Einzelbild herunterladen
 

Große kirchliche zeieEchüM»

sinken zur Zeit in Rom, am Mittelpunkt der kacholi- schen W-Ät, statt. Am 9. Mm wurde die chrwLrdige Luise van Marillac (gest. 1660) selig gesprochen, die mit dem hl. Vinzenz von Paul Len OrLeu der Barm­herzige» Schwestern bogrünbet hat. Die Seligsprechung bedeutet, daß ihr Bild nunmehr auf Altären zur öffentlichen Verehrung und Anrufung gestellt werden dürf. Am Christi Hirnmelfahttstaa folgte ömrn die Heiligsprechung des sei. Gabriel Possenti (gest. 1862) und der sel. Maria Margareta Sllocoqite (gest. 1690) aus dem Saiesiaukrmnerwrüeu. Sie ist besamt) als die eifrigste Förderin der Herz Jesuaudacht. Ain 16. Mai wurde die unter dem Slawen Jungfrau von Orleans bekannte sei. Johanna d'Arc unter die Heili­gen erhoben. Sie wurde am SO. Mai 1431 von den Engländern verbräunt. Ganz Jra-ckreich rüstrtete sich zur Feier seiner AatiouallMigen und eine eigene Ge­sandtschaft war an dem Tag in Rom vertreten. Am Pfingstfest wurde der irländische Erzbischof und Mar- kyrer Oliver Plunket Mg gesprochen, der 1681 wegen Einführ-mg des „römischen Aber^archens" aus Befchl des Königs von England gehängt und gèoierkeitt wurde. Bis 1883 ruhte sein Leid in dc-rlfcheru Boden in der Abteil Lamspringe bei Hildesheim. Am 30. Mai wird eine Römerin und einfache Frau aus dem Polke, die Witwe Anna Maria Tatgi (gest. 1837) selig ge­sprochen, während am ersten Somnag im Juni 22 Nsgermartyrer auf die Altäre erhoben werden, die 1885 bis 1887 in Uganda (Zentrâfrika) für ihren Glauben gemartert worden find. Heute fit Uganda ein blühendes, fast ganz christliches Negerkömgreich. Den Schluß bilden 15 Ordens stauen, teils Barmherzige Schwestern, teils Urfatmen, die bei der französischen Revolution 1794 in Baleneienues chr Lâen opferten. Ihre Seügsprcchung wird am 13. Juni gefeiert.

Die rrânâer?LWM?Ms

hat, nachdem sie mitten in der Wahlzeit noch einige Tage versammeN war. nun ihre ArbÄt abgeschlossen. Als sie vor 1% Jahren zusammentrat, lag Deutschland in Trüm­mern, alles stand noch in Ungewissem drinnen und draußen, unser Wirtschaftsleben, unsere Verkehrsoer- Hältmfse in täglich wachsender Not und Verwirrung, wer konnte dafür garantieren, daß Deutschland vor rus­sischem Schicksale bewahrt werde. Wenn Deutschland heute doch einigermaßen gefestigter, ruhiger, geordne­ter wieder dasteht als am 6. Februar 1919, so verdan­ken wir das der Arbeit der Aationalversmmnlung, die unter den denwar schârisfteu VeriMtmpstn positive -Wiederaufbauungsarbeit zu leisten nach besten Kräften bemüht war. Vor allem gelang es ihr in unglaublich kurzer Zeit, die freieste Verfassung der Welt zu schaffen, die mit Recht von Präsident Fehrenbach als ein Werk staatsmänMscher Weisheit, bürgerlicher Freiheit, sozia­ler Gerechtigkeit unb religiösen Friedens gekenuzeichuet wurde. Auch der großzügige Plan zum finanziellen Wiederaufbau Les Neillys wird ein Ruhmesblatt der Nationalversammlung bleiben. Eine gerechte Würdi­gung ihrer Tätigkeit ist bei den leDenschsstlichen Kürn- pfen des Tages noch nicht zu erwarten. Das wird die Aufgabe der Geschichte sein, und wir wollen hoffen, daß sie in der Lage sein wird. ein anerkennendes Wort zu finden. „Der Tag, an dem der NationaloersaMm- lung Gerechtigkeit widerfahren wird, wird kommen", hat mit Recht der Reichskanzler Müller in der Ab­schiedssitzung gesagt. Wir Katholiken und Zerttrums- leute wollen vor ollem stolz darauf sein, daß einer der Unsrigen an der Spitze der Nationalversammümg ge= ftanben hat, der Präsident Konstantin Fehrenbach. „In der Geschichte des ersten Parlamentes des sich selbst be­stimmenden deutschen Volkes wird Ihr Name an erster Stelle genannt werden unh in den späteren Geschlechtern weiiethben", ^ heißt es in einem Dankschreiben des Rstchsprasldenten.

