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dieser Richtung hin, sowohl in der Deutschen Natio- nalversammlung als euch in der Preußischen Landes- Versammlung stehen die Zentrumsfraktionen mit an erster Stelle. Jedenfalls haben die Wühler aus dem Handwerkerstand allen Grund, dem Zentrum die Treue zu wahren. , .

Macht dar Zentrum stark!

Wir brauchen ein starkes Zentrum. Wer die Zen­trumspartei schwächt, der schwächt die christliche De­mokratie.

Welche Partei hat fett den Tagen der „Reichs­feinde" bis zu den Tagen der „Reichsverderber" die Sache der christlichen Demokratie geführt? Welche Partei hat mit so viel Liebe und Treue, Mut und Männlichkeit, Ausdauer und Erfolg die christlichen Volksrechte in den Parlamenten des Reichs und der Einzelstaoten verfochten? Trotz ungezählter Nadel­stiche und Dolchstöße von vorne und von hinten?

Welche Parteien haben in Weimar den ersten Schulkompromiß über den Haufen geworfen und an seiner Stelle den âiten Schulkompromiß durch- Gedrückt, der die, Mobnmachung des katholischen Aal­es und seine Massenabwehrorganisation in Eltern- vereinigungen herausforderte? Die Liberaldemokra­ten, die Sozialdemokraten, nicht zuletzt die Deutsch­nationalen oder besser: Liberalnationalen und ihr Sprecher D. Traub.

Wir brauchen ein starkes Zentrum. Wer es schwächt, der schwächt die christliche Demokratie!

Beherzigenswerte Worte

Öder Führer des badischen Zentrums in atner . Versammlung zu Fr«burg: „Wir müssen jm der Anschauung kommen, daß die gewählten Abgeordneten, Minister und Regierungen nichts anderes sind als die Erwählten des Volkes. Die höchste Instanz ist die Versammlung der Erwählten des Volkes. Darum ist es von gewaltiger Bedeutung und ist auch

eine Gewissenspfllchl.

daß man erstens von seinem Wahlrecht ©ebrotidj macht, wie man es vor seinem eigenen Gewißen ver­antworten kann. Wer von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch macht, Hat sein Recht der Kritik verwirkt, der hat zu schweigen, wenn ihm etwas niO gefällt. Darum, muß „

bis ins letzte Dachstübleln hinein

die Aufklärung getragen werden, aber auch der Ge­danke der Organisation, der Geist des Zusammen- chaltes und der Geschlossenheit; Zersplitterung schädigt die Ideale und Interessen, für die wir immer einge­treten sind.

Nicht kritisieren, sondern Mitarbeiten!

6s ist so furchtbar reicht, Hinter dem Ofen zu kritisieren.

Erzbischof Zaulhaber auf der Generalversammlung d. bayr. DressevereinS

Wahlbewegung im Wahlkreis Heffen-Nasiau und Thüringen.

Unsere Kandidaten für die Rekhslagsnuchl.

Nachdem die Organisation der Zentrumspartei so­wohl in Kurhessen wie in Nassau ihre Kandidaten im Wahlkreis Reg.-Bez. Hessen-Nassau aufgestellt haben, ist nunmehr folgende endgültige Liste zustande ge­kommen:

Jean Albert Schwarz, Mittelschullehrer, Mitgl. der Nationalversammlung, Frankfurt a. M.;

Karl Herbert, Landwirt, Zirkenbach;

Matthias Höner, Gewerkschoftssekr., Altenkirchen; Paul Jungblut, Fabrikdirektor, Bad Homburg;

Emil Ritter, Nedak., M.-Gladbach (aus Fulda); Wilhelm Schmitz, Landgerichtsrat, Wiesbaden; Anton Schreiber, Winzer, Kiedrich;

Bruno Brehler; Landw., Großenbach (Hünfeld); Frau Wilhelmine Windeck, Montabaur;

