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vom großen Gastmahle
Oes himmlischen Königs.
Ein Pfarrer hielt einmal Visitation auf dem Dach- boden seiner Kirche. Was lag da alles! Engel vom alten Hochaltar streckten die Arme aus; zerrißene Lein- tvandstücke zeigten Reste von alten Gemälden auf; gemachte Blumen, alte Leuchter und hundert andere Sachen lagen durcheinander und fingen, als sie den Herrn Pfarrer kommen sahen, alle zu plattiern an und erzählten, wie sie den früheren Pfarrern, Gott habe sie selig, einst so gefallen hätten, wie sie ihr Stolz gewesen, wie sie so manche Feste verherrlicht hätten. Eine alte Berfchlaterne wußte gar viel zu erzählen von Gängen zu Schwerkranken bei Tag und bei Nacht. Ein alter Beichtstuhl aber sagte: „Mein Schicksal könnte dich am meisten interessieren. Nicht was in mir ver- handelt wurde, «nicht von den unzähligen Gnaden und dem himmlischen Troste, den Hunderte in meinem Schoße empfingen, will ich dir berichten, vielmehr davon, wann und wie oft ich benützt wurde. Gemacht hat mich der Dorfschreiner Hobler. Sein Grab wurde schon dreimal umgegraben und hat immer wieder andere ausgenommen. Es ist also schon langt her. Letzt machen Künstler die Beichtstühle. Weiß schon. Es gehen ja jetzt auch eure Schneider auf die Universität. Weiß schon. Vor Ostern anno 1777 wurde ich aufgestellt, hinten in der Kirche beim Eingang. Niemand war in der Pfarrei, der auf Ostern nicht auf meinem Echemelchen kniete. Nach Estern aber packte mich der Meßner und schleppte mich auf den Dachboden. Da hatte ich dann ein ganzes Jahr Ruhe. Niemand benützte mich. Mir tat dies leid für die armen Seelen auf Erden. Aber es war einmal so! Später ist es besser geworden. Nach dem großen Franzofenkriege holte mich der Meßner ein paarmal im Jahre. Noch später mußte ich öfter im Jahre Dienst leisten. Insonderheit auf Ostern, Portiunkula und Allerseelen. Man tat mir jetzt auch schon die Ehre an, mich in der Kirche stehen zu lassen und denke ich oft noch daran, wie manchmal ein junger oder alter Sünder verstohlen während des Gottesdienstes nach mir geschielt und dann gelispelt hat: „O, wenns nur schon wieder geschehen wäre! Muß aber doch bald wieder beizten!" Gottlob wurde mein Schemelchen immer öfter beschwert und das Herz dadurch erleichtert. Endlich kam ein Pfarrer, dem ich nicht mehr schön genug war. Der hat mir hier meinen Altsitz angewiesen. Aber wie die Austräglerin ost noch im Hause aushelfen muß, wenn Not am Manne ist, so hat man mich ein paarmal schon geholt zur Aushilfe. Zum Beispiel bei der letzten Mission. Da ist meine Lehne aber viel naß geworden vor lauter Tränen der Reue und der Freude. Ob wohl irgend ein Möbel in einem Hause zu größerer Beglückung der Menschenseele gedient hat, als ich? Ich glaube nicht. Wenn ihr Menschen nicht undankbar sein wollt, dann dürft ihr den Beichtstuhl nicht mißachten! Nein! Recht oft müßt ihr ihn aussuchen! Es tut euch allen vonnöten, Schafen und Schäflein, dem Hirten und der Herde." Also sprach der alte Beichtstuhl!