Gegen die schwzrze Schmach, gegen die Verwendung schwarzer, auf niedrigster Kul­turstufe stehender Vesatzungstruppen, hat jetzt auch die Nationalversammlung schärfsten Protest erhoben. Der Unwille gegen diese aller europäischen Kultur hohn- sprechende Behandlung eines hochstehenden Volkes wächst überall. Die Untaten dieser Gesellen gegen deutsche Frauen und Mädchen schreien zum Himmel.

Nur die unabhängige Sozialistin Zietz hatte den trau- rigen Mut, mit allgemeinen Redärsarte« über Kapi­talismus und Militarismus sich gegen die von den Frauen veranlaßte Irtterpellation zu stellen. Dennoch hofft man, wie aus Aeußerungen Fochs hervorgeht, daß die schwarzen Besatzungstruppen allmählich zu- âkMzsgen und durch weiße Franzosen ersetzt werden, zumal auch in England und Amerika sich Stimmen gegen diese Schmach erheben, in Amerika sind es die äulhsliken, Lie Lurch Kardinal Gibbons eine Protest­kundgebung veranlaßt haben.

Außer dieser Interpellation über Lis Verwendung schwarzer Vesatzungstruppen hat die Nationalver­sammlung noch mehrere andere über Lie Verhältnisse der Deutschen in den Abstimmungsländern e'mgebracht und eine Reihe kleiner Gesetze verabschiât; das Ge­setz über Aufhebung der Militärgerichtsbarkeit konnte wegen der Obstruktion der Staaten nicht mehr erledigt werden, was auch vorläufig sein Unglück ist.

Eine Schmide für unsere Seit

sind die hohen Dividendenausschüttungen, welche Be­triebe, die für die Versorgung der Bevölkerung unent­behrliche Waren produzieren (Leder- und Strurnpf- warenfabriken usw.) sich leisten, — zum Teil gehen sie bis zu 40 Prozent. Dies wagen die Betriebe zu ver- öfferrtlichen in einer Zeit, wo im Volke wegen der un­geheurer teuren Preise gerade dieser Produkte ein starker, aber berechtigter Unmut sich bemerkbar macht. Es ist traurig, daß solche Dinge geschehen können, ohne Laß sofort von emtsmegen eingesthritten wird, um die Preisregulierung durch die Regierung in die Hand zu uehmen. Es ist mit dem Geiste des Chri­stentums unverttäglich, daß die Ungerechtigkeit so wie hier das soziale Leben und die wirtschaftliche Lage i^rannijiert.

Des pâu

geht es sckstecht, ihr Vormarsch gegen die Bolschewisten in der Ukraine ist ausgefallen worden. Brussilow, der durch die russische Offensive in Gallien 1916 be­kannt geworden ist, soll Einfluß auf die Armee ge­wonnen haben. Was eigentlich Polen bewogen hat, den Krieg gegen Sowjetrußland so verwegen vom Zaune zu brechen, ob der Srtuf Frankreichs oder die Hetze Englands, ist heute noch nicht aufgefläxt Die Gegend, auf die die Polen ihre Hand legen wollen, ist eigentliches reffi^s Gebiet, und auch die Bolsche­wisten werden alles daran setzen, die EiuLringlinge zu verjagen. Wenn Lie Polen einen kräftigen auf Len Hut bekommen, wird man in Deutschland sagen, Laß sie es verdient haben. Diese Gernegroße und Ober- OberkriegsHewinnler schaffen unaufhörlich Unruhe; möchten ihuen die Rusten eine triftige kalte Dusche über den hitzigen Kopf gießen!

