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Auf Bildern, Aliargemälden und dergleichen trägt efer Heilige sehr oft einen Vogel in der Hand oder i Arme, eine Darstellung, die sehr verschieden gedeu- ' wurde. Manche behaupten, es sei ein Rabe, der ch im Wappen des Klosters Corvey an der Weser girierte; an diesen Ort kamen nämlich im Jahre 6 die Reliquien des hl. Virus, und es läßt sich fest- llen, daß vom Kloster Corvey aus seine Verehrung ) über ganz Deutschland verbreitete, andere meinen, sei eine Taube und oersinnbilde die kindliche Ein- lt und Sanftmut des hl. Märtyrerknaben mit Hineis auf die „Einfalt" der Tauben (Matth. 10, 16); ieder andere bezeichnen den Vogel als einen Hahn, ■5 Sinnbild der Wachsamkeit, insofern Vitus der Pa- on gegen Blitz und Feuersgsfahr ist. Auch wird er rehrt und angerufen von denen, die frühzeitig am kargen aufstehen und wach werden wollen: daher der te Volksreim:
Heil'ger Veit —
Weck' mich zur rechten Zeit, Nicht zu früh und nicht zu spät, Wenn die Uhr auf sechse steht.
Der Hahn ist unter allen geflügelten Wesen eines r wachsamsten, und schläft, wie man sagt, bloß eine tunde der Nacht; er ist unter den Haustieren jenes, i5 in der Frühe sich zuerst kundgibt und die Haus- wohner weckt. Er ist ein uraltes Sinnbild der ristlichen Wachsamkeit und hat als solches eine nicht ringe Berühmtheit erlangt durch das Wort des thu „Bevor der Hahn zweimal kräht, wirft du ch dreimal verleugnet haben." (Mark. 14, 7. ch. 13,38.)
Viele Orte in Bayern und Oesterreich nennen sich 5 t. Veit". Orte wie Veitshöchheim, Veitsbroyn, sitserlbach, Veitsaurach u. a. tragen des hl. Vitus rmen. Auch in der Diözese Fulda gibt es einen <>t ntsteinbach. — Der hl Veit gehört auch zu den 14 Nothelfern und ist auch der Patron gegen die Fall- cht und die „hl. Krankheit" — den sog. Veitstanz. — 'üher wurde am St. Veitstag an vielen Orten Feuer gemacht — ähnlich wie das Johanmsfeuer — und m fang:
Heiliger Sankt Veit
Ich bitt' um a Scheit-
Ich bitt' auch um a Spacha (Span), Zum Himmelfeuer onmacha.
(Frank, Neuer deutscher Kalender 1906.)
In den Wetterregeln des Volkes spielt der Sankt ritstag nicht die letzte Rolle. Allgemein ging der pruch: „St. Vit — bringt die Fliegen mit". Anders- 3 ist der Reim gang und gäbe: „O hl. Veit, o regne cht, daß es an Gerste nicht gebricht". Der Vitus- g ist vielfach als Regentag gefürchtet. Line fein- mige Naturbetrachtung setzt ein anderer Volksspruch raus: „Nach St. Veit — ändert sich die Zeit — r Blätter wenden sich auf die andere Seit'".
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Vertraue;
In seiner Ausgabe für den 25. April brachte der Zonifatiusbote" einige Mitteilungen über den seligen trus Canisius und forderte dazu auf, uns in all un- sen Schwierigkeiten an den großen Apostel Deutsch- nds zu wenden. Seither ist mir aufs neue klar ge- irden, daß dieses Vertrauen dem lieben Gott wirk- ) wohlgefällig ist.
Am 13. April d. I. traf in einem Kloster in Hol- rd die unerwartete Nachricht ein: „P. Fr. mit den erbefakramenten versehen. Operationsbefund sehr urig; weit vorgeschrittener, unheilbarer Krebs." 'bald machten wir uns daran, eine neuntägige idacht zu Ehren des seligen Petrus Canisius zu hal- i. Auch mehrere Schwestern wurden gebeten, an ' Rovene teilzunehmen.