Wilhelm Müller, Postverwalter, Camp; ; • Peter Stahl, Gewerkschaftssekretär, Fulda? # Heinrich Wieser, Bürodirektor, Wetzlar;

Jakob Schlad, Schreinermeister, St. Goarshausen; Ignaz Böhm, Großhändl., höchst (Gelnhausen); Karl Zimmermann, Bergmann, höhn; Friedrich Schreiber, Eisenbahnsekr., Wiesbaden; Frau Elisabeth Hunold, geb. Kathariner, Fulda; Oskar Gehrten, Lokomotivführer, Weilburg;

Edmund Schloß, Ingenieur, Kassel,

In dieser Liste sind von dem Landesausschuß für den Regierungsbezirk Kossel vorgeschlagen die Kandi­daten Herbert, Ritter, Vrehler. Stahl, Vöhm. Frau Hunold und Schloß, die übrigen Kandidaten sind von der Zentrumspartei in Nasiau benannt worden.

Die Liste kann sich sehen lassen. Gewiß fehlt ihr der große Name, der der Liste für die Nationalwahl ihren Glanz und ihre Werbekraft verlieh: der Name Rich. Müller, der über 25 Jahre lang zu den hervorragend­sten Parlamentariern nicht nur der Zentrumsfraktion, sondern des ganzen Reichstages gehört hat, auch wird sie nicht die Wünsche aller Wählergruppen restlos be- friebigen, was schon wegen der beschränkten Zahl der zur Verfügung stehenden sicheren Plätze nicht möglich ist. Immerhin stellt sie doch nach Lage der Verhältnisse bestknöglichen Ausgleich zwischen allen berechtigten An- forderungen dar, sie wahrt vor allem auch die Inte- resien der landwirtschaftlichen Bevölkerung, ohne die der Arbeiterschaft und überhaupt der städtischen Wähler zu vernachlässigen Ohne Zweifel waren die Schwierig­keiten diesmal größer als sonst; das gilt für alle Par­teien «. auch für alle Bezirke; die Zentrumspartei hat sie allerdings am stärksten verspürt, well sie weniger als jede andere Partei sich vorwiegend auf bestimmte Stände oder Gruppen stützt, sondern sie alle gleich­mäßig zu umfassen und zu vertreten bestrebt ist. Die Sfanbesberorgung, in der diese Schwierigkesten vor al­lem begründet liegen, hat nun in westen Wählerkreisen einen fruchtbaren Boden gefunden und die durch die Revolution geschaffene Machtstellung einer Klassen­partei konnte naturgemäß nicht ohne verschärfende Wir­kung bleiben auf das Bestreben aller Stände, sich polU tisch zur Geltung zu bringen. Besonders gilt das von der Bauernbervegung. Es war ja nach den Wahlen zur Nationalversammlung von allen Seiten auch von den Arbeitern mnrkamü worden, daß die Vertretung der Lmldwirtschaft zu gering ausgefallen war, wäh- tend die Vertretung der Arbeiterschaft besonders reich­lich war. Das ist nun überall in ehrlichem Ausgleich ausgebessert worden und von diesem Gedanken aus- und unter Berücksichtigung des Umstandes, daß in unserem Wahlkreis die Bauern den grüßten Teil der Zentrumswühlcrschaft stellen, hat man an der zweiten absolut sicheren Stelle einen Landwirt gesetzt. Hervor­zuheben ist, daß die zuständige auf Grund der neuen Parteiorganisation gewählte Parteiinstanz im Bezirk Kurhessen ihre Beschlüsse einhellig gefaßt hat, das­selbe ist für den Bezirk Nasiau anzunehmen. Darin liegt eine Gewähr für die glückliche Auswahl der Kau- bibaien. Wir sind überzeugt, daß die treuen Zen­trumswähler der Kandidatenliste am 6. Ium zu einem glänzenden Erfolge verhelfen werden. l .

