Wochenkalender.
Sonntag, 30, Mai. Dreifaltigkeitsfest. Kollekte für den Bonifatiusverein.
M o n t a g, 31. Mai. Angela Merici, Jgfr.,Petronilla, Jgfr. Dienstag, 1. Juni. Vom Tage.
Mittwoch, 2. Juni. Marcellinus, Petrus u. Erasmus, M.
Donnerstag, 3. Juni. Fronleichnamsfest."
F r e i t a g,4.Juni. B.d.Oktcw, Franziskus Caracciolo,Bek.
Samstag, 5. Juni. Bonifatius, Bisch, u. Mart.
Dar Seit der heiligsten Dreifaltigkeit.
(Ev. Matth. 28, 18-20.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet bin, und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes: und lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe: und siehe, ich bin bei euch alle Tage biS ans Ende der Welt.
Unter der Schere.
ie eine Schere die Haare abschneidet, so schneidet eine böse Zunge Ehre und Glück der Brüder ab. Oftmals haber^ die Unglücklichen, die unter die Schere gekommen sind, 3^i sogar das Leben eingebüßt. Darum widmet David der bösen Zunge ein Lied, das drohend einherschreitet wie ein Feldgrauer mit aufae» pflanztem Bajonett.
Psalm 5s: verderben der bösen Zunge.
1. Wozu noch prahlen mit der Bosheit, Du Ausbund aller Schlechtigkeiten?
2. Du sinnest immer auf Verleumdung. Der Schere gleich ist deine Zunge.
8. Dre Lüge ziehst du vor der Wahrheit, Liebst Grausamkeit mehr als die Güte.
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4- Du stiftest Unheil und Verderben Du böse, trügerische Zunge.
6‘ Kur Strafe wird dich Gott verstoßen, Dich tilgen aus dem Buch des Lebens.
0- Erfahren werden es die Guten und freudig werden sie bekennen;
7» ^eht diese Menschen, diese Toren, Die ohne Gott ihr Glück versuchten.
8. Die auf den Mammon sich verließen Sich brüsteten mit ihrem Flitter. ' Ich aber will dem Oelbaum gleichen. Der Früchte trägt im Hause Gottes.
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In Gott allein ist meine Wurzel Und mein Vertrauen seine Güte. Mein Gott, ich will dich ewig preisen Daß du gerecht an mir gehandelt.^ Auf deinen Namen will ich bauen, Erprobt ist er bei deinen Diener"
Ich brauche nur die Tatsachen anzuführen, die unserm Psalm zugrnndeliegen und du wirst ohne weiteres den Zorn Davids verstehen, der in diesem Lied so sehr eifert gegen die Schere der bösen Znnge.
Ihr wißt, daß Saul Davids Todfeind wurde von dem Tage an, wo die Frauen sangen: Saul bat tausend erschlagen, David aber zehn Tausend Der abscheuliche Wurm des Neides und der Eifersucht nagte von der Stunde an immer ärger in seiner umdüsterten Seele. Einmal nun hatte der König wieder zum Schlage wider David ausgeholt nnb dieser hatte die Flücht ergriffen. Müde und ausgehungert kam der Flüchtling nach Nobe zu dem Priester Achimelech, und dieser gewährte ihm gastliche Aufnahme und versorgte ihn mit Brot und Waffen. Der König bekam Wind von des Priesters edler Tat, und ein Funke des Argwohns fiel in seine Brust. Doeg, der mächtigste Mann am Hofe, der böse Geist Sauls, blies diesen Funken zur hellen Flamme an. Majestät, sprach er zu ihm, David hat bei Achimelech Aufnahme gefunden, und der Priester hat für ihn den Herrn befragt und hat ihm Waffen und Brot gegeben und es ist sonnenklar, daß sie eine Verschwörung einfädeln gegen derne Regierung und gegen dein Leben. Wutschnaubend ließ Saul den Priester mit all seinen Angehörigen und Verwandten zu sich kommen. Warum, so herrschte der Gewaltige den Priester an, warum hast du mit David dich gegen mich verschworen und den Herrn befragt, wie er am besten die Fahne des Aufruhres wider mich erheben könnte, du, mein Erzfeind bis zum heutigen Tage? Umsonst war die Verteidigung des Priesters, daß er von dieser Verschwörung nichts wisse und daß er gegen David nur das Gastrecht geübt habe. — Sterben mußt du, brüllte der Wütige ihm entgegen, du und das ganze Haus deines Vaters. Zu seinen Bedienten gewandt sprach er: kommt her und machet sie nieder. Doch die Diener des Königs, weniger grausam als der Tiger im Königsgewand, wagten es nicht, Hand anzulegen an die Priester des Herrn. Da wandte sich Saul an Doeg, diesen Sohn der Hölle: komm du her und stürze dich auf die Priester. Und Doeg, der Jdumäer, diese Bestie in Menschengestalt, stürzte sich auf die Gesalbten des Herrn und machte mit eigener Hand einen um den andern nieder, 85 an der Zahl.
