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Ausgabe B,
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A 1.50 Mk., B 1.80 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzelle oder deren Raum 40 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 30 Pfg. extra. In Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Erfüllungsott für das Einklagen von Forderungen ist Fulda. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
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wochenkalender.
Sonntag, 23. Mai. Pfingstfest.
Montag, 24. Mai. Pfingstmontag.
Dlensta a, 25. Mai. Pfingstdienstag. Gregor VII., P.
Urban, P. u. M.
Mittwoch, 26. Mai. Quatember. Von der Oktav.
Philippus Neri, Bek. Eleutherius, P. u. M.
Donnerstag, r.7. Mai. V.' jr v, Beda, der Ehrwürdige, Bek. u. Kchl. a- P. u. M.
Freitag, 28. Mai. Qua^...^e^. ^on der Oktav, Augustin, Bisch, u. Bek.
Sa m Sta n, 20. Mai. Quatember. Von der Oktav, Maria Magdalena von PazziS, Jgfr.
pfiagjifèft.
(Ev. Joh. 14, 23—31.)
' In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn mich jemand liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wiro ihn lieben: wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm nehmen. Wer mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht: und daS Wort, welches ihr gehört habt, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Dieses habe ich zu euch geredet, da ich noch bei euch bin. Der Tröster aber, der hl. Geist. den der Vater in meinem Namen senden wird, derselbe wird euch alles lehren, und euch an alles erinnern, was immer ich euch gesagt habe. Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden geb' ich euch; nicht wie die Welt gibt, geb' ich ihn euch. Euer Herz betrübe sich nicht, und fürchte nicht! Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch: wenn ihr mich liebtet, so würdet ihr euch ja freuen, daß ich zum Vater gehe: denn der Vater ist Sröger als ich. Und nun habe ich eS euch gesagt, ehe- denn eS geschieht, damit ,hr glaubet, wann eS geschehen sein wird. Ich werde nun nicht mehr viel mit euch reden: denn es kommt der Fürst dieser Welt; aber er hat nichts an mir, sondern damit die Welt erkenne, daß ich den Vater Uebe, und tue, wie mir eS der Vater befohlen hat.
Lin Meisterwerk«
in Meisterwerk der Trauer" nennt ein großer Denker unserer Tage den Psalm 50. Wer aber hat die es Meisterwerk geschaffen? Es ist der müßte Künstler und Dichter, die , ‘ K. _ „ Quelle aller Schönheit und Heilig- keit, die Quelle der Güte und Barmherzigkeit, tue xjtelk st^'üllcher Salbung und gottgefälliger Trauer, der hl. Geist, besten Herabkunst über die Apostel die Chnstenhett heute am lohen Psiagstfeft begeh,. Sind ja die Pialmeu ein Bestandteil der hl. Schrift die geschrieben wurde auf Eingebung und Anregung de« dl. Geistes. ^Getrieben vom hl. Geist haben jene Männer, die Verfasser der hl. Schriften, zu uns ge sp-ochen", sagt der Apostelfürst". (2 Pe. 1 20.) gjenfen wir also die ein Kunstwerk am heutigen Pfingstfest unsere volle Aufmerk am seit und lassen wir dle^auen Herl. Trauer üb r unsere Sünden u. die inni- gerFreubeüber unsereVersöbnuna milGoitmitklingen.
Psalm 50: Gebet einer büßenden Stele.
1, Erbarmen, Herr, für meine Seele Nach deiner übergroßen Güte.
2. In deiner unbegrenzten Liebe Die Missetaten alle tilge.
3. Ganz rein mich wasche von der Sünde, Von aller Makel mich befreie.
4. Denn ich erkenne mein Vergehen, Die Sünde schwebt mir stets vor Augen.
5. Vor dir allein hab' ich gefrevelt. Ich leugne nicht: ich bin ein Sünder.
6. Gerecht sind deine Strafgerichte Wer darf auf seine Unschuld pochen?
7. In Sünden bin ich ja empfangen, Bin unrein seit dem Muttcrschoße.
8. Du liebst, o Gott, die lautre Wahrheit, Enthüllst mir deines Heiles Ratschluß.
9. Besprenge mich, o Herr, mit Hywp Und schneeweiß wasche meine Seele.
10. Dann wird mein Geist vor Freude jubeln, Und mein Gebet sich neu beleben.
11. Blick weg, o Herr, von meinen Sünden Und tilge meine Missetaten.
12. Ein reines Herz in mir erschaffe. Gib feste Richtung meinem Willen. »
13. Verwirf mich nicht vor deinem Antlitz, Den heiligen Geist mir nicht entziehe.
14. Verleihe mir des Heiles Freude, Des Geistes Kraft zu allem Guten.
15. So will ich lehren deine Wege, Damit der Böse sich bekehre.
" 16. Mein Gott, verzeih nie alle Bluttat, Und meine Zunge wird dich preisen.
