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Pfingstgedanken.

Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes em­pfangen, der über euch kommen wird und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz 6a» marin und Judäa", war das Abfchiedeworl des Herrn an seine Jünger, und wie er es verheißen hatte. so geschah es:211s der Tag des Ps'mgslsestes gekommen mar, waren alle beisammen an einem Orte. Da ent* Vand plötzlich ein Brausen, gleich dem eines daher- Ehrenden gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen und es erschienen zerteilte Zungen Die Feuer und es ließ sich auf einem jeden von ihnen Lieder, und olle wurden erfüllt vom hl. Geiste. Und fit fingen an, in verschiedenen Sprachen zu reden, so wie der hl. Geist es ihnen gab, auszusprechen."

Wunderbar war die Wirkung der Gnade des Gei- Ikss Gottes. Männer, die nie die Redekunst geübt, me öffentlich auch nur ein Wort vor versammeltem Volke gesprochen, schlichte Männer aus niederem Stande, denen die Weisheit hoher Gelehrtenschulen Mangelte, treten vor die staunende Menge und ver­künden Weisheit, wie die Welt sie bisher nicht ver­nommen, sodaß die, welche aus den verschiedensten Gegenden der Erde zum Pfmgstfcste nach Jerusalem gekommen waren, als sie, jeder in seiner Sprache, aus dem Munde der Apostel die Großtaten Goèles ver­künden hörten, sich entsetzten, ratlos waren und einer andern fragte:Wo mag dies hinaus wollen?" Bekenner waren zu Verkündigern geworden und mit solcher Kraft und Weisheit ausgestaltet, so mächtig in «hrer Rede, so erfüllt von der Gnadengabe des Gci- stLs daß sie an jenem Tage überströmte auf drei­tausend Seelen, die um die Taufe baten.

Das Pfingllwuuder hat mit dem ersten Pfingst­tage un jungen Christentum seinen Abschluß nicht ge­sunden. Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis und bis an die Grenzen desselben dringen noch immer Zeugen vor, um sein Werk dort auszurichten. Aichi em TtttMschenwerk ist es, sondern Gottesweck, dem am "itnMcst das Siegel der Unüberwindbarkeit ist auf­gedruckt worden! Der Baum ist gepflanzt und in fei= nein Schatten wird bis an der Zeilen Ende gut wöh- nen sein, denn es ist die Liebe des Geistes, die dem Schatten belebende und erquickende Kraft verleiht, jene Krafts welche in den ersten Zeiten des Christentums so mächtig war, daß sie zwischen Rot und Reichtum, Elend und Wohlergehen auf dem Wege ausgleichen­der Gereclstlgkeit Frieden schloß. Die nämliche Kraft stellt auch jetzt noch jene bewundernswerten Helden und Heldinnen christlicher Nächstenliebe, wie sie in gieb djer Opferfreudigkeit feine- andere Macht hervorzubrin- gen weiß, an die Seite der Armen, der Krüppel, der Kranken, der Idioten. Noch immer schickt sie die Mis­sionare ohne fixen Gehalt und ohne die Anwaltschaft aus eine hohe Pension nach ihrer Rückkehr ins Heimat­land in die unwirtlichen Gegenden fremder Länder, um dort ohne Säbel und Flinte, einzig und allein vertrauend aus die Kraft des Geistes >n Kampf Mit der Barbarei und dem Heidentum zu beginnen, ^ocf) immer sproßt aus jener Kraft die Schar mutiger Priester, die unbekümmert um das tolle Geschrei aller Atheisten, Freidenker und Nichtdenker den schweren Pflichten ihres verantwortungsvollen «Berufes nach­kommen, obwohl sie nur zu gut wissen und es hun­dertmal am eigenen Leibe erfahren, besonders in un­sern Tagen, daß so unendlich wahr ist das Wort, dos auf dem Katholikentag zu Mainz im Jahre 1911 der letjige Erzbischof Faulhaber in seiner RedePriester und Volk und unsere Zeit" gesprochen:Wer den schwarzen Rock nicht trägt, macht sich kaum eine Vor­stellung. wie viel mitleidige und haßerfüllte Blicke auf den Bahnhöfen und an öffentlichen Arbeitsplätzen uns Schwarzröcken nachgeschickt werden. Blicke, die uns fragen, wozu denn diese Pfarrer auf der Welt herum­kaufen: Blicke, die mit einer kleinen Aenderung das Horazwort zitieren: Hic Niger est, hunc tu, Germane caoeto. Das ist ein Schwarzer, Germane, nimm Dich in acht! Es täte manchmal not, wir hielten den gan­zen Tag den Hut in der Hand und sagten: Entschul­digen Sie gütigst, daß ich auch noch am Leben bin!"