Neben demselben lag ein alter Drehtabernakel. Der Pfarrer probierte seine Walze. Sie funktionierte noch ganz gut; allein sie knarrte und es war dem Herrn Pfarrer, als wenn der Tabernakel auch reden wollte. Richtig! Und der Drehtabernakel sprach:
„Emst die Wohnung Gottes bei den Menschen — bin ich nun die Wohnung der Vöglein geworden, die auf dem Kirchboden im strengen Winter Schutz suchen und Pnden. Einst richten sich auf mich die trüben Augen der Greise und sie wurden wieder hell; und die feuchten Augen der Mütter und sie wurden wieder trocken; und die hellen Augen der Jugend und sie wurden leuchtend; und die Guckäuglein der Kinder wurden groß. Einst haben deine Vorgänger mich nach rechts gedreht und ich bot ihnen das Aller- heiligste im Speisekelche mit einer güldenen Krone und einem seiden-samtenen Mäntelchen. Und wenn sie mich nach links gedreht haben, dann bot ich ihnen das Allerheiligste in der goldenen Monstranz mit den vielen Strahlen von Gold und Perlen und Edelsteinen. Dann war immer Hochfest! Da wurde herzlich gebetet und feierlich gesungen. Nun ist alles für mich vorüber. Aber ich will gerne beiseite gesetzt sein, wenn sie nur den, der in mir gewohnt hat, den lieben Herrn Jesus nicht beiseite setzen. Wir steht es denn damit?" So fragte der alte Drehtabernakel. Der würdige Pfarrherr aber sprach: „Gottlob, daß ich jetzt täglich das Tabernakeltürlein öffnen kann, um daraus den Kindern Gottes das Frühmahl der Seele zu verabreichen. Es kommen täglich Kinder, um den Leib des Herrn zu empfangen; Haussöhne und Knechte
ziehen einen mfffeffeinen Rock an, um auch an Werktagen geziemend an der Tafel des Herrn zu erscheinen; Jungfrauen kommen; Männer kommen; Greise kommen; Mütter, die zehn Kinder zu Hause haben, überlasten die Kinder oft für einige Augenblicke der Großmutter und den zehn Schutzengeln der Kinder und kommen. Es ist eine wahre Freude."
Als der Pfarrer so geredet, schien der alte Drehtabernakel innerlich vor Freude aufzujauchzen und er sprach: „0, dann, wenn so viele kommen, um sich zu nähren mit dem Brote des Lebens, dann will ich gerne mit der alten Zeit vergeßen und beseitigt sein. Dann laßt mich nur in Frieden ruhen! Ich freue mich über euren Eifer. Es wird ein Segen ohnegleichen sich daraus ergeben. Es werden auch die Gedanken vieler Menschen an der Kommunionbank offenbar werden. Aber deine Seele, o Seelsorger, wird ein Schwert durchbohren, denn du wirst es doch immer wieder erleben: alle sind geladen; aber manche kommen doch nicht. Leider! Es ist ihr ewiger Schaden. Nichts macht das Gemüt ruhiger, friedsamer, festlicher, glücklicher, edler als das Neinigungsbad der Buße und dann die Teilnahme am Mahle des Seelenbräutigams Jesus Christus."
Ganz gerührt über diese Einflüsterung des alten Drehtabernakels verließ der würdige Pfarrherr den Dachboden seiner Kirche. Am folgenden Sonntag aber hielt er eine Predigt mit dem Texte: „Er hielt ein großes Gastmahl." Und erzählte da, was ihm der alte Beichtstuhl und der alte Drehtabernakel zuge- flüstert hatten und er ermunterte alle seine Lieben, daß sie ihr Gemüt den himmlischen Dingen zuwenden, daß sie insbesondere gerne zum Tisch des Herrn gehen sollten.
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Ueberall klingt es zur Zeit unsern Ohren entgegen: „Jetzt ist es nicht mehr schön, so kann es nicht mehr weitergehn!" Der mehrjährige Weltkrieg hat einen furchtbaren moralischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch der Völker zur Folge gehabt. Deshalb ist die bittere Klage: „Jetzt ist es nicht mehr schön!" bs- rechtigt.
Wie konnte das nur kommen?
