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herz-Zesu-Monar. g

Der Juni ist der Herz-Jesu-Monat. Ist es Zufall iober hat es eine höhere Bedeutung, daß das fromme Christenherz gerade den Monat der Kraft, den Monat der Fülle, den Monat der Mannheil aller Naturkräfte zur besonderen Verehrung des göttlichen Herzens Jesu auserkoren hat? Oder bestehen zwischen her schaffen­den Natur des Monates Juni und der allbelebenden Kraft des Herzens Jesu Aehnlichkeitsbeziehungen?

Merkwürdig! Der Juni ist im Kreislauf des Jahres sozusagen das Herz, durch das die Naiur Kraft und Schönheit von sich gibt und in dem sie sich selbst wieder erneuert. Im Monat Juni steigt die Sonne am höchsten und erzeugt hellstes Licht und höchste Wärme, sie verjüngt die Natur. Der Halm, der Minen und Früchte ansetzt, bringt auch das Korn für die neue Saat. Der Zweig, der mit reisenden Früchten behangen ist, bereiter durch die Kraft des Lichtes und die Wärme .feiner Strahlen auch schon neue Blütenansätze vor. Das Vöglein im Walde und der Schmetterling in der Wiese, sie sind die frohen Kinder des Wonnemonats und preisen in ihrer Art den Vater des Lichtes und setzen nach feinem ewigen Willen sein Werk fort.

Das göttliche Herz Jesu ist sozusagen die Sonne des Lebens, die Urquelle der Kraft, das Paradies des Frie­dens für den gottsuchenden Menschen. Der Heiland ; ist das Lichr, das gekommen ist zur Erleuchtung der Bölter, er ist der Vater der Zukunft nach dem Zeugnis der Propheten. Es ist der Weg, die Wahrheit und das Leben nach seinem eigenen Zeugnisfe. In seinem Got­tesherzen krystallisiert sich das Leben der Welt. In ihm wohin die ganze Fülle der Gottheit wahrhaftig. Durch ihn ist die Welt umgestallet worden. Es ist fein anderer Name unter dem Himmel den Menschen ge­geben, durch den sie selig werden sollen, als der Name Jesu.

In dem Menschenherzen, das gebildet ist nach dem Herzen Gottes, das von ihm erleuchtet und erwärmt ist, da treibt es und sproßt es, da ist Lenzesfreude und Lenzeskraft, da ist Lebenslust und Lebensfrucht, Ju- genddrang zur Mannheit Christi, Jugendreichtum zur Ernte des einigen Lebens. Im Namen Jesu und in der Kraft seines Herzens begannen die Apostel die Er­neuerung der Welt, die in der Kälte der Sünde und des Lasters erstarrt war. Das Werk glückte ihnen. Es kam der Wonnemonat mit all seiner Kraft und Pracht. Es sproßten die Rosen und Lilien der Liebe und Rein­heit im Geiste Jesu und die Nachtigallen heiliger See­len schwangen sich Gott preisend zum Himmel empor. Und immer wieder und jedes Mal, so oft die Kälte des Winters im Reiche Gottes eingekehrt und Trauer und Schmerz unter die Menschheit gekommen war, da sandte Gott feilst einen Auserwählten seines Herzens der die gottverlassene Menschheit daran erinnern und ihr sagen wußte: Du schiebest von deinem Glück. Im Hause des Vaters warst du sozusagen im Wonnemonat. Dann gingst du weg und d ugingst verloren und Hunger und Elend ward dein Los! Kehre zurück ins Vaterhaus, gehe wieder hin zur Quelle der Kraft und des Glückes, zu beinern. Heiland Jesus Christus und es wird wieder Rosen regnen und Lilien schneien und staubend wird wogen das Roggenfeld heiliger Gottessaat.

Es ist merkwürdig, daß gerade vor dem großen Weltkrieg ein Mann der Vorsehung, Papst Pius X., bas wohlverstandene Wort gesprochen hat: Omnia in« flautare m Christo alles erneuern in Christus! Er ha! die Erneuerung begonnen, indem er das christliche Lolk hmunes auf das Brot des Lebens, auf das aller« heiligste Sakrament des Aliars, das Unterpfand der göttlichen Liebe. Ihr sollt es viel öfter und sollt es viel früher im Leben empfangen, rief er dem christlichen Volke zu. Sein Wort fand vielfach wohlgefälliges Ge­hör und es wird und muß solches noch viel weiter finden. Der Geist und die Kraft des Bertens Jesu sollen ane« ber Einkehr hatten in dem Herzen des Einzelnen und in den Herzen der Familien. Die Liebe zu Gott soll wie­der das höchste Gebot der Welt fein und die Liebe zum Nächsten soll diesen, gleich sein. Die Liehe zu Gott, die den Menschen lehrt, Gott anbeten als seinen höchsten Herrn, seinen allweifen Willen erfüllen und seine hei- lige» ' besetze zu beobachten. Die Licbe zum Neben- menschen, w.lche Gerechtigkeit, Sanftmut, Geduld. Barmherzigkeit erzeugt. Gottes Gesetz verkündend und Wohltaten spendend ist der Heiland über die Erde ge­gangen und wir wollen Kinder seines Herzens sein.'

