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Ausgabe B.

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag u. kostet Vierteljahr!. Ausg. A 1.50 Mk., B 1.80 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolagelzeile oder deren Raum 49 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert» und Auskunft-Anzeigen 30 Pfg. extra. In Konkursfällen wird der bewilligte Rabatt hinfällig. Erfüllungsort für das Einklagen von Forderungen ist Fulda. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actlendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher. Druck und Verlag der Fuldaer Actirndruckeret. -.....

n:. 20.

Kassel, ècn (6. Mai 1920.

50. Zayrg.

Wochenkalender.

Sonntag, 16 Mai. 0. Sonntag nach Ostern. Joh. v. Ncpomut, M Ubald, Bek.

Montag, 17. Mai. Pas Halis Baylon, Bek.

Dienstag, 18. Mai. Benanti uël, M.

Mittwoch, 1 >. Mai. Petrus Co'eftinuS, P. u. Bek Padentiana, Jgir.

Donnerstn20. Mai. Oktav von Himmelfahrt, Bernardin von Siena, Bek.

Freitag, 21. Mai. Vom Tage. .

Sainstaa, 22. Mai. Vigil von Pfingsten.

Sechster Sonntaz nach Ostern.

(Ev. Joh. 15, 26-16, 4.)

In jener Zeit fpta.ti Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Tröger kommen wird, den ich ruh vom Vater senden werde, ter Geist der Wabrheit, der vom Vater ansgebt, Derjelbe wiro von mir Zcu nis geben. Uno auch ihr n erdet Zeu nis geben, weil ihr vom Anfänge bei nur seid. Dieses habe ich zu euch geredet, damit ihr euch nicht ärgert. Sie werden ru h aus ten Synagogen ausstoßcn: ja cs kommt die Stunde, daß jeder, der euch tötet, Goti einen Dienst zu tun glauben wird Und das werde > sie euch tun, weil sic weder ten Vater noch mich kennen. Aber ich dal e euch dies < e agt. damit, wenn die Stunde kommt, ihr euch daran ei» nnert, daß ich es euch gesa t habe.

am Tage der Trübsal".

feile, die man vorher siebt, sag der bl. Papst Gregorius, verwunden weniger. Deshalb tat der göttliche He land feinen Aposteln int voraus 'cton de Leiden ve'küi'digt, di _ * Trübsale vorpeitedt, die «hier war. teten, Damit sie kein Aeraeruis nähmen, als wäre ihnen etwas gegen Goins Wissen und Willen zuge- sloßen. G. rode durch das Leiden und durch das Mar.yrium ollten sie Zeugnis ableaen für die JJlacbt, die Wahrheit und tlid)fett ihres Evange liiiiié, das mit ihrem Tod nicht b!o3 nicht ausae- lo|d)t werden, sondern noch h Her erzählen tollte.

'\m ^rwußtscin der eigenen Ohn nacht bat bei ' G"'^b Po,, Über an die Gottheit sich gewendet, um die 0)ei el des Leid. ns sich vom Haup^ zu Halen. Zu d e em Ziveck haben die 3 meinen mbllo'e Opfe, da, cb.ach', i dem ne ^^ und Zwen, Ninde. rin) Siiere in Menge 'chtach'-e, ihr Fleisch vr- brinnl'N, ch^ Blui um den A tar ooheu. Jn>ec warcn diese Oper vielfach in reine ^enherlid'fenev ausqeanei 1110 ^u einem bloßen Zeremoniell v.r chocinet, 1'0 daß die ^jmeltien zwar hau enwei e die Schafe binschlachreten, ihren Hochmut, ihre Habs,ich ^lnd ihre üvnaen Halter aber ruhig am Leben ließen.

Gott läßt sie wissen, daß er an solchen Opfern kein Gefallen hat, daß sie sogar seinen Zorn und seinen Abicheu euegen. Nur ein demütiges, vertrauens­volles Gebet, vei bunden mit einem tündenlosen, reinen Wandel kann Gott versöhnen, seinen Zorn und seine Strafgerichte abwenden und den Stegen der göttlichen Wohltaten herabrufen.

Das ist der kurze Inhalt des 49. Psalmes, dem 'r heute unser Ohr leihen wollen.

Psalm 49: von gottgefälligen Opfern.

