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flügesn. Daher sei eine göttliche Offenbarung unnütz. Daß da eine Lehre, wie die von der allerheiligsten Drei- sattigkeik, unverständig, ja fast wie eine Beleidigung Erscheint, kann man nur zu gut begreifen.

Demgegenüber sollte man doch nicht vergessen, daß unsere Vernunft schließüch nichts ist als ein armseliges Fimklein. Sagt doch schon der alte Weltweise Aristote­les, daß sich unser Verstand gegen die bekanntesten Wahrheiten verhält wie die Augen eines Nachtfalters 'gegen das Sonnenlicht.

' Sicher hat unser Wissen im Laufe der Jahrhunderte Fortschritte gemacht. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß noch unendlich viel für uns in Dunkel gehüllt ist und je weiter wir vordringen im Welten- raum, umso rätselhafter wird alles. Immer neue Wunder tauchen vor dem Menschengeist auf, die er glicht zu ergründen vermag. Die großen Fragen der ^Menschheit: Woher das Leben? Woher die Bewegung? Woher die Kraft? nennt man heute noch Welträtsel. Auf die bloße Vernunft gestützt, hat sie noch niemand -lösen können. „Wir wissen es nicht und werden es nicht wissen," hat einer der größten Naturforscher ge- ,gesagt, und über dieses Geständnis sind wir noch nicht chinausgekommen . Gott fei Dank, daß Gottes Wort Licht ausgießt über diese dunklen Fragen. Unser Ver­stand versagt da.

Ebenso sieht es mit den Dingen, die wir für wahr halten, manchmal recht bedenklich aus. Jahrtausende hindurch hat die Menschheit geglaubt, die Erde stehe MR und die Sonne drehe sich um sie. Endlich kam man dahinter, daß dem nicht so ist. Das ist nur ein Bei­spiel von vielen, wie uns» re vielgepriesene Verrmnft an Wem Irrtum lange fcsthalten kann und schließlich -gestehen muß, daß sie sich getäuscht habe. Auf viele «Fragen gibt die Naturwissenschaft zögernd Antwort, «sagt aber selbst, daß sie es nicht, oder doch nicht völlig beweisen könne.

So steht es also mit unserem Wissen in natürlichen Dünen: Stuf Tausende von Fragen weiß unsere Ver­nunft überhaupt keine Anwort, auf andere gibt sie eine höchst unsichere.

Wenn nun hier unser Verstand so sehr versagt, wie mag es ihm ergehen, wo er über Gottes Weser: Rede und Antwort stehen soll? Kein Wunder, wenn er da verstummen muß. Ein so erhabener Gegenstand er­drückt ihn einfach.

Sicher müssen wir Gottes Güte dankbar seht für das Licht unseres Verstandes. Aber noch dankbarer -müssen wir ihm fein für feine Offenbarung. Durch sie ,hat er uns ja enthüllt, was wir durch eigenes Denken nie erkannt hätten. Der schönste Dank aber besteht darin, daß wir sein Wort gläubig hinnehmen. Sind cs auch undurchdringliche Geheimnisse, wie das der aller- «heiligsten Dreifaltigkeit, d'e er uns zu glauben vorstellt, ,nur das Haupt gebeugt! Denn es spricht nicht die ^menschliche Vermmst, sondern Gottes Weisheit und Wahrhaftigkeit. _____________

zrsâichnamrprozeffiett.

»Seht ihr wohl, daß wir nichts ausrichten; alle Welt läuft ihm nach."

Das Wort der Feinde Jesu bei feinem feierlichen Einzug in Jerusalem ist der grimme Stoßseufzer der «Pharisäer und Sadduzäer und Kirchenseinde aller Zei­ten geblieben, wenn sie sahen, wie das Volk trotz aller iVerleumdungsarbeit der Kirche und ihren Priestern an- hing und ihnen zujubelte. Grollend, verärgert, ent- täufcht stehen sie abseits und knurren: „Seht ihr, daß «wir nichts ausrichten."