Ungefähr am 16. April erhielten wir die Mittei- g: ,,P. Fr. ist aus der Lebensgefahr heraus. Das rz ist wieder normal, nur will er nichts essen. Zu fen ist P. Fr. nicht mehr, aber er darf nichts davon ien, da er fegt schon anfangs, die gleichen Symvtome : vor der Operation zu beobachten. Es ist so schade, ; nichts mehr zu machen ist."
Wir ließen uns jedoch nicht irre machen. Immer über wurde der liebe Gott bestürmt, er möchte doch ade jetzt, wo unser Volk in fast übermenschlichen ywierigkeiten sich befindet, unser Vertrauen auf seine mdliche Güte stärken und seinen treuen Diener Laus durch diese Eebelserhörung verherrlichen.
Unser Vertrauen wurde nicht zuschanden. Am 21. ril schrieb man uns: „P. Fr. geht es gut; er kräftigt zusehends, hat aber noch nicht zelebrieren können. ist doch stark mitgenommen durch die Geschichte. Die
Magenbeschwerden sind vorläufig fast ganz geschwun- den."
Mit Spannung sahen mir einer Mitteilung des Paters selbst entgegen. Wir hofften, daß das bevorstehende Fest des Seligen uns diese Freude bereiten würde. Und wir sind nicht getauscht worden.
Am 27. April schrieb P. Fr.: „Heute, am Feste des Seligen, den Sie so vertrauensvoll ehren, muß ich Ihnen in schuldiger Dankbarkeit einen Bericht senden. Durch Sie angeregt, habe ich mit meinen über 100 Konviktoren ebenfalls die Novene gemacht, und, wenn nun auch kein Wunder geschehen ist, das zur Heiligsprechung dienen kann, so ist es mit mir doch buchstäblich jeden Tag besser gegangen. Letzten Samstag (24. April) hat mich die Schwester, die nachts die Schwerkranken zweimal füttert, nach Mitternacht vergessen. Ich war zufrieden, obwohl ich wachte und hungerte, und konnte morgens 6 Uhr das erste Mal nüchtern in der Kapelle kommunizieren. Das Brevier, das ich auch beginnen woll e, gelang nicht. Aber am Sonntag (25. April) wagte ich mich an den Altar und habe dann auch das ganze Brevier gebetet. Seither lebe ich wieder wie ein ordentlicher Priester. Ich gehe mit P. L. 1 bis 2 Stunden spazieren und kann wieder fest essen; in 6 Tagen habe ich 4 Pfund zugenommen.
Am zweiten und am fünften Tag nach der Operation war es sehr gefährlich. Es befiel mich große Herzschwäche, die sich in rasender Pulstätigkeit zeigte. Ari mir bebte und federte alles; es war, als würde Hand und Decke in die Höhe geworfen. Man zählte bi5 150 Pulsschläge; wenn ich mich ein wenig ruhig halten wollte und die Hände zusammen auf die Decke legte, sauste alles wie im Karussel mit mir herum. Die Aerzte machten ärgerliche Gesichter, beschlossen Mittel und ordneten doch andere an, bis endlich eine Einspritzung gemacht wurde. ... Ich ließ den Hauskaplan rufen und diktierte ihm kaltblütig die Adressen, an die er morgen früh telephonieren ober telegraphieren^ sollte: Pater versehen ober gestorben. Jetzt wollten n?ir noch einiges anben die Wirksamkeit der Mittel abwarten, ohne zu bedenken, daß ich in wenigen Augenblicken tot war, wenn sie nicht wirkten. Ich wußte gar nicht, daß cs Herzschwäche war . . . Gegen Morgen war für diesmal die Gefahr vorüber. Ich log ir^es auch den Tag über immer im kalten Schweiß vor Schwäche und habe vier Tage nicht geschlafen . . . Am Freitag Mittag ließ ich mich versehen; der Operateur, ein berühmter Professor, hatte mir auf meine Frage geantwortet: „Ich hoffe, Sie durchzubringen; aber in Ihrer Lage sieht man sich doch vor". Das war deutlich. Als ich dann den Reisepaß ins Fegfeuer hatte, war ich ganz überzeugt und ganz zufrieden, daß meine Stunden gezählt seien. Wirklich tarn gegen Morgen wieder ein Anfall im entgegengesetzten Sinn: das Herz setzte aus; der Arzt, der mir wieder eine Einspritzung machte, sah ganz hoffnungslos aus. Da war aber schon hinaustelegrophiert, und jetzt fetzte der Gebetssturm ein, und ich bin wider Erwarten baoongefommen. Die vielen Beweise von Aufmerksamkeit und Liebe, die ich seit Wochen täglich erhalte, beschämen mich tief. Beten Sie weiter für mich, daß ich das neugeschenkte Leben zu Gottes Ehre ein» setzte." -
