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Aachen, der alten Kaiserstadl, war es, wo auf ten d»rt ftattfmbcnben Katholikenversammlung ire 1862 einer der „drei großen Mainzer", Re- >r. Moufang (die andern zwei waren Heinrich offner) seine berühmte Männerrede hielt, der gewaltigste und glänzendste Redner aller teneraloersammlungen", wie ihn die Augsburger tung damals nannte, vor fast 60 Jahren den Könnern zugerufen, gilt auch wieder der kath. rwelt unserer Tage — auchinFulda. Er u. a. aus:
Gedeon auszog zum Kampfe gegen die Anrake- a rief er die Männer auf, die ihm helfen soll- ii) es kamen 30 000 Männer aus ganz Israel, âe Schrift sagt: „Es waren der Männer zu Und Gedeon entließ neun Zehntel seiner Män- >d behielt nur ein Zehntel; und es waren immer lèänner zu viel; uni> er entließ nochmals neun l, und mit 300 schlug er den Kampf des Herrn I mr leben jetzt in einer Zeit des Kampfes, auch llen schlagen die Schlachten GotteS, aber ich kann agen: „Wir haben der Männer zu viel", ich vielmehr sagen: .
„Es fehlt unS an Männern!"
. Ein Mann ist nicht jeder, der einen Frack oder i>en Waffenrock trägt, ein Mann, das ist einer, Gesinnung der Charakter hat, der ie bekennt. Einen Manm nenne ich nicht >er zu Hause weint und heult über die ten Zeiten, sondern der eingreift, um die schlech- eiten zu bessern; einen Mann heiße ich nicht den, -oß an sich denkt, nur an seinen Vorteil, sein Ge- oder an seine Bequemlichkeit, sondern der kämpft ingt, und der hineintritt ins öffentliche Leben, um seine Ueberzeugung zu kämpfen, und der auch er zu bringen bereit ist. Das ist ein Mann n diesem Sin,re sage ich: „Es fehlt unserer Zeit Männern! Auch unsere Gegner haben keinen :fluß an Männern. Wenn es gilt, da haben sie eine Masse von Schreiern, von Krakehlern,, die Volke allerlei Fortschritte vorschwindeln; aber es leit auch ihnen an Männern.
's fehlt überall an Männern! Wenn gilt, irgend einen notwendigen Verein zu den, irgend etwas zu schaffen und dafür Zeit, Geld und Namen einzustehen, wo ist auch nur eine Handvoll Männer wo sind ', die mutig und entschlossen, die ernst und steifest genug wären, an die Spitze zu treten? muß sie suchen und häufig findet man sie nicht, fehlt eben an Männern! Und wenn es zu den Wahlen zu gehen, o, wie sieht es da so traurig aus, wie rar sind die, denen man toirf« aU charakterfesten Männern das Wohl des Volkes rtrauen kann, wie schwankt bei vielen daA was ihre Ueberzeugung nennen, hin nud her. . Es eben an Männern, ja, das ist der eigentlichste cgel, den wir haben. Was könnte nicht alles ge. ich für unsere hl. kathol. Sache, aber es fehlt an mein! . . .
Männer müssen wir werden, im offe» r Bekenntnis dessen, was wir im Her. 1 tragen. Soll es uns nicht an Männern feh- an Männern, die es wahrhaft sind, so muß alles nnmenwirlen, Vater und Mutter beim Kinde, m ‘ t / enerziehung und Schulbildung n Jüngling, Betätigung der kirchlichen d staatsbürgerlichen Pflichten beim r n n e - dann werden wir mehr feste Charaktere, sr entschiedene Männer haben. Für jetzt, meine wen, fehlt es noch an Männern."