1. Es redet Gott, der Allerhöchste Und ladet zum Gericht die Völker.

2. Vom Aufgang biS zum Sheber irrn iCi ^. Erstrahlt auS Lion seine Schönheit.

3. Vor aller Welt erschint der Rilster, Vorüber ist fein langes Schweigen.

4. Der Blitz verkündet seine Ankunft, Sein Herold i|t der laute Donner.

5. Den Himmel und die Erde ruft er, Gericht zu halten seinem Volke.

6. Bezeugen sollen es die Engel, Daß Gott ist ein gerechter Richter.

7. Vernimm, mein Volk, und laß dir sagen: Ich bin dein Gott und ich dein Richter.

8. Nicht deine Opfer will ich schelten: Du brin st sie ja in reicher Menge.

9. Ich brauche nicht die fetten Stiere, Die Böcke nicht aus deinen Herden.

10. Mein sind die wilden Tiere alle, Mein ist das Vieh auf hoher Weide.

11. Mein sind die'el in den Lüften Und was si h tummelt auf den Fluren.

12. Und hätt' ich Hun 'er, fa'f ichs niemand Denn mein sind alle Erdenwesen.

13. Sollt' ich das .vleif b der Stiere eff-n ? Sollt' trinken ich das Blut der Böcke?

14. Ein reines Leben br tu als Opfer Und dein Versprechen mir bezahle.

15. Am du der Trilb al zn mir bete, So will ich gnädig dich erretten.

16. Das sind die Opfer, die mich ehren, Die meinen Se^eu Dir erschließen.

Der Tag d?r Trübsal wnd ost eine Nacht bei Beritt tun, eine Nacht de. Zeifel, ein? Nacht des Un staubens eine Nicht der Goe losi keit. In mein Sanatorium starb vor einiger Zeit die einzige lohier einer nnge ehenen Familie an der Lun en- chwindsuch', Tag und Nicht halte die Mutter am Bette ihres Lieblings gewacht, bat ihr den leisesten W in'ch erfüllt und keine Ans gaben aeichent. Plötz- lh nahm die Kiaukieit eine ein'tliche Wendung und das.blerlein wurde den VeuiveifeUen Eltern

entrissen. Aks man die arme Mutter zu trösten jeratfre, brach sie in die Woile aus:Bisher habe ch gemein*, Go t sei gut; nun aber habe ich gesehen, gaß er a'auwm ist".

Da siehst du. in welche Gefahren der Tag der Trüf^ 'al die Seele stürzen kann. Gleich einem Schiff wird sie ron einem Wirbelwind erfaßt, auf die Seile gelegt oder gänzlich urrpeaorfen. «Ich habe gesehen, daß Gott grausam ist! Dieser Ausspruch wäre eine Gottes­lästerung, wenn wir ihn nicht auf das Konto übermäßi­gen Schmerzes setzen müßten. Gott ist nicht grausam und kann ulchl man am fern, anet) dann nicht, wenn er für nn ere Bitte taube Ohren hat und uns in den Ofen der T'übsal wirft. Im» er ist dott die um neuste Güte und Liebe. Er ist nicht grau'am, aber er scheint grairam. Ohne das Glaubenslicht können wir Gaues Absichten nicht v rstehen und leibst bei der Fackel des Glaubens bleiben si: noch rätselhaft uns d inkel.Meine Wege sind nicht eure Weie", spricht der Herr,und meine Gebauten sind nicht eure Gedanken; denn so hoch der Hunm'l ist über der Erde, so wch sind meine Gedauk n über eure Gedanken und meine Wege über eure Wege". E»k nne al 0 im Glauben, daß der Tag b*r Hetmsu hung ein Glückstag ist für dich unb die Deinen und halte dich getreu an den alten Sp u.chWas Gott tur, das ist wohl- getah".

Was fol ft du al 0 tun am Tag der Tiübfal und schon vorher? Beten, dar der Kelch vorüber- iehe oder doch, wenn du rhn tr nken mußt, er für leine Seele eine Medizin werde. Das war das Herlandsgebet am Oelberg. Ter Kelch g ug damals nicht vorüber, aber ein Engel ist gekommen und hat den Heiland gestärkt.

Diese 2 ärlung w.rd auch dir zuteil werden und nicht bloß durch einen Engel, 'oudcrn auch durch den hl. Geist, der aus dem FuU 01 n feint r Naben auch die Ställe ausg'eßl. Wer hat denn lie Apostel, bte ehedem we ch wie Wachs grwe en sind, hart und uueiup ittdlich gegen Leiden èemachr wie Stahl und Eisen? Der bl. Geist, den sie an Pfingsten emp an gen, den sie die neun Tage zuvor in'» aller Inbrun t an gerufen haben. Steh, auch in unsern Ta gen bat der hl. Geist seine Kraft noch nihl verloren. A iS der Koreanischen C ristenver- solgung, die um die Mitte des vo- ig»n Ja aHunde, is vütele, w rd vo i einer katho.,scheu Frau, nan ens Zarbara, erzä.lt, die lo gen ihres christlichen ^e- kennin sses in den Kerker gewogen wurde. F>ü' er, 0 sp ach sie eines Tages zu ihren Le densgenosjiuneu, F ü »er stierte ich schon, wenn ich vom Mar.yrium nur böric; der hl. Geist aber hat sich gciomb gt, mir arm n sümerin gro'ie Gua >e zu geben; ich habe keine F'Uchi mehr und bin ganz heubij; ich dachte nicht, daz die Sache so le chs märe!

Der Durgpfarrcr.