Woher die Kraft schwacher Menschen in diesem so ungleichen Kampfe, in dem Kampfe der Selbstverleug­nung und Selbstüberwindung mit dem Hochmutsdünkel unserer Zeit, der sich stützt auf die Dummheit und Brutalität? Das psingslwunder löst dem Gläubigen das Rätsel. Ncberzcugt von der Wahrheit der Vec- heißung des Herrn, daß sein Geist bei der Kirche bleiben werde bis an das Ende der Welt, erkennt er in dem Siege des Schwachen über den Starken die Kraft des überirdischen Feuers, das vor 2000 Jahren Prediger und Volk durchströmte und das Angesicht der Erde erneuerte. Das verleiht dem Gläubigen zugleich Neuen Kampfesmut und stärkt in ihm die Hoffnung

und Zuversicht, daß die vom Geiste Gottes geleitete Kirche noch triumphieren wird, wenn die Körner am Geistesbau der Menschen verschwunden unb ihre Asche schon längst in alle Winde jerstreut ist.

Unb ihr werdet meine Seuyen sein!" Einem jeden gilt dieses Wort des Herrn und darum soll auch ein jeder das Seine dazu beitragen, den unausbleib­lichen Triumph des Werkes Ältlicher Gnade und gött­lichen Geistes vorzubereiten. Eir« Ehre soll es fein für feien, Dilkompier sein zu bürten. Feige aber wäre es, aus Denschenfurcht abseits zu stehen und die Hand« müßig in den Schoß zu legen. Auch für den 6. Juni kann sich daraus jedä Leser die richtige NatzauWen- bung machen.

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, -^ Pfingsten,

(Aus den Schriften von Alban Stolz.)

Jetzt gib aber Acht! Indem ich dies gerade schreibe, ist Dfingsten, der Hochzeitstag dss hl. Geistes. Ge­rade was die Sonne, wenn sie zur Höhe von Eom- merjohanni aufsteigt, über der Erde verwandelt und wirkt, das Nämliche wirkt der hl. Geist in der Seelen­welt. Unb eine Seele ohne den hl. Geist sieht aus gegen eine Seele, in welcher der hl. Gerst wohnt, leuch­tet und wärmt, wie eine kalte, finstere Winternacht über gefrorner Erde gegen eine schörre Sommerland­schaft voll schwellenden Aehren und Früchten, voll frischem Grün und lieblichen Blumen.

Wir wollen das einmal an den Jüngern Jesu be­trachten: Das waren furiose Leute und man muß sich wundern, daß der Herr so lange Geduld mit ihnen gehabt hat. Alle Augenblicke sammt ihnen bas Ge- lüft, sie möchten große Herren werden, und ob das neue Regiment nicht bald angehe. Ein anderes Mal kommt die Frage: Ja, was kriegen wir dafür, daß wir unser Fischergeroerbe auf gegeben haben? ein anderes Mal hoben der und jener Sorge, daß ihm feiner im Rang vorgesetzt werde ein anderes Mal fangen sie Zorn mb fragen, ob sie nicht Feuer vom Himmel herabrusen sollen, bamit der ungastliche (Samariterort verbrenn« vielmai zeigen sie gar wenig Besinnung und Verständnis ein anderes M^! haben sie gewaltig Angst, sie gehen unter, und es werde ihnen allen gehen wie bem Jonas, aber ohne Wall­fisch. Als der Herr gefangen genommen wurde, liefen alle davon und Petrus, welcher zuerst gewalttätig das Schwert gezogen und schier dem Malchus den Kopf gespalten, wenn er etwas mehr links gehauen hätte, hat bald darauf elendig vor einer Magd schon Aengsten bekommen und sich verschworen, er kenne Jesus Chri­stus nicht, ganz gewiß nicht. Kurz, es hatte den Anschein, als schlage die Lehre and der Umgang des Herrn gar wenig und kümmerlich an den Jüngern an.