Wahre, wurzelstarke Religiosität war aus den Herzen der meisten Menschen gewichen, und so traten die sieben haupksünben die Weltherrschaft an. Da war es zunächst der Stolz, der sich breit machte. Wie Luzifer dem lieben Gott gleich sein wollte, so glaubten viele, sie feien, fc klug wie ihre Vorgesetzten, kündigten diesen den Gehorsam und verursachten so eine fürchterliche Unordnung und Mißwirtschaft auf fast allen Gebieten. Noch häßlicher macht sich der Geiz bemerkbar. Wer schnell reich werden will, gerät in die Fallstricke des Teufels, und so zogen vielfach arger Wucher und schnöder Betrug, freche Lüge und dreister Diebstahl in den Verkehr und Handel ein. Die Preise steigen ins Ungemeßene, Lohn- und Gehaltserhöhun- gen können damit nicht gleichen Schritt halten. Alles klagt über die hohen Kleider- und Schuh-, die unerschwinglichen Butter- und Eier-, die fortgesetzt gesteigerten Fahrkarten- und Portopreise. Wohl soll jeder einen mäßigen Gewinn erzielen, bei dem er sein Auskommen findet; allain hundertprozentige Ausschläge kann die Volkswirtschaft auf die Dauer nicht tragen. Nicht minder fällt die Zuchtlosigkeit und sittliche Verwilderung in die Augen. Hat nicht mancher Mann im Kriege Frau und Kinder vergeßen? Hat nicht manche Frau zu Hause ihrem Manne die Treue gebrochen, während dieser an der Front den heimatlichen Herd verteidigte? Ist nicht der Verkehr vieler Jünglinge und Jungfrauen allzu leichtfertig geworden? Wie verseucht die UnkeuschheU Stadt und Land! Mußte doch schon der Staat den Kampf gegen die körper- und geistverheerenden Geschlechtskrankheiten aufnehmen! Wehe dem Volk, das in den Sumpf der Unsittlichkeit hinabsinkt; es ist verloren, wenn es sich nicht mit aller Kraft bald zur tugendhaften Reinheit aufrafft! Aus der Feinde Neid und Eigennutz wurde der entsetzliche Weltkrieg geboren. Doch der Heib offenbart sich heute auch höchst nachteilig bei den einzelnen Völkern zwischen den Berufsständen, den Be- völkerungsklaßen, den verschiedenen Parteien. Ein Stand möchte über den anderen regieren. Wo bleiben da verständiger Eemeinsinn. ausgleichende Gerechtigkeit, stärkende Einigkeit! Während heute noch viele darben, schwelgen Wucherer und Schieber vielfach in UnmäWkeil im Essen und Trinken. Die Vergnügungssucht ist über die Maßen groß und artet vielfach zur reinen Tanzwut aus. Paßt das in die Not der Zeit, in die Trauer vieler Kinder um ihre gefallenen Väter, vieler Frauen um ihre.Männer, vieler Eltern
um ihre Söhne? Hat nicht der unversöhnliche Haß und Zorn ferner die maßlos harten Friedensbeding- ungen geboren? Kann daraus Völkerversöhnung erwachsen? Hat nicht auch der Haß schon Fuß gefaßt vielfach zwischen Stadt- und Landbewohnern, zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, zwischen Geistesund Handarbeitern? Der Zorn aber macht blind, und der Blinde weicht vom rechten Wege ob. Der Haß schießt über das Ziel hinaus und setzt sich damit ins Unrecht. Welch namenloses Elend hat ferner die Trägheit, die nach dem Kriege so viele Männer und Frauen erfaßte, verschuldet' . Die Kohlen fehlten, Eisenbahnen und Fabriken mußten ihren Betrieb einschränken und teilweise ganz einstellen; alt und jung mußten im Winter frieren; bas Holz stieg unerhört im Preise. Viele Millionen mußten als Unterstützung an Arbeitslose gezahlt werden. Fertigprodukte aus Eisen und Stahl, für die uns das Ausland Nahrungsmittel und Rohstoffe für Kleider geliefert hätte, konnten nicht abgegeben werden. Infolgedessen sank unsere Kaufkraft im Ausland erschreckend tief. „So kann es nicht mehr weiter geh'n!" sagte daher jeder Einsichtige. Nein, Deutschland soll nicht wie das Griechen- und das Römerreich unter gehen!