©ne ganze Reihe von Wahlversammlungen hat die Zentrumspartei in bet verflossenen Woche abgehalten; der beschränkte Raum verbietet uns, näher darauf ein­zugehen. In Lieber, Kassel und Mernes sprach der überall unermüdlich tätige Herr Parteisekretär Müller (Marburg), desgleichen in Großenbach und drohen- last. In Ellers warben Herr Oberlehrer Scheller und Studienassessor Dr. Will für das Zentrum und in Magdlos die Herren Domkapitular Günther und Ku­ralus Hahn, in Schwarzbach Redakteur SchmiA (Hünfeld).

Vie hessische Lauernzellung, das Organ des Land- bmstres, bemüht sich offensichtlich, fast in jeder Nummer am Zentrum herumzumäkeln. Man wird in unsern Kreisen diesem Blättchen mehr, als es seither geschehen ist, auf die Finger sehen müßen, damit es nicht durch seine unrich- tigen und entstellten Mitteilungen Derwir- rang in unsern Reihen stiftet. Bezeichnend ist auch seine Notiz: Zu den Reichstagswahlen in Nr. 47. Am fym- gothischsten scheint dem Landbund die deutsche V o l ks- p artet (die früheren Nationalliberalen, bekanntlich die eigentlichen Väter des Kulturkampfes) zu sein, die läßt er nämlich zuerst aufmarschieren und teilt mit, daß sie an Zweiter Stelle und an vierter Stelle einen Landwirt auf die Liste gesetzt haben. Nun hat aber diese Partei bei den letzten Wahlen nur einen Abgeordneten durchgebracht, daß sie diesmal besser abschve^en und der an zweiter Stelle stehende Landwirt in den Reichstag einziehen wird, ist zum mindesten recht unsicher. Auch bei den nun folgenden Deutschnationalen, die bei den vo­rigen Wahlen auch nur einen Sitz erhielten, kandidiert der Landwirt nicht an dieser sichern ersten, sondern an der zweiten Stelle. Nun kommen bei der Bauern- zeitung die Demokraten, für die ein Landwirt Trieschmann an zweiter Stelle kandidiert. Erst zu aller- letzt sammt so ganz nebenbei das Sätzchen: „Auch die christliche Dolkspartei stellt an zweiter Stelle einen Land- wirt aus dem Kreise Fulda aus!" Den Namen mitzuteilen, hält sie nicht für nötig, und warum denn hier auf einmal „christliche Dolkspartei" und nicht „Zentrum", wie die

Bauernzeilung sonst Immer schreibt, wenn sie an Mefer Partei kritisiert und herummäkelt. Wahrscheinlich will sie mit dieser bei uns in Hessen gar nicht gebrauchten Be­zeichnung den Anschein erwecken, als komme das böse Zentrum gar nicht für den Landbund in Betracht, sondern höchstens die neue Kölner Partei der Nörgler und Quertreiber, die sich ja bekanntlich christliche Dolkspartei nennt. Das ist u. E. eine bewußte Irreführung der Le­ser. Wenn die Mitglieder des Landbundes Hbligens, wie es in einer Entschließung des Vorstandes heißt, nur solche Listen wählen sollen, die an unbedingt sicherer Stelle einen „Landbundkandidaten" (soll wohl heißen —- Latchwirt) aufweisen — dann käme doch in allererster Li­nie das Zentrum in Betracht, deßen Kandidat ganz sicher gewählt wird, während deutsche Dolkspartei und Deutschnationale ausscheiden würden. — Komisch berührt cs übrigens auch, wenn der Landbund alle Maßregeln, Verordnungen und Bestimmungen, die zu Gunsten der Landwirtschaft erlaßen werden, allein als sein Verdienst beansprucht. Er ist daran am unschuldigsten. Nur da­durch, daß auch andere wirklich einflußreiche Organi­sationen und Parteien, vor allem das Zentrum, da­für eingetreten sind, konnten sie durchgesetzt werden.