Es geht soeben eine Bewegung durch die Welt, die so manchem als eine gar eigentümliche ^rscheiaung der christlichen Frömmialeit gelten will: Die Thronerhe- vsing des göttlichen Herzens Jasu in den Familien, die Reitze der Familien an das Herz Jesu. Was uns in­nerlich alles 9loi lut, das soll äußerlich durch ein Bild ober eine Zeremonie bcrgeftellt werden. Wir begrüßen die Vervee.uvn miniem Up ig^in unh Wab^oN ist srern»

der Stolt in unserer Zeit fehlt, das ist nichts Geringeres als der Geist Jesu. Der Materialismus ist das Grund- übel unserer Zeit. Wenn es nicht gelingt, diesen aus­zurotten, dann haben wir wenig Hoffnung auf einen neuen Stoiwenumat. Christus der Herr predigte die Armut im Geiste und er war selbst arm; denn er hatte nicht einmal, wohin er sein Haupt legen konnte. Er predigte Opfer und Entsagung und nahm sie selbst auf sich Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Der Krieg hat uns die Armut gebracht, die die Menschen

nicht freiwillig auf sich nehmen wollten, und uns das Kreuz auserlegt, das uns das Heil bringt. .

Herzen

Herzen.

lassen wir den Geist Christi wieder in einziehen, bilden wir unser Herz nach

er hat wieder

unsere seinem

Aus dem Herz-Jesu-Monat im Ginne from-

mer Menschenherzen unserer Tage wird dann in über­tragener Bedeutung vielleicht der heilige Wonnemonat der in Christus erneuerten Menschheit werden, wo es

wieder Rosen regnet und Lilien schneit und wo Nachtigallen heiliger Seelen wieder das reine Lob Herrn schmettern zum Glück und zum Frieden der samten Menschheit!

die des ge-

MS

tocete, nimm rauschende Töne und Flügel, Zu den Höhen der ewigen Hügel

Schwebe empor!

Singe im Chor

Seliger Sänger himmlische Lieder, Juble hinauf und juble Hemieder: Preis dir, du Seelen gewinnendes Herz! Leben ausströmendes Herz der Herzen, Süßeste Labung in bittern Schmerzen,

Sonniger Quell, Wonnig und hell

Strömet die Gnade in goldenen Fluten, Strahlet die Liebe in zündenden Gluten: Preis dir, du Flammen aussprühendes Herz! Segen ausspendend und Seelen entzückend, Welten beherrschend und Völker beglückend,

Heiliger Gral,

Leuchtender Strahl,

Flammendes Herz, du Wonne der Wann n, Göttliches Herz, du Sonne der Sonnen: Preis dir, du Himmel erschließendes Herz!

vor Ziegeèbiid der Hostie.

Aus dem Leben der hl duliana von Falcovieri, gestorben 19. Juni 1834 zu Florenz.

Sie lag im Sterben . . . Nur einen Wunsch noch hatte sie: ihren Gott und Heiland in Vrotsgestalt zu empfangen als Wegzehr. Doch ein schweres Magen- leiden stand entgegen. Selbst der Priester, der milde Mann der göttlichen Darmherzigkeit, kann diese letzte Bitte der Heiligen nicht erfüllen. Arme Juliana!

Plötzlich blitzt es in ihren Augen auf. Mühsam flüstert sie dem Priester ein paar Worte zu. Er ent­fernt sich. Bald kehrt er wieder mit dem eucharisti­schen Heiland in goldenem Gefäße. O wie sonnen- haft, wie scraphglühend erstrahlt in Seligkeit das An­gesicht der Sterbenden!

Weißes Linnen breitet der Priester auf die Brust der reinen Jungfrau. Darauf legt er in Ehrfurcht den heiligen Fronleichnam. Doch kaum berührt das himmlische Brot, die Engelspeise der Reinen, die bebende Brust der Jungfrau, als es, wie von Feuer­slammen aufgezehrt, vor den Augen der staunenden Zeugen verschwand.

Nochmals öffnet Juliana die Augen: ein Him­mel voll Glück leuchtet daraus hervor. Dann bricht ihr Herz vor Heimweh und Wonne.

Als man den Leib der Entschlafenen fürs Grab herrichiete, fand man an jener Stelle über ihrem Her­zen, wo der Leib des Herrn geruht, ein wunderbares Merkmal, einem SiegeLabdruck ähnlich. Es glich einer Hostie. Das Bildnis des Gekreuzigten war deutlich sichtbar.

