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iert sich nur, was er von deutscher Gelte Unbilliges rfahren hat, ohne dabei zu bedenken, daß alles das on Ler überwiegenden Mehrheit des deutschen Bölkes verworfen wurde und daß es unter einer demo- ratischen Regierung in Deutschland nie und nimmer orgekommen wäre. Er erinnert sich nur an die Har­en Maßnahmen, zu denen die deutsche Heeresleitung mrch die Kriegsnotwendigkeilen gezwungen wurde; roh durch diese strenge Disziplin den russischen Heeren rin neues Eindringen in Polen unmöglich gemacht wurde, das hat er vergessen. Trotzdem müssen wir halt wch suchen, uns mit den Polen zu vertragen, weil wir wirtschaftlich auf sie angewiesen sind sie frei- ich auch auf uns, wenn sie es auch in ihrem jetzigen Siegesrausch nicht recht begreifen wollen.

Lebensmittel,

»eutzutage etwas, worauf sich in allererster Linie das Interesse der Allgemeinheit richtet, werden wir von Amerika und Holland bekommen. 45 Millionen Dol­or, gleich 23/; Milliarden Mark, müssen wir dafür ren Amerikanern, 25 Millionen Gulden den Hollün- rern bezahlen. Außerdem hat die Reichseinsuhrstelle Sie Erholung unserer Valuta ausgenutzt und für 3 Milliarden Mark Abschlüsse in Lebensmittel gegen Kassazahlung getätigt. Wenn man alles zusammen- cechnet, kommt die stattliche Ziffer von 6 >5 Milliarden Mark heraus, immerhin, was ist das für so diele wenn alles geliefert wird, kommen auf den Kopf der putschen Bevölkerung Lebensmittel im Werte von 100 Mark, wofür man bei den heutigen Preisen nicht allzuviel kaufen kann. Was das AuslAid uns liefert ceicht gerade aus, um ten Fehlbetrag zu decken, der uns für die letzten drei Monate des Erntejahres be* Zrohte. Wir können jetzt aufatmen, wollen aber ja nicht übermütig werden. Cs ist alles nur ein Not- behelf. Wir leben nach wie vor von der Hand in den Mund, so lange nicht die einheimische Lcu.dwirt- schaft wieder auf die alte Höhe ihrer Leistungsfähig- feit gelangt und die Zufuhr aus dem Auslande in regelmäßigen andauernden Fluß kommt. Natürlich ist auch nötig, daß die angekündigten Lebensrnittel nicht in die Hände der Schieber gelangen und durch den Schleichhandel denen entzogen werden für die sie am nötigsten sind, die minderbemittelte Bevölkerung.

Dem sozialen Ausgleich

her and

Klassen bvent das Gesetz über die Grundschule» die Aufhebung der Burschten. Somit fällt die

kastenmäßige Abschließung, in die ein Teil unserer Schul­jugend von Kindheit an «rbsichttich hineingezwängt »vor und die es verhindert hat, daß eine wirkliche innere Fühlungnahme zwischen den einzelnen Ständen und Klassen erfolgt ist. Dieses Uebel soll durch die Grund, schule ausr«merzt werden, in der sich schon die Jugend in gemeinsamer Arbeit ohne Unterschied von Klassen und Ständen zusammenfindet. Daß dies künftig ge­schehen soll, ist in Paragraph 1 leg Gesetzentwurfes sesvgeiegt, denn es heißt dort,daß die Volkßsämle in den vier untersten Jahrgängen als di« für alle gemein, same Grundschule, auf der sich auch das mittlere und höhere Schulwesen aufbaut, einzurichten ist." Wenn wir vom Zentrum, tie wir ja doch eine Partei bilden, die alle Schichten des Volkes in vorbildlicher Weise in sich enthält, den gesunden sozialen Gârnken, der in diesem Paragraphen liegt, begrüßen, so lag für uns dringende Notwendigkeit vor, offen zum Ausdruck zu bringen, daß nach der religiösen Richtung hin diese Grundschule nicht etwa als Simultanschule aulge­faßt werden müsse. -Sie Grundschule muß auch kou> feflionöschule sein können, sonst hat sie für uns keine Bedeutung,. Dieses ist nun tatsächlich bei dem Aufbau der Grundschule der Fall. Um dieses aber auch im Gesetzentwurf festzulegen, haben die Mitglieder der Z'n. trumsfraktion im Ausschuß es durchgesetzt, daß in den § 1 ausdrücklich die Worte «rufaenommen werden:Sie Vorschriften der Artikel 146 Absatz 2 und 174 der Ver. fassung des Teutschen Reiches gelten auch für die Grundschule." Damit ist in erfreulicher Klarheit zum Ausdruck gekommen, daß in der Tat die Grundschule konfessionell sein kann. Denn in den betr. Artikeln der Neichsversassung ist bekanntlich festgelegt,daß in- nerhalb der Gemeinden auf Antrag von Erziehungs­berechtigten Volksschulen ihres Bekenntnisses oder ihrer Weltanschauung ein^urichten sind, und daß der Wille der Erziehungsberechtigten rnöglichst zu berücksichtigen sei.

