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Wochenkalender.

So » ntag, 20. Juni. 4. nach Pfingsten. Silverius, P u. M.

Montag, 21. Juni. Aloysius, Bekenner.

Dienstag, 22. Juni. Paulinus, Bischof u. Bekenner.

Mittwoch, 23. Juni, Vigil von Johannes.

Donnerstag, 24. Juni. Fest der Geburt des hl.

Johannes des Täufers.

Freitag, 25. Juni. Wilhelm, Abt.

Samstag, 26. Juni. Johannes u. Paulus, M.

vierter Sonntag nach Pfingsten.

(Ev. Luk. 5, 111.)

In jener Zeit, als das Volk Jesu drängte, um das Wort Gottes zu hören, und er am See von Genesareth stand, sah er zwei Schiffe nm See stehen: die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da trat er in das eine der Schiffe, welches dem Simon gehörte, und bat ihn, von dem Lande etwas abzufahren. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiffe. Als er aber zu reden aufgehört hatte, sprach er zu Simon: Fahre hinaus in die Tiefe und werfet eure Netze zum Fange aus. Da antwortete Simon und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen: aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Als sie dies getan hatten, fingen sie eine große Menge Fische, so daß ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Genossen, die im andern Schiffe waren, daß sie kommen und ihnen helfen möchten: und sie kamen und füllten beide Schifflern, so daß sie beinahe versanken. Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir; denn ich bin ein sündhafter Mensch! Denn Staunen hatte ihn ergriffen und alle, die bei ih»n waren, über den Fischfang, den sie gemacht hatten: desgleichen auch den Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, welche Simons Gesellen waren. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, von nun an wirst du Menschen fangen! Und sie führten ihre Schiffe an's Land, verließen alles und folgten ihm nach.

Der Sorgenberg.

aum der Sankt Bernhard in den Alpen oder der Kreuzberg in der Rhön ist so schwer als oft die Sorgen sind, die auf dem Menschen- Herzen lasten. Jene ungeheure Ber- ^s\3 ^ gesiast trägt die Eide und spürt nichts davon. £a§ Herz aber ist ob aff der Sorgen und Kümmernisse wie unter einer Kelter, ächzt und blutet, verliert alle Lebenslust und Lebensfreude. Doch sieh, wir haben auch eine Wuismaschine, um diesen Berg mit einem kräftigen Ruck hinabnischlen. dern von seiner stolzen Höhe. Und diese Wur Ma­schine ist das Gottvertrauen.

War nicht David von einem Schwarm von Sorgen verfolgt? Haben nicht die Philister und Amalekiter und andere Völker die Grenzen des Reiches beunruhigt? Hat nicht sein eigen Fleisch und Blut sich gegen ihn empört? Haben nicht Krank­heiten, Seuchen und andere öffentliche Drangsale

ihre Wellen bis an seinen Thron gespritzt? Sind nicht seine eigenen Sünden wie drohende Schatten gegen rhn aufgestanden? Und dennoch, der hoch- begnadete König ist unter diesem Berg nicht zu­sammengebrochen, sondern aufrecht dagestanden wie ein Steuermann inmitten der rasenden See. Der elektrische Strom, der seinem Herzen immer neues Licht, immer neue Kraft zuführte, war eben das unendliche Meer der göttlichen Macht und Güte, auf welche David sein unbegrenztes Vertrauen setzie. Diesem unbesiegten Gotverirauen widmet David die letzten Klänge seines 54. Psalmes.

Psalm 54, zweiter Teil: vom Gottvertrauen.

17. Ich aber will den Herrn anrufen, Und er wird Hilfe mir verschaffen.

18. Ich rufe morgens, mittags, abends Und immer finde ich Erhörung.

19. Du sicherst mir erwünschten Frieden, Wie viele auch die Feinde wären.

20. Der ewge Gott wird mich erhöhen, Wird niederschmettern meine Hasser.

21. Verhärtet sind sie in der Bosheit, Ihr Strafgericht ist unabwendbar.

22. Sie haben seinen Bund besudelt, Sein Zorngericht wird eilig nahen.

22a. Gelind wie Oel sind ihre Worte, Und doch verwunden sie wie Pfeile.

23. Wirf auf Jehova deine Sorgen, Er wird dich nicht im Stiche lassen.

24. Der Bösen Ende naht im Sturmschritt, Sie stürzen in die Höllengrube.

24a. Mein Hoffen ist auf Gott gegründet, Und ich erwarte ewges Leben.--

Wirf auf Jehove deine Sorgen, Er wird dich nicht im Stiche lassen".

