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speiste, die nach unten drücken und treten und nach -ben Buckel machen, Radfahrer. Leider gab es im alten System viele, zu viele solche Radler, und des« halb können so viele die heutige Zeit nicht verstehen und lieben. Jesus, der in der Geschichte feines Heimatstaates die glänzende Vergangenheit feines Volkes wohl studiert hatte, und wie alle seine Volksgenossen nur schwersten Herzens die Selbständigkeit der priesterlichen Republik dem römischen Tyrannen geopfert sah, sprach dennoch das ruhige Wort: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist."
Das ist Verfassungstreue, die uns ein Muster sein soll, auch wenn wir mit einer Verfassung innerlich nicht einverstanden sind. Was aber Obrigkeit und Gottesgnadentum ist, das sagt der Apostel Paulus klar und deutlich in feinem Römerbrief 13: „Jedermann unlerwerfe sich der sbrkgkerllichen Gewall; denn es gibt keine Gewalt, außer von Gott, und die, welche besteht, ist von Gott angeordnet." Deshalb ist der wahrhaft religiöse Mann ^verfassungstreu auch der Republik gegenüber, und Gewalttat ist verwerflich, woher sie auch komme.
So ist es im eigensten Interesse der Regierung selbst, den religiösen Geist der Bevölkerung zu erhal- ten und zu pflegen. Wie töricht ist es deshalb, das Kreuz aus der Schule entfernen zu wollen. Im Kindesherzen muß die Religion Wurzeln schlagen: in Schule und Familie muß sie gehegt und gepflegt werden; im öffentlichen Leben darf sie nicht bekämpft und erstickt werden. Dann wird sie sich zu einem mächtigen Stamme entfalten, der überreiche Früchte bringt, die allen zugute kommen. Der wahrhaft religiöse Mensch ist arbeitsam, genügsam und friedfertig. „Der Mensch ist zur Arbett geboren, wie der Vogel zum Auge", ist ein göttliches Gesetz, das für vornehm und gering, hoch und nieder, gleicherweise gilt. Eine feine Dame klagte unlängst über die böse, neue Zeit, wo man arbeiten müsse, wie ein Dienstmädchen, und „unsereins ist doch nicht zum Arbeiten da". Sie hat tnchts vom Geiste Christi, der nicht zu herrschen, fon= deru zu dienen befahl. Sie paßt nicht in die neue Zeit — ihr war die alte lieber. Darin liegt ein scharfes Urteil.
Der christlich gesinnte Mann weiß wohl, daß einer auf Erden nicht alles haben kann, daß Freud und Leid, Sorge und Glück so verteilt sind, daß jeder etwas davon hat. Niemand beneiden und niemand bedrücken, das ist fein Grundsatz. Er ist versöhnlich und friedfertig, ohne deswegen aus die irdischen Güter ganz verzichten zu müssen. Denn immer noch gilt das Wort des Herrn: „Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen." Nur wenn unsere Demokratie auf christlicher Grundlage beruht, wird sie ausgleichend für alle Volksklassen wirken. Denn eine Gewaltherrschaft von links ist so verwerflich und unchristlich als die von rechts. Der Geist wahren Christentums muß aber auch das Verhältnis der Völker untereinander regeln. Dann werden vielleicht einst die abscheulichen Worte: Völkerhaß, Rache, Wiedervergeltung, verschwinden und einem wirklichen Völkerfrieden Platz schaffen. Dann wird der teuflische Friedensvertrag von selbst hinfällig werden, und dann erst kann Deutschland sich wieder erholen. Aber der äußeren Gesundung muß bie sittliche und religiöse Erneuerung, die Auferstehung aus dem Sumpfe der Gegenwart vorausgehen. Dann wird der Sturm dem warmen Sonnenschein des Friedens Platz machen und wir werden wie die dankbaren Schiffer im Volks- liede singen:
Nach dem Sturme fahren wir Glücklich durch die Wogen,
Lassen, großer Schöpfer, Dir,
Unser Lob erschallen.
