zukunft.

„Also den Friedrich bekommen wir nicht," fuhr er jetzt fort. „Dann müssen wir ja doch wohl ein Mäd­chen nehmen. Wie heißt denn das vierte in Ihrer Nachkommenschaft?"

„Das ist die Gertrud, Herr; sie wird jetzt drei Jahre alt. Sie spielt immer mit dem kleinsten Brü­derchen, sucht ihm Blumen und bringt ihn immer da­hin, wo das Gras schön hoch und dicht steht; er sann ja noch nicht laufen, der Kleine. Wenn ich die Ger­trud nicht hätte, wüßte ich mitunter nicht, wer auf den kleinen Franzi achten sollte!"

„Die Gertrud dürfen wir Ihnen also auch mcht fortnehmen?"

„Ach nein, Herr, — die Gertrud erst recht nicht! Der Kleinste, der Franzi, würde sich ja totjammern nach ihr. Es geht wirklich nicht, Herr!" rief rot vor Aufregung, die Witwe.

Mit feuchten Augen bückte sich das Ehepaar an. Dann suchte Frau Vodenstedt verstohlen nach ihrem Taschentuch, indes ihr Mann, ohne Hoffnung auf Er­folg, noch einmal sagte:

„Dann nehmen wir rmtürlich den Jüngsten mit. Wir hätten zwar lieber ein größeres Kind gehabt, aber so ein Kleines gewöhnt sich schneller an die neue Um­gebung. . . . Sollen mir das Kind gleich mitnehmen, oder wollen Sie es selbst uns in die Stadt bringen?"

„Meinen Franzi?" rief die Witwe erschrocken. „Ach, bester Herr, den Franzi geb ich nicht her, nicht um alles in der Welt!"

„Aber bedenken Sie doch, welche große Last Ihnen das kleine Kind ist!"

„Eine Last? O nein, Herr; es ist mir 'mmer nur eine Freude gewesen! Gelt, Franzi, Du bleibst bei Deiner Mutter?"

Und hastig sprang sie nach dem Kinde, drückt« es an ihre Brust und eilte mit ihm ins Haus, als ob sie es in Sicherheit bringen wollte.....

Das fremde Ehepaar fragte nicht weiter. Es wußte, daß diese Mutter sich von ihren Kindern nie­mals freiwillig trennen würde.

Gerührt umarmte Frau Badenstedt die Kinder; dann gingen die Gatten ins Haus, um sich von der Witwe zu verabschieden. Ohne daß die Mutter rs bemerkte, steckte Vodenstedt dem kleinen Franzi seine wohlgefüllte Börse ins Händchen.

Nach herzlichem Abschied begaben sich die Eheleute auf den RückMg; sie waren seltsam ergriffen run dem Beweis hingehendster Mutterliebe, deren Zeuge sie soeben gewesen.

Wo der Weg eine Biegung machte, schauten üe noch einmal zurück. In der Türe des Häuschens, um« geben von ihren Kindern, stand freundlich grüßend 'ne Witwe, und einen Strom von Gold warf die Tonne über die kleine Gruppe.

„Wie doch der Sonnenschein das alte Häuschen vergoldet!" sagte Vodenstedt nachdenklich. ' is nicht just so aus, als ob unser Herrgott der treuen Mutter sein Wohlgefallen bezeigen wolle?"-----

Der LWiche gnMger.

Zwei Männer stiegen um Mitternacht zum Fenster einer Mühle hinein, um den reichen Müller zu be­rauben. Wie sie in dem dunklen Housgange auf den Zehen vorwärts schlichen, krähte der Haushahn. Der jüngere fuhr zusammen und sagte leise: „Der Hahn hat mich erschreckt! Wir wollen wieder umkehren, der Diebstahl möchte aufkommen." — „Du furchtsamer Tropf!" sprach der ältere. „Wer uns in den Weg

kommt, den stoßen wir nieder, dann kräht kein Hahn danach." Die Bösewichter versetzten dem Müller, detz ihnen entgegentrat, eine tätliche Wunde und machten sich mit seinem Gelde davon. Drei Jahre nachher blieben sie in dem Wirtshause eines entlegenen Wald-' dorfes über Nacht. Da krähte der Haushahn gan^ nahe bei Ihnen so laut, daß beide davon erwachten, „Der verwünschte Hahn!" sprach der ältere Räuber, „Ich könnte ihm gleich den Kragen umdrehen' Seit jener Nacht in der Mühle ist mir sein Krähen in den Seele zuwider." — „Geht es dir auch so wie mir?" sagte der jüngere. „Wir hätten den Müller nicht umbringen sollen; benn seit der Zeit geht mir, so oft ein Hahn kräht, ein Stich durch das Herz." Sie schlie­fen wieder ein. Aber gegen Morgen drangen plötzlich bewaffnete Männer in die Kammer. Der Wirt hatte, da zwischen ihrer Schlafkammer und der feinigen nur eine leichte Bretterwand war, ihr (^spräch gehört und sogleich beim nächsten Amtsgerichte Anzeige ge­macht. Als die beiden Mörder hingerichtet wurden, sagten die Leute: „So hat doch ein Hahn danach ge­kräht! Besser wäre es gewesen, sie hätten sich von dem warnen lassen, der zuvor getränt hat."

