werden die Leser des Vonifaliusbolen nichi auf derartige Manöver und Absplitterungsoersuche yrreln- fallen, auch nicht auf die unter der Arma des Land- bundes getriebene Agitation für die Deuischnalwna.e Partei. die besonders in ihrer jetzigen Zujammen- tehunq nichts anderes ist als die Vertretung der ein* eilig protestantischen katholikenfemdlichen Ostelbier. Wenn diese Leute wieder zur Macht gelangen, dann ist es mit der Freiheit und Gleichberechtigung der Ka- tholiken vorbei; die alle Imparität und die systematische Ausschaltung dec Katholiken bei der Besetzung der ein- flußreichen Beamtenslcllen würde dann von neuem einsetzen. Man soll sich doch darüber keinen Täuschungen hingeben und auch nicht durch augenblickliche Freundlichkeit und wohlwollende Aeußerungen dieser Leute sich hinter'« Licht führen und einseifen lassen.
Die Religion aus der Schule
zu verbannen, das ist die Absicht der Sozraldenrokratle; sobald sie die erforderliche Mehrheit im Parlament hat. wird sie diese Absicht in die Tat umsetzen. Das haben chre Führer offen erklärt, möge man das
bei den bevorstehenden Wahlen
sicht vergessen. Das Reichsschulgesetz macht der neue Keichstag, von seiner Zusammensetzung hängt also unendlich viel ab. Wir verlangen, daß der Kirche der Einfluß auf die Jugenderziehung voll und ganz gewahrt bleibt. Gesetzliche Maßnahmen dürfen ihr nicht ute heilige Mission erschweren, die chr der ewige Ge- feljgeber übertragen hat. Der Schule muß vor allem ihr Charakter als Erziehungsanstalt gewahrt bleiben. Darum verlangen wir für unsere Kinder katholische Schulen, denn eine sittliche Erziehung ohne Religion ist nicht denkbar Eine Schulreform, »velche die feufdje, reine kindcrsecle vergißt, kann keine Schule bkingeu zum Herle des Dolkes. Eine Schulreform, welche den Glauben an die Ewigkeit links liegen läßt, wie ein wertlos gewordenes Stück, sanft uns keine Schule schaffen, welche uns Männer und Frauen Hrranbudet, die dem Leben stondhaUen können.
Wehe uns, wenn die Schule auf die Kirrdsrseele vergißt. Wehr uns, wenn nicht mehr Gott und der Gedanke an die Ewigkeit Richter unserer Handlungen und Taten sein darf, wenn nur unsere eigene Meinung ■jU entscheiden trat, was gut und böse ist. Alles Men- schenwerk ist eitel, wenn nicht Gottes Segen es begleitet. Fessenfest ist unsere Ueberzeugung, daß nur eine Schule mit Gott eine Schule zum Wohle des Volkes ist, denn unerschütterlich fest ist in uns der Glaube an einen f)errcott, der, „ob allen waltend", überschaut das Wcltacwirre.
Elternhaus, Küche und Schule, sie bilden die heilige Allianz zum Schutz des Jugendlandes; Elternhaus, Kirche und Schule, in heiliger Emtracht sollen sie walten im Lande der Jugend. Auf darum zum Kampf.
für die Erhaltung unserer katholischen Schule.
„Ja, wenn aus ihren Schulpalästen
Die neue Zeit das Kreuz verbannt.
Dann Christen, von der Berge Festen, Tragt rings den Kriegsrus in das Land Wie's unsere Väter oft getan:
Die Klnderfeele rührt nicht an."
