Einzelbild herunterladen
 

99 —

—» Meiner Mutter. ♦•—

Es klingt ein Heil'ger, zarter, süßer Laut, Drin alles Lieben schlummernd ruht geborgen: O Mutter, Mutter! Wie beglückend traut Warst Priesterin Du unsres Lebens Morgen.

Ihr Kindheit Tage, kehret mir zurück! Und wieder mag Dein klingend Spiel sich rühren, Dies Spiel voll Schönheit, Freude, Mutterglück! O, wieder sollst uns Kinder sonst Du führen

Ins ferne Wunderland mit kund'ger -and, Ins Reich der Märlein und der grauen Sagen, In Welten, die den Kindern Heil'ges Land, Von Burgen uns erzählend, die stolz ragen

Im -eimotgau, am Rhein und Neckarstrand, Und von der starken Ritter -eldentoten Und von dem -exenfpuk der Teufelswand. Und wieder laß uns lochend Rätsel raten,

Die neckisch plaudernd gern Du gabst uns kund. D, wieder höre ich in Feierstunden, Wenn Dämmrung schwebt, der Mutter Holden Mund Leis sprechen von des -eilan-s Lieb' und Wunden.

So frischen sich viel zarte Bilder auf

Im Traum erscheinend meinen stillen Sinnen: Von Anfang nimmt das Leben seinen Lauf, Der Jugend Tage mir aufs neu beginnen.

Wie einst als Kind ruh' ich in Deinem Schoß.

Da welchen rasch der Sorgen düstre Schatten, Und frische Kraft wird jauchzend In mir groß, Den harte Kämpfe wollten schier ermatten.

Fulda. Engelbert May.

C^<^>^^^^^s7l^^ flus den Tchreckenstagen im Ruhrgebiet

Es gewährt, so schreibt die „Köln. Volkszeitung", einen eigenen Reiz, zu beobachten, wie auch der wil­deste Umsturzgeist und der leidenschaftlichste Klassenhaß doch mitunter trotz aller Verbohrtheit und trotz alles äußerlichen Selbstbewußtseins vor der gänzlich un­geschützten und doch sieghaften -oheit gottgeweihter Selbstlosigkeit sich unwillkürlich Zügel anlegt und ein gewisses Maß zu halten sucht. Ein anschauliches Bei­spiel ergibt sich aus der brieflichen

Schilderung einer Klosterfrau,

Oberin in einem Städtchen des Aufruhrgebietes. Es war in den Tagen, da die Reichswehr gegen den von den Roten besetzten Ort vorging. Unser -aus, erzählt sie, wurde von einer schweren Granate getroffen, die aber nicht explodierte, fonbern vom Dach absprang und in den Garten fiel. Drei Schwestern sahen die Granate vor sich Hinstürzen. Es war sichtlich Gottes Schutz. Die Nacht brachten wir im Keller zu mit vie­len Leuten aus der Stadt, die unter dem dicken Ge­wölbe bei uns Schutz suchten. Wir richteten in Kör­ben Wiegen her für die kleinen Kinder, die die Mütter zu uns schleppten. Ich werde den Anblick dieser von Angst gequälten Menschen nie vergessen. Es war eine schaurige Nacht, und doch bin ich so froh, daß wir sie erlebt haben. In solchen Stunden b-r Gefahr und Not wächst der Mensch über sich selbst hinaus, und die höchste und heiligste Kraft wird wach in der Seele. Das habe ich noch mehr erfahren in einer Nacht, die wir drei Schwestern buchstäblich zwischen fünfzig Spar- tafiben zugebracht haben. Am Palmsonntagabend hatte man unser -aus beschlagnahmt. Nach vielem -in- und -erreden verständigte ich mich Mit dem Stadtkommandanten dahin, daß wir ihnen unsere Turnhalle zur Verfügung stellten und dort eine La­gerstätte, Tische usw. herrichteten. Den Schlüssel der Kirche und der Pforte nahm ich in Verwahr und blieb mit zwei Schwestern an der Pforte und bewachte die Gänge. Es war ein beständiges Kommen und Gehen, ein -in und -er der Ordonanzen, eine unheimliche -ast und Unruhe. Solche Menschentypen hatte ich nie gesehen, noch weniger mit ihnen gesprochen. Diese psychologische Vorlesung hat mir Werte übermittelt wie keine andere je zuvor. Mehrere von diesen Men­schen haben mir ihre Lebensgeschichte erzählt. Da habe ich in Abgründe hineingeschaut und verstehen gelernt, wie Menschen so verrohen können. Ich habe mit Absicht, so ost ich es konnte, von Gott gesprochen, und keiner hat gelächelt ober gespottet, auch nicht, wenn ich im Gespräch an reichere oder feinere Re­gungen appellierte. Es waren zum großen Teil irr»» geleitete Menschen, denen die rechte Führung fehlt. Ich habe tiefes Mitleid mit ihnen, wenn wir sie auch nicht entschieden genug bekämpfen können. Die Kor­und Ostertage haben wir im schönsten Frieden zubrin- aen können, überwältiat von Dankbarkeit, daß Gott

uns so gnäbig beschützte. Das war unser kleines Er­leben gegenüber dem großen ringsum, wobei die Zu- dmft eines ganzen Volkes auf dem Spiele steht. Trotz­dem kann ich von der Osterhoffnung der Auferstehung aus diesem Elend nicht lassen.