Der provlnzmlausschuß der Zentrumsparlet für bie Provinz Sachsen, Anhalt und Thüringen tagte am 10. Mai unter Vorsitz des Herrn Geh. Iustizrats Tur- neau-Magdeburg in Halle a. S. Er beschloß einstim­mig eine Listenverbindung der Wahlkreisvorschläge der deutschen Zentrumspartei der drei Wahlkreise Magde­burg, Merseburg und Thüringen, die ja bekanntlich neuerdings zu einem Wahlkreisverbcmd zusammen- ^schlossen sind, vvr,zunehmen. Damit ist das Durch­bringen eines eigenen Kandidaten für die nächste Reichstagswahl in sichere Aussicht gerückt. Während im Januar 1919 bem Wahlkreis Thüringen nur we- nige tausend Stimmen zum DurOuingen eines eigenen Abgeordneten fehlten, gingen in den beiden andern Wahlkreisen 20 G00 Zentrumsstimmen der Sache ver­loren. Diese Glimmen kommen nunmehr restlos dem Wahlkreis Thüringen zugnte. Für alle Zentrums­wähler ergibt sich daraus die Pflicht, mit doppeltem Eifer und entschlossenem Siegeswillen an die Vorbe­reitung der Wahl zu gehen. Der Provinzialausschuß erklärte es in einer einstimmig gefaßten Entschließung als seine Ueberzeugung, daß zur Wiedererstarkung un­seres deutschen Vaterlandes ein starkes Zentrum un­bedingt notwendig sei Er stellte sich geschlossen hinter die Politik der Fraktion, bedauerte Absonderungsbestre- bungen und lehnte diese auf bas entschiedenste ab. Er empfahl, an die erste Stelle des Wahlvorschlages des Wahlkreises Thüringen eine Persönlichkeit zu setzen, die als bewährte Zentrumskraft allgemein bekannt fei und für die kommenden schweren Ausgaben des Reichs­tages Erfahrungen und schöpferische Kraft mitbringt. Bei der eigenartigen Zusammensetzung des Wahlkreis­oerbandes kann eine ausgesprochene Standes kandidalur nicht in Frage kommen. Unter diesem Gesichtspunkte würde der Provinzialausschuß es freudig begrüßen, wenn Herr Probst Poppe, Heiligenstadt an die erste Stelle des Wahlkreisvorschlages für Thüringen gesetzt! wird. (Was inzwischen geschehen ist.) ,

: Frauen und Jungfrauen :

" helft uns siegen am 6. Juni, kommt alle an £ ■ die Urne — wählt alle Zentrum; bringt die ■ 2 Männer und Jünglinge mit dem Zentrums- J

■ zettel zur Urne. ■

Die armen Sroßftadtkin-er aufs Land!

Es ist jedermann bis hinaus in das flache Laich nicht unbekannt, welche bittere Not die armen Kiemen in der Stadt ertragen müssen. Tagsüber verwaist von den Eltern, die zur Arbeit gehen, harren sie, bis ihnen am Abend eine spärliche Suppe und das schwere Brot den Hunger stillen. Abgemagert, unterernährt, viel­leicht gefahrdrohende Krankheitskeime im jungen Kör­per, fristen die armen kleinen Wesen ihr klägliches Da. sein. Das ist allen bekannt. Hilfe tut not, um nicht junge Menschenleben den gefürchtelsten Seuchen iinb Krankheiten preiszugeben. Ein wenig Sonne, kräftige Nahrung, gesunde Bewegung in Gottes freier Natur, ist Balsam für die Wunde.

Landieute erbarmt euch der armen hilflosen Kinder, die sich bittend an euch richten um Aufnahme und Aufenthalt draußen bei euch. Gönnt ihnen das, was sie notwendig brauchen! Denkt und handelt nach dem Worte Christi: „Wer eines dieser Kleinen aufnimmt, nimmt mich auf!“