Ueber Erzbergers

teilte im Haushaltsausschuß Unterstaatssekcetär Moesle mit, daß der Vorwurf, der ehemalige Neichs- finanzminister habe gegenüber der Steuerbehörde wissentlich falsche Angaben gemacht, nach dem Er gebnis der eingehenden Untersuchung sei re Bestätigung finde, wovor» besonders die gewohnheits­mäßigen Verleumder Erzberaers Notiz nehmen mögen.

Dar Urteil

gegen den Prinzen Joachim Albrecht, den Prinzen Hohen- lohe und den Rittmeister Platen, die den Skandal im Hotel Adlon veranlaßt hatten, lautet auf Geldstrafen von 300, 500 und 1000 Mk., wobei das Gericht bedauerte, daß es in­folge veralteter Gesetzesbestimmungen nicht in der Lage sei, diese Strafen dem Vermögen ter Angeklagten entsprechend zu gestalten. Gegen den Prinzen Hohen­lohe. der mit dem Stiefel einen französischen Offizier bearbeitet hatte, hatte der Staatsanwalt 4 Monate Gefängnis beantragt. Jedenfalls haben diese Leue, die zu den sogenannten höchsten Gesellschaftskreisen ge­hören, wie betrunkene Kneipengäste sich benommen und dem deutschen Namen wahrlich keine Ehre gemacht.

wahlmüdlgkeit

herrscht ohne Zweifel in manchen Kreisen; sie hängt mit der Unzufriedenheit über die jetzigen Verhältnisse zu­sammen. Statt aber der Entente zu grollen, die durch ihre horten Friedensbedingungen vor allem daran schuld ist, wirft der innere Hader natürlich die Schuld der Lasten, die wir jetzt tragen müssen den Parteien vor, Me sie annchmen mußten, weil nichts anderes übrig blieb. Bedauerlicherweise stehen gerade viele gemäßigte Elemente, darunter zahlreiche Frauen, abseits Sir tragen die tägliche Sorge des Haushalts und der Verteuerung, und empfinden es bitter, daß die Parteien keinen Ausweg aus einer Lage finden, deren Ursachen hauptsächlich in den Forderungen der Entente, dem Loche im Westen, dem Schiebertum, dem Ausverkauf und den immer wiederkehrenden Streiks liegen. Es siegt in bet menschlichen Natur, daß sie ihrer Mißstim­mung durch Fernbleiben von der Wahl Ausdruck geben. Die streitbaren Elemente dagegen, welche das Blaue vom Himmel versprechen, finden immer Gläubige, weil sie in den meisten Teilen des Reiches noch nicht am Ruder waren und nicht den Anlaß zur Enttäuschung gegeben haben können, wie die verantwortlich gemach­ten Verfassungs- und Regierungsparteien. Diese radi­kalsten Elemente werden also mit all ihren Kräften und mit zahlreichen Mitläufern auftreten, während viele ordnungsliebenden Wähler abseits stehen und alles gehen lassen wie es geht. Das ist sehr bedauerlich und muß mit allen Mitteln bekämpft werden. Wenn die Wahlen wirklich die öffentliche Meninung wiederspie- geln sollen, müssen auch alle Deutschen daran teilneh- men und diese erste Bürgerpflicht erfüllen. Hoffentlich werden alle Katholiken ihrer Pflicht eingedenk fein.

In Frankreich

teirrt« der frühere Minister Caillgnx des Einverständ­nisses mit dem Feinde (Deutschland) für schuldig er. klärt und zu drei Jahren Gefängnis verurteilt; die Untersuchungshaft wird dabei in der Weise abgerechnet, daß Caillaux noch zwei Monate abzusitzen hat, die er wohl auch noch auShccktcn toird.

In Bulgarien

von dem man wie von den anderen Balkanstaaten eben nicht viel hört, haben Wahlen stattaefunden, deren Ergebnis als ein Ruck nach rechts bezeichnet werden kann. Die Sozialdemokraten haben erheblich an Sitzen eingebüßt, während die Nchtspaiteien »«genommen haben, so daß eine Umbildung der Regie«urg die Folge sein wird. Es gelingt den Sostaldemokraten anscheinend nicht, die Menschchi» davon zu überzeugen, daß im Sozialismus das Heil der Welt liegt. Im Kriege hat es einmal geheißen: die Teutschen gewinnen die Schlachten und die Engländer den Krieg. Möge es bald heißen: die Sozialvemokcaien machen die Revolulionen und die Parteien des Aufbaues haben das Volk hinter sich.

Ueber die Urmeniermorde

hat In Rom der armenische Patriarch Peter Paul Tertian in einem großen Kreise von Kardinälen, Prä­laten und Priestern gesprochen. Er ging in seinen Ausführungen zurück bs auf die Gründer feines Pa- triarchenstuhles von Cilicien, St. Gregorius Illumina­tor und sprach von den Zeiten des Patriarchen Jo­seph, als 1306 christliche Helden vor dem persischen Schah Hasgherd für ihren Glauben Zeugnis ablegten und in den Tod gingen. Aber von allen Massen­morden, die an den Armeniern verübt wurden, war keines so schrecklich, als das aus dem Jahre 1915, wo sechs Bischöfe, viele Priester und Ordensleute und eine Million Christen durch die Türken hingeschlachtet wurden. Eines dieser Opfer war der Erzbischof von Mardin, Ignatius Maloyan.