Ach ja, sie haben alles Aufgeboten, um in der Presse, stm Theater, in Derfammkungen . . . den gastlichen Maud herabzufetzen, in den Kot zu ziehen, und in üblen Muf zu bringen. Gewiß, bei vielen gelingt es ihnen -nur zu gut. Aber da tommt irgend eine große Mani­festation katholischen Lebens: ein Katholikentag, eine -Volksmission, ein eucharistischer Kongreß und siehe da, Mitten in der Großstadt, wo der Unglaube allein 31t -herrschen wähnte, da rauscht wie eine Meereswoge der Aubelrrss einer begeisterten Volksmenge: „Hosaima dem Sohns Davids!^ Die Feinde knirschen, aber können is nicht hindern.

Und wiederholt sich nicht der Triumphzug Christi jahraus jahrein an tausend und abertauferiÄ Orten am Heiligm Fronleichnamsfeste, Zug für Zug? Der Hei­land ist der Mittelpunkt, umgeben von seinen Jüngern, den Priestern. Das Volk streu: Blumen, windet Kränze, baut Triumphbogen, breitet Teppichs, plündert Garten und Wälder, schmückt Häuser und Plätze — und um» Übest von seinem Volk zieht der Herr durch die Straßen.

Die Böller donnern, die Glocken klingen, und in tausendstimmigem Chore schallt es zum Himmel empor:

Lauda Sion Salvatorem!

Tantum ergo Sacramentum,

Der Weihrauch steigt, die Monstranz funkelt, die Scharen knien nieder und empfangen tiefbewegt den Segen ihres Herrn und Gottes.

Kopfschüttelnd, verärgert steht der Unglaube abseits nnd fragt: „Wer ist dieser?" Und wie damals, so klingt die Antwort auch heute wieder: «Das ist Jesus von Nazareth."

So lebt Christus in seiner Kirche fort durch die Jahrhunderte.

Km Kbend vor zroulerchnam.

Der Abendwind trägt zarten Blüten schnee

Zum Fechter mir herein ach meinen Tisch:

Ein Gruß des alten, krummmen Apfelbaumes, Der treue Wacht hält vor dem stillen Haus.

Ein Holzschuh stoppt den Weg des Dorfs herunter . , , Wie lieb ich diesen heimattrauten Kl-ang!

Jetzt fährt ein Besen hastend übern Weg, Dazwischen aufgeregter Stimmen Ton, Bald laut — bald leiser,

Fern — und näher jetzt.

Ich höre hartes Klopfen, Hämmern auch, Und eine Säge setzt dazwischen ein.

Altäre werden ausgestellt im Dorf, Man feiert morgen das Fronleichnamsfest.

Mit einem Male doch wirds lautlos still:

Es läutet Angelus vom nahen Turme.

Mir wird so feierlich zu Mut, so weich.

Jetzt schlagen alle Glocken hell zusammen

Unb läuten Gottes Ehrentag froh ein.

Im Nachbarshaus beim lahmen Schneider übt

Die Dorfkapelle ihre Heilgen Weifen.

t Das schreckt das Heimweh in der Seele auf.

Aus seiner (Einsamkeit reckt es die Hand Zur Höh und fühlt sich stark und warm umfaßt Und hoch empor ans Vaterherz gezogen.

Pauline Rommel.

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W av vor r« Averheiligsten!

Bis zum Jahre 1849 durfte sich kein kathokifcher Priester in Christianis, der Hauptstadt des protestan­tischen Norwegen, aufhalten, und eine Verordnung bestimmte, daß allen jenen, welche zur katholischen Kirche übertraten, die Güter weggenommen werd«: sonnten. Jetzt aber befinden sich schon blühende kathol. Gemeinden dort, mit einem Bischöfe.

Vor mehreren Jahren kam diesem der Gedanke am Fronleichnamsfeste mit dem heiligen Sakramente eins kleine Prozession zu wagen. Er sündigte indes nichts an, wartete Las Ende Ler heiligen Messe ab, gab als­dann das Zeichen zmn Umgänge und zog mit dem heiligsten Sakramente in Begleitung des Klerus und der Gläubigen durch einige Straßen der Stadt. Die herbeigeeilte Bevölkerung schaute mit Ehrerbietung zu, unb nirgends erhob sich Widerspruch.