Loben Dich mit Herz und Mund,
Loben Dich zu jeder Stund:
Christ Kyrie.
x^ Diözese Fulda» ^^
Vom Lande. Wiederholt haben die Zentrums fraktion der Deutschen Nationalversammlung und der Preußischen Landesversammlung verlangt, daß die Entschädigung für die an Frankreich und Belgien abzuliesernden Tiere den Mark preisen entsprechend festzusktzen seien. Endlich haben diese Bestrebungen Erfolg gehabt, was von allen Landwiiten dankbar begrüßt werden wird. Bei der Auskaustomnnsston, die dieser Tage im Kreise Ziegenhain tätig war, lief die Nachricht von der Negierung ein, bie abzuliefern- den Pferde — entsprechend jenem N grecunnsbeschluß — Lum Tagesvrets einzuschätzen und awzukunfeu.
Pilgerzell. Als Auftakt zum bevorstehenden Wahl- kamps fand am vor.Sonntag eine große Zentrums- Versammlung der Pfarrei Florenberg statt, die Herr Pfarrer Äübitng leitete. Parteisekretär Mühlenber g-Fulda sprach über Ziel und Bedeutung der neuen Zentrumsorganisation. Eine lebhafte ÄuS- spräche schloß sich an daS Referat an, wobei vor allem ZentrumSarbelt und BolkSvercinSarbert zur Sprache kamen. Die Wahlen der Obmänner für den Kreis- ausschuß werden in den nächsten Tagen stattfinden. Begeisterung für die Zentrumssache und Bereitschaft zur Mitarbeit kam allseitig zum Ausdruck und läßt erhoffen, daß die Zentrumspartei auch am 6. Juni wieder ihren Mann stellen wird.
Müs. Von seinem in Amerika wohnenden Vetter erhielt Bauunternehmer und Kreistags-Abgeordneter Bien hier die ansehnliche Summe von 85 000 Mark überwiesen. Dem Wunsch deS elden Spenders gemäß oll dieser Betrag zur Tilgung der Kirchenbauschuld
! masB de □ aEoam
Kn unsere Parteifreunde im Regierungsbezirk Kassel.
- Die ReichstagSwahlen stehen bevor. Außergewöhnliche Kosten werden erwachsen,
außersrdenMche Mittel
erforderlich sein, um solche zu decken.
Wir wenden uns deshalb an alle unsere Parteifreunde in Stadt und Land mit der Bitte, jeder nach feinen Kräften möge eine außerordentliche
Gabe zu den Wahikosten beisteuern. Beiträge bitten wir mittelst Zahlkarte auf Postscheckkonto 80727 Frankfurt a M., Franz Enders, Kassierer der ZentrumSpartei für den Rc- gierungsbezirk Kassel, einzuzahlen. Die eingegangenen Beträge werden in der Fuldaer Zeitung auf Wunsch veröffentlicht.
Ftilda, im April 1920.
Zer keMWWensie toW der Serum wrtei tot RegierllNgsöezlrl Mel.
hier benutzt werden. Der Vater dieses hochherzigen Mannes verließ im Jahre 1848 unsern Ort und fuhr über den „großen Teich".
Weyhers (Rhön). Die Neuordnung der ZentrumSpartei macht auch in unserer Rhön gute Fortschritte. Für WeyherS haben sich bereits 143 ZentrumSanhänger in die Mitgliederliste eintragen las. sen; die Zahl her eingeschriebenen Mitglieder in der Gemeinde EberSberg beträgt 278. Freudig wurden die kleinen Jahresbeiträge entrichtet und bereits in ter satzungsgemäßen Höhe an das Parteisekretarial abgeführt. Ein Bravo den zentrumstreuen Rhönernl
tzünfeld. Hier sprach in eurer , ui besuchten Zenirumöversammlung Kooperator Dr. Dütiner über die Erfolge und die Aufgaben der Zentrum po itil im neuen Staate. Sodann wurden die neuen Statuten der O-tSgruppe Hünfeld-Sargenzell genehmigt und der Vornand gewählt. Die Wahl hatte folgendes Er lebniS :
1. Vorsitzender RechtSanwalt Cramer; 2. Bors Dechant Ley; Schriftführer Lehrer Becker; Rechner Kaufmann J. Vogt; Beisitzer: Frl. Rektorin Volkemer, ff rau Marschall zum Lamm, Bahnhofsvorsteher Ney, Schrift, letter Schmid, Gre wr Drinnenberg, Rudolf Drinnen« verg, Karl Abel, sowie Bürgermeister Petter-Sargenzell.