Den Bürgerkrieg
werden wir bekcn men, wenn die Wahlen eine starte Rechte und eine stärkere Linke und dazwischen eine schwache Mitte bringen würden. Ueber die furchtbaren Gefahren der Gegenwart hinübrrleiien kann uns nur eine starke Mitte, welche fähig bleibt, eine verfassungsmäßige Regierung zu bilden. Diese Mitte hat uns aus „arer bolschewistisch eingeleiteten Revolution ein demokratisches Staatswesen entstehen lassen, in welchem gegenüber den radikalen Absichten von links eins Menge wertvoller Vernunft gerettet wurde. Und wenn in Zukunft Schritt für Schritt die Vernunft noch weitere Erfolge erringen soll, so müssen eben gerade diejenigen Mächte in der Koalition gestärkt werden, welche gegenüber dem kurzsichtigen Fordern und Versprechen der Linken den ernsten Forderungen der Vernunft Rechnung zu trogen gewohnt sind, und das sind die Zenirnmsabgeordneken. Denn sie ergänzen sich aus allen Schichten der Bevölkerung; sie vertreten nicht eine einzige Klasse, sondern das ganze Volk; sie hüten uns die geistigen Werte der Sitte und Religion. Und wenn sie in der Bedrängnis der Koalitionsregierung manches nicht durchsetzen konnten, was ihre Wähler gerne erreicht gesehen hätten, so müssen eben diese Wähler sie so stärken, daß sie mehr zu erreichen imstande sind; je stärker das Zentrum, ist, um so mehr Einfluß hat es natürlich in der Regierung, um so mehr ist es in der
Lage, ein allzuweites Linkssteuern der Regierung ernstlich zu verhindern und eine wahre
polMk der Mitte
zu fuhren. Wer unser Volk nach den Schrecken des Weltkriegs vor dem Bürgerkrieg bewahrt sehen will, wer unsere heiligsten Güter, Vernunft, Sitte und Religion vor einem Vernunft- und geistlosen Materialismus bewahrt sehen will, wer unser Wirtschaftsleben vor dem völligen Riederbruch gerettet sehen will — der darf nicht nach rechts abwandern oder im Wahlkampf abseits Gewehr bei Fuß stehen bleiben, — nichts wäre kurzsichtiger als dies, — nein, der muß auf jede Weise die Partei der Mitte stärken helfen. Das ist es, was jeder Kathclik sich für die jetzigen Wahlen zur Richtschnur nehmen muß.
IDie Ksnsesstonelle sollte ist verloren, | wenn der kommend« Reichstag eine sozialistische I
Mehrheit bekommt.
Die Deulschnationalen,
die sich setzt so große Mühe geben, katholische Wähler zu ködern und deshalb sogar eine „katholische Gruppe" gründen wollen, haben sich gerade in der letzten Zeit durch
Kathosiikenhehe wieder sehr hervorgetan. So haben Deutsche Tageszeitung und Reichsbote vor der „drohenden Herrschaft des Katholizismus" gewarnt, „da mit der Besetzung des Reichspost und des Derkehrsministeriums die Katholiken große Bevölkerungsmassen in die Hand bekämen". In der Kreuzzeitung (10. Okt. 1919) schrieb General v. Bietinghoff, wir erlebten jetzt „eine Episode des uralten Kampfes zwischen Königtum und Priestertum. . . . Wir haben diesen Kampf nicht gefühlt, solange das deutsche Kaisertum ihn mit starker Hand niederhielt. Jetzt ist es gefallen und sofort fühlen wir die unseligen Wirren wieder in den Rheinlanden und Oberschlesien. Wir empfinden und fühlen die anfl- nationale Arbeit des Iesuitenlvms und missen auch, wer in deutschen Landen sein Mithelfer ist. Mit dem deutschen Kaisertum aber muß notwendig der freie deutsche Staat und die christlich-germanische Weltanschauung zugrunde gehen." Paul Kuhlmann schrieb (12. Okt. 1919) in dem Ev. Wochenblatt „Licht und Leben": „Uns scheint, daß auch unsere auswärtige Politik zu sehr bestimmt gewesen ist durch die Rücksichten auf den Ultramontanismus. In der