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Guten an Leib und Seele, jetzt und an jedem Tag, da wir sie grüßen und anrufen.

Und in der Stunde unseres Absterbens. Wu oefin» den uns auf Erden^wie in einem ungeheuern Ge­fängnis, in welchem alle Gefangene zum To) verur- teilt sind und einer um den andern wird zur Hin- richtung aboebol'. Nun ober ist das Sterben e.was Schreckbas es schon an sich, aber das Schreck afie'te daran ist das Gericht, welches sogleich nach dem Tode folgt. Da werden alle freiwilligen Gedanken, Worte, Werke und Unterlassung des Guten berechne', und es wird enischitden, ob die Seele im Himmel oder in der Hölle ihr Haus der Ewigkeit bekomme. Darum sorgen wir voc und bit'en alle Tage die Mutier Gottes, daß sie ganz besonders tn der Stunde des Todes für uns bete, durch ihre kräftigste, bitte ein glürfieiige Sterbestunde in Neue, Vertrauert auf Christus und vollkommener Liebe Gottes er­werbe. Nun aber, so oft wir den Englischen Gruß beien, so stirbt gerade ein Mensch oder mehrere. Un eie Bitte geht also nicht bloß auf das Abslecbeu unserer eigenen Person in der Zukunft, sondern auch auf alle, welche jetzt gerade sterben, während wir den Englischen Gruß beten. Durch jeden Eng­lischen Gruß sorgen wir also vor für ein gute Sterbe­stunde und üben ein Werk der Barmheizigkert an denen, welche jetzt gerade am Sterben sind.

Die Grundlage der Erziehung.

Zum Tag der hl. Monika.

Nach meiner innigsten Ueberzeugung uüd der Er- fahrung, die ich an mir und an meinen Kindern und an vielen anderen gemacht habe, muß ich sagen, es gibt keinen anderen Grund einer guten Erziehung als herzliches aufrichtiges Christentum.

Man kann wohl durch andere Mittel eine gewisse äußere Tugend hervorbringen, besonders bei natür« lich reichen und gu'en Herzen, aber die durchgängige Richtung des Gemütes auf das Gute, der beharrliche Wille, jedes Ungerechte, auch im Kleinsten, jedes Böse, jedes Lieblose treu zu bekämpfen, auch wenn kein Mensch uns sieht, noch es erfahren wird dieses Be­streben in Demut des Herzens, die unsere eigene Fehler zu sehen wünscht, kann gewiß nur durch Reli­gion, durch Beziehung auf Gott, durch Jesum Christum begründet und erhalten werden.

Ich weiß wohl, daß nur zu oft diejenigen, welche die Religion äußerlich bekennen, diesen ihren wahren Gnst durch ihr Leben verleugnen, das ist aber nicht die Schuld der Religion, sondern der Menschen; und weil Religion wirklich die einzige seste Grundlage wahrer herzlicher Tugend ist, ist es auch durch die Erfahrung aller Menschen, die es versucht haben, be­währt, dâß Gebet für die Kinder selbst und für ihre Erzieher von so außerordentlichem Nutzen ist.

Hiermit meine ich öfteres Beten, mitten bei un­seren Geschäften, um Gnade und Beistand Gottes, um Geduld, um Einsicht unserer Fehler, um Treue, sie zu bekämpfen, um Hilfe für das Kind. Ein Blick auf Gott mit einigem inneren Verweilen, eine Empfin­dung seiner heiligen Gegenwart und seiner Liebe ist hierzu genug.

Ich darf sagen, daß man hierin, wenn man es nur versucht, die Wahrheit der Worte unseres Erlösers Jesu Christi erfahren wird:Wenn ihr den Willen meines Vaters tut, so werdet ihr inne werden, ob meine Lehre von Gott ist."

Auf diese Art ist wirklich das beschwerliche Ge- - schäft der Erziehung eigener oder fremder Kinder ein wahrer Segen für den inneren Menschen. Ein frommer Mann sagte einmal:Das Gebet ist das Leben der Seele", und es ist wahrlich auch das Le­ben der Erziehung.

(Aus den Schriften von Friedr. Leop. Graf zu Stolberg.)

Achtbare Armungsgnaden heute.

Wir leben in einer glaubensarmen Zeit. in einer Zeit, in der unzählige Christenmenschen ihren Glau­ben und ihre Liebe und ihr Hoffen nur dieser Welt zuwenden. Tausende und aber Tausende sind getauft und gefirmt für ein übernatürliches Leben, aber sie sind längst tot für dasselbe, weil sie für ein höheres Leben tot sein und nur leben wollen für dieses irdische

Von allen Seiten werden außerdem die übernatür­lichen Wahrheiten bekämpft, geleugnet, verhöhnt und verspottet.

Aber gleichwohl lebt die Sache des Gekreuzigten noch 'm Millionen Menschenseelen, und tie göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe, sind mitten im Unglauben unserer Tage Millionen Sterblichen die ^'itstern^ ihres Lebens geblieben.