So wurde das ganze Priestergeschlecht Achimelechs ausgerottet bis auf einen einzigen Sprößling, dem es gelungen war, dem Gemetzel zu enlfliehem Und sieh, das alles hat die böse Zunge angerichtet, dieses gefährliche Mordinstrument, das 85 Personen Ehre und Leben gekostet hat.
Und damit hatte die unheilvolle Schere ihr Henkerhandwerk noch nicht vollendet. Diese Schere schneidet nicht bloß diejenigen, die davon betroffen werden, sondern auch diejenigen, die sie handhaben; und diese noch weit mehr, denn die Unschuldigen, die unter der Schere leiden müssen, können sich großen
Ruhm erschaffen, können durch Geduld, Schweigsam» feit, Tapferkeit, Verzeihung und Feindesliebe sich gro»' ße Verdienste erwerben und eine herrliche Krone bei, Gott verdienen. Die Sünder aber, die diese Schere: handhaben, schneiden sich ins eigene Fleisch, besudeln' sich mit dem Schmutze der Sünden, morden ihre eigenen Seelen. Oder glaubst du, daß Doeg itnge» schoren davongekommen ist? Philo wenigstens berichtet. daß an Doeg der göttliche Spruch erging s „Die Tage kommen rasch und auf deine Zunge wird« ein feuriger Wurm kriechen und deine Wohnung wird sein bei Kain im unauslöschlichen Feuer".' Der Sänger unseres Psalmes aber verkündigt DoegS Strafgericht mit den prophetischen Worten:
Zur Strafe wird dich Gott verstoßen, Dich tilgen aus dem Buch des Lebens.
~ Siehst du das Verderben dieser zweischneidigen Schere? Der hl. Jakobus wußte davon auch ein Lied zu singen und deshalb hat er der bösen Zunge folgende Worte ins Stammbuch geschrieben: „Die Zunge ist nur ein kleines Glied und kann doch große Dinge anrichten wie ein winziges Feuer, das einen ganzen Wald in Brand steckt. Auch die Zunge ist ein Feuer, eine ganze Welt von Ungerechtigkeit. Alle Gattungen von Vögeln, Schlangen und sonstigem Getier läßt sich abrichten; die Zunge aber sann- kaum einer bezähmen, ein ruheloses Uebel, voll von tätlichem Gift. Mit der Zunge preisen wir Gotv Vater und verfluchen die Menschen, die nach Gottes' Bild geschaffen sind; aus dem gleichen Mund kommt Segen und Fluch; das, liebe Brüder, sollte nicht: so sein." (Jak. 3, 6 ff.)
Versuche dich alsch- mein Christ, an dem großen Kunststück, deine Znnge zu beherrschen; auf keinen Fall soll sie ja eine Schere werden, die den Frieden^ die Ehre und das Glück der Nebenmenschen zer-< schneidet, die friedliche Menschen auseinander reißt,' sondern lieber mache deine Zunge zu einer Brücke, die durch geschickte Vermittlung, durch Sanftmut und Versöhnlichkeit getrennte Brüder wieder vereinigt. Leihe nie der Verleumdung deine Zunge, aber eben' sowenig dein Ohr. Denn der Verleumder, sprach der hl. Augustinus, hat den Teufel aus der Zunge, der aber, welcher ihn anhört, hat den Teufel im Ohr. Der Burgpfr.
Dreifaltigkeitssonntag
ist heute. „O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und wie unerforschlich seine Wege!" ruft die Kirche aus, da sie dieses undurchdringliche Geheimnis vom einen Gott in drei Personen den Menschen vor Augen führt. Das will aber manchen Leuten nicht recht in den Kopf, daß es für sie etwas unbegreifliches und unerforschliches gebe. Wie mancher wähnt, es sei alles erforfchlich, und jedes Rätsel werde seine Lösung fintiert, Unsere Vernunft allein könne schon alles, aus.»