Nom. Jm Beisein von 80 afrikanischen Bischöfen und von 2 „Königen" aus den ©töteten des Arquatork erfolgte in Rom die Seligsprechrun der i886 getöte­ten Blutzeugen von Uganda, Karl LouanL« und Mat­thias Mousuba und 20 Gefährten, von denen die jung« ftkn noch nicht dem Knabenalter entwachsen waren. Amt Vormittag war das Hochmut mit Verlesung des Dekre­tes der Seligsprechung in der Beatifikationshalle von St. Peter, am Nachmittag die Verehrung der Reli­quien und Enthüllung des Bildes der neuen SUigen in dem feenhaft beleuchteten Petersdom durch Ban«-' dilt XV.

SirchenVrefslgung und BruialilLien in der Tscheche slvwakei. Die tschechische Regierung geht in di" Schulz des liberalen Stegime, das seinerzeit den AltkcrchoU« zismus mit Gewalttaten unterstützt hat. Laut „Lidovs Ihoviny" hat das Militär den katholischen Pfarrer aus der Gemeinde Machvo verjagt und einen Kaplan au# dec schismcNischen Gemeinschaft eingesetzt. „CeLka Slowo" berichtet Aehnliches. So hat tag Militär bec tschechischen schismatischen Staatskirche in der Diözese! Clmüb zu ca. 30 Pfarreien verholfen. Die Getreuen! der kâthvliscl)en Kirche iverben mit Gewalt Vertriebes wozu das Militär herbe.gezogen Wirt. Tiefem System,' des Terrors ist dâö Wachstum der schismatischen Kirchs zuzuschreiben. Aus dem gleichen Grunde geht die Z2U der Theologen an den theologischen Anstalten in P^ag, Leitmeritz usw, immer mehr zurück.

Die neue Patronin der Arbeiterfrauen .und nst« leidenden Mütter. In Rom ist Anna Maria Taigt^ gestorben 1837. eine einfache Arb-iters-ou m-^ sieben Kindern das Leben schenkte, selig gesprochen worden. Diese Römerin auS dem einfachen Volk wurds vom Papst den bei der Feier anwesenden Frauen als! befonbere Patronin der notleidenden Mütter und Ar­beiterfrauen empfohlen. Die Gemeinde Rom unter­ließ es bei den zahlreichen Feierlichkeiten, die zu Ehren dieser volkstümlichen Römerin veranstaltet wur­den, sich vertreten zu lassen, was die Presse scharf tadelt.

DaS fünfzehnhundertjährige Jubiläum des Heiligou! Hieronymus. Der Pariser „Figaro" berichtet über diâ zu Ehren der Fünfzehrijcchrhundertfeier des hl. Hiero­nymus, gestorben 30. September 430, in Störn begin­nenden Feierlichkeiten. Dieser Tage wurde die Kirchs S. Sabina am Aventin. Wo der Heilige die in deq kirchlichen Literatnrgeschichte durch ihn berühmt gewoc^ denen römischen Patrizierinnen Melanie, FabwlÄ,- Paula. Albina um sich versammelte nach ihrer Zu­rückführung auf die altchristliche Stilform vom Erz­bischof von Paris neu geweiht. Bei dieser Restmirie' rung wurde einzig die von Kardinal Truchseß zu Ehreu des deutschen Mönches, des fei. Hyazinth, erbaute Re- naisscmcekapelle in ihrem späten Stil belassen. In einer wissenschaftlichen Anthologie behandeln gemeinsam deL deutsch P. Fonck S. J., die Franzosen Duchesne und Battisol und mehrere ttalienifdje Gelehrte die Dedect- tung der hl. Hieronymus für die christliche Literatur und Kunst Bc'sondere Feierlichkeiten finden statt ut Maria Majore, wo angesichts der Reliquien der heil. Krippe der Heilige seine letzte Ruhestätte gesunken hat«

Der Aufschwung des Katholizismus in Australien wird vom „Osservatore Romano" an der Hand von statistischem Material beleuchtet. Die eine Million Katholiken in Australien und Neuseelcncü bringt all­jährlich zwei Millionen Pfund Sterling auf, um 10OQ Volks- utir 600 Mittelschulen zu erhalten. Es gibt einzelne Diözesen in denen jede Woche fine tholische Schule eröffnet wird. In der Erzdiözese Mel­bourne wurde allein für kirchliche Neubauten eine halbe Million Pfund Sterling aus gegeben. Zwei prachtvoll« Kathedralen entstanden in Lismore unb Armid«le.