Als aber das Pfingstfest gekommen und der heil. Geist in die Jünger eingegangen war wie ist da ein prächtiger Sommer in den Serien der Jünger auf- gegangen und hat sie zu Apostel verwandelt! Petrus, der erst noch Judenangst gehabt hatte, stand vor allem Volk hin und redete von dem Herrn Jesus, Christus, wie sie kein Hell finden könnten als in ihm, den sie in ihrer Verblendung gekreuzigt hsttem Unb als später die Hohenpriester unb andere Herren in Jeru­salem die Apostel arretieren üeßcn, wegenStörung der öffentlichen Ruhe und Sicherhell" und hernach wieder losließen mit dem scharfen Verbote, ja nichts mehr von Christus zu reden, sondern als ehrsame He­bräer still und eingezogen sich zu verhalten, sonst werde man andere Maßregeln ergreifen; da hat Petrus geantwortetDir müssen Gott mehr gehorchen als den Druschen." Ja, diese armen ungelehrten Juden sind vor Statthalter und Fürsten hingestarrden und haben ihnen ins Gewißen geredet und haben ganze Völker­schaften vom Heidentum bekehrt, und haben mit Freu­den ihr Leben für Christus imb Christi Sache aus­geopfert Mit Fröhlichkeit haben sie sich zu Tode mar­tern lassen und nichts gewollt von aller Ehr unb Herr­lichkeit der Welt.

Sieh', das ist die Gewalt und Allmacht und Kunst des hl. Geistes. Unb diese ist so wenig heutigen Tags ausgegangen, als die Kraft der Sonne ausgegangen ist, wenn der Sommer kommt. Man sieht das hie und da bei einer Mission, aber auch sonst; denn der Geist weht, wo er will. Dieser Geist hat eine nichts­nutzige Person im Judenland umgewandelt zu der Büßerin Dagdalena. Dieser Geist bot ben in Ketzerei und Unzucht versunkenen Sohn der hl. Monika umge­wandelt zu einem großen Kirchenvater, dem hl. Augu­stinus. Dieser Geist hat den hl. Ignatius von Loyola aus einem leichtsinnigen, verliebten Offizier umge- wandelt zu einem Ordensstifter unb gewaltigen Werk- zeug Gottes. Auf jeden Tag bes Jahres fallen viele Heilige, welche die Kirche kennt und aufgeschrieben hat es mögen aber mehr als Tausende auf jeden

Tag fallen, die da gestorben und vor Gott heilig sind, von denen ober die Welt nichts weiß und nirgends etwas ausgeschrieben ist. Und olle insgesamt sind heüig geworden nur durch die Wirkung des hl. Geistes

Es ist überhaupt furios, die. gan^e Christenheil glaubt und bekennt, daß der hl. Geist auch Gott ist und den beiden andern göttlichen Personen gleich aber während jedes gelehrsame Schulkind mancherle von Gott Vater unb vom Sohne Gottes Heczujager weiß so konnte man in jedem Haus, in Stadt uni Land, Umfrage halten, was sie vom hl. Geist miss er so ist's meistens nicht viel mehr, als die trocken, papierene Antwort, er sei die dritte Person in bei Gottheit. E« wird darum für die meisten Leser eim wahre Neuigkeit sein, wenn ich ihnen etwas vom heil Geist erzähle.