inneren Politik hatte man sich ja schon seit Jahren damit abfinden müssen, daß Zentrum Trumpf war. Allmählich schälen sich nun immer deutlicher auch die Zusammenhänge der äußeren Politik heraus. Und da sehen wir zu unserem Schmerz, daß man in Berlin es nicht wagte, das kath. Oesterreich in seine Schranken zurückzuweisen. weil man das allmächtige Zentrum fürchtete. Welchen Dank haben wir nun davon? Unser Glaube an die nationale Zuverlässigkeit des Ultra« montanismus ist endgiltig dahin." In einer deutschnationalen Parteiversammlung in Heidelberg sprach ein Dr. Wachter davon, „daß durch das Eindringen der Römlinge seit Bonifatius ein Kulturbruch im Germanentum eingetreten sei. Der Kampf zwischen Papsttum und Kaisertum habe mit dem Untergang der Hohenstaufen und der Hohenzollern geendet, „weil ein Bruchteil des eigenen Volkes seine Führer im Stich ließ und die klerikale Autorttät höher stellte als die des Kaisers. . . . Mit der Erreichung des ultramontanen Ziels, der Beseitigung der protestantischen Kaiser- macht, ist die alte Ohnmacht Deutschlands, seine Aussaugung durch die Feinde besiegelt." Und Leute, die solche Beleidigungen uns in das Gesicht schleudern, sollen mir auch noch wählen! So einfältig wird wohl kein Katholik sein.
Die awblid) freien Gewerkschaften und daz Christentum.
Während die freien Gewerkschaften und die Sozialdemokratie die Arbeitersä-ast zwingen will, den soziatde- mokratischen Weltfeiertag, den 1. Mai, zuu feiern, und sie zur Teilnahme an den üblichen sozialdemokratischen Demonstrationen zu nötigen sucht, hat man in jenem Lager kein Verständnis für die Gefühle der christlich denkenden Arbeiterschaft. Es ist bekannt, wie seit einiger Zeit unter der «Anhängerschaft der sozialdemokratischen Gewerkschaften Bestrebungen sich geltend machen, um bie christlichen Feiertage durch demonstrative Arbeit zu ent- Heiligen. Dafür bringt folgender Vorgang ein charakte- ristisches Beispiel. Am 8. Mai veranstalteten die An- sichrer der sozialdemokratischen Arbeiterschaft in der größ
ten Fabrik Süddeutschlands. der Badischen Anilin- und Sodasabrik in Ludwigshafen, während der Arbeitszeit in den Räumen der Fabrik eine sogenannte Vertrauens» Männerkonferenz. Zu dieser Konferenz hatten nur die Vertreter der sozialdemokratischen freien Gewerkschaften Zutritt. Die Konferenz faßte den Beschluß, daß an dem Feste Christi Himmelfahrt wie an den übrigen Werktagen gearbeitet werden müsse. Die Betriebsleitung wurde ersucht, an dem Feiertag den Betrieb aufrecht zu erhalten. Es sollte dadurch die gesamte Arbeiterschaft zur Arbeit und damit zur Festentheiligung gezwungen werden. Auch aus anderen Städten wird über ähnliche Strömungen berichtet, in München wollte man dafür zwei Tage vor Pfingsten arbeitsfrei machen. Wenn man be* denkt, daß der Arbeitseifer besonders in solchen Städten demonstriert wurde, wo in letzter Zeit ein Streik den andern ablöste, jo ist klar ersichtlich, daß das Ziel ganz bewußt die Boykottierung und Verdrängung der christlichen Feiertage ist. Man wird sich bei dieser Gelegenheit der Worte eines Kölner mehrheitssozialdemokrarischen Stadtverordneten erinnern, der mit dem „Koputschlagen der Fronleichnamsprozession" in Köln gedroht hat.
Täuschen wir uns nicht! Man fängt zunächst mit einem christlichen Feiertag an, und will schließlich mit der Abschaffung der Sonn- und Feiertage endigen. Es ist höchste Zeit, daß der letzte christlich denkende Arbeiter und Angestellte erwacht und mit allem Nachdruck gegen derartige Bestrebungen Front maßt.