Trotz der religiösen Gleichgültigkeit einerseits und des Hasses gegen das Christentum anderseits gibt es noch zahllose Bekenner Jesu und Kämpfer für dessen Sache, Kämpfer gegen die Feinde seiner Wahrheit, Streiter gegen die Gottlosen, gegen die Neuheiden, ge­gen die Gotteslästerer unserer Zeit.

Wir selbst haben es in unseren Tagen erlebt, was im sogenannten Kulturkampf in Deutschland ge­sündigt wurde gegen die Kirche, gegen den Glauben. Wir haben gesehen, was alles aufgeboten und geleistet wurde, um das Volk abwendig zu machen von Christi Kirche. Und wer das alles miterlebt und mirangesehen hat, muß staunen, daß trotzdem im Volk noch so viel Glaube, so viel Siebe und so viel Treue zur Sache Jesu vorhanden ist.

Wie viele gibt es sodann noch, die in unserer Zeit der Unzufriedenheit und der sozialen Gärung in Geduld ausharren bei harter Arbeit, bei großen Entbehrungen und Leiden, ausharren in der christlichen Hoffnung auf ein anderes, besseres, ewiges Leben!

Wollen wir aber wissen, wem wir es verdanken, daß in unserer glaubensarmen und gottlosen Zeit noch Glaube, Hoffnung und Liebe blühen, verdanken, daß so viele Streiter ausgestanden sind für Gottes Sache, ver anten, daß im Volke noch so viel übernatürliches Le­ben wohnt so sage ich: Wir verdanken all das der FirmunZsgnade des heiligen Geistes. Er hat Mil­lionen die Stärke des Willens und der Erkenntnis ver­liehen, die großen Wahrheiten des Christentums festzu­halten und zu bekennen trotz des Spottes und der Ver­folg. gen der Welt, trotz der unablässigen Angriffe von außen und von innen und trotz des Abfaller s falscher Brüder.

Der Heilige Geist ist es, der Millionen unter Waf­fen hält für Gottes Sache und sie begeistert zum gro- ßen geistigen Kampf, dessen Einsatz die Seele und dessen Lohn der Himmel ist.

(Aus hansjakobs Schriften.)

Die Ausführungen treffen auch für unsere Tage zu.

Der vergessene englische Srvh.

Ich erinnere mich aus meiner Kindheit, wenn es abends zum Englischen Gruß läutete, mußten wir in die Stube und denselben laut beten. Heute ist diese Sitte nur noch wenig verbreitet, ja in manchen Häusern ganz vergessen. Möchte man doch den Kindern wie­der einpflanzen, daß sie ohne Scheu von jedem Spiel sich trennen, wenn es gilt, die heilige Jungfrau beim Klang der Glocke zu grüßen! Wenn man früher um 12 Uhr mittags über das Feld schritt, sah man, wie alles die Arbeit einstellte, und gesenkten Hauptes betete jedes den Englischen Gruß. Heute läuft so mancher des Wegs, er weiß wohl, was es läutet, aber er hat nicht einmal den Mut, den Hut abzunehmen, wenn es gilt, sich vor andern als Christ zu bekennen. Drum, ihr Eltern, sorget dafür, daß diese gute alte Sitte, die euch aus vergangener Zeit in Erinnerung sein wird, durch euer Vorbild den Kindern erhalten bleibt!

Legt diesen Vorsatz der lieben Gottesmutter am Maialtar zu Füßen!

wenn Engel beten.

Das alte Köln am deutschen Rhein hatte Früh- sahrstoilette gemacht; Bäume und Sträucher hatten wieder ihr zartgrüne» Kleid gewählt, weil dieses sie nun einmal am besten kleidete. Auf den vornehmsten Straßen, den verschiedenenRingen" promenierten frühlingssrohe Menschen und atmeten mit Behagen die frische Luft ein. Der Volksgarten und der Etadt- gorten prangten im Schmuck der Frühlingsblumen und luden alle Spaziergänger zu Besuch und Rast ein.

Der herrliche Tag, der lachend« Sonnenschein lugte auch durch die Fensterscheiben eines stattlichen Hauses am Neumarkte, vor denen ein kleiner Knab« stand und sehnsüchtig hinunterschaute auf den weiten Platz, wo jauchzende Kinder spielten. Der arme kleine Georg! Er war so einsam, seitdem er vor kurzem sein liebes Mütterchen durch den Tod verloren hatte. Der Vater war entweder in Geschäften ig, oder er hing seinen melancholischen Gedanken nach; er sehnte sich nach seiner heißgeliebten Frau, die nun für immer von ihm gegangen war. In seinem Schmerz hatte er bis jetzt so wenig sich um seinen kleinen Buben geküm­mert. Er dachte in sehnsüchtigem Horm nicht daran, daß auch sein Söhnchen die weiche Hand und das treue Herz der Heimgegangenen miß'e o, so sehr!

Frühlingcsonnenstrahlen küßten das blonde Locken- Haar des Kleinen. Las niemand mehr a«liebkost halte, seit man seine Mutter fortaeiraaen.

Der Vater sah jetzt sein einsames Bübchen am Fen« ster stehen und rief ihn zu sich her. Dann nahm èr es auf seine Knie, und er fühlte zum ersten Male, daß er das Vermächtnis seiner seligen Frau bis jetzt vernachlässigt habe.

Vater, ist Mama immer noch tot?" fragte jetzt zutraulich geworden ter Kleine, und er wußte nicht, welche Sehnsucht die einfache Frage ausdrückte. Die schmerzende Wunde des Mannes war wieder berührt, das verrieten die großen Tropfen, die allmählich in seinen Augen aufgestiegen waren.

Willst tu mit mir ausgehen, Georg?" fragte der Vater, indem er die Fra^e desselben unbeantwortet ließ und ihn wie sich auf andere Gedanken zu bringen suchte.

0 ja, Vater, wie mit Mama," rief das Kind, das imtiièf ân seine Mutter zu denken schien. Bald er­schienen beide auf dem freien Platze, gingen die Rich- mondstraßr entlang und spazierten durch die engen Geschäftestraßen der Al stadt. Der Kleine hüpfte dem Vater voran, lebhaft und kindlich plaudernd, als Hab­er noch keinen Schmerz empfunden. Das hübsche Knabenantlitz strahlte wie ein Frühlingsblümch-n, das dem Sonnenschein zulächelt. Plötzlich bog der Knabe, wie selbstverständlich in ein Seitengäßchen, ohne sich nach dem Va'er umzusehen. Derselbe folgte ihm er­staunt und neugierig, wohin ihn der Kleine führen wolle. Jetzt schlüpfte er in eine schmale Tür, welche in den Vorhof einer ziemlich versteckten Kirche führte. Meria in der Kupfergasse" war tie Lieblingskirche von Georgs seliger Mutter gewesen, und stets hatte die fromme Frau dort erst Einkehr gehalten, wenn ihr W»eg sie in tie Stadt geführt hast«.

Gwrg, mein Junge, wohin führst du mich denn?"

3n d'e Kapelle zur Titulier Gottes, wohin die Mama mid) immer mitgenommen hak," sagte der Kleine.

Aber was tatet ihr denn dort zusammen?" fragte der Mann, um seine Rührung zu br wingen.

0, wir besten für dich, immerzu, immerzu," antwortete ter Kleine, während er schon sein Käppchen ebnahm und den Vater an der Hand hineinzog in den antachtsmarmen Raum.

Der Heine Georg schien in diesem Heiligtums der Mutter Eot'es zu Hause zu fein. Dreist ging er dem Vater voran, nahm Weihwasser und kniete dann nie­der, wobei er kein Arg daran hatte, daß er dem Hoch­altar den Rücken kehrte. Er klopfte so lang« an seine kleine Brust, bis es ihm genug schien. Dann schliß er zu dem Gnadenbstde der Muster Gottes, welches in einem eigenen Kapellchen hinter einem Gitter, das auch den Al ar einschloß, zu sehen war. Schweifend totale ihm sein Vater; ihm war so eigen zu Muts, und wieder glaubte er die Stimme seines Kindes ?u hören:Wir beteten für dich immerzu, immerzu." Sie traten nun in die Kapelle, wo stets einzelne fromme Beter tcmsüb*r zu finden sind, die besondere Anliegen an die liebe Gottesmutter hoben. Das alte Gnaden- bild war mit glänzendem Schmuck behängt, Kerzen flackerten davor, und auch der Frühling hatte durch fromme Hände (eine Erstlinge "nn Grune hmeinge- färbt Krokos und Hnazinten schimmerten farbig und dufte'en.

Mit tränenumflorten Blicken sah der Vater seinen kleinen Buben vor dem alten Gnadenbilde der Mutter Gottes knien; sein kleiner Mund flüsterte eifrig und seine Aulren suchten fromm das Angesicht der Mustek Gottes. Hier also hatten die beiden, seine selige Frau und sein Söhnchen, oft für ihn gebe'et, und er ahnte es nicht; vielleicht betete sie jetzt am Throne Gates wieder für ihn, indes ihr kleiner Engel sie auf Erden unterstütz e. Er hotte ihr viel Kummer gemacht durch sein wenig religiöses Leben. Zwar war er kein Trin­ker oder großer Sünder gewesen aber der liebe Gott war doch bei ihm immer erst in zweiter Linie gekom­men. Er war kein eifriger Katholik gewesen leichte Ware, die ein Windstoß verweht hätte Seine gute Frau war das Gegenteil: mit zielbewußtem Streben suchte sie zuerstwas droben ist".

In tiefer Bestachtung stand der geprüfte Mann an der Gnadenstösse der Muller Gottes, die hier schon so oft das Gebet ihrer Kinder angehört und erhört hatte. Die Frucht des G.betes feiner seligen Frau und seines unschuldigen Kindes war heute gereift in dem Vorsatze seiner Besserung. In der Seele des lauen und gleichgültigen Mannes war die Gesinnung des verlorenen Sohnes erwacht, die sich in den Oetanfen äußerte:Die österliche Zeit ist da; ich werde zu den hl. Sakramenten gehen."

Tief gerührt verließ der Vater mit seinem kleinen Sohne die Guadenkapclle. Der Knabe ahnte nichts daß sein kindliches Gebet für den Vater erhört war- -