Geisa. Am Sonntag veranitaltete der hiesige katholische JünglingSverein im Saale der „Linde- eine theatralische Abendunterhaltung, zu der die Freunde und Gönner des Bere:nS sehr zahlreich erschienen waren. Zur Aufführung gelangten u. a. daS funfaktige Schauspiel .Unter dem Schutze der Mutter Gottes- sowie der Märchenschwank „DaS geplagte Schneiderlein-. Die jugendlichen Spieler hatten sich durchweg gut in die einzelnen Rollen hinein Adachi und gaben diese, obwohl sie fast ausnahmslos zum ersten Male öffentlich auftraten, im all emeinen recht schön wieder. Reichen Beifall fand auch die lustige Szene „Die bösen Buben", bie den Schluß des Abends bildete.
Getsa. Am Dienstag tagte hier im Gasthof zum Stern unter dem Vorsitz des Henn Stadtsekretärs Winter eine gut besu te Zentrumsversammlung. Ueber die innerpolitifchen Ereignisse seit der November-Revolution, über Die Zusammensetzung der Regierung und über die Verfassungsberatung gab 4a r. teifefretär Müll er-Marburg in anregender Weise Ausschluß, wobei er auch nicht besäumte, bte Wirt- schastspolitik des Zentrums und sein Eintreten für eine paritätische Besetzung der Beamtenstellen in konfessioneller Hinsicht ins rechte Licht zu rucken. Herr ^rahmesfer Raab setzte sich bann für eine eifrige Verbreitung unserer Zenirumsprefse ein und forderte Mitarbeit zur Weiterbildung unserer christlichen Jugend I über das vom Staate angeordnete Pstichtmaß. Mit der
herzlichen Bitte deS Vorsitzenden, im kommenden Wahlkampf tatkräftig für die Zentrumsideale zu wirken fand dann bie stimmungsvolle Sitzung ihr Ende.
Gelfa. Unter großer Beteiligung laste am 21. April hier eine Delegierte »-Versammlung der Zentrumspartei im Amte Geisa. Herr Dechant M edler gab zunächst einen Bericht über die Tätigkeit der Partei seit der Wahl zur Nationalversammlung. Dann hielt Parteisekretär Mütter-Marburg einen Vortrag über „Parteiorganisation,Presse undWahltaktik".
Nachdem hierauf in einer lebhaften Diskussion mehrere Beschlüsse gefaßt waren, fand die Wahl deS sechs, altebrtgen Bezirksvorstandes statt, zu dessen Vorsitzenden Herr Apotheker Padberg erkoren wurde. Die drei, stündige Tagung gab durch ihre Fülle von Anregungen einen hoffnungsvollen Auftakt für den Wahlkampf. — In Schleid veranstaltete die ZentrumSpartei abends unter der Leitung des Herrn Niebel eine Zentrums^ Versammlung, in der die Herren Parteisekretär Mutter und Pastor Schmidt über das volksfreundUcde Wirken der Zentrumsfraktion in den Parlamenten berichteten.
Dermbach. Am Samstag verstarb im Alter von 72 Jahren Bürgermeister a. D. 'littet müll er, der lange Jahre für das Dermbacher Gemeinwesen wichtige Dienste geleistet hat. Er war auch Vorsitzender des Schulvorstandes, gegärte dem geichäfls- führenden Kollegium dec Sparkasse und des Bor- chußvereins an, dessen Tirèllvr er gewesen ist. Trotz res ho en Alters hat er mit seltenem Arbeitseifer seine ganze Kraft eingesetzt und treu und redlich feine Pflicht getan.
