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für die katholischen Gemeinden Kassels

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- Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei

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Wochenkalender.

Sonntag, 2 Mai. 4. Sonntag nach Ostern. Athanasius, Bischof uno Kirchenleb'er.

Montaa,3. Mal. Awfindunn d. HI Kreuzes u. Ged. d. HI.

Alexander, Eocntlus, Theodolus u. Juvenatis, M.

Drens tag, 4. Mai. Monika, Witwe.

Mittwoch, 5. Mai. Pius V.. Papst

Donnerstag. G. Mai. Iohannes V d. Int. Pforte Frellap, <. mui. SianisiauS, Bischof u. Märtyrer. Sa m s ta a,8. Mai. Erscheinung 0 hl. Erzengels Michael.

vierter Sonntag nach Ostern.

(Ev. Luk. 16, 5-14)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich gehe nun zu dem hin, welcher mich gesandt hat, und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? sondern, weil ich eu h dieses , es izt habe, hat Traurig, kert euer Heiz ei füll. Aber laj ,a >e euch die Wahrheit: ES ist euch gut, daß ni) hinaehe: denn wenn ich nicht hingche, so wir) der Tröster ni.yt zu cuh kommen: gehe ich aber hin, ,c> werde ich ihn zu cuh senden. Und wenn dieser kommt, wid er die Welt übcrjeu en von der Sünde und von dec Gerechtigkeit, und von dem Gerichle: von der Sünde nämlich, well sie nicht an mich ge laubt haben; von der Gerechtigkeit aber, weil ich zum Water gehe, un) ihr mich nicht mehr sehen werdet; und von dem Gerichte, weil der Fürst dieier Welt schon gerichtet ist. Ich habe eu h noch Vieles zu sagen, aber i>r könnet es jetzt nicht tra en. Wenn aber jener Geist der Wahrheit kommt, der wird euch alle Wahlheit lehren; denn ec wird nicht von sich selbst reden, sondern, was er hört, wird er reden, und was zukünfli, ist, euch verkünden. Dcrielbe wird mich verherrlichen; denn er wird von dem Meinigen nehmen, und es euch bcitünDcii

Des kleine Haus.

ohin geost du?"---

Iu eink eines Hans", unter, bbud), ohne Licht und Sonne, ohne Fenner und Türe. Lange wirft du dort wohnen und erst am jüngsten Tage wirst du deine

Grabeswohnung bei lassen. Ter Psalmist bereitet aus dle'enl Gedanken ein wnksames Gegengift flehen die Habsucht und allen Mammonsgeist. Höre seine ernsten, einbiin liehen Lehren:

Psalm 48, e ster Teil: R i hlum ist vergänglich,

1. Vernehmet mich, ,hr Völker alle, Leiht mir das Ohr, ihr Weltbewohner,

2. Seid aufinert,am, ,hr Menschenkinder: Es gilt dem bieichcn wie dem Armen.

3. Ich will euch künden Weise Lehren, Wie sie Der Geist mit cinge^eben.

4. Im Gleichnis w ll ich zu euch reden, Dec Harfe meinen Sp uch vertrauen.

5. Was kann am bösen Taz mich schrecken? Nichts will ich furchten als die Sünde.

6. Will nicht auf meine Macht vertrauen, Nicht pochen auf den Tand der Reichtums.

7. Nicht Mensch, nicht Bruder, kann mir helfen, Wenn mich verdammt des Richters Stimme.

8. Kein Freund kann lösen meine Seele, Und wenn er ewig sich bemühte.

9. Sein Unglück schmiedet sich der Sünder, Er lebt, um immerdar zu leiden.

10. Die Frommen sieht er selig scheiden Und denkt nicht an sein eignes Ende.

11. Doch muß den Mammon er verlassen. Zum Grab: mutz er mrbcrstetgen.

12. Im Totenhemd sein Leib vermodert Und auf der Welt verklingt sein Name.

13. Der Mensch bedenkt nicht seine Würde, Den Lüsten dient er gleich dem Tier^.

Wie kommen mir die Menschen unserer Tage oor? Pferden gleichen sie, die von ihren Reitern angestachelt ein wildes Rennen veranstalten nach dem gesteckten Ziel. So ist auch den meisten Menschen das Leben nichts anderes als ein Wettrennen nach Besitz und Genuß. Der Teufel selber scheint sie angestochelt zu zu haben, der seine besten Geschäfte dabei macht. Denn die reich werden wollen, fallen in mancherlei Be­gierden und in die Fallstricke des Teufels". Kein Wunder; wenn die Menschen ihre Würde vergessen, wenn sie ihr ewiges Ziel aus dem Auge verlieren, wenn sie nur mit dem Besitz und Vergnügen sich ab­geben, so werden sie die Seele vernachlässigen und ewig zugrunde gehen.