Dieser Hoffnung wollen wir uns von ganzem -er­zen anschließen. Wo solche Ideale blühen, und wo auch der Geist der Verneinung doch vor der Erhaben­heit solcher Weltanschauung die Fahne senkt, da dürfen wir immer noch hoffen, daß die Mehrheit unseres werktätigen Volkes die Entschlossenheit finde, zu der Wohstahrtsminister Stegerwald jüngst in zündender Rede zu begeistern wußte, die Entschlossenheit zu * „sittlicher Kraft und Gerechligkett auf dem Boden des;

I Christentums".

^iiiiiiiiiaiiiiiiiin

I Keine stimme geht verloren! |

Für 3 Abgeordnete, die wir seither batten, g = brauchen wir 180 000 Stimmen. Der Neber« g M schuß über 180 000 kommt den Zentrums- D W fanbibaten in Hessen-Darmstadt oder denen auf = g der Reichstiste zu Gute. g

^i!IIIM»i!IHllüm

Postscheck Nr. 62(5.

Weißt Du, was diese Nummer zu bedeuten hat? Unter den vielen tausend Nummern des Frankfurter Postscheckamtes ist sie für Dich die wichtigste. Auf diese Nummer zahlt man nämlich die Gelder für den Bonifatiusverein ein, und daß das der wichtigste Ver­ein in unserem Vaterland ist, dessen Unterstützung die Hauptpflicht der deutschen Katholiken ist, haben die deutschen Bischöfe, die es doch am besten wissen müs­sen, Dir in zahlreichen Hirtenbriefen und Hilferufen oft schon auseinandergesetzt und der Bomfatiusbote hat ebenso oft in dieselbe Kerbe gehauen nach dem alten Rezept: Doppelt genäht, hält besser. Die Hauptsache ist nur, daß Du nicht immer wieder zögerst und über­legst, sondern Dich recht schnell zu dem festen Entschluß durchringst, der Bonifatiusverein soll, so oft ich etwas übrig habe, den größeren Teil davon bekommen. Wer viel hat, hat die beste Gelegenheit, seinen Mammon auf anständige Weise unterzubringen und wird sich ge­wiß nicht lumpen lassen. Man kann auf eine Zahl­karte Beträge in jeder Höhe einzahlen. Aber auch für den, der kein großes Portemonnaie hat, soll der Vorsatz gelten. Die Armen und Mittelbegüterten sind ja er­fahrungsgemäß die zahlungsfreudigsten, da gibt seder etwas und die vielen etwas geben ein schönes Sümmchen und da es aus so reiner Gesinnung ge­spendet wird, bringt es im Himmelskonto hohe Wucher­zinsen. Ich kann jedem nur raten, einmal auf die Nr. 6215 zu spekulieren. Also nimm eine blaue Zahl­karte und schreibe hinter den Vordruck „Konto Nr." die Zahl 6215 und die Adresse: „Diözesankomitee des Bonifatiusvereins in Fulda" und hinter den Vor­druck: „Postscheckkonto in" das Wort Frankfurt(Main). Bis 25 Mark kostet es nur 5 Pfg., darüber 10 Pfg. Es ist also viel billiger, als wenn du den Betrag mit Postanweisung schickst und sicherer (unb auch billiger), als wenn du es in einen Brief legst. Auf die Rück­seite des Abschnittes kannst du auch noch schreiben, was du am Herzen hast. So billig und bequem gibts gar nichts. Wer probiert's?

Auf den Trümmern Messinas. Sizilianische Erzäh­lung von Mario Barbera. Deutschs Bearbeitung von Coloman Schlesinger. Mit zwölf Bildern. 2. Auflage. 8" (VIII u. 306 6.). Freiburg 1 Br., 1920, Herder. JC 6,—, geb. Ji 8,— und Zuschläge.

„Blumen des Trümmerfeldes" lautet der Original- Titel dieser echt sizilianischen Erzählung, deren Verfasser selbst ein Sizilianer, den eigenen Bruder in den Trüm­mern der durch das Erdebeben des Jahres 1908 ver-/ schütteten Stadt Messina verloren hat. Konnten denn aus diesen Trümmern noch Blumen erblühen? Die be­jahende Antwort gibt diese fesselnde Volkserzählung, in­dem sie uns Bilder echter Tugend, zumal heroischer Gat­ten- und Nächstenliebe, und in der „schönsten der Blumen" eine Mädchengestalt von lichter Reinheit entrollt und das ausfallende Walten der liebevollen göttlichen Vorsehung auf dieser Stätte des Grauens und der Verwüstung klar erkennen läßt. Eine spannnde -ondlung, scharf gezeich­nete Charaktere, schöne Sprache und nicht zuletzt die er­schütternde Schilderung des Erdbebens verleihen dem Buch einen ebenen voetifchen Reiz und ein besonderes Interesse.