Wortwörtlich fast könnte man, wie gesagt, diese lännerrebe auch heute wieder halten, beson- 5 jetzt, wo die Vorbereitungen zur Reichstagswahl bellen. Ein gewaltiger Wahlkampf steht uns diesmal -or, wehe, wenn das katholische Volk den E r n st d e r lunde nicht begreift. Die errdgiltige Regelung des 'rl oltnisses zwischen Kirche u. Staat, u. Kirche u. Hule wird durch den neuen Reichstag erfolgen. Wohl die Verfassung gewisse Richtlinien dafür aufge- H, die der Kirche die Freiheit garantieren. Aber ganz
abgesehen davon, daß die Bestimmungen über die Schule sehr dehnbar und vieldeutig sind — wer garantiert uns denn dafür, daß die Verfassung so bleibt, wie sie ist. Hat man nicht bei Beginn des alten Kulturkampfes der 70er Jahre ohne Bedenken die im Wege stehenden Verfassungsparagraphen kurzer Hand aufgehoben! Nur eine starke Zentrumspartei bietet dem tat hol. Volke die Sicherheit, daß derartige Experimente sich nicht wiederholen. Darum wäre es das größte Unglück, wenn durch einseitige Interessenpolitik, Uneinigkeit oder Gleichgültigkeit der Wähler die Stellung des Zentrums erschüttert würde. Mehr als je gilt heute das Wort des auch in Fulda durch eine
Reihe von Vorträgen in der Sodalitât f. Z. bekannt geworden späteren Kölner Weihbischofs Schmitz, das er auf der Katholikenversammlung in Würzburg gesprochen:
„Wir müssen alle auf den Wällen der Kirche zu ihrer Verteidigung erscheinen, alle ohne Ausnahme: Gelehrte und Ungelehrte, Reiche und Arme, Hohe und Niedrige, keiner darf zurückbleiben. Sage niemand: ich bin nicht nötig, oder ich kann nichts nützen; sage niemand: die Sache geht andere an, man kann mich nicht brauchen, Während der Belagerung tritt die allgemeine Wehrpflicht ein; wer sich zurückzieht, ist kein guter Bürger der Kirche, er verdient den Namen eines Katholiken nicht."
Es darf nicht wahr werden, daß man auf den Leichenstein des Zentrums die Inschrift schreiben muh: „Von den Feinden nie besiegt, aber von denFreundenverlossen." Dagegen gilt mehr als je die Mahnung, die aus dem Munde des verstorbenen Kardinals Kopp an der Bahre Windthorsts erscholl: Seid einig, einig, einig.
Möchten diese ernsten Worte toter Führer gerade jetzt wieder lebendig werden und Beherzigung finden, besonders auch in den Kreisen der kath. Akademiker und überhaupt der gebildeten Stände. Keine vornehme Zurückhaltung, nicht zweckloses Kritisieren, sondern freudige, tätige Mitarbeit muß die Parole sein. Was wir brauchen ist die Einheitsfront aller Katholiken und chre restlose Betätigung im öffentlichen Leben. Der Katholik muß, was die „Frankfurter Zeitung" von dem verstorbenen Abg. Gröber rühmte, „seinem Gott auch in der Politik dienen", der Dienst an Volk und Vaterland muß für ihn Gottesdienst sein. Im Märzheft der „Stimmen der Zeit" weist der Iesuitenpater Koppel auf diese für jeden kath. Mann, besonders den Akademiker, vorbildliche Lebensauffassung des großen Zentrumsführers hin. „Für sein persönliches Leben kannte er keine Trennung von Religion und Weltgeschäften, Darum war er auch ein Mann ohne jeden Zwiespalt, aus einem Guß. Darum war er vorbildlich selbstlos. Er suchte nicht sich, weder Geld und Gut, noch Titel und Ehre. . . . Gröber hat nicht nur gezeigt, daß man auch als Politiker ein selbstloser, tadelloser, tief frommer Mann sein kann, er zeigte auch, daß die Politik selb st nichts Schlechtes und Gotteslästerliches ist. Angefangen von seinen Gymnasiastenjahren, wo er bereits eine öffentliche Rede zur Verteidigung der Gesellschaft Jesu hielt, hat er durch sein ganzes Leben hindurch erwiesen, wie der D i e n st in der Politik im wahr sten Sinn eine edle, h o h e, f r o m m e M a n n e s a r b e i t ist, so nur der rechte Sinn ans Werk geht.