Eckardroth. Am Sonntag, den 18. Apris, fanb m Hüll'scheir Saale hier eine Zentrum sver. 'a m m I u n g statt. Nachdem Herr Dechant A tz e r t >on Ramsthal alle Erschienenen willkormnen geheißen und seine Freude über das zahlreiche Erscheinen lund fetan hatte, übertrug er Herrn Lehrer K r e n z e r bett Vorsitz und die Leitung der Versammlung. Partetsek- retär Müller-Marburg sprach über: Wirtschafts, unb Sozialpolitik in der Nationalversammlung. Mit ge. pannter Aufmerksamkeit, tauschten die Anwesenden den heraus lehrreichen Worten des Redners. Es wurde dann ein Parteiausschuß gebildet, in den Lehrer Krerr- zer, F. Schmitt, H. Hubert. Fr. Weber, L. Brascher und W. Metzler gewählt wurden. Der ruhige Verlauf der Diskussion zeugte davon, daß alle durch bas Referat und durch die Früchte jüngst verflossener Zeiten von den ehrlichen, wahren Bestrebungen des ZentrmnS überzeugt waren. In herzliihen Worten dank:« dann Lehrer Krenzer dem Herrn Stef erraten und den Er. fchienenen für das Interesse, das sie der Sache eilt, gegengebrccht haben
- NomStdal (Kr Schlüchtern). Der Wcchllampf wurde auch in NoinSthal mit einer Zentra ms Versammlung unter der Leitung des Herrn Bürger, meisters M o st eingeleitet. Eingangs wies Herr De. chant Atzert auf die Wichtigkeit der Reichstagsivahl hin iitnb darauf würdigte Parteisekretär Müller, Marburg das Wirken des Zentrums in der Koalitionsregierung. In der anschließenden Disknffion glaubte ein auswärtiger Sozialist vor dem Zentrum warnen zu müssen, denn es habe im christlichen Staate das Auf. kommen von Schiebern und Wucherern nicht verhindert. Parteisekretär Müller widerlegte die Ausführungen deS Sozialisten sofort mit schlagenden Beispielen. Das Zentrum lehnt es ab. Wucherer und Schieber «is Musterchristen zu betrachten Ansielle von Konnnunis- mus mit einseitiger Klassendiktatur fordern wir eine christliche Demokratie. Diesen mit Beifall aufpennm. menen Worten folgte die Wahl des Ortsparteivorstandes und ein ermunterndes Dankeswort des Herrn Dechanten.
INeiperz (Kr. Schlüchtern). Selten fah Weiperz eine so zahlreich von Frauen und Männern besuchte Zentrumsversammlung wie die, welche am Samstag den 17. April unser dem Vorsitz des Herrn Kaplan Roth stattfand. Parteisekretär Müller- Marburg gab in längeren Ausführungen ein Bild van der erfolgreichen Arbeit der Zentrumsfraktion in der Nationalversammlung und wies nach, wie das Zentrum bemüht war, bei der Steuerberatung die Landwirtfchast nor Ueberlaftung zu schützen und beim Betriebsrätegesetz den Einfluß des Arbeiters auf die Arbe'.tsausführung und den Betriebsschutz sicher zu stellen. Nachdem dann noch die Stellung des Zentrums zum Kappausstand und zu den Putschen im Ruhrgebiet flargcfteHt war, richte!e er einen warmen Appell an die Wähler, allzeit für die christlichen Grundsätze des Zentrums einzutreten. Es fanden hierauf die Wahlen zur Organisation der Partei _ statt und zum Schluß gab der Vorsitzende noch einige praktische Winke zur Wahlaaitation.
Salmünster. Mit bet Versammlung am ver- gxrngenen Sonntag hatte die Zentrumspartei ’n Salmünster einen vollen Erfolg zu verzeichnen. Herr Pater Pastor Fridolin begrüßte die Wähler und ev. teilte das Wort Parteisekretär M ü 11 er. Warburg, «'r einen interessanten Bericht gab über die Arbeiten cer Zentrumspartei in den letzten Monaden. Dem von den Anwesenden mit gespannter Aufmerksamkeit gefolgten Vortrag folgte bie Wahl be§ Parteivorstandes und der Kreisdelegierten. Hieran schloß sich eine tcll ste uns. spräche über Hansagitation und Pi esse. A.n Sek uy verband der Vorsitzende mit einem herzlichen Dankes-