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Einen Vorgeschmack
davon, was die „Diktatur des Proletariates" uns auf kulturellem Gebiet bringen würde, bieten einige Vorkommnisse der letzten Zeit. In Freiburg in Schlesien hat man jüneft einen freireligiösen Lehrer an der dortigen katholischen Schule angestellt. Die Gemeinde protestierte energisch. Der Lehrer blieb. Die sozialdemokratische Mehrheit verlangte sogar die Entfernung des hurtigen Kaplans, der sich für die Rechte der kathol. Eltern sehr ins Zeug gelegt hatte. — An einem wideren Orte des Waldenburger Berglandes waren ein Rektor und ein Lehrer sehr entschieden für das Zentrum in einer Versammlung eingetreten. Auch da verlangte man von sozialdemokratischer Seite Maßregelung dieser „Missetäter". Das ist die vielgerühmte sozialistische „Freiheit" .— In Hirschberg veranstalteten die vereinigten „freien" Gewerkschaften am 23. April eine freireligiöse Versammlung. So sieht die religiöse Freiheit dieser Gewerkschaften aus. Frei von aller Religion sollen ihre Mitglieder sich machen. Dann sind sie echte Brüder der roten Internationale. Solche Vorkommnisse sollten doch allen Katholiken die Augen öff« nen über die angebliche Ungefährlichkeit der freien Gewerkschaften und über die Notwendigkeit einer sozialdemokratischen Mehrheit im Reichstag mit allen Mitteln zu verhindern, denn wenn sie allein die Macht haben, dann ist es mit der Freiheit für uns vorbei.
Die Stellung der Zentrums zum Handwerk entspricht voll und ganz dem von den Handwerken selbst in Hannover kürzlich ausgestellten Programm Das Zentrum hat der Erhaltung und Förderung eines lebenskräftigen Handwerks von jeher das größtt Interesse gezeigt und diese wohlwollende Stellungnahme praktisch bewiesen. Der erste parlamentarisch, Anstoß zum gesetzlichen Schutze des Handwerks ir Form eines Antrages ging von der Zentrumsfrakt-or des Deutschen Reichstages aus (Alttrag Galen 1877) Das Reichstags-Zentrum nahm ebenfalls zuerst einer praktischen Handwerker in seine Fraktion auf (Eulei 1890), der bei der Vorbereitung des Handwerkerschutz Gesetzes wertvolle 2JUtarbeit leistete. Der moderner Gewerbesörderung wies der bekannte Antrag Trimborn (1902) die noch heute geltenden bewährter Wege. Auch nach der Revolution hat sich an lei halwwerkerfreundlichen Stellung des Zentrums nicht! geändert, wenn auch die Macht der politischen Der Hältnisse es mit sich brachten, daß die Partei zunächs mehr Nachdruck auf die Abwehr der dem Handwer drohenden Schädigungen legen mußte. Das ist bes die Sozialisierung; das Zentrum hat geflossen fü ben Antrag der 5 Handwerkervertreter gestimmt, wo nach „die Sozialisierung und Kommunalisierung doi Handwerksbetrieben abzulehnen ist, da dadurch zahl reiche für die Dolksgesamtheit in wirtschaftlicher und so zialpolitischer Hinsicht unentbehrliche selbständige Exi stenzen cmsgeschaltet werden". Wenn der Mehrherts sozialist Heilmann am 27. April 1920 in der Preu ßischen 1?anbesVersammlung mit Bedauern feststellei mußte, „daß wir in der Sozialisierung nicht über di Anfänge hinausgekommen "sind", so ist das unzweisel Haft zum großen Teile eine Wirkung der Mitarbe! des Zentrums in der Koalitionsregierung. Aber auc positiv hat des Zentrum in den Parlamenten auc seit der Revolution sehr viel im Interesse des Hand Werks getan. Bei den Anfragen und Anträgen nw