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ben hin durften die Patres ihre segensreiche Arbeit zum Besten Fuldas fortsetzen.
Von der größten Bedeutung ist die Ausbildung guter Priester. Aber da drohten gerade in jener Zeit dem Fuldaer Seminar die Einkünfte zu versagen. Petrus Canisius wandte sich an seinen Augsburger Freund Johannes Achilles von Ilsung und dank dieser Bemühung konnte das Seminar weiterbestehen.
La, Petrus Canisius hat unserem Volke in schwerer Zeit geholfen. Lm Obigen ist nur das Geringste enthalten, was der Selige in unermüdlichem Eifer für Deutschland getan hat. Und wenn heute die Leser des Vonifaliusboien noch katholisch sind, so verdanken sie es zum großen Teil den Bemühungen unseres Seligen, der ihre Vorfahren im Glauben gestärkt und die Lrken- den wieder zur hl. Kirche zurückgeführt hat.
Wir Katholiken von heute sind dem seligen Petrus Canisius noch zum Danke verpflichtet. Aber wie können wir diesen Dank abstatten? Durch felsenfestes Vertrauen auf seine Fürsprache beim lieben Gott. Canisius liebt auch heute noch unser Volk. Ja, gerade heute, wo Wir die schrecklichen Folgen jener Empörung gegen die Kirche, die man Reformation nermt, zu tragen haben, schaut er mit doppeltem Milleid, mit doppelter Liebe auf «ns herab.
Durch dieses Vertrauen Bergeisen wir vielleicht auch dem zweiten Apostel Deutschlands zu einer neuen Glorie. Noch fehlt ein Edelstein in der Nuhrneskrone des apostolischen Mannes, der Diamant der Heiligsprechung, ßco XIII. heg'« eine große Verehrung gegen unseren Seligen. Ja, er war geneigt, ihn unter die Zahl der Kirchenlehrer aufziEhmen. Pius X. sprach ein Jahr «or seinem Tode mit einem deutschen Bischof über Petru, Canisius. „Ich habe," sagte er, „eine besondere Aâcht zu ihm. Er verdieM er wirklich, daß er heilig gesprochn würde." Aber es schien noch zwei Wunder für die Heiligsprechung. Der Liebe Gott wirkt jedoch kein Wunder auf bk Fürsprache des SAigen, wenn man diesen nicht vertrauensvoll anrust, wenn wir uns kalt «nd gleichgültig gegen unseren großen Apostel verhalten. Sollten wir Rutsche Katt^liken zurückstehen im Vertrauen hinter den andern, die innerhalb weniger Jahre die notwendigen Wunder für drei Heilige erfleht haben, sodaß im Mui drei Selige mit der Ruhmeskcone der Heiligen geschmückt werden? .
Aber dürfen w« dann auf unseren Seligen vertrauen? Gewiß. Am 17. April 1864 erklärte Pius IX. vier plötzliche und noUftänbige Krsnkenheilungen als Wunder, die auf die Fürbitte des Gottesmannes gewirkt worden waren. Daraufhin konnte am 20. November 1864 die feierliche Seligsprechung erfolgen. Wenn da- mass der Selige beim lieben Gott so viel vermochte, so vermag er es auch heute noch.
Vielleicht dürfte fegendes Erlebnis auch etwas zum Vertrauen anregen. Am 14. Dezember vorigen Lahres kam ein Freund zu mir und sagte ganz niedergedrückt, er habe gerade die Nachricht ron der sey: schweren Erkrankung seiner Schwester, einer Mutter von 8 klei- «cn Kindern, — das älteste war erst 11 Jahre alt — «rhalten. Ich machte ihm Mut und sagte, ich würde für die Kranke eine neurüögige Andacht zu Ehren des Öligen Petrus Canisius Hallen und auch andere dafür gewinnen. Ungefähr 50 waren dazu bereit, an der Novene teilzunèhmrn. Am 28. Dezember schrieb die Kranke an ihren Bruder: „Du wirst dich sicher wun- dern, von mir schon einen Brief zu erhalten. La, Joseph: Unkraut vergeht nicht ,hat man mir gesagt. Ich bin schon wieder zu Hause. Es war ja eine schwere Operation, die ich mitmochte, und wie die Schwestern wir sagten, können sie nic^i begreifen, daß es so schnell mit der Besserung ging. Gestern war Sck-roester Oberin »nd eine andere Schwester $er und drückten ihr Staunen «us, daß ich schon so weit hergestellt sei mch sagen innrer, es sei ein Wtmdcr. Arbeiten kann ich ja noch nicht, und muß noch viel liegen, doch dies wird auch, so Gott will, wieder kommen. Die Hauptsache ist, daß bi) wieder da bin. Wem verdanke ich nun, daß es mir so gut gegangen? Dir, mein lieber Bruder, vielen Dank: ip) weiß nicht, wie ich alles gut machen soll. Danke du «ich all deinen lieben Mitbrüdern: der liebe Gott muß •lies lohnen . . ."