Einzigartig in der Geschichte der Gnadenwunder Gottes ist dies Vorkommnis. Und doch ; ergeht's nicht ähnlich deiner Christenseele? Prägt ; der Empfang der heiligen Kommunion nicht auch dir j ein geistiges Merkmal ein, das die Form der Hostie, >es eucharistischen Opferbrotes hat? Macht sie nickst i auch deine Seele rein und weiß wie eine Hostie; mild ; im Umgang und genießbar wie eine Hostie; geduld ' ' und opferwillig wie eine Hostie, wie ein Opferlamm? i Zur eucharistischen Opferseele mußt auch du heran- - reifen, soll das Abbild Christi, des Gekreuzigten, an i Dir zum Vorschein kommen.

herz )esu, du Zehnsucht der ewigen huge!.

Diese Bitte der Herz-Jesu-Litanei ist dem Men Iiftamente entnommen.

Der Patriarch Jakob, dem Sterben nahe, segnet noch einmal seine Söhne. Als Joseph heran! ritt, jener Sohn, der ihm der liebste war und um den er so viel gelitten, spricht der Greis die prophetischen Worte:Die Segnungen deines Vaters sind mächtiger als die Seg­nungen seiner Väter, bis da kommt die Sehnsucht der ewigen Hügel." Das soll sagen: Der Segen Jakobs über Joseph soll mächtiger sein als der Segen, den Jakob selber von den Erzvätern empfangen. Der gläubige Christ erkennt sogleich, wen Jakob meint mitSehnsucht der ewigen Hügel" den Messias, die

Der heilige Dhu§.

(15. Juni.)

Ein häufiges Patrozinium der Landkirchen in Süd­deutschland knüpft sich an den Namen des hl. Mör- : iyrerknaben Vitus (im deutschen VolksmundeVeit")» welcher in der abendländischen Kirche große Berühnu- Heit und hohe Verehrung erlangte. Obschon die Akten über ihn und seine hl. Pflegeeltern Modestus und Crescentia nicht allseits ganz zuverlässig sind, so steht doch sein Bild in reizenden Farben deutlich vor uns, wie er in Sizilien als zarte Rose im Garten Gottes ausblüyte, wie sein Vater Hylas, der Typus eines ver­bissenen, rohen, unmenschlichen Heiden, das eigene Kind den grausamsten Martern überlieferte, wie Vitus schon als zwölfjähriges, schwaches Kind die Wunder­kraft, den Starkmut, die Glaubensstärke der großen Heiligen üoertraf. Unter seinen vielen Martern ist cm bekanntesten und volkstümlichsten geworden die

Erwartung der Völker.

Dieewigen Hügel" sind die Berge Jerusalems, zu denen emporblickend der Israelit betete:Ich blicke auf zu den heiligen Bergen, von wo mir Hilfe kommt". Da war rar allem der Berg Sion, aus dem die Stiftshütte stand, und der Berg Moria, wo Abraham im Gehor­sam seinen Sohn zu opfern bereit war.Ewig" werden sie genannt, weil nach den Hoffnungen des Alten Bun­des hier Gott ein ewiges Reich begründe» wird.

Für uns Christen tonunen noch Zwei Berge in Be- tracht: Golgatha und der Leiberg, die Stätten des Lei-! dens und der Himmelfahrt Jesu, beide Träger des; Christentums, die des Alten Bundes Sehnsucht er­füllen. '

Und Jesus ist der, den diè Menschheit von den ewi­gen Hügeln des hinimlischen Jerusalem her voll Sehn­sucht erwartete, und der in der Fülle der Zeiten kam, i diese Sehnsucht zu erfüllen. ..... -

Duß auch der fromme Beter dereinst sich mit diesem j Herz-Jesu,der Sehnsucht der ewigen Hüge! , verein!- f gen könne, möge er sich bei dieser Litte der Herz-Jesu- 1 criMno« wHpfwü 1

Szene, wo der Knabe unter Kaiser Diokletian in einen Kessel oder Ofen mit heißem Pech (siedendem Oel) und geschmolzenem Blei geworfen wurde, aber un­versehrt blieb eine häufig wiederkehrendc Darstel­lung der christlichen Kunst. Die Art und Weise fei« nes Todes ist nicht klar überliefert; nach einer Version starb er auf der Folter unter schrecklichen Gewitter- erscheinungen, nach anderen rettete ihn ein Engel wun­derbar von der Folter, und während er am Gestade des Flusses Siler kniete, stiegeine Seele betend und dankend 'zum Himmel empor ( t 303)

St. Vitus ist ein beliebter Gegenstand der Dich­tung, der Kunst, der Andacht geworden, nicht minder in der christlich-pädagogischen Darstellung eine in Volks- und Schullesebüchern gern behandelte Legende.

Nicht um Perlen, nicht um Geld, Nicht um Reichtum aller Welt Geb' ich meinen Christensinn, Meines Jesu Glauben hin, Also fest Sankt Vitus sprach, War ein Knabe klein und schwach, Als ter Heiden Kaiser droht Ihm mit Flammen-Martertod.

Und der Kaiser, wutempört, Schreit: Ihr Henkersknechte, hört: Schürt den Ofen, seid bemüht, Daß das Oel im Kessel glüht!

(Altes Volkslieds