Er hat so manchem biedern Christen die faule Ausrede: „Politisch Lied, ein garstig Lied" oder „Politik verdirbt den Charakter" entwunden. Er, der in tiefster Hingabe an den öffentlichen Volksdienst so weit ging, selbst auf Familienfreuden zu verzichten, hat tagtäglich
gezeigt, daß die Politik selbst nicht etwa nur eine Ark notwendigen Uebels zum Schutz und Rutzen alles Guten, von Wahrheit, Freiheit und Recht von Kirche und Vaterland ist, nein, mehr als das, er zeigte, daß sie ebenso auch ein Weg der Selbstheiligung und des Gottesdienstes sein kann und für den glaubensvollen Katholiken aus innerstem Drang heraus fein muß.
So ist er ein leuchtendes Vorbild des katholischen Mannes im öffentlichen Leben. Möge fein Beispiel recht viele hochgemute, von gleichem Streben getragene Männer aufrufen, in seiner untadeligen Weise zu kämpfen für Wahrheit, Freiheit und Recht.
Treuschwur des deutschen Volkes ans Vaterland.
1. Auf zum Schivur mit Herz und Hau8, Fürs geliebte Vaterland.
Was zum Segen dir gereicht. Sind zu geben wir bereit.
, :,: Ja wir schwören heut aufs neue,
Vaterland dir stete Treue! :,;
2 Stolzes Land du starke Eich', Stehe fest und nimmer weich'. Schütz mit deinem Kronendach, Wie der Feind auch drängen mag.
I:,: Drum geloben wir aufs neue, Vaterland dir stete Treue! :.;
3. Wahre Freiheit wohlgemeint,
Stärkt die Kräfte und vereint. Recht und Wahrheit zu erstreb'«, Wird gereichen stets zum Segn.
Drum geloben usw.! :,:
4. Deutsche Treue, deutscher Sinn,
Sei der Leitstern fernerhin.
Fremdes Wesen, falsche Lehr', Ward uns Deutsche nie zur Ehr'.
:,: Drum geloben usw.! :,:
Soden, 9. 5. 1920. W. Schwetgß,
Das Recht der Eltern.
.Eltern zwingen. ihre von Gott anvertrauken Kinder Schulen zu übergeben, rvetche sie hindern, ihre hei- liebsten Pflichten gegen dieselben zu erfüllen, ist der höchste Mißbrauch der Gewatt und die stärkste Sklaverei, die Menschen angetan werden sann. . . , Die Familienfreiheit ist der Hort der wahren Freiheit. Das Recht der Ettern über ihre Kinder, wie die Pflichten gegen sie, sind die heiligsten Rechte und die heiligsten Pflichten. Alle Freiheit ist gestört, wenn die Familie nicht mehr frei ist und alle Rechte sind in Frage gestellt, wenn die Rechte der Eltern nicht mehr sicher stehen. Bischof v. KeUeler.
Dürfen die Geistlichen Politik treiben?
Man soll's nicht für möglich halten, daß man in einer Zeit, die sich rühmt, daß alle Bürger vor dem Gesetz vollständig gleichberechtigt sind, noch auf diese Frage eingehen muß. Daß es in den Städten von jeher Leute gegeben hat, die den Geistlichen jede Betätigung einer Politik verbieten wollten, ist eine bekannte Sache. Das waren aber Leute, von den einem das nicht gewundert hat, Leute, die längst jede Religion über Bord geworf n hatten und deren Haß gegen die Geistlichen nur darin begründet war, daß sie in ihnen die Träger der von ihnen gehaßten Religion erblickten. Daß cs aber auch auf dem Lande Leute gibt, die den Geistlichen die politische Betätigung gewissermaßen verbieten wollen, ist unglaublich und zwar in einer Zeit, in der jeder 20jährige Staatsbürger zu wählen, zu agi» tieren und sich politisch zu betätigen berechtigt ist; will man das dem Geistlichen verübeln. Fitr Katholiken ist eine solche Anschauung geradezu eine Schande. Besonders Landgeistliche leben und leiden mit dem Bauernstand und wer auf dein Land sich nicht mehr zu raten und zu helfen weiß, der findet in der äußersten Not den Weg zum Geistlichen und findet nie eine verschlossene Tür. Die Geistlichen, die für den Bauernstand stets eingetreten sind, dürfen nicht behandelt werden wie politisch unmündige und ausgestoßene Staatsbürger. So schreibt der bekannte Bauernführer Dr. Heim im „Bayerischen Bauernblalt"