Zu der Schweiz

1 fand Wrzlich die DolksabstünMung über den Stritt der Schweiz zum Vëlkerbuud statt. Geschlossen gegen den Eintritt war nur Ler linke Flügel der Sozialisten. Alle übrigen politischere Atrien waren geteilt. Die offizielle Führerfchaft jedoch war überall, wie der Bun­desrat und die Wehrhett der VmtLesversaMMllmg für den (Eintritt. Bei einer durchschnittlichen StinMbe- teiligung von 80 Prozent wurde mit 410000 gegen 320 000 Stimmen der Beitritt zum Bölkeâmd be­schlossen. Der Abstimmung war ein von allen Seiten mit großer Heftigkeit geführter Kampf vorausgegangen, der selbst der Regierung schwere Sorge bereitete. Die Sozialisten sehen im Bölkerbmld lediglich eine Organi­sation zum Schutze des internationalen Kapitalismus, dis Katholiken bemängelten, daß der Heilige Stuhl nicht zum Bettritt aufgefordert worben ist, die Konserva­tiven, besonders die vnlllärijchsn Kreise, ließen sich von verschiedenen zum Teil unausgesprochenen Er­wägungen leiten, die in der Besorgnis gipfelten, daß die Schweiz durch einen engen Zusammenschluß mit den Großmächten ihre nationale Selbständigkeit ver­lieren könnte.

Kuz RutzlÄN-

kehren jetzt auch die Gefangenen allmählich zurück, aus dem Seeweg über Narwa und Lie Schwarzennerhäfen

I werden ungefähr 25 000 Mann heimkehren, darunter I Gar manche der Gefangenen, besonders Werkinsister, Metallarbeiter, Techniker und Angehörige ähnlicher iBerufe haben geheiratet und dort ein neues Heim gefunden, besonders in Südrußloud und im Kaukasus. Ganz wie vor ICO Jahren (1812), wo von den Deut­schen, die unter Napoleon nach Rußland gezogen und in GefsiMn schaft geraten waren, auch manche dort hängen blieben und teilweise zu Buseheu und Wohl­stand gelangten.

Man W eb setzt ein wenig an das Heine—-Schu­mann jche Lied von den zwei Grenadieren erinnert, die in Ruhland gefangen waren und die Köpfe hängen ließen, als sie „kamen ins deutsche Oluartier". Wiederum ist geschlagen ein großes Heer, wiederum ist ein Kaiser so gut wie gefangen.--Die deut­schen Heimkehrer werben den Vaterländischen Boden mit dem Gefühl der Freude darüber betreten, daß sie so Schtverem schließlich doch noch entronnen sind; aber vielleicht werden sie auch bald die Köpfe hängen lassen, wenn sie sehen, wie uneinig und friedlos das Land ihrer Vater inzwischer, geworden ist

3ü Italien

ist die Regierungskrise wieder beigelegt. Nitti hai wieder ein Ministerium gebildet, die feinere und äußere Politik des Landes bleibt dieselbe wie seither, was uns ganz recht sein kann.

^E^^TS^S^gßä^^

ReichstagswahL 1920

zmum und Zungfraum

haben bei den Wahlen zur Nationalversammlung treu ihre Michl getan und das Lroherrde Unglück einer sozialdemokratische» Mehrheit abgeWendel. Wieder ruft Las SaierlarÂ, wieder ruft die Pflicht Euch

am 6. 3uni an bk Arne.

Die veue Zeit hat die Frauen aus dem engen Pfüchteukreis ihres Heims, aus dem begrenzten Horizont der Familie, aus den Kulissen des häus­lichen Lebers herausgeführt in die Öffentlichkeit. uM) sie auf die Weltbühne der großen Geschchuiffe gestellt imb zwar nicht in der uubÄeutenden Rolle einer Statistin, sondern als Trägerin einer Hauptrolle als Mitberaterin wÄ entfdjeibenbe Führerin des Vol­kes. Der Krieg hat diese schon seit Jahren begonnene Bewegung beschleunigt.

Nachdem die Frau die langen Kriegsjahre hindurch unter großen Opfern und Besi^verden Lie Männerar- beit in der Heimat verrichtet hatte, und der Zwang der Verhältnisse hunderte von kleinen Lenkergewallen ihr in die HsnL gegeben, konnten auch die Rechte des Man­nes ihr nicht mehr länger vorenthalten werden, die GeburtLstmrde

des Frauenwohlrechls

war gekommen. Zielbewußt sind die deutschen Frauerr, als der Ruf an sie erging, an Lie Wahl­urne getreten und haben im Bewußtsein der riesen­großen Verantwortung, die die Erlangung des Wahlrechtes ihnen aufgclaben hat unerschrocken ihre Pflicht getan, um dem geliebten Vaterland wieder Ruhe und Ordnung zu bringen, damit es von den empfangenen Wunden genesen wieder glücküch werden und auch feinen Kindern Glück gewäh­ren könne. Durch Lie Nationalversammlung ist hierzu das Fundament gelegt worden, nun soll der erste RclchLtaZ das Werk vollenden, er soll die Mauern richten und das Gebäude wohnlich machen, bamit wir wieder uns freuen können unserer deutschen Heimat«