Was muß da geschehen?
Es müßen wieder zur Herrschaft gebracht werben
die T -nden, die den genannten Hauptsündm ent- gegenx. etzt sind, also Demut mit Gehorsam, Frei- gebigken gegen Notleidende, Keuschheit, Wohlwollen gegen die Mitmenschen, Mäßigkeit im Eßen, Trinken und Vergnügen, liebevolle Sanftmut und Arbeitsamkeit. Doch wann wird das nur eintreten? Wenn die Menschen wieder wahrhaft religiös werden und um die herrlichen Lichtgaben des hl. Geistes bitten, die allein das Antlitz der Wett im Guten erneuern können. Da ist es zunächst die Weisheit, die uns erleuchtet, daß beim Streben nach Wohlhabenheit nur die von der Vernunft erlaubten Mittel, nämlich Fleiß und Sparsamkeit, nicht aber mich Betrug und Wucher oder gar Diebstahl und Raub angewandt werden dürfen, daß himmlische Güter mehr wert sind als alle irdischen, daß unrechtes Gut zurückgegeben werden muß, daß die Entschuldigung, die hohen Preise nicht gefordert, sondern geboten erhalten zu haben, mir Selbstbetrug ist, weil sonst eine lügenhafte Absage erfolgt wäre. Der Geist des Verstandes spricht, daß es auf der Welt verschiedene Stände im Gesellschaftsleben geben muß, daß jeder auf dem Platze, wo er steht, in Demut und Gehorsam seine Pflicht zu erfüllen hat, daß aber auch jeder Arbeiter, der seine Schuldigkeit tut, der Achtung seiner Mitmenschen, der guten Behandlung und des gerechten Lohnes wert ist. Der Geist der Wissenschaft lehrt die vergänglichen Güter dieser Welt in ihrer Eitelkeit durchschauen und sie nie zur Unmäßakeit, Trägheit, zu Luxus oder sündhaften Lustbarkeiten, wohl ober zur Ehre Gottes und zum eigenen Seelen- heile gebrauchen. Der Geist des Rates schrot uns ab vom Bösen und Verkehrten und neigt unseren Sinn zum Guten und Rechten Der Geist der Stärke gibt UNS Kraft, die Verführer zurückzuweisen, die Wucherer und Betrüger zu bekämpfen, für das Gute trotz aller Anfeindung mutig einzutreten. Die ^romm^feit läßt uns dem Nächsten gegenüber wohlwollende Gesinnung und Mildtätigkeit zèiaen. Die Furcht Gottes hält uns ab, die eigene Unschuld, sowie die unserer Mitmenschen zu untergraben oder gefahrvollen Vergnügungen nach- zugehen. Nur die Rückkehr zu aufrichtiger Gottes- urö Nächstenliebe vermag die Menschheit vor drin Unte^ gang zu retten. Deshalb wollen wir in Demut im*
Selbsterkenntnis beten:
„O heiliger Geist, lebend'ger Snell, Erfrische uns an Leib und Seel', Stärk' unser Herz mit Hilf' und Rat, Durchdring' uns all mit Deiner Gnad
D. v. d. Ry.
Dü§ deste herz.
(Zum Herz-J esu-Monat.)
Dollen wir es kennen lernen, das beste Herz? ___Eine ungeheuere Volksmenge ist um den profan Prediger und Wundertäter versammelt. Mit genannter Aufmeik^amkeit haben die Tau ende feinen Wo>ten gelanicht und über der lpmmliühen Spei e selbst die irdische vergeßen. Sie leiden nun grotzen Hunger, und Brot gibt es in der Wü-e nicht. - a spricht der Heiland mit dem Ausdrucke tu ssum .-< t- wide^: „Mich erbarmt des Volkes; denn neue, ^on drei Tage halten sie bei mir aus und haben nichts zu essen." Die Jünger meinten, man solle die Scharen nach Hause schicken. „Nern , pricht er Serr, „sie würden auf dem Wege nmkommeu; denn viele find weither gekommen". Aus redem -wort