Im darauffolgenden Jahr machte der Bischof die Feier im voraus bekannt, bestimmte den Weg der Pro­zession und bestellte Alumne». Von allen Seiten kam man dem Wunsche entgegen, selbst protestantische Fa­milien beteiligten sich; aus dem königlichen Treibhause wurden sogar Zierpslan^n geschickt. Nur ein Student, der dem Zuge zuschaute, blieb bedeckten Hauptes stehen und mußte es erleiden, daß ihm von einem Himmels­träger, einem sehr heißblütigen Marme, der Hut vom Kopfe geschlagen wurde, was den Bischof in Unruhe versetzte, da er zu gewärtigen hatte, daß ihm dieses Vorganges halber die gewährte Freiheit wieder entzo­gen werde. Er hielt sich denn auch sofort auf eine Be­schwerde gefaßt; aber alles blieb ruhig bis gegen abends, wo ein junger Mann am Pfarrhause schellte.

„Ich bin", sagte der Besucher, „derjenige, dem man den Hut vom Kopfe abgeschlagen hat."

„Wir bedauern

„Bedauern Sie nicht, denn ich komme nicht, um zu Hagen, sondern um mich zu entschuldigen. Ich war voll Bewunderung über die Verehrung des heiligsten Sakramentes und meine innere Bewegung allein ver­ursachte, daß ich, ohne zu wollen, die Ungeschicklichkeit beging, bedeckten Hauptes stehen zu bleiben. Bitte unterrichten Sie mich in der kÄholischen Religion.

Im nächsten Lohre, 1899, sah man einen Meß- diener bei der Fronleichrmmsprozession die Mitra des Bischofes tragen. Es war der gute Student vom Jahre 1898, der 1900, nachdem er seinen heißen Wunsch, Geistlicher zu werden, zu erkennen gegeben, vom Bi­schof nach Rom gesandt wurde, wo er sich auf seinen Beruf vorbereitste. Das Ansehen des Bischofes Fal- lize aber ist ürzwischen so gestiegen, daß ihm als er vor einigen Jahren das 25jährige Jubiläum seiner Tä­tigkeit in Norwegen begehen konnte, aus hohen und höchsten Kreisen, selbst vom protestantischen Königs­hause und aus den Reihen der protestantischen Geistlich­keit, die herzlichsten Glückwünsche dargrbracht wurden.

Triumph des sakramentalen Christus.

Im Jahre 1750 ging der ungläubige französisch« Philosoph Diderot, einer der einflußreichsten Schriftstel­ler Ler revolutionären Aufklärungsperiode und einer der geistigen Väter der französischen Rcvoüüion, am Tage des Fronleichnamsfestes in der Straße Saint Louis in Versailles spazieren und betrachtete mit gleich- gültigen Blicken den Altar, den man dem hochwürdig- sten Gute errichtet hatte. Der Philosoph hatte vor kurzem drei Monate im Schloßturm zu Vincennes gesessen, was feine Laune verbittert und den Haß, den er wider heilige Dinge hegte, vermehrt hatte. Plötzlich läßt sich inmitten der tiefsten Stille der feier­liche Gesang „Lauda Sion . . / vernehmen, die Pro-» Zession erscheint, Weihrauchwolken steigen empor, Ro­senblätter fliegen durch die Lust, von ehrwürdigen Händen getragen funkät die Monstranz in den Son­nenstrahlen, aus allen Seiten flattern Fahnen, der Boden ist mit Blumen bestreut, und sanfte Freude strahlt auf allen Gesichtern. Bei diesem erhabenen Schauspiele fühlte sich Diderot wundersam erregt; er Zwingt sich, ruhig zu erscheinen. Der Baldachm hätt an, dis Priester steigen zum Altare, auf einem Blu­menthrone wird der ewige Gott niedergesetzt. Diderot kann sich kaum aus den Füßen hatten; er kniet wie alle anderen, nieder, und wider seinen Willen senkt sich seine Stirne. Der Moment der Segnung erscheint, andächtig bezeichnet sich die kniende Menge mit dem hk. Kreuzzeichen. Der Philosoph macht eine letzte An­strengung, seinen Kopf zu erheben, aber tiefer und tiefer fenkt sich sein Haupt und plötzlich fällt er in Ohnmacht Man eilt, ihm beizustehen. Als er wieder die Augen öffnet, wird er in ein nahes Haus geführt, wo ihn einer feiner Freunde erwartet. „Was ist Jhnm begeg­net, mein lieber Diderot?" ruft dieser, als er ihn so blaß und leidend sieht. «Ich weiß es nicht, mein Freund; aber alles war so wahrhaft majestätisch. Ich bin bewegt, ja gerührt worden. . . ."