17. Herr, öffne gnädig meine Lippen, So wird mein Mund dein Lob verkündn, -
18. Gern bätt' ich Opfer dir geschlachtet — Doch können sie dich nicht versöhnen.
19. Ein Herz voll Neue und Zerknirschung Ist dir das wohlgefälligst Opfer.
20. Erweise Sion deine Gnade, Laß seine Mauern neu erstehen. -
21. Ein reines Opfer nimm entlegen 1 Auf deines Bundes Hochaltare. —
Einen Bußpialm haben wir hier vor unS und zwar den wirkungsvollsten, den gewaltigsten, den berühmtesten. Kein Trauermarsch Beethovens oder Haydens oder eines andern großen Komponisten erschüttert so sehr das Gemüt wie die andächtige Lektüre oder das würdige Singen dieses Psalmes „Miserere". Nicht durch seine Accorde oder Töne, nein, durch die Wucht seiner Gedanken ergreift c> bas Herz, Gedanken über des Menschen unendliche Armseligkeit und Gottes unendliche Größe, über des Menschen unbegrenzte Schwachheit und Bosheit und Gottes grenzenlose Barmherzigkeit und Güte. Ge
danken, die bei unserm Psalmisten nichts anderes waren als eine Verkörperiing seiner eigenen Erfahrung. Ein unendlich tragisches und trauriges Geschehnis bildet ja den düstern Hintergrund, von dem unser Psalm so majestätisch sich abhebt. Von der Höhe keines Glückes und seiner Tugend taumelte David hinab in den Pfuhl der Sünde, die der heilige Gott im sechsten Gebot so streng verbietet und um seine Sünde zu verdecken, schreckte der königliche Machthaber nicht zurück vor einem schrecklichen Blutbefehl. Der tapfere, eine Urias mußte sein Leben lassen, um die Lüste des Königs zu befriedigen. Durch ein geschicktes Gleichnis brachte Naihan den Sünder dahin, sein eigenes Urteil auszuiprechen mit den Worten: „Der Mann, der so et vas getan, soll sterben". Und sogleich holte Nathan aus zu dem Schlage: „Du selbst bist dieser Mann ; durch Ehebruch und Mord hast du den Tod verdient". Da knickte des Königs Selbst- gerechtigkeit zusammen und mit gesenktem Haupte Piach er: „ich habe gesündigt wtder den Herrn" Dieses reuige Geständnis brachte ihm Verzeihung: „Der Herr hat deine Sünde von dir genommen". —
Siehst du die Bedeutung der heiligen Trauer, die Bedeutung der Buße? Gleich am Pfingstfest hat sie Petrus as Arznei verordnet mit der Mahnung: „Tut nun Buße und bekehret euch, damit eure Sun» den getilgt werden".
Mein Christ, möge die Buße für dich kein leere- Wort fern ohne Inhalt. Denn gerade die Buße ist unsere ganze Hoffnung. Bist du vielleicht in der Jugendzeit verfüh-t worden und hast deine Unschuld verloren in einer Zeit, wo sie noch blühen sollte wie eine Lilie? Oder bist du selbst zum Verführer, zur Verführerin geworden? Die Buße ist deine Rettung. Hast du vielleicht vor der Ehe Schiffbruch gelitten an der Tugend unbefleckter Reinheit? Hast du in der Ehe gegen die Treue oder gegen den Zweck der Ehe gefrevelt? Bist du in Diebstahl und Betrug verwickelt worden? Hast du deinen Eltern, Geschwistern, Freunden Unrecht getan, sie schwer beleidigt? Lebst du in einer Feindschaft dahin ? Bist du dem Gotteshaus, dem Gebet, dem Sakramentenempsang, dem k.rchlichen Leden enffremdet? Deine Rettung ist die Buße. Worin sie besteht? Im Aufblick zum barmherzigen Gott, in Erkenntnis der Schuld, in biennendem Schmerz über die Sünde, in aufrichtigem Bekenntnis, in nachhaltiger Befferung. "Dann wird dich die Buße zu den Heiligen des Himmels führen. Zur hl. Margaretha von Koitona, jener großen Bilßerin, die wegen ihrer Jugendsünden sich beunruhigt fühlte, sprach einst der Herr: „Du wirst n-ben die Seraphinen gestellt, wo die liebeglühenden. Jungfrauen sind."
Hauest du aber wie ein Aloysius ober wie eine Agnes gelebt, so heute an das Wort des hl. Kirchenvaters ^uemiümiB : ^Niemand, o rein er auch ge» übt hat, soll ohire Buße aus dem L.'^en scheiden".
Der Burgpfarrer,.