Sind nicht diese Worte des Königs David wie ein Vorspiel zu dem bekannten Ausspruch des Apostel- lürsten Petrus:All eure Sorgen werfet auf den Herrn; er wird für euch sorgen"? (1 Pe. 5, 7) Und dieser Ausspruch des Apostels ist nichts anderes als die Frucht seiner eigenen persönlichen Erfahrung Blicke in das heutige Evangelium, und du wirst mich verstehen. E ne ganze Nacht hat Petrus mit seinen Arbeitsgenossen geopfert, um Fische zu fangen. Sie fuhren nach Ost und West, nach Nord und Süd, sie fuhren am User entlang, sie fuhren ins Herz des Meeres; sie warfen die Netze nach rechts und warfen sie nach links, sie warfen sie vor Mitternacht und nach Mitternacht und bis zur Dämmerrina, sie warfen sie aus mit aller fachmännischen Umsicht und Sorgfalt, sie werfen wohl hundert und tausend Mal und nicht ein einziges Fischlcin war zu sehen in den Maschen der Netze. Hatte plötzlich eine Seuche die Fische dahingerafft? Hatten sie Wind bekommen von den Absichten der Apostel? Oder hatte die Vorsehung sie weggetrieben aus

dem Machtbereich der Netze? Wie dem auch sei, jedenfalls hätten dabei die meisten den Kopf ver­loren und der Mut wäre ihnen entsunken. Doch Petrus war nicht der Mann, der vor jedem Winde die Segel strich.Fahr hinaus auf die hohe See", sprach der Meister zu ihmund werfet eure Netze zum Fange aus". Was hat Petrus geantwortet? Herr, es ist vergebens?" Nein, Petrus kennt keinen Widerspruch, kein Bedenken.Zwar haben wir die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen", gesteht er mit erfrischender Offenheit,aber dennoch, auf dein Wort hin will ich das Netz auswerfen". Und was geschah? Ein überreicher Fischfang war der Lohn für das mutige Zugreifen und zugleich die Schule seines Vertrauens für alle Zukunst.

Mit diesem Ereignis auf offener See verbündete sich jenes Wort auf dem Berg, wo der Heiland sprach:Seio nicht ängstlich besorgt und saget nicht: was werden wir essen, was werden wir trinken, was werden wir anziehen? Euer himmlischer Vater weiß, daß ihr dies alles bedürfet; suchet also zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und dies alles wird euch zugegeben weiden". Nach diesem Wort des Heilandes und nach dieser Erfahrung mit dem reichen Fischfang war das Leben des Apostelsürsten eingestellt in seinem späteren Verlauf. Gleich einer Perle erglänzte in seiner $ruft die Sorglosigkeit und das Gottvertrauen und er bietet auch uns diese Perle dar mit den Wo-ten:All eure Sorge werfet auf den Herrn, er wird für euch sorgen".

MeinChrist, bist du auch Don Sorgen umschwärmt wie die Kühe und Pferde beim Heumachen von Stechmücken und Blutsaugern? Hast du Nahrungssorgen? Bernfs- sorgen? Ehesorgen? Kleidersorgen? Geldsorgen? Geschäftssorgen? Gesundheitssorgen? Familiensor­gen? Kindersorgen? Seelensorgen? Sorgen wegen des Wetters und wegen der Ernte? Doch, ich kann sie unmöglich alle aufzählen die vielen Sorgen, die an der Lebenswurzel nagen wie Blutläuse am Baum. Einen Rat aber kann ich dir geben: nimm den Hebel des Goitvertrauens und schleudere sie hinaus aus deinem Herzen oder mache wenigstens den Sorgen­berg klein wie einen Maulwurfshügel. Nur inso­fern dürfen wir sorgen, daß wir beten und arbeiten und unsere ganze Kraft einsetzen, um unsere Lebens­aufgabe zu erfüllen. Dann aber das Fenster auf und laß hinausfliegen deine Sorgen und deinen Blick richte auf den ewigen, mächtigen, barmherzigen Gott, i>er helfen fann'unb helfen will und helfen wird.

solches Vertrauen setzt Golt gleichsam matt; er .aßt sich besiegen und tut unsern Willen. So ver­liehe ich das Wort, das er einst zur hl. Gertrud sprach:Dieses zuversichtliche Vertrauen, wodurch ein Christ seine Person und seine Anliegen in den Schoß Gottes legt im Glauben, daß er ihm Hel en kann und will, durchbohrt mir das Herz und tut meiner Güte Gewalt an."

Der Burgpfarrer.