Was ist diese, wenn auch nur momentane Erschüt­terung eines Ungläubigen anderes, als ein Triumph unseres im allerheiligsten Sakramente verborgenen Gott und Herrn?

dhM ihmn die Heimat wieder.

Zum Feste des Hk. Bonifâs.

Am heutigen Sormtag beginnt die VonijaliuZsklav. Wieder steigt er vor unseren Augen auf der große Heilige, der Apostel Deutschlands, der Schutzpatron de? Fuldaer Landes, wieder gedenken wir dankbar alles: dessen, was mit uns, ganz Deutschland ihm verband, dem Maubsnsvaker, her uns den Hk. kacholifchen Glau­ben gebracht hat. Wehmütig erinnern wir uns aber auch, daß in weiten Teilen Deutschlands der Glaube, den St. Bonifatius gepredigt hat, fast ganz verfchwun- den ist und Taufende von Katholiken, die dort in der Zerstreuung (Diaspora) wohnen, in Gefahr stehen, unse­rer hl. Kirche nach unb nach ganz entfremdet zu wer­den . Darum freuen wir uns, daß der nach dem Hei­ligen benannte Verein, der Bonifatiusrerei«, unab- lässig bemüht ist, das vom hl. Bonifatius begonnene Werk weiterzuführen und gern spenden wir unser Scherf?«» zu der LoUelke, die heute in alten Kirche« der Diözese ftattfmbeL Da soll kein Katholik sich aus» schließen, die Wohlhabenden sollen ihre Herzen freudig aufschließen unb dir Dürftigen bereitwillig chr Scherf- lein spenden, damit der Bonifatiusverein immer mehr m die Lage versetzt wird, den Glaubensgenossen in der Diaspora die Wohltat des geordneten Gottesdienstes mtb der geregelten Seelsorge zu verschaffen. Verschie­dene Kräfte, die die moderne Zeit lebendig machte, ha­ben die Diasporagemeinden erzeugt: das Suchen nach neuen Erwerösmöglichkeiien, die moberne Verkehrsent­wickelung und Freizügigkeit, die große moderne Völker- Wanderung auf wirtschaftlichem Gebiete, die von Osten nach Westen, von Süden nach Norden flutet. Leider hat für viele unserer Glaubensbrüder diese Wanderung eine geistige Wanderung zur Folge, eine Wanderung, . die sie aus ihrer religiösen Gedankenwelt heraussührl und sie die Heimatlust des katholischen Glaubenslandes nicht mehr einatmen läßt. Wohl tragen gar manche noch lange das leuchtende Bild ihres Glaubens in der Seele, aber es legt sich leider nur zu bald der Erden- staub, den wirtschaftliche Unrast und glaubensfremde Einflüsse auswirbcln, auf das lautere Gold dieses Bil­des und vergräbt es schließlich. Da kommt als -^^ bringet verlorener Kultur werte zu diesen Uncpuk Zen der Bonifatiusverein. Und aus Staub und Schutt laßt er das Bild der Heimat wieder erstehen mit all ihren herzerfrischenden Schönheiten und beglückenden Gaben, mit ihren sormenbeglänzten Augen u. ihrem unvergleich­lichen Frieden. Er läßt die verschütteten Bäche wieder rauschen mtb die versunkenen Glocken wieder erklingen«