Wir hatten den Eindruck, daß hier Gott geholfen hat, und rch bin überzeugt, je mehr man mit Vertrauen betet, um so mehr kann man auch vom lieben Gott erhalten.
L-rchenßebrl zu Ehren des selben Petrus Canisius.
O Cott, der du zum Schutz des katholischen Glaubens den seligen Pe rus, deinen Bekenner, mit Tugend und Wissenschaft ausgerüstet hast, verleihe gnädig, daß durch sein Beispiel und siine Ermahnungen dre Herzen der Irrenden zum Heil gelangen und die Seelen der Gläubigen im Bekenntnis der Wahrheit verharren. Drcrch Christus unseren Herrn! Amey,
Lin Märtyrer der Veichtsiegek.
Am 17. März 1620 starb in Olmütz an den Folgen der Folter der Wltpriester Johannes Larkavder, Pfarrer von Holleschau bei Olmütz, der am 6. Mai 1860 von Pius IX. selig gesprochen wurde. Er war ein Märtyrer des Deich^siegels.
„Ein so ruhmvolles Zeugnis des Glaubens gab auch der ehrwürdige Diener Gottes, Johannes Gartanber, Pfarrer der Diözese Olmütz, der durch langwierige, standhafte Marter auch die Feinde der Religion zur Bewunderung hingerissen und die katholische Kirche durch eine neue Marterpalme verherrlicht hat", heißt es im Dekret Pius IX. In einem Hirtenschreiben des Kardinals Bertram von Breslau, zu dessen Diözese der Geburtsort des Seligen gehört, wurde aus Änlaß des 300jährigen Gedenktages eine Jubiläumsfeier angeordnet. Am 17. März fand in der ganzen Diözese ein Hochamt mit Te Deum und vorcmsgehsndem Triduum statt, eine besondere Feier wird im Mai in dem Geburtsort des Seligen stattfinden. Aus dem Leben dieses fast vergessenen Priesterhelden wollen wir unseren Lesern einige inte- reffante und erbaulich« Einzelheiten erzählen.
Don frommen Eltern war Johannes Sarkander am 20. Dezember 1576 in Skotschau (Bezirkshauptrnann- schaft Bielitz) geboren. Treu katholischer Sinn und eine echt christliche Erziehung herrschte in seiner Familie. Mit Fleiß und Frömmigkeit bildete Johannes die reichen Talente aus, die Gott ihm gegeben. In GraZ erhielt er n«h rühmlicher Vollendung seines Studien^anges die Priesterweihe, wirkte barm an verschobenen Dr en im geistlichen Berufe und übernahm 1616 dir Pfarrei Holle- schau bei Olmütz. Dort namentlich erfüllte er mit glühender Liebe die Pflichten eines guten Hirten und eines mutigen Verteidigers des katholischen Glaubens.
80 Lahre hatte bie Pfarrei unter der Herrschaft der Häretiker gestanden. In welch traurigem Zustand er sein neues Wirkungsfeld vorfand, läßt sich leicht denken. Aber urwerdrossen, voll Mut und Gottoertrauen nichte sich der neue Seelsorger an die Arbeit. Selbst eine Leuchte der Frömmigkeit und Tugend, suchte er auch in den Herzen feiner Pfarrangehärigen das Feuer zu entflammen, das in feinem eigenen brannte. Unermüdlich war er im Belehren der Unwissenden und Verirrten, im Aufmuntern und Stärken der Rechtgläubigen, fest und zähe in der Verteidigung der kirchlichen Grundsätze und Rechte. Mit welcher Wonne erfüllte es sein Herz, loenn er wieder ein verirrtes Schäflein gewonnen ha k und es heimführen durfte zur Herde Christi! Mit Staunen und Bewunderung sprach man bald In weitem Umkreis von dem heiligen Seelenhirten zu Holleschau. Voll Dank gegen Gott vernahmen die einen von seinem Eifer und feinen Erfolgen, voll Neid und Ingrimm die anderen, die Häretiker. Als er, die bevorstehenden Kämpfe ahnend, im Lull 1619 eine Wallfahr! nach Czenstochau gemalt hatte, um durch die Fürbitte der Gottesm oft er ausreichende Kraft und Stärke zu erlangen, erfuhr er auf dem Rückweg, daß neue Wirren Gusgebrocben seien und die Häretiker die Holleschauer Pfarre wieder besetzt hielten, die Katholiken ab:r zerstreut seien. Da verzichtete er — unter diesen Umständen die Rückkehr für nutzlos betrachtend — mittelst Zuschrift an den PÄronatsherrn auf die Pfarre und ging nach Strafen, um dort für die katholische Sache zu wirken. Ledoch die Sehnsucht, seinen früheren Eeelsorgs- kindern nahe zu sein und sie im Glauben zu bewahren, trieb ihn wieder nach Holleschau zurück. Als im Lahre 1620 die polnischen Hilfstruppen des gegen die böhmischen Rebellen kämpfenden Kaisers das Land durchzogen und dabei die b«srchbarte Domäne Bistritz, die dem grimmigen Feinde der Katholiken und Hochverräter Bykowski gehörte, fdmerflid) verwüstet, zog iynen Sa- kander in Prozession mit dem Allerheiligsten entgegen und erwirkte von ih!«n, daß sie Holllschau verschonten. Dieser Umstand gab Bytowski und seinem Anhang Anlaß gegen den Seligen die Anklage zu erheben, cis habe er bei feiner Reise nach Czenstochau im Einverständnis mit bem Dynastm Lobkowitz das polnische Kriegsvolk feierlich angewc-rbrn unb sei daher ein Feind des Vaterlandes, d. h. der ketzerischen Hochverräter. Von den häretischen Landständen nach Brünn zur Verantwortung geladen, floh er in dq^ Schloß zu lobitfdjau. Verraten und gefangen genommen wurde er nach Olmütz gebracht und eiliges erfert. Alsbald erschien bei ihm eine Kommission, bestehend aus wütenden Herätikern. Sie verlangten ron ihm Verantwortung über verschiedene — zu Unrecht — regen ihn erhobene Anklagen sowie Offenbarung der Beichten des Dynasten Lobkowitz. Da der edle Priester die Anklagen als ungerechtser igt zurückwirs und selbstverständtich auch das Beicht siedel aufs gewissenhafteste wahrte, wurde er alsbald auf die Feller gespannt. Am ersten Tage eine Stunde, am nächsten zwei, am letzt« drei. Sarkander duldete
sanftmütig, die Stenten Jesus, Maria und 2lnna (bü Patronin seiner Pfarrkirche) anrufenb. Am zweites Tage wurde er auch mit Fackeln gebrannt (das sog Seitenbrennen). Als feine Gegner verlangten, er sock' aus der Beicht des Lobkowitz dessen Pläne verraten, sagte Sarkand-er: „Ich weiß nichts und es ist mir iii dein Sakrament der Beicht nia>s anoer râ woroen, und wenn mir auch jemand irgend etwas in her selben anvertraut haben würde, so halte ich dieses nicht irf meinem Gedäch nif^e und will es auch nicht behalten, sondern habe es in Vergessenheit begraben aus Ehrfurcht vor dem unverletzlichen Beichtsieoel, und ich ließs mich lieber, in Stücke zerreißen und wollte lieber alle erdenklichen Leiden mit Golles Hilfe dulden, als nur einen Augenblick das Beich siegel sakrilegisch zu ver-. letzen." Hiermit schwieg Sarkander, nur noch zum Gebet öffnete er seinen Mund. Die Fackeln verlöschte^' von seinem herabfließenden Blute: neue Fackeln muß-' ten herbeigebracht werden. Des, Harz und Federn streicht man aus seinen Leib, um ihn durch Feuer- qualen zum Sprechen zu bringen. Seine Glieder waren durch bk Fol er zerrissen. Seine Feinde kamen auf den Güranken, ein Zauber gebe ihm gehsiine Kräfte. Sie ließen ihm daher seine Haare, den Bart usw. abscheren und Lie Asche dcwon gaben sie ihm zu trinken, um den vermeintlichen Zauber zu lösen. Lächelnd nahm Johannes ten Trank und rief den 91 amen Jesus an. Des Richter sahen das Vergebliche ihrer Bemühungen ein, und gaben den Befehl, die Folterung einzustellen, und verurteilten den Seligen zu lebenslänglichem Kerker. Mit zerfchlagenen Gliedern und versengtem Leibe fiel der Dulder von ter Folter frevelassen, halbtot an die Wand und v urde so in den Kerker gebracht und aufs Stroh geworfen. Dort lebte er noch dreiund- dreißig Tage unter fortwährendem Gebet und in Bs- trachtlmg himmlischer Dinge. Seinen Glaubensgenossen gelang es, ihm ein Brevier zu verschaffen, und nun betete der edle Bekenner mit aller Mühe und Anstrengung Tag für Tag das hl. Offizium. Rührend ist es zu lesen, wie er dabei, da die gebrochenen Hände den Z>L°uft versag en, seine durch die standhafte Bewahrung des Beichtsiegels geheiligte Zunge zum Umblättern benützte. Am 17 .März 1620 ercklich schlug für ihn di«. Grünte der Erlösung. Versehen mit d-n Sterbesakramenten gab er seine edle Seele in die Hände des Schöpfers zurück. Sein durch die ausgestandsnen Quakn und die grobe Vernac^äsfiaung entstellter und übelriechender Körper nahm nach dem Tod« ein liebliches Aussehen an und bauch e einen süßen Wohlgeruch aus, so daß man ihn absichtlich sieben Tage unbeerdigt ließ. Seine Grabesruhe fand er zuerst in der Marienkirche, später in der St. Michaelskirche zu Olmütz. Die Folterkammer, in der er so Unsägliches erduldet, wurde in eine Kapelle verwandelt. Dortselbst sieht man roch die Folterbank sowie eine Duelle, die auf sein Gebet hin entsprang, als ihm nach überstandenem Martyrium von den grausamen Henkern der erbetene Trunk Wassers versagt wurde, und deren Wasser von den Gläubigen mit Erfolg gegen Fieber gebraucht wird.
Sein Grab wurde bald vom Volke als Wunderställe besucht, Johemnes als Märtyrer des Beichtsiegels verehrt. Eine Reihe von Wmrdcrn geschah aus seine Anrufung hin.
Das Gebet der Messe lautet: „D Colt, der du deinen sslinen Märtyrer Johannes in besonderem Maße gestärkt hast, mutroll den wahren Glauben zu bekennen und bas Beichtgeheimnis gewissenhaft zu bewahren: verleihe uns, wir bitten dich, gegen jegliches Ungemach durch sein Beispiel gewaopnet und ferne Hilfe geschützt zu werden, durch unfern Herrn . . ."
Die Betrachtung dieses wunderbaren, leider wenig bekannten Lebens ist so recht geeignet, dem ka holischon Volk zum Bewußtsein zu bringen, was es an seinen Priestern hat, den SBdtprkfkrn, den Seelsorgern zeigt es, wie sie nach dem Vorbild? des Seligen ihre Gemeinden lieben und sich für sie aufopfern sollen. Du Martyrerkrone auf dem Haupt des seligen Sarkander sagt jedem Katholiken, daß man um des heiligen katholischen Glaubens willen alles, selbst den Tod erdulde» muß. Wird sich da nicht jeder zu treuem Festhalten an dem Glauben und an den Vorschriften der Religio« verpflichtet fühlen, wenn er an den seligen Blutzeuge« denkt! Kalholisches Volk und katholisbes Priestertuni muß sich im Mnbcnlen an den Seligen gegenseitig noch inniger und wirksamer lieben lernen.
ne^ooeo«>g>o^o^ro^o<ö
Leser des Bonifutiusboten
...... vergeßt den Zosephspfennig nicht! ———
OOCO'ÖC »oo^o^ooooo^