Ich habe schon eine Landschaft gesehen, welche gan; surchlerlier verwüstet war; wo vorher gutes Baulani und rechtschaffene Anpflanzung lag, do sah man nicht- ols Steine, Geröll, Sand und ausgerisfene Bäume Diese Verwüstung hatte ein Wolkenbruch und Ueber schwemmung angerichtet. Aber der Himmel war wie der blau, das zornige Gewässer war verflossen; blof ein Ne mer Bach spazierte vorbei und machte ein gan; unschuldiges Gesicht. Ein andermal kam ick an eine Brandstätte; kohlschwarze Balken lagen um her, zerbrochene Dachziegel dazwischen und ich weif selbst nicht, was all für schwarzer halb und ganz vee brannter Unrat Selbst die Bäume und das Hau- waren versengt unb die Blätter hingen abscheulick schwarzbraun und zerfetzt umher ein barfüßiges Weib stand an der Brandstätte und jammerte unl heulte vor den öden Mauern, als wie wenn ihr eigenes Söhnlein darin begraben wäre. Vom Feuer sah mar keinen Funken mehr, nur rauchte es noch dünn uni müde da und dort aus einem Haufen Schult.

Sieh', gerade so ist es mit der Sünde. Gar viel« Leute meinen mit dem Bleibenlaffen sei sie abgetan absonderlich wem. sie einem auch noch leid tut, nachden das Pläsier abgelöscht ist. Allein die Sünde verbrenn und wüstet etwas in der Seele und macht sie fdjwar; und wüst und faul, und dieses Verderbnis bleibt, wem auch die Brunst der bösen Lust gelöscht ist und da- Leben langsam und langweilig im Sand des Greisen alters abwärts schleicht. Zieh' das Mester auch aus der Wunde heraus, dre Wunde bleibt; hört der Sturm wind und das Hogllwetter auch auf, der umgestürzt« Baum bleibt Ilsen und die Frucht ist zerschmettert Desgleichen hast du deine Seele mit einer Todsünd vergiftet, so ist sie vor dem Auge des Allwisiender geworden wie durch unb durch faules Obst, stinkend uni ekelhaft und nichts nutz als wegzuwerfen in den große» Misthaufen der Hölle.

Was kann da noch helfen? Ein menfchsiches Mit le! nicht: So wenig Menschen ein ausgestochenes Au« wieder herstellen, ober einen abgehauenen Kopf wiedei auffetzen, ober eine verbrannte Handschrift aus bei Asche wieder zu Papier machen sönnen; so wenig kam der Mensch eine verdorbene Seele wieder gesund, le benbtg und schön für Gott machen. Jo du sannst nich einmal in diesem Zustand bei Christus im hl. Abend wohl Hilfe suchrn: denn würdest du so zum Tisch bei Herrn gehen, so versündigst du dich am Leib des Hern und issest dir das Gericht hinein. Und doch ist es eh erschrsckl'chtr Zustand eine Todsünderscele n sich zu habe.» wenn der Mensch Erkenntnis hat, wi es mit ihm sieht, so muß er vor sich selber schaudern er ist in einem Zustande, wie vor Alters einma manche Menschen mit einem Leichnam zusammenge bunden wurden, so daß sie Tag und Nacht den groß lichen Anblick und Genich der Verwesung auf fid sitzen hatten. Wo ist do noch zu helfen?

Antwort: Da hilft niemand als Gott der hl. Geist Er ist es vor allem, der im Sünder bewirkt, daß ihm di Augen aufgehtn, daß es ihm übel zu Mut wird übe seine Sünden unb daß er nach Hilfe verlangt. Unb wen» dann der Sünder in Reue und in Hoffnung auf d! Verdienste Ehrrsti in dem Beichtstuhl sich verdemütig und seine Sünden bekennt, und der geweihte Priesto die Absolution über ihn spricht da wirkt der hl. Geis in der Seele des Sünders, wie einst bei der Taufe, eii Wunder, er gießt wieder Leben, Frische und Schön heit in die Seele, er wandelt das Gespenst zu einen Ebenbild Gottes. Niemand sieht dieses Wunder meh als die Beichtväter. Ja der Beichtvotn sieht oft mi Erstaunen, wie Menschen mit den größten Losterri verwilderte Männer und Burschen, liederliche Mäd chen, zanksüchiige Weiber umgewandelt sind zu demüti gen bcreitw-Uigen Kinderscelen, die redlich wie Soul" fragen:Herr, was willst du, daß ich tue?" un selbst begeh een, daß der Beichtvater ihnen eine red große Buße auferlege. Sieh, das ist der hl. Geis der Finger Gottes, welcher die Seele berührt und au der Verwesung zum Leben erweckt bat