Diese Nachricht bestärkte uns in der Ueberzeugung, daß wir in dem seligen Petrus Canisius einen mächtigen Fürsprecher bei Gott haben. Gerade jetzt brauchen wir einen foldjen Sachwalter bei Sott. Der selige Petrus Canisius hat das Land nicht vergessen, für das er gearbeitet, dem er sein Leben geschenkt hat. Möchlen wir doch seiner nicht vergessen!
Es ist ausfällig, mit welchem Vertrauen die französischen Katholiken sich an ihre Heiligen wenden. Am 18. April 1909 war die Jungfrau von Orleans selig gesprochen worden. Darauf setzte in Frankreich ein «k betssturm für ihre Heiligsprechung ein. Das Vertrauen- zwang sozusagen den lieben Gott, die notwendigen Wunder zu wirken. Und der Erfolg? Am 16. Mai wurde Johanna von Arc unter der Begeisterung der französischen Katholiken durch den unfehlbaren Ausspruch Benedikts XV. unter die Schar der Heiligen ausgenommen.
Sollten wir Deutsche in der dankbaren Verehrung unseres Apostels hinter den Franzosen zurückstehen? ~ Am 8. Mai nächsten Jahres sind es 400 Jahre seit der Geburt des seligen Petrus Canisius. Fürwahr, es wäre ein schönes Iubiläumsgeschenk, wenn das Vertrauen der deutschen Katholiken die Krone zur Heiligsprechung des Seligen schmieden würde. O. F. S. J.
Sstwerttauen.
Ein wahres Begebnis.
Dunkle Nacht. Ein Eisenbahnzug rast durch die endlose Prärie Nordamerikas dem Westen zu. Auf der
Lokomotive sicht der Führer, gespannten Blickes int das Dunkle spähend, cb nirgends Unsicherheit und Ge- fahr drohe auf dem Eisenweg da vorne. Doch sieh, was ist das? Der Führer auf der Maschine erbleicht, denn vor der Lokamotive, mitten auf dem hell erleuchteten Gleise, das der Scheinwerfer bestrahlt, tanzt eine riesengroße Geistergestalt dahin, immer mit den weitausgespannten Armen winkend: „Halt! Holt!" Unwillkürlich greift des Mannes Hand nach dem Hebel, der die Maschine zum Stehen bringen kann in einem Augenblick — da ist die Schattengcstalt verschwunden. Es wird eine Täuschung gewesen sein, sagt er sich; und weiter donnert der Zug
Wieder suchen die Augen des Führers das Dunkel zu durchdringen, da taucht die geisterhafte Gestalt von neuem auf und winkt und winkt. Winkt immerfort mit den grauen geisterhaften Armen: „Halt! Halt!" ihr fahrt in den Tod!" Doch wie die Hand des NMaschinisten zum zweitcnmal nach dem Hebel zuckt, da ist die Gestalt zum zweiten Male verschwunden. Nein, seine Sinne müssen den Maschinisten doch getauscht haben. Weiter, nur weiter' Jede Minute Aufenthalt würde ja eine uneinbringbare Verspätung bedeuten. Aber nach zwei, drei Sekunden tanzt die dunkle Geiftergëstalt wieder auf dem Schienengleise dahin, auf das der Lichtschimmer fällt rom Scheinwerfer der Lokomotive. Mit entsetzlicher Geschwindigkeit bewegen sich die weitausgespannten Geisterarme auf und nieder . . . nein, diesem Drohen kann der geäustigte Führer auf der Maschine nicht widerstehen. Der Angstschweiß steht ihm auf der bleichen Stirne ... er reißt den Hebel zurück, der, Zug hält.