Sollte nichtdas kleine Haus" uns eines Besseren belehren? Würdest du alle Aecker, Wiesen und Wäl­der einer ganzen Gemarkung in deinen Besitz brin­gen und würden alle Häuser und Villen einer ganzen Stadt auf deinen Namen im Grundbuch eingetragen sein es kommt der Tag, wo du dich begnügen mußt mii einem dünnen Bretterhaus. Wenn dann der Geistliche bei deinem Begräbnis drei Schaufeln voll Erde hinabgeworfen hat auf deinen Sarg iw offenen Grab, dann werden die Leute beim Rachhaufegehen einander zuraunen: was hat er jetzt von femem Reich­tum? Was nützen ihn jetzt seine Häuser? Wozu hat er sich abgerackert und abgehetzt und nicht einmal Sonntags sich Ruhe gegönnt? Jetzt hat er auch nicht mehr als drei Schaufeln voll Erde.

Den Mammon muh der Mensch verlassen. Zum Grabe muß er niedersteigen.

Dabei weiß der Verstorbene nicht, was die lachen­den Erben mit seinem Besitz anfangen und in welche Hände er schließlich übergeht. Vielleicht werden die Hinterbliebenen in kurzer Zeit all die Billionen ver­schwenden und verschleudern; er weiß nicht, ob sie ihm danken, ob sie ihm einen Grabstein setzen lassen, ob sie ein Vaterunser beten oder eine hl. Messe befallen für seine arme Seele. Er weiß nicht, ob die Nachwelt seinen Namen aufbewahren oder vergessen wird

Im Totenhaus sein Leib vermodert

Und auf der Welt verklingt sein Mame.

Die Seele aber wo ist sie? Die Seele, die dem Mamnion diente, kann nicht bei Gott sein.Bedenke, mein Sohn," rief Abraham dem reichen Prasser in der Hölle zu,daß du in deinem Leben Gutes emp­fangen hast, Lazarus aber Uebles; nun wird dieser getröstet, du aber wirst gepeinigt." Undniemand kann zwei Herren dienen; ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen". Hast du also dem Mammon gedient, so möge der Fürst der Finsternis dir deinen Lohn bezahlen; am Reiche Gottes aber hast du keinen Anteil. Kennst du das scheidende Weh des Heilan­des über die Mammonsdiener?Weh euch, .hr Rei­chen, denn ihr habt euren Trost; weh euch, ihr Sat- ten, denn ihr werdet darben; weh .üch, ihr Lacher, denn ihr werdet weinen". Der hl. Apostel Jakobus aber ruft den Mammonsdienern zu:Wohlan, ihr Reichen, weinet und h?ulet über euer Elend, das über euch kommen wird; euer Reichtum wird zu Staub werden und eure Kleider werden von Motten zer­fressen werden. Euer Gold und Silber wird rosten; ihr häufet euch Zorn auf für die letz'en Tage".

Darum, mein Christ, halte den Blick auf daskleine Haus" gerichtet und du wirst zufrieden deine Wege gehen; du wirst nicht gepeitscht werden Dom S^urm der Habsucht und deine Seele wird in dieser Welt schon ruhen wie in einem windsicherm Hafen. Siehst du nicht, wie gerade die Habsucht die ganze Welt er» schlittert? Welche Kriege, welche Klassenkümpfe, welche Blutbäder, welche Ruinen sie anrichtet? Wie sie Menschen hetzt und quält und sie nicht zur Ruhe kom­men läßt? Halte dein Herz frei von Mammonsgeist und wenn Ueberfluß dir beschieden ist, so teile deine Habe friedlich und freiwillig mit dem Darbenden. Das ist die beste Lösung der sozialen Frage, das ist die leichteste Ueberbrückung der gähnenden Kluft zwischen Arm und Reich. Hast du dein Auskommen, so sei zu- frieden; bist du arm, so trage dein Joch die kleine Weile, bis sie der Tod von deinen Schultern nimmt und dich zum Erben einsetzt über alle Güter des Him- Niels. Der Burgpfarrer.

Der Mal ist gekommen".

Wie schön ist es jetzt! Blauer Himmel und sil­berne Wolken, weiße Blüten und süßer Dust, Vogel­sang und grünen Wald! Wie glitzert das Bachlein im Sonnenschein, wie deutet der Pappelbaum zum Hin,niel hinauf, und das Maiblümchen steht in Wald- einlainleit und träumt und lächelt im Traum.

Um die ganze Erde hat unser Herrgott einen grü­nen, mit Blumen gestickten Teppich gelegt und die Bäume mit Blütensträußen geziert, wie wenn es ein großer Feiertag wäre und Gott selber still und un­besehen mit seinen heiligen Engeln eine Bannprozession hielte über die Erde dahin, zwischen Dörfer und Men­schen hindurch, über Berg und Tal, durch Wald und Flur; und wie wenn er überall stehen bliebe und über alles seinen Segen gäbe mit eigener Hand.

Und die Finken in den Zweigen und die Brünne- lein, und der Wind i n Birkenlaub und in dem Tan-