Zentrum-Zerrbild.

Motto: Dies malte wohl In Fieberglut Ein blinder Mann mit Ruß und Blut

Chr. o. Schmid.

Sszzeu.

Weil es stets die Großen stützte

Und dem Arbeitsmann nichts nützte

Wir verkünden jedenfalles Was verfchuldt das Zentrum alles.

Industrielle, Gewerbetreibende.

Wenn Gesetze soziale

Last uns brachte kolossale Sozzen nicht. Doch meistenfalles Hat verschuldt das Zentrum alles.

Bauer.

Viel Verordnungen dem Bauer Machen jetzt das Leben sauer. Arbeitslsuten andernfalles Wird gewährt vom Zentrum alles.

Siebter.

Wenn die Nahrungspreise steigen Daß die Gelder nimmer reichen, So verschuldet jedenfalles Bauernsrommes Zentrum alles.

Handwerker.

Ständig müssen wir beklagen Man tut uns die Hilf versagen. Meisterfreundlich feinesfaUes Findet man beim Zentrum alles.

Kunden.

Wenn beim Schuster und beim Schneider Schuhe teuer sind und Kleider So verschuldet jedenfalles -andwerkfreundkich Zentrum alles.

Freie Gewerkschaftler.

Wenn wir in Verbänden siegen, Immer größern Anhang kriegen Aus der Fassung jedenfalles Kommt beim frommen Zentrum alles.

Arbeitgeber.

Viel gefährlicher erweisen Sich Verband', die christlich heißen, Weil sie stützen jedenfalles Bei dem schwarzen Zentrum alles.

Proletarier.

Wenn so viele Nöte heute Schwer bedrücken arme Leute, So verschuldet jedenfalles Kapitalistisch Zentrum alles.

Geldlsule.

Wills dem Kapital nicht glücken Von der Steuer sich zu drücken. So verschuldet jedenfalles Erzberger, Zentrum alles.

Revolutionäre.

Stets war es fein ängstlich Walten

Thron und Altar zu erhalten, Feind der Freiheit jedenfalles Rückschritt ist beim Zentrum alles.

Anttuttramoniane Reichsverbäudler.

Daß der Kaiser mußte flüchten, Unsre Weltmacht ging zu Nichten.

Das verschuldet jedenfalles Iesmt'sches Zentrum alles.

An den Zenlrumsfreund!

Wer will weiter Verse dichten, Zum Ergötzen uns berichten Was noch Schlimmes ebenfalles Hat verschuldet das Zentrum alles.

Augen auf!

Siehst du nicht als arge Schwächen Kritiken sich widersprechen? Das beweist doch jedenfalles Mitten geht beim Zentrum alles.

Nutzanwendung:

Darum deine Kraft stets weihe Dieser Mittelweg-Partrie.

Was Gemeinwohl jedenfalles Das erstrebt das Zentrum alles. Alles! Alles I Alles! Alles! G. A

St Aoseptzs-Vfennig.

Bei der Fuldaer Aktiendruckerei gingen ein: Bernhards D. bL W. b. g. u. w- w. b. 2. Marbach. 3. E. d. bl. I.« W. 5. Kle.nlâdsr. I. e. b.?!. I. Neustadt. ??. b. M. 50 Vorn Lande Desgl. 5. Keu os. J. e. b. A. 10. Gieiel. 3. E. d. bl. 3- '0. Gichenbaca N.d.M. W. Maines.Äs^al. 10. M-M. M3.b i- " 5. Dolloack.N d. M. 4.60 Dessl. I. e. b. Ä. 5. Desai. 5. Böcheubsra S. E. b M. 3. n Lö ü. Desal. 3. e. b. A. ö. Deal. 3. E. d. b:. 3. M u. A. 7.40 Desgl. 3 G. b. bl- 3.2. &ot -mann. N. d. M. L StckelSLl. 3 »-dl.W. b.^.u. 3. Ruiba. 3. D. 2. Unterbimbach N.d. M -^

Eichenzell.N. d.M.5. Marbach. Z.E. b. bl 3. 2. Etters N.d.M. 12. Gic.sl.Dessl. 2. Tbalau. Dessl. 2. ZlUbaw.Desal.ti. MelterS-DeSgl. 20. Eichen, ell. Desai iu. Ären e n Hl. I. b. >„e. lchw. A S9 Armen« bot. Z. 'lir. b. a. S. 1. Uu«. 3. C. d. bl, J. 4. Bückender«. 3. e. b. A. 10<