Im nächsten Augenblick werden die Türen der Wa- genabteife aufgerissen und die Reisenden stürmen heraus. Stimmen schwirren durcheinander: „Was g bt’s? Was soll das? Warum halten wir hier mitten in der Nacht und mitten auf der Strecke?" Man stürmt auf den Führer ein mit zornigen und angsterfüllten Fragen. Der läßt die Leute ruhiger werden rings umher. Dann erzählt er, was er soeben erlebt.
Es ist tiefe Stille geworden, wie der Erzähler spricht. Doch horch — was brüllt da vorne durch die Nacht? Was gurgelt und donnert und tost so laut? Einige Männer schreiten voran. Doch nicht hundert Meter weiter kommen sie, da prallen sie zurück und kehren um in atemlosem Laus. Und sie erzählen etwas Enstetz- liches: Der Strom braust unmittelbar vor dem Zune durch die Prärie, hoch angeschwollen und reißend, die Ufer weit überschwemmt — und die Brücke, über die sie fahren sollten, ist von der Hochflut zertrümmert worden und verschwunden.
Sie waren alle dem Tode entgegengefahren . . . nur noch hundert Meter weiter, und das Verderben hätte sie alle zusammen in die Tiefe gerissen.
Doch sieh, auf den hell bestrahlten Schienen vor dem haltenden Zuge tanzt wieder die geisterhafte Gestalt, von der soeben ber Führer erzählte. Aber nun genügen einige Blicke von Einsichtigen, um zu erklären, was es ist. Im Scheinwerfer der Lokomotive hat sich eine Motte gefangen. Das Licht der Lampe hat die Schot- tenoeftalt des schwirrenden Insektes hinausgeworfen auf die Schienenbahn, riesenhaft vergrößert, so daß die zitternden Flügel wie winkende Gcisterarnie erschienen.
Da sieht man einen der Geretteten niederknien im stillen Liebet, das Heiß zum Himmel emporsteigt. Das -Beispiel des Beters findet Nachahmung: die Menschen in der Prärie knien alle und beten und erkennen den Finger Gottes, der nur die winzigen Flügel einer Motte in Bewegung zu setzen braucht, um seine Hilfe denen zu senden, die er beschirmen will: der mit den Flügeln eines tanzenden Lichtwürmleins die Menschen so bcchir- men vermag, als seien sie unter Engelsfittichen gewandelt.
Unseres Lebens Eilzug braust durch Tage nnb Nächte dahin. Vertrauen wir auf Gott, er wird uns zum Ziele führen und nicht zu schänden werden lassen. Ein rollendes Sandkörnlein irgend einer Fügung seiner Liebe wird die Berg von Schwierigkeiten zertrümmern, die sich vor ihm austürmen
(Aus Klug: Die ewigen Wege.)
§einde.
Vielleicht der nützlichste, wenn auch keineswegs der angenehmste Umgang sind Feinde. Nicht bloß deshalb, weil sie oft nur künftige Freunde find, sondern vor allem, weil man durch sie am weitesten redlichen Auf- schluß über seine eigenen Fehler und starken Antrieb, sie zu bessern, empfängt, und weil sie überhaupt im ganzen und großen das richtigste Urteil über die schwachen Seiten eines Menschen besitzen. Hiby.