Zentrunspartei ßessen-Ilassau.

:: Regieruüssb^rk Gaffel rr

Die Vorsitzenden der Kreisausschüffe Werder dringend gebeten, die ihre.r Kre.sen zustehenden Mit- glichet des Landes: us.chusses alsbald wählen zu lassen und deren Namen und Wo'inort dem Partei« ftlretariai der Zentrumèpartei in Fulda, R'iabanus- straße 25, spätestens bis zum 3. Mai milzuteilen, weil am 7. Mai der Landesausschuß zuammentreten muß, um die Kandidaten für die RLichstagswnhl aufzustellen. _________

Zentruinspürkei Kreis §ulds.

Die Vorsitzenden der Ortsgruppen des Kreises Fulda werden dringend gebeten, die gewählten Obmänner alsbald dem Parteisekretarint der Zentrumspartei in Fulda Rhabanusstraße 25 mitzuteilen, da die Obmänner am 3. oder 4. Mai in Fulda zusammentreten muffen, um den Kreisvorstand und die Mitglieder des Landes« ausschuffes zu wählen.

Das MysterienspielDas Heil der Welt" von Erich E ck e r t, auf das wir imBonifatiusboten" wie­derholt aufmerksam gemacht haben, hatte einen bei­spiellosen Erfolg. Nicht weniger als 6 mal war der große Stadtsaa! bis auf den letzten Platz ron einer an­dächtig lauschenden und schauenden Menge gefüllt. Alts Volkskunst wurde da zu neuem, blühenden Leben ge­weckt; nicht berufsmäßige Schauspieler traten auf, Männer und Frauen der Bürgerschaft, ganz so wir es im christlichen Mittelalter der Brauch gewesen ist, waren die Darsteller. Mit einfachen Mitteln würd- Dank der hervorragenden Regiekunst des Verfassers gewaltige Wirkungen erzielt. Bei den herrlichen Sze­nen, lebendig gewordenen Gemälden eines Fra Ange­lico oder Gebhard Fugel vergleichbar, vergaß man, vor der Bühne des Stadlsaales zu fitzen. Alles vollzieht sich in lsbensfrifchem natürlichen Rahmen. Keine Sen­sation, keine Theatereffekte, keine schwulstigen Ueber- Hebungen; in reiner natürlicher Wiedergabe geht bei schnellem Szenenwechsel das in den jubilierenden Triumph der Kirche ausklingende Festspiel am Auge des Zuschauers vorüber. Dem kalhol. Frauenbund ge­bührt herzlicher Dank dafür, daß er den christlichen Be­wohnern Fuldas diese weihevollen Stunden der Er« bauung, Erhebung und eines edlen Kunstgenusses ver­mittelt hat.

Im Kloster Frauenberg wurde schon in der Dorlgcti Woche das neue Schuljahr der theologischen Or- densschule eröffnet. Nach einem früh gehaltenes levitierten Hochamte wurde mit dem flehentlichen Vem, Creator Spiritus" der Beistand des hl. Geistes angerufen, dessen Licht und Wärme vor allem die Wis­senschaft des Uebernatürlichen bedarf, um auf rechten Bahnen zu wandelt» und des Erfolges sicher zu sein. In den Morgenstunden fand auf dem durch herrliche Aussicht auf Fuldas Stadt und Land ausgezeichneten Fürstensaale ein Festakt statt. Der von P. Ewald geleitete Chor der Sänger hatte Gelegenheit, sein bestes Können in den Dienst einer guten Sache zu stel­len. Galt es doch zugleich, der Freude der ganzen Klostergemeinde Ausdruck zu geben, daß der durch den unheilvollen Krieg so mannigfachen gestörte Studien­betrieb in größerem Umfange wieder in Angriff genommen werden kann. Eine stattliche Anzahl Theo­logie studierender Fratres sind Ostern neu hinzuge­kommen, darunter einige, die aus langjähriger, har­ter Gefangenschaft heimgekehrt sind zur heißersehnten Stätte friediger sÄeifte^rbeit und trauten Zusam­menseins. Mit lieben Mitbrüdern, die das hohe Ziel des Priestertums erstreben, um einstens mit göttlichen Heilkräften ausgerüstet, der kranken und elenden Menschheit Hilse von oben zu bringen. Fr. Bertram Brodmann aus dem zweiten Kursus legte in einem überzeugenden Vortrage dar, daß der Glaubenssatz von der Gottessohnschaft Jesu nicht ein Erzeugnis griechischer Spekulation (gegen Harnack), sondern be­reits in der Lehre der Apostel und im Glauben der ältesten Christenheit mit wünschenswerter Bestimmt­heit enthalten Kt. Die